Zusammenfassung
Im Zusammenhang mit dem Aufwuchs von Rechtspflichten und Standards zu ökologischen und sozialen Implikationen unternehmerischen Handels hat sich in jüngerer Zeit das Spektrum der Regelgeber und Regelungstechniken im Gesellschafts-, Kapitalmarkt- und Bilanzrecht erheblich erweitert. Insbesondere kapitalmarktorientierte Aktiengesellschaften werden dabei im deutschen und europäischen Recht zunehmend zur Einhaltung internationaler, von nichtstaatlichen Regelsetzern erarbeiteter Rahmenwerke veranlasst. Auf den ersten Blick knüpft die Entwicklung an das bereits seit den frühen 2000er Jahren im deutschen Unternehmensrecht etablierte Konzept der indirekten Regulierung durch Publizität nichtfinanzieller Informationen an. Der Beitrag geht der Frage nach, wie sich die „neue Vielfalt“ der Regelgeber und Regelungstechniken von diesen Vorläuferentwicklungen unterscheidet, und diskutiert mögliche Konsequenzen für Unternehmensverfassung und Organpflichten.
Abstract
With an ever growing body of laws and non-binding standards relating to environmental and social implications of commercial activities, the range of relevant legislators, standard-setters and regulatory techniques has expanded considerably in the areas of corporate law, securities regulation, and accounting over the past few years. In this context, stock corporations in particular have been induced to comply with international standards promulgated by supra-national or, indeed, private standard-setters. To some extent, this development builds on concepts of indirect regulation through mandatory disclosure of non-financial information which, in German company law, have been introduced since the early 2000s. The present article explores how the more recent trends deviate from those earlier models, and discusses potential implications for the constitution of public corporations and directors’ duties.
© 2022 Walter de Gruyter GmbH, Berlin/Boston
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