Zusammenfassung Die Rede von einem „ökonomischen Imperialismus“ bezieht sich einerseits auf die zunehmende Anwendung des ökonomischen Verhaltensmodells auch auf nicht-ökonomische Gegenstandsbereiche der Sozialwissenschaften. Dabei wird mit diesem Ansatz andererseits der Anspruch verbunden, die Grundlage für eine einheitliche Sozialwissenschaft bilden zu können. Dieser Geltungsanspruch wird hier bestritten. Aus der Perspektive des handlungstheoretischen Bezugsrahmens von Parsons läßt sich vielmehr zeigen, daß die ökonomische Handlungstheorie als solche schon für die Erklärung sozialer Phänomene unvollständig ist. Diese Unvollständigkeit liegt darin begründet, daß hier das soziale Handeln unzulässigerweise auf eine einzige „soziale Logik“ reduziert und andere Handlungslogiken in den Restriktionen („constraints“) des Handelns versteckt werden. Dies wird insbesondere dann deutlich, wenn im Rahmen einer „Konstitutionellen Politischen Ökonomie“ die normativen Restriktionen sozialen Handelns selbst wiederum aus rationalen Wahlhandlungen der Akteure heraus erklärt werden sollen. Am Beispiel der ökonomischen Konzeption des Gesellschaftsvertrages von James M. Buchanan läßt sich zeigen, daß hinsichtlich der Dauerhaftigkeit einer sozialen Ordnung auf andere Handlungslogiken rekurriert werden muß und damit wesentliche Elemente einer sozialen Ordnungsbildung aus der Logik des ökonomischen Modells herausfallen.
Contents
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Publicly AvailableÖkonomischer Imperialismus?May 20, 2016
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Publicly AvailableInteraktive Medien – Ende der Massenkommunikation?May 20, 2016
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Publicly AvailableAlltagsleben, Gruppenbildung und Konflikte um städtisches LandMay 20, 2016
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Publicly AvailableAnnäherung oder Abgrenzung?May 20, 2016
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Publicly AvailableGruppenunterschiede – Fakt oder Artefakt?May 20, 2016