Die Rolle der Evolution in Hayeks Konzept freiheitssichernder Regeln
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Frank Daumann
Zusammenfassung
Hayek will individuelle Freiheit durch Regeln geschützt wissen, die neben anderen Anforderungen insbesondere dem Erfordernis der Allgemeinheit genügen müssen. Hayeks Universalitätsprinzip erweist sich jedoch insofern als offen, als es Differenzierungen nach unterschiedlichen individuellen Merkmalen erlaubt, Dabei scheint er jedoch die Angabe von Merkmalen, nach denen derartige Differenzierungen vorgenommen werden können, oder die eines Verfahrens hierzu schuldig zu bleiben.
Tatsächlich stellt jedoch die kulturelle Evolution ein derartiges „Verfahren“ dar. Das Ergebnis der kulturellen Evolution sind Verhaltensregeln, die auf allgemein akzeptierten Differenzierungsmerkmalen basieren. Konsequenterweise sind diese Merkmale auch als normative Grundlage der freiheitssichernden Regeln heranzuziehen. Damit kommt der kulturellen Evolution eine maßgebliche Bedeutung bei der Gestaltung der freiheitssichernden Regeln zu.
Summary
Hayek wants to secure individual freedom by general rules, but his principle of universality allows a discrimination based on different individual criteria. What is obviously missing in this context is a setting of the criteria that are allowed to be used or a method by which these criteria can be found. Actually the cultural evolution could be seen as such a method: The results of cultural evolution are institutions which are based on generally accepted criteria. Therefore these criteria should be used as a normative baseline for the general rules. Thus the cultural evolution plays an important role in the context of designing the general rules.
© 2001 by Lucius & Lucius, Stuttgart
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