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Spanformbeeinflussung durch Schwingungseinkopplung beim Einlippenbohren

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Published/Copyright: March 16, 2017

Kurzfassung

Bei der Fertigung von Bohrungen mit kleinem Durchmesser und großem l/D-Verhältnis in metallischen Werkstoffen, wird das Einlippenbohrverfahren eingesetzt. Einer Leistungssteigerung des Verfahrens durch erhöhte Vorschubwerte sind insbesondere bei der Bearbeitung schwerzerspanbarer Werkstoffe Grenzen gesetzt. Die hier vorliegenden Spanformen neigen zum Verklemmen in der Bohrung, was zu einer verminderten Bearbeitungsqualität oder sogar zum Bruch des Werkzeugs führen kann. Eine Möglichkeit zur Spanformbeeinflussung hinsichtlich kurzbrüchiger Späne ist die Überlagerung des Vorschubs durch Einkoppeln einer zusätzlichen, oszillierenden Axialbewegung. Dazu bieten sich piezoelektrische Translatoren an, deren Einsatz derzeit am Institut für Werkzeugmaschinen der Universität Stuttgart untersucht wird.

Abstract

Where holes of small diameter and large I/D ratio are to be produced in metallic materials, the single-lip drilling method is used. Where the materials are difficult to machine, there are limits to the increase in efficiency of this method that can be achieved through higher feed rates. The forms of chip produced in these situations tend to get jammed in the hole, which can lead to a reduction in machining quality or even fracture of the tool. One possibility for influencing the chip form in the case of short-brittle chips is to cause a beat in the feed by introducing an additional oscillating axial motion. Suitable for this are piezoelectric translators, whose use is presently being investigated at the Institute of Machine Tools of the University of Stuttgart.


Prof. Dr.-Ing. Dr. h. c. mult. Uwe Heisel, geb. 1945, promovierte 1979 bei Prof. Spur in Berlin. Von 1980 bis 1988 war er in der Industrie für die Firma Fritz Werner Werkzeugmaschinen tätig. Prof. Heisel ist seit 1988 geschäftsführender Direktor des Instituts für Werkzeugmaschinen (IfW) der Universität Stuttgart.

Dr.-Ing. Johannes Rothmund, geb. 1957, ist seit 1986 Mitarbeiter am IfW und promovierte dort 1990 bei Prof. Heisel. Er ist Abteilungsleiter der Arbeitsgruppe Zerspanungstechnologie.

Dipl.-Ing. Dipl.-Gwl. Rocco Eisseler, geb. 1968, studierte die Fachrichtungen Maschinenwesen und Technikpädagogik an der Universität Stuttgart und ist seit 1998 Mitarbeiter am IfW. Er ist Gruppenleiter der Arbeitsgruppe Zerspanungstechnologie und befasst sich innerhalb der Arbeitsgruppe Zerspanungstechnologie mit dem Tieflochbohren.

Dipl.-Ing. Noppadol Kumanuvong, geb. 1970, studierte Maschinenwesen an der Technischen Universität Clausthal und hat am IfW seine Diplomarbeit zum Thema „Untersuchungen zum Einlippenbohren mit niederfrequenter axialer Werkstückanregung“ bearbeitet.


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Online erschienen: 2017-03-16
Erschienen im Druck: 2003-10-27

© 2003, Carl Hanser Verlag, München

Downloaded on 11.4.2026 from https://www.degruyterbrill.com/document/doi/10.3139/104.100686/html
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