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Die Danielrezeption bei Paulus. Relevanz durch Orientierung und geteilte Motivwelten

  • Joel Klenk EMAIL logo
Veröffentlicht/Copyright: 14. August 2025

Zusammenfassung

Darüber, ob und wie Paulus das Danielbuch aufgreift, besteht gegenwärtig große Uneinigkeit innerhalb der neutestamentlichen Forschung. Diese Studie untersucht paulinische Aufnahmen von Daniel unter Berücksichtigung der komplexen Tradition dieses Buches und seiner frühjüdischen Rezeption. Dafür werden wahrscheinliche Bezüge, gemeinsame Motive und zitatähnliche Anspielungen identifiziert und Kriterien für Intertextualität diskutiert. Paulus rezipiert das Danielbuch auf verschiedene Weise und zu unterschiedlichen Zwecken produktiv, ohne es direkt zu zitieren oder Einleitungsformeln zu verwenden. Während einige Parallelen eher den gemeinsamen alttestamentlichen und frühjüdischen Kontext widerspiegeln und keine strategische Rezeption darstellen, handelt es sich bei anderen, insbesondere im ersten Korintherbrief, um weitreichende Bezüge. Der paulinische Gebrauch unterschiedlicher Abschnitte des Danielbuchs deutet auf strategische Neuinterpretationen hin und weist auf die umfassende Vertrautheit mit diesem Text sowie die gezielte Anpassung für die konkreten Argumentationskontexte des Paulus. Die Studie konzentriert sich auf die wahrscheinlichen Bezüge zu Dan 10,13 in Röm 14,21, Dan 2,21 in 1Kor 1,19, Dan 2,22 Θ in 1Kor 2,10 und Dan 7,22 in 1Kor 6,2 sowie auf die zitatähnlichen Anspielungen auf Dan 3,19–97 LXX/Θ, insbesondere Dan 3,95 LXX/Θ in 1Kor 13,3, Dan 2,46f. in 1Kor 14,25 sowie Dan 12,1–3 LXX, besonders Dan 12,3 LXX in Phil 2,14–16.

Abstract

Scholars differ on whether and how Paul engages with Daniel. This essay examines Paul’s references to Daniel, considering the book’s complex tradition and early Jewish reception. Probable allusions, shared motifs, and quote-like references are identified and criteria for intertextuality are discussed. Paul engages with Daniel in various ways and for different purposes, without directly quoting it or using introductory formulas. While some parallels only reflect the shared Old Testament and early Jewish context rather than deliberate reception, others, especially in First Corinthians, are far-reaching references. Paul’s uses of different sections in Daniel suggest strategic reinterpretations, demonstrating his extensive familiarity with the text and intentional adaptation for his arguments. The article focuses on the probable allusions on Dan 10:13 in Rom 14:21, Dan 2:21 in 1Cor 1:19, Dan 2:22 Θ in 1Cor 2:10 and Dan 7:22 in 1Cor 6:2, as well as on the quotation-like references to Dan 3:19–97 LXX/Θ, especially Dan 3:95 LXX/Θ in 1Cor 13:3, Dan 2:46f. in 1Cor 14:25, and Dan 12:1–3 LXX, especially Dan 12:3 LXX in Phil 2:14–16.

Online erschienen: 2025-08-14
Erschienen im Druck: 2025-08-07

© 2025 Walter de Gruyter GmbH, Berlin/Boston

Heruntergeladen am 25.1.2026 von https://www.degruyterbrill.com/document/doi/10.1515/znw-2025-0011/html
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