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Agentenbasierte Abbildung von Mitarbeitern in der Materialflusssimulation

Modellierung des Menschen als intelligente Produktionsressource
  • and
Published/Copyright: April 19, 2017

Kurzfassung

Die Produktion bildet ein komplexes soziotechnisches System, in dem Wechselwirkungen zwischen dem sozialen und technologischen System maßgeblichen Einfluss auf die übergeordneten Zielgrößen nehmen. Insbesondere bei modernen Arbeitsformen, wie z. B. teilautonomer Gruppenarbeit, die auf dezentralen Steuerungsprinzipien basieren und in denen dem Mitarbeitern erweiterte Autonomie bei der Ausführung ihrer Aufgaben gewährt wird, lässt sich dies beobachten. Der Fokus dieses Beitrags liegt auf der Fragestellung, warum die Abbildung des technischen Systems in heute gebräuchlichen Materialflusssimulationen bei der Planung nicht ausreichend ist und warum das soziale System besonders bei personalintensiver Produktion mit Gewährung von Autonomie berücksichtigt werden muss. Anschließend wird die Erweiterung solcher Planungswerkzeuge um Multiagenten-systeme diskutiert, um die Möglichkeit zu bieten, Mitarbeiter als intelligente Produktionsfaktoren abzubilden. Dafür wird abschließend der Entwurf für eine entsprechende Architektur gegeben.

Abstract

The production is a complex socio-technical system in which interactions between the social and technological system exert a significant influence on the overall targets. Particularly in modern forms of work, such as semi-autonomous group work, based on decentralized control principles and in which the employees are granted extended autonomy in carrying out their tasks, this effect can be observed. The paper focuses the question of why the mapping of the technical system in today's material flow simulations is not sufficient while planning and why the social system must be considered especially in personnel-intensive production with granted autonomy. In conclusion the extension of such planning tools to multiagent systems will be discussed in order to offer the opportunity to represent employees as intelligent production factors. In the course of that the design of an appropriate architecture is given.


Dipl.-Ing. Kim Schwake, geb. 1984, studierte Maschinenbau mit dem Schwerpunkt Fertigungstechnik an der TU Hamburg-Harburg. Seit 2011 arbeitet er als Wissenschaftlicher Mitarbeiter am LaFT der Helmut-Schmidt-Universität/Universität der Bundeswehr Hamburg im Bereich Robotik und Fabrikautomation.

Univ.-Prof. Dr.-Ing. Jens-Peter Wulfsberg, geb. 1959, ist Leiter des Lehrstuhls Fertigungstechnik an der Helmut-Schmidt-Universität/Universität der Bundeswehr Hamburg. Er studierte Maschinenbau an der Universität Hannover mit dem Schwerpunkt Produktionstechnik und promovierte dort zum Doktor-Ingenieur. Von 1991 bis 2001 leitete er die Abteilung „Entwicklung, Konstruktion und Technologie“ der Olympus Winter & Ibe GmbH in Hamburg. Die Forschungsschwerpunkte am Laboratorium Fertigungstechnik sind die Bereiche Mikroproduktion, Robotik und Fabrikautomation sowie Fabrikorganisation.


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Online erschienen: 2017-04-19
Erschienen im Druck: 2015-10-27

© 2015, Carl Hanser Verlag, München

Downloaded on 2.4.2026 from https://www.degruyterbrill.com/document/doi/10.3139/104.111410/html
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