‚Die Wahrheit erzeugt Verdruss und scheut deshalb das Licht‘
-
Gerhard Wolf
Abstract
To the extent that the chroniclers of the early modern age detached themselves from salvation and world history and more frequently turned to the alternative stocks of knowledge found in regional, local and family historiography, it became more necessary that these authors considered what information would be allowed to become known and if counter-reactions were possible. This problem could be countered by reporting only what was positive or harmless, but in doing so, one violated the humanistic claims to truth that increasingly became the maxim of the emerging early historical science at the time. This essay uses the monumental ‘Zimmerische Chronik’ from the middle of the 16th century as an example to demonstrate how the author moves in this field of tension and differing demands. It shows how they pursue the question of the treatment of secrets both by means of abstract considerations and narrative episodes, and in doing so discovers what power of interpretation they acquire through the targeted uncovering of secrets, both towards competing genders and towards rival chroniclers. The chronicler, who differentiates between different categories of secrets, surprisingly regards secrets as a potential threat to the stability of societies, and through this process, with each step, they come ever closer to the Protestant idea of complete transparency.
Abstract
To the extent that the chroniclers of the early modern age detached themselves from salvation and world history and more frequently turned to the alternative stocks of knowledge found in regional, local and family historiography, it became more necessary that these authors considered what information would be allowed to become known and if counter-reactions were possible. This problem could be countered by reporting only what was positive or harmless, but in doing so, one violated the humanistic claims to truth that increasingly became the maxim of the emerging early historical science at the time. This essay uses the monumental ‘Zimmerische Chronik’ from the middle of the 16th century as an example to demonstrate how the author moves in this field of tension and differing demands. It shows how they pursue the question of the treatment of secrets both by means of abstract considerations and narrative episodes, and in doing so discovers what power of interpretation they acquire through the targeted uncovering of secrets, both towards competing genders and towards rival chroniclers. The chronicler, who differentiates between different categories of secrets, surprisingly regards secrets as a potential threat to the stability of societies, and through this process, with each step, they come ever closer to the Protestant idea of complete transparency.
Chapters in this book
- Frontmatter I
- Inhalt V
- Zur Einleitung: Das Geheimnis als gesellschafts- und kulturkonstituierendes Konzept 1
-
Mystik und Kirche: Vom göttlichen Geheimnis, okkulten Wissen und mystifizierten Orten
- Die kirchliche Buße 19
- Die Offenbarung des Geheimen? Mittelalterliche Gottesurteile als Erkenntnisquelle 27
- Geheimnis und Offenbarung des Glaubens 45
- Die ‚diskrete‘ Mitteilung des Offenbarten 65
- Mystisches Geheimnis zwischen Sprachschöpfung und bildhafter Aussage 89
- Geheimnisse und ihre Wahrung in der arabischen Alchemie 107
- Das Irdische Paradies zwischen Entzogenheit und Immanenz in ‚Il viaggio dei tre monaci al paradiso terrestre‘ 129
- Die Geheimnisse des Atlantiks und seine Erforschung im Spiegel mittelalterlicher arabischer Quellen 147
- Hirschreiter und albanische Hunde als Schlüssel zum göttlichen Schöpfungsplan? 167
-
Bedeutung und Funktion sakraler Räume und Gegenstände
- Heilige Gefäße unter gutem Verschluss 191
- Für Jahrhunderte verborgen 209
- Die heimliche inventio der Reliquien Godehards und Bernwards von Hildesheim im 12. Jahrhundert 237
-
Kodikologische Beiträge: Von Buchschlössern und paratextuellen Zwischenräumen
- Gesicherte Geheimnisse? 255
- Verhüllen und Zeigen 283
- ‚Marginalisierte‘ Exegese 303
-
Geheimnis und Verborgenheit als narratives Mittel in der Literatur
- Verborgenes im Altenglischen 321
- In der Haut des Anderen 339
- Out in the Wild 353
- Der verborgene Blick ins Herz 373
- Manipulation and Secrecy 393
- Mit dem Blick des Voyeurs 409
- Perspektivierung des Geheimnisses einer merfaÿm 441
- (In‐)Schrift und Bild 463
- Das celar-Motiv 493
- Das Geheimnis um den Schwanritter 509
- Über die drei Ringe 523
- Das Idealbild einer guten Mutter 545
-
Wissen ist Macht: Geheimhaltung als strukturelles Merkmal von Bildungs- und Herrschereliten
- ‚Die Wahrheit erzeugt Verdruss und scheut deshalb das Licht‘ 565
- Verrätselungen 587
- Vom Geheimmittel zum Allgemeingut? 603
- Die Geheimnisse der Königin 623
- Luckard’s Secret oder: Geheimnis und Skandal in der Kölner Führungsschicht 639
- Geheime Verschwörungen gegen König Johann 655
- Staatsgeheimnisse und sensibles Wissen am Hof des Großfürsten 667
- Ortsregister 697
- Personenregister 699
Chapters in this book
- Frontmatter I
- Inhalt V
- Zur Einleitung: Das Geheimnis als gesellschafts- und kulturkonstituierendes Konzept 1
-
Mystik und Kirche: Vom göttlichen Geheimnis, okkulten Wissen und mystifizierten Orten
- Die kirchliche Buße 19
- Die Offenbarung des Geheimen? Mittelalterliche Gottesurteile als Erkenntnisquelle 27
- Geheimnis und Offenbarung des Glaubens 45
- Die ‚diskrete‘ Mitteilung des Offenbarten 65
- Mystisches Geheimnis zwischen Sprachschöpfung und bildhafter Aussage 89
- Geheimnisse und ihre Wahrung in der arabischen Alchemie 107
- Das Irdische Paradies zwischen Entzogenheit und Immanenz in ‚Il viaggio dei tre monaci al paradiso terrestre‘ 129
- Die Geheimnisse des Atlantiks und seine Erforschung im Spiegel mittelalterlicher arabischer Quellen 147
- Hirschreiter und albanische Hunde als Schlüssel zum göttlichen Schöpfungsplan? 167
-
Bedeutung und Funktion sakraler Räume und Gegenstände
- Heilige Gefäße unter gutem Verschluss 191
- Für Jahrhunderte verborgen 209
- Die heimliche inventio der Reliquien Godehards und Bernwards von Hildesheim im 12. Jahrhundert 237
-
Kodikologische Beiträge: Von Buchschlössern und paratextuellen Zwischenräumen
- Gesicherte Geheimnisse? 255
- Verhüllen und Zeigen 283
- ‚Marginalisierte‘ Exegese 303
-
Geheimnis und Verborgenheit als narratives Mittel in der Literatur
- Verborgenes im Altenglischen 321
- In der Haut des Anderen 339
- Out in the Wild 353
- Der verborgene Blick ins Herz 373
- Manipulation and Secrecy 393
- Mit dem Blick des Voyeurs 409
- Perspektivierung des Geheimnisses einer merfaÿm 441
- (In‐)Schrift und Bild 463
- Das celar-Motiv 493
- Das Geheimnis um den Schwanritter 509
- Über die drei Ringe 523
- Das Idealbild einer guten Mutter 545
-
Wissen ist Macht: Geheimhaltung als strukturelles Merkmal von Bildungs- und Herrschereliten
- ‚Die Wahrheit erzeugt Verdruss und scheut deshalb das Licht‘ 565
- Verrätselungen 587
- Vom Geheimmittel zum Allgemeingut? 603
- Die Geheimnisse der Königin 623
- Luckard’s Secret oder: Geheimnis und Skandal in der Kölner Führungsschicht 639
- Geheime Verschwörungen gegen König Johann 655
- Staatsgeheimnisse und sensibles Wissen am Hof des Großfürsten 667
- Ortsregister 697
- Personenregister 699