Zusammenfassung
In der einschlägigen Literatur wird, in großer Übereinstimmung bei der Diagnose und im Dissens bei deren Bewertung eine Ökonomisierung und 'Vermarktung der Sozialen Dienste und der Freien Wohlfahrtspflege diagnostiziert. Die als Ökonomisierung angesprochenen Veränderungen lassen sich jedoch zutreffender mit dem Begriff ‚Verbetriebswirtschaftlichung’ fassen, sofern die die Sozialen Dienste erbringenden Hinrichtungen der Freien Wohlfahrtspflege genötigt werden, sich wie Betriebe aufzustellen, obwohl sie keine Gewinninteressen verfolgen, und sich und die von ihnen angebotenen Dienste einer betriebswirtschaftlichen Logik zu unterwerfen. Angetrieben werden diese Veränderungen durch den bundesdeutschen Sozialstaat, der auf diesem Weg seine Kontrolle über die Sozialen Dienste und die erbringenden Einrichtungen deutlich steigern kann. Die „Außenseite“ der Verbetriebswirtschaftlichung der Sozialen Dienste ist mithin nicht deren Vermarktung, sondern deren weitere Verstaatlichung.
© 2008 by Lucius & Lucius, Stuttgart
Articles in the same Issue
- Inhaltsverzeichnis
- Abhandlungen
- Einstellungen zu wohlfahrtsstaatlichen Institutionen in Europa – Wie werden Gesundheitssysteme von den Bürgerinnen und Bürgern wahrgenommen?
- Verbetriebswirtschaftlichung und Verstaatlichung
- Arbeitsmarkt- und Beschäftigungspolitik nach der Wiedervereinigung
- Creeping Convergence – Wandel der Arbeitsmarktpolitik in Großbritannien und Deutschland
- Sowie
- „Paradigmenwechsel“ in der Familienpolitik: Warum wir endlich bekommen haben, was wir schon lange brauchen
- Abstracts
Articles in the same Issue
- Inhaltsverzeichnis
- Abhandlungen
- Einstellungen zu wohlfahrtsstaatlichen Institutionen in Europa – Wie werden Gesundheitssysteme von den Bürgerinnen und Bürgern wahrgenommen?
- Verbetriebswirtschaftlichung und Verstaatlichung
- Arbeitsmarkt- und Beschäftigungspolitik nach der Wiedervereinigung
- Creeping Convergence – Wandel der Arbeitsmarktpolitik in Großbritannien und Deutschland
- Sowie
- „Paradigmenwechsel“ in der Familienpolitik: Warum wir endlich bekommen haben, was wir schon lange brauchen
- Abstracts