Zusammenfassung Rechtsextremismus wird in der Forschung vor allem als eine Reaktion auf negative Modernisierungserfahrungen angesehen. Wirtschaftliche Probleme und Ängste sind nach dieser Sichtweise der Nährboden rechtsextremer Einstellungen und Verhaltensweisen. Bei aller Plausibilität hat diese Modernisierungsverlierer-Hypothese empirisch wenig Bestätigung gefunden. Hier wird vorgeschlagen, den Modernisierungsansatz nicht in erster Linie auf sozioökonomische Deprivationserlebnisse zu beziehen, sondern im Sinne einer kulturellen und psychologischen Verweigerung gegenüber moderner Reflexivität. Diese These greift zum einen auf die Autoritarismusforschung zurück, zum anderen bündelt sie Ansätze, die die Gegnerschaft des Rechtsextremismus zu postmaterialistischem Wertewandel, Multikulturalismus und Postfordismus thematisieren. Anhand eines Berliner Datensatzes wird die Erklärungskraft der psychokulturellen Sichtweise nachgewiesen. Der Rechtsextremismus, der durch die beiden ideologischen Dimensionen Antiindividualismus und Antiuniversalismus definiert wird, könnte durch ein praxisorientiertes Bekenntnis zur multikulturellen und reflexiven Gesellschaft in die Schranken gewiesen werden.
Inhalt
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Öffentlich zugänglichModernisierungsverlierer oder Gegner der reflexiven Moderne?20. Mai 2016
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Öffentlich zugänglichDie Auswirkungen der Einkommensverteilung auf das Wirtschaftswachstum20. Mai 2016
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Öffentlich zugänglichIndividualisierung der Jugendphase in den 80er Jahren?20. Mai 2016
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Öffentlich zugänglichEine Reformulierung des Diskriminationsmodells20. Mai 2016
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Öffentlich zugänglichArtificial Societies: Eine Methodologie und einige Metaphern20. Mai 2016