Zusammenfassung
Der Text kritisiert die Evolutionstheorie von Niklas Luhmann dafür, dass sie zwar eine sehr präzise Beschreibung von Änderungsvorgängen innerhalb bestimmter Differenzierungsformen (segmentäre, stratifikatorische und funktionale Differenzierung) bereit hält, aber den Übergang von einer solchen Differenzierungsform in die andere nicht erklären kann. Luhmann wird daher seinem Anspruch nicht gerecht, eine Kompletttheorie der gesellschaftlichen Entwicklung zu liefern, die noch die »Evolution der Evolution« selbst erfassen kann, er fällt vielmehr in eine Art Phasentheorie der Entwicklung zurück. Dieses Urteil muss auch dann aufrechterhalten werden, wenn einige differenzierungstheoretische Überlegungen Luhmanns mit in Betracht gezogen werden, in denen er die Auflösung einer bestimmten Differenzierungsform aus ihrer eigenen Logik heraus und ihre Überführung in eine andere beschreibt. Diese Überlegungen zielen zwar genau auf den kritischen Punkt des Übergangs. Bei näherem Hinsehen zeigt sich jedoch, dass sie nicht mit evolutionstheoretischen, sondern mit mehr oder weniger dialektischen Denkmitteln gearbeitet sind. Sie können daher die Lücke in der Evolutionstheorie nicht füllen, sondern stellen vielmehr eine alternative und mit der Evolutionstheorie konkurrierende Theoriestrategie zur Erklärung der gesellschaftlichen Entwicklung dar.
© 2003 by Lucius & Lucius, Stuttgart
Articles in the same Issue
- Inhalt Jahrgang 9 (2003)
- Genese des globalen Wissenschaftssystems
- Das Problem des Übergangs in Luhmanns Evolutionstheorie
- Zur Soziologie des fundamentalistischen Terrorismus
- Vom Modell zur Mode. Medien und Formen der Nachahmung
- Defizite und Folgeprobleme funktionaler Differenzierung. Ein Vorschlag zur Beobachtung von Reaktionen der Gesellschaft
- Rechnen lernen
- Was ist noch Theorie? Eine Auseinandersetzung mit Peter Fuchs' ›Metapher des Systems‹
- Niklas Luhmann und die Pädagogik
- Abstracts
- Über die Autoren
- Hinweise für unsere Autoren
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