Diversifizierung als neue Strategie
Die meisten Automobilzulieferer agierten einst in einem ziemlich stabilen Geschäftsumfeld mit zuverlässiger Nachfrage. Die jährlich zunehmende Zahl der verkauften Pkw hat zu einer ähnlich steigenden Nachfrage nach OEM-Komponenten und -Teilen geführt. Darüber hinaus ist die gesamte Fahrzeugflotte auf Europas Straßen kontinuierlich gewachsen, was einen gesunden Ersatzteilmarkt ermöglichte. In den letzten Jahren haben jedoch grundlegende Technologietrends wie der beschleunigte Wandel hin zu neuen Antriebstechnologien – Elektrofahrzeugen – oder der Aufstieg vernetzter Technologien traditionelle Lieferkettenbeziehungen durcheinander gebracht. Viele Automobilzulieferer sehen sich in ihrem traditionellen Kerngeschäft mit erodierenden Einnahmequellen konfrontiert und müssen Wege finden, dies zu kompensieren. Der Druck, neue Geschäftsquellen zu erschließen, hat sich im Zuge der weltweiten Corona-Krise und in der Folge aufgrund des Abschwungs des Automarktes weiter erhöht. Getrieben von grundlegenden Technologieverschiebungen und der Konvergenz der Industrien hat sich die Automobilzulieferbranche von einem relativ stabilen Umfeld zu einer dynamischeren Landschaft gewandelt. Tatsächlich zeigen aktuelle Analysen der Akquisitionen von Automobilzulieferern eine beträchtliche Dynamik im Mergers & Acquisitions-Markt, da mehrere Zulieferer zunehmend die Möglichkeit einer Diversifizierung in andere Märkte und Technologiedomänen prüfen.
Die Diversifizierung in neue Sektoren durch Erweiterung oder Modifizierung der Produkte/ Dienstleistungen bzw. der Geschäftsbereiche ist ein anspruchsvolles, riskantes Unterfangen und erfordert eine solide Strategie, um erfolgreich zu sein. Bei der Suche nach Diversifizierungsmöglichkeiten sind – neben der richtigen Einschätzung der eigenen Kompetenzen und Stärken – mit einer umfassenden Markt- und Technologieexpertise die vielversprechenden Zielsektoren zu identifizieren und zu priorisieren. Außerdem muss die Automobilzulieferbranche eine klare Perspektive auf den Bedarf an materiellen und immateriellen Ressourcen entwickeln, um Diversifikationspotenziale zu definieren und die neue Strategie umzusetzen. Schließlich erfordert eine erfolgreiche Diversifizierung in nicht-automobile Bereiche tiefe Einblicke in andere Branchen und ein gutes Verständnis der benachbarten Wachstumsmärkte.
Ihre ZWF-Herausgeber und -Redaktion
Ingenics AG: Digitaler Reifegrad produzierender Unternehmen
Wie steht es um die digitale Reife in produzierenden Unternehmen? Ausgehend von dieser Frage hat die Ingenics AG in einer Studie den digitalen Status quo von Unternehmen aus Branchen wie Maschinenbau, Elektroindustrie und Automotive untersucht. Neben der Analyse einzelner Funktionsbereiche wurde nach der strategischen und organisatorischen Aufstellung in der Digitalisierung gefragt. Ergebnis: Wer auf eine strategische Planung setzt, erzielt tendenziell einen höheren digitalen Reifegrad. Verbesserungsbedarf besteht jedoch bei fast allen befragten Organisationen im Bereich Qualifizierung von Mitarbeitenden.
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© 2021 Walter de Gruyter GmbH, Berlin/Boston, Germany
Artikel in diesem Heft
- Inhalt
- Editorial
- Diversifizierung als neue Strategie
- Fabrikplanung
- Nutzung von Standortrollen für die Fabrikkonzeptplanung
- Produktion
- Logistikgerechtes Produktionscontrolling
- Systematische Analyse der Stabilität eines Produktionssystems
- Case-Based Reasoning zur Kosten- und Kapazitätsbedarfsplanung von neuen Produkten
- Intelligente Produkte
- Die Entwicklung von passiven zu intelligenten Produkten
- Produktivität
- Produktivitätssteigerung dank Freiflächenverschleiß
- Kundenorientierung
- Konzept einer Reklamationspriorisierungsmatrix für die KMU
- Wirtschaftlichkeit
- Kostenbewertung frühzeitiger Ausschussidentifikation
- Wertstromanalyse
- Nachhaltigkeitsfokussierte digitale Wertstromanalyse
- Mensch & Maschine
- Co-Simulationsmodell zur nutzerzentrierten Entwicklung von Unterstützungssystemen
- Zerspanung
- Verschleißuntersuchungen bei der kryogenen Zerspanung von Ti-6Al-4V
- Instandhaltung
- Sensornetzwerke zur Kugellagerdiagnose am rotierenden Innenring
- Energieeffizienz
- Energieflexibilitätspotenzial von Beschichtungsanlagen
- Methode zur Auslegung von energieträgerübergreifenden hybriden Energiespeichern
- Digitaler Zwilling
- Der Digitale Zwilling kann auch steuern
- Modularer digitaler Zwilling für Werkzeugmaschinen
- Digitalisierung
- Nachhaltige Prozessdigitalisierung für KMU
- Digitalisierung ist ein entscheidender Effizienztreiber
- Technologietrends
- Industrie-4.0-Technologiekreis für produzierende Unternehmen
- Vorschau
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- Fabrikplanung
- Nutzung von Standortrollen für die Fabrikkonzeptplanung
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- Systematische Analyse der Stabilität eines Produktionssystems
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- Konzept einer Reklamationspriorisierungsmatrix für die KMU
- Wirtschaftlichkeit
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- Wertstromanalyse
- Nachhaltigkeitsfokussierte digitale Wertstromanalyse
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- Nachhaltige Prozessdigitalisierung für KMU
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