Das neue italienische Gesetz über Sklaverei und Menschenhandel(Gesetz Nr. 228 vom 11. August 2003)
Abstract
I. Einleitung
Die Einführung der neuen Regelung über Sklaverei und Menschenhandel beendet einen langen Zeitraum, in dem die Anwendung der Art. 600ff. it.StGB systematisch unterlassen wurde und bestätigt gleichzeitig die Auffassung der Rechtsprechung, die schon seit Jahren eine moderne und innovative Auslegung der knappen Vorschriften des Codice Rocco langsamdurchgesetzt hatte. Das neue Gesetz Nr. 228 vom 11. August 2003 zwingtnun, die Diskussion im Hinblick auf den gewandelten politischen und gesellschaftlichen Kontext und einen in den Jahren komplex und heterogengewordenen normativen Rahmen wieder aufzunehmen.
Die mit der Sklaverei und dem Menschenhandel verbundenen kriminellen Erscheinungen haben in den letzten Jahrzehnten beträchtlich zugenommen. Außerdem haben diese nun eine ausgedehnt organisierte Form angenommen und weisen einen typisch transnationalen Charakter auf. Die Versklavung, der An- und Verkauf von Menschen, die Formen totaler körperlicherund psychischer Unterwerfung sind durchaus Phänomene der modernen Gesellschaft. Es handelt sich eindeutig um Ausbeutungstypologien,die von der traditionellen und historisch bekannten Sklaverei weit entferntsind: man denke nur an die Zwangsarbeit und an die Zwangsdienste im Haushalt und in der Industrie, an die Bettelei, an die Schuldknechtschaft, andie Zuhälterei, an die Ausnutzung der Jugendprostitution und an den Sex-Tourismus – wahre Formen einer modernen Sklaverei, die dadurch charakterisiertsind, dass die Personen tatsächlich in der Situation eines Sklaven lebenund der Macht eines Gebieters völlig unterworfen sind.
Walter de Gruyter GmbH & Co. KG
Artikel in diesem Heft
- Jahresinhaltsverzeichnis Bd. 117
- Aufsätze
- Die Dynamik des materiellen Strafrechtsunter dem Einfluss europäischer und internationalerEntwicklungen
- Die Europäisierung des Strafrechtsaus der polnischen Sicht
- Strafgesetzgebungstechnik in Deutschland und Europa
- Unterschiede zwischen Strafverfahrensordnungenund ihre kulturellen Hintergründe
- Terroristen als Personen im Recht?
- „Krieg gegen den Terror“ –Konsequenzen für ein rechtsstaatliches Strafrecht
- Diskussionsbeiträge der Strafrechtslehrertagung 2005in Frankfurt/Oder
- Strafrecht in der Europäischen Union
- Inwieweit erlaubt die Europäische Verfassungein europäisches Strafgesetz?
- Rechtsanalyse
- Zur Strafbarkeit des untauglichen Versuchs –ein Zwischenruf aus rechtsvergleichender Sicht
- Rechtslage
- Die Strafbarkeit der Suizidteilnahmenach ungarischem Strafrecht
- Die Entwicklung der Strafjustiz in Südafrika seit 1994
- Strafrechtsreform
- Das neue italienische Gesetz über Sklaverei und Menschenhandel(Gesetz Nr. 228 vom 11. August 2003)
Artikel in diesem Heft
- Jahresinhaltsverzeichnis Bd. 117
- Aufsätze
- Die Dynamik des materiellen Strafrechtsunter dem Einfluss europäischer und internationalerEntwicklungen
- Die Europäisierung des Strafrechtsaus der polnischen Sicht
- Strafgesetzgebungstechnik in Deutschland und Europa
- Unterschiede zwischen Strafverfahrensordnungenund ihre kulturellen Hintergründe
- Terroristen als Personen im Recht?
- „Krieg gegen den Terror“ –Konsequenzen für ein rechtsstaatliches Strafrecht
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- Zur Strafbarkeit des untauglichen Versuchs –ein Zwischenruf aus rechtsvergleichender Sicht
- Rechtslage
- Die Strafbarkeit der Suizidteilnahmenach ungarischem Strafrecht
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- Strafrechtsreform
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