Abstract
1952 erklärte sich die Bundesrepublik Deutschland bereit, Wiedergutmachung an Israel und die Jewish Claims Conference zu zahlen – ein beispielloser Schritt, dem komplexe Verhandlungen vorausgegangen waren. Der deutsche Jurist Otto Küster fungierte in den ersten Phasen dieser Gespräche als stellvertretender Leiter der westdeutschen Delegation, bis er aufgrund von Meinungsverschiedenheiten zurücktrat. Wie er es schon sein ganzes erwachsenes Leben getan hatte, führte Küster damals ein Tagebuch, das er in maschinenschriftlichen Auszügen einem Archiv übergab. Diese einzigartige Quelle wird hier veröffentlicht, kontextualisiert durch eine umfangreiche Einleitung und durch einen Vergleich mit seinen handschriftlichen Notizen, die der Forschung bisher nicht zugänglich waren. Küsters „Tagebuchnotizen“ geben einen seltenen Einblick in die Erfahrungen und Gedanken eines westdeutschen Repräsentanten in hochkomplexen Verhandlungen nach dem Holocaust.
Abstract
In 1952, the Federal Republic of Germany agreed to pay compensation (Wiedergutmachung) to Israel and the Jewish Claims Conference – an unprecedented move preceded by complex negotiations. During the first phase of those talks German jurist Otto Küster acted as deputy chief negotiator for West Germany before stepping down amid disagreements. As had been his habit throughout his adult life, Küster kept a diary during the consultations. He subsequently gave typewritten excerpts to an archive. This unique source is published here, contextualized by an extensive introduction and by a comparison with his original handwritten notes, which had not been available to researchers until now. ?Küster’s diary notes provide rare insights into how a West German representative experienced and reflected on these highly complex negotiations in the aftermath of the Holocaust.
© 2025 Walter de Gruyter GmbH, Berlin/Boston
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