Abstract
Celeste Di Porto erlangte als „schwarze Panterin“ traurige Berühmtheit. Die junge Jüdin aus Rom hatte sich 1944 einer Gruppe italienischer Kollaborateure angeschlossen, die in der Ewigen Stadt untergetauchte Jüdinnen und Juden aufspürten, an die deutschen Besatzer verrieten und dafür Kopfgeld kassierten. Im Mittelpunkt der Dokumentation steht das Urteil, das ein Schwurgericht 1947 in Rom gegen Celeste Di Porto und ihre Spießgesellen gefällt hat. Aus diesem Urteil, das exemplarisch für einen in der deutschen Forschung weitgehend unbekannten Quellenbestand steht, lassen sich die Vorgehensweisen der Gruppe um die „schwarze Panterin“ ebenso rekonstruieren wie die Mechanismen der Zusammenarbeit zwischen der deutschen Vernichtungsbürokratie und ihren willigen italienischen Helfern. Zudem wirft das Urteil ein Schlaglicht auf den Umgang der italienischen Nachkriegsgesellschaft mit Faschismus, Kollaboration und Judenverfolgung.
Abstract
Celeste Di Porto gained notoriety as the “Black Panther”. The young Jewess from Rome had joined a group of Italian collaborators in 1944, who tracked down hidden Jews in the Eternal City to betray them to the Germans and earn the bounty. At the centre of the documentation is the judgment passed by a jury court in Rome in 1947 against Celeste Di Porto and her accomplices. This opinion, which is an example of source material hitherto mostly unknown to German historiography, allows for a reconstruction of the practices of the group around the “Black Panther” as well as the mechanisms of collaboration between the German bureaucracy of extermination and their willing Italian helpers. Additionally, the verdict highlights how post-war Italian society dealt with Fascism, collaboration and the persecution of the Jews.
© 2023 Walter de Gruyter GmbH, Berlin/Boston
Artikel in diesem Heft
- Frontmatter
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- Aufsätze
- Genese eines Feindbilds
- Zwischen Wehrmachtgemeinde und Gefängniszelle
- Die ausgebliebene Ahndung
- NS-Kontinuitäten oder persönliche Mythenbildung?
- Dokumentation
- Die „schwarze Pantherin“ vor Gericht
- Notiz
- Christliche Parteien in Westdeutschland und der Bundesrepublik nach 1945
- VfZ-Online
- Neu: Eine weitere Folge von „Ins Heft gezoomt“, ergänzende Materialien zu Ute Elbrachts Notiz in dieser Ausgabe sowie ein Beitrag von Margit Szöllösi-Janze im „Forum“
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