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Veröffentlicht/Copyright: 13. Januar 2021
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Online-Mitgliederversammlung des Deutschen Netzwerks der Indexer (DNI)

Am 12. November 2020 traf sich das Deutsche Netzwerk der Indexer (DNI) zu seiner ersten Online-Mitgliederversammlung. DNI-Mitglied Walter Greulich hatte dazu eingeladen, weil das übliche Jahrestreffen während der Frankfurter Buchmesse 2020 ausfallen musste und weil er bereits Erfahrung in der Organisation solcher Meetings hatte. Technische Grundlage war das Online-Konferenz-Werkzeug BigBlueButton, das über einen Server in Deutschland lief. Von den insgesamt 13 Teilnehmenden waren acht ständig oder zeitweise per Video und Audio verbunden, der Rest nur per Audio. Der Betrieb lief weitgehend störungsfrei.

Auf der Tagesordnung standen die Punkte: neue Website des DNI, Stand der Organisation der ICRIS-Konferenz 2021/2022, Aktivitäten der Schwester- und Partnerorganisationen im In- und Ausland (wie Society of Indexers in GB , Nederlands Indexers Netwerk in NL, Verband der freien Lektorinnen und Lektoren, Deutsche Gesellschaft für Information und Wissen), neue Entwicklungen bei Indexing-Software und -Methoden, Veröffentlichungen von DNI-Mitgliedern, Erfahrungsaustausch, Ideen für das Networking, Termin für das nächste Online-Meeting.

Wie sich herausstellte, war der Bedarf, über die Website zu sprechen, so groß, dass dieser Punkt fast die gesamte vorgegebenen Zeit von zwei Stunden beanspruchte. Die wesentlichen Merkmale der neuen Website sind:

  1. Mitglieder können ihr Profil selbst verwalten (müssen aber nicht)

  2. das Finden einer Indexerin oder eines Indexers durch potenzielle Auftraggeber ist komfortabel gelöst

  3. Personen, die Mitglied werden möchten, können über ein Formular ihr Interesse bekunden

  4. der interne Bereich stellt typische Funktionen von Social Networks zur Verfügung (wie Foren, direkter Nachrichtenaustausch zwischen Mitgliedern)

  5. darüber hinaus bietet der interne Bereich allen Mitgliedern die Möglichkeit, selbst Online-Treffen zu initiieren (über Jitsi) oder größere Online-Meetings mit BigBlueButton zu organisieren

  6. die Verbindung mit der internationalen Indexing-Szene wird u. a. durch die Aggregation der neuesten Nachrichten aus den Schwesterverbänden mit Leben gefüllt.

Grundsätzlich wurden diese Neuerungen begrüßt, wenngleich auch deutlich wurde, dass an der Informationsarchitektur der Website noch gearbeitet werden muss. Neben einer Überarbeitung der Menüs und der Verteilung der Informationen auf statische und dynamische Seiten wurden zwei wichtige Ziele gesteckt: Einrichtung einer Auftragsvermittlung nach dem Vorbild der Jobliste der American Society for Indexing sowie Schaffung eines professionellen A-Z-Index der Website. Die bisherige Website existiert aus technischen und zeitlichen Gründen zurzeit noch parallel. Für das erste Quartal 2021 ist eine Mitgliederbefragung geplant, mit der nicht nur die Akzeptanz der neuen Website untersucht, sondern auch die Präferenzen für die Frequenz (z. B. mehrmals im Jahr) und die Form von Treffen (Präsenz- und/oder Online) ermittelt werden sollen. Das nächste Online-Treffen ist bereits für Januar 2021 geplant.

KI-Enquete legt Abschlussbericht vor

Die Enquete-Kommission „Künstliche Intelligenz – Gesellschaftliche Verantwortung und wirtschaftliche, soziale und ökologische Potenziale“ hat im November 2020 ihren über 800 Seiten starken Abschlussbericht (Drucksache 19/23700) vorgelegt. Sie stellt ihre Ausarbeitung unter das Leitbild einer „menschenzentrierten KI“. Das bedeute, „dass KI-Anwendungen vorrangig auf das Wohl und die Würde der Menschen ausgerichtet sein und einen gesellschaftlichen Nutzen bringen sollten“. Unter dieser Prämisse ließe sich das positive Potenzial dieser Anwendungen ausschöpfen und das Vertrauen der Anwender am besten begründen und bestärken. „Dieses Vertrauen ist grundlegender Schlüssel für die gesellschaftliche Akzeptanz und den wirtschaftlichen Erfolg dieser Technologie“, heißt es. Der Erfolg sei nötig, um eine KI „europäischer Prägung“ zu etablieren. In dem Bericht grenzt die Kommission eine „KI made in Germany“ beziehungsweise „KI made in Europe“ von chinesischen beziehungsweise US-amerikanischen Ansätzen ab.

Im Bereich der Inneren Sicherheit spricht sich die Kommission beim staatlichen Einsatz von KI-Anwendung für die Beachtung einer Kosten-Nutzen-Kalkulation und der Verhältnismäßigkeit aus. Die Bundesregierung wird aufgefordert, „sich auch in Zukunft auf internationaler Ebene rüstungskontrollpolitisch für eine weltweite Ächtung von tödlichen autonomen Waffensystem“ einzusetzen.

Mit dem Einsatz von KI-Anwendung in der Verwaltung ließen sich Verwaltungsvorgänge mit hohen Fallzahlen automatisieren. Voraussetzung dafür sei aber die Digitalisierung der Verwaltung. In diesem Zusammenhang schlägt die Kommission weiter vor, den Einsatz von KI-Anwendungen in Verwaltungsprozessen transparent zu machen und Bürgern im Zuge eines Widerspruchsverfahrens einen Rechtsanspruch auf eine Bearbeitung durch einen Menschen einzuräumen.

Im Bereich der Wirtschaft sieht die Kommission Start-ups „als wesentlichen Treiber der KI-Transformation“. Hierfür werden etwa Fonds und Fördermöglichkeiten vorgeschlagen, Änderungen an Vergabeverfahren, um auch Start-ups die Möglichkeit einzuräumen, an diesen teilzunehmen. Zudem schlägt die Kommission eine Fortschreibung der betrieblichen Mitbestimmung vor, weil „die Akzeptanz unter den Beschäftigten und die erfolgreiche Implementierung von KI maßgeblich von frühzeitiger Information und Beteiligung abhängt“. Die Kommission spricht sich zudem gegen automatisierte Entscheidungen bei Personalfragen aus. Es müsse weiterhin gewährleistet werden, dass Menschen entscheiden.

Handlungsbedarf konstatiert der Bericht im Bildungsbereich. Hier sei der Staat gefordert, „umfangreiche Maßnahmen schon im schulischen Bereich zu initiieren, die die Bildung im Feld der KI, insbesondere in den MINT-Fächern, aber auch im Sinne einer domänenübergreifenden, interdisziplinären Bildung befördern, damit auch in der Folge genügend junge Menschen die Lehrangebote an den Hochschulen vollumfänglich nutzen können“. Auch im Bereich der Aus- und Weiterbildung sollen nach Vorstellung der Kommission KI-Kompetenzen verstärkt vermittelt werden.

Mit Bezug auf den Gesundheitsbereich wird die Bundesregierung aufgefordert, mit den relevanten Akteuren zusammen „eine umfassende Strategie zum Einsatz von KI im Gesundheitsbereich“ aufzulegen. Diese soll unter anderem Maßnahmen zur beschleunigten Digitalisierung im Gesundheitsbereich und zur Verbesserung der Datenverfügbarkeit für die Forschung enthalten. Die Kommission fordert zudem, den Zugang zu solchen Anwendungen allen Patienten zu ermöglichen, aber dabei die Patientensouveränität zu wahren, insbesondere das Recht auf Nichtwissen.

Im Feld der Mobilität sieht die Kommission unter anderem beim Ausbau der digitalen Infrastruktur Handlungsbedarf.

Die Kommission hat zudem übergreifende Themenbereiche identifiziert, wie zum Beispiel die Bereiche „KI und Daten“. „KI und der Umgang mit Risiko“, „KI und Forschung“ sowie „KI und ökologische Nachhaltigkeit“. Mit Blick auf Daten fordert die Kommission unter anderem den Aufbau einer europäischen Infrastruktur und verweist auf die GAIA-X-Pläne. Zudem soll Unternehmen der Zugang zu und das Teilen von Daten erleichtert werden, was aus Sicht der Kommission mögliche Anpassungen im Kartellrecht sowie im Wettbewerbsrecht erfordert. Den Aufbau der Dateninfrastruktur stellt die Kommission dabei in den größeren Zusammenhang der Technologiesouveränität. Hier bestünden etwa auch mit Blick auf die Hardware-Produktion Defizite. Aus Sicht der Enquete-Kommission muss daher die KI-Forschung mit mehr Ressourcen ausgestattet und der Transfer von Forschung in die Anwendung verbessert werden. Zur Stärkung des KI-Forschungsstandorts Deutschland müssten zudem die Vergütung angepasst werden, um ausländische Fachkräfte zu gewinnen und hiesige zu halten.

Regulatorisch sieht die Kommission die Datenschutzgrundverordnung als guten Handlungsrahmen für KI-Anwendungen. Anpassungsbedarf bestehe möglicherweise bei der rechtlichen Einordnung der Anonymisierung von Daten. Umstritten war innerhalb der Kommission laut Bericht die „generelle und ex ante Einteilung von KI-Systemen in Risikoklassen“. Grundsätzlich sollen laut Kommission sektorenspezifische Regelungen gegebenenfalls um KI-spezifische Vorgaben erweitert werden. Aufsicht und Durchsetzung sollten grundsätzlich bei den sektoralen Aufsichtsbehörden bleiben. Mit Blick auf Haftungsregelungen sieht die Kommission keinen grundsätzlichen, umfassenden Handlungsbedarf; das Konzept der E-Person für autonome Systeme lehnt die Kommission in diesem Zusammenhang ab.

Hinsichtlich ökologischer Nachhaltigkeit im Zusammenhang mit KI empfiehlt die Kommission, die Datenbasis zu positiven und negativen Effekten von KI-Anwendungen auf den Energieverbrauch zu verbessern.

Zu dem unter dem Stichwort Bias diskutierten Risiko diskriminierender KI-Anwendung empfiehlt die Kommission, den Transfer bereits bestehender Forschungserkenntnisse zu Diskriminierungs­erkennung und -vermeidung in den Software-Entwicklungsalltag zu fördern. Individuen müssten zudem in die Lage versetzt werden, sich gegen Diskriminierung durch KI zu wehren. Wenn KI über Menschen urteilt, müsse es einen Anspruch auf Transparenz, Nachvollziehbarkeit und Erklärbarkeit von KI-Entscheidungen geben, damit eine gerichtliche Überprüfung automatisierter Entscheidungen möglich ist.

Projekte zur Informationskompetenz in Berlin und Brandenburg

Der Medienrat der Medienanstalt Berlin-Brandenburg (mabb) hat im September 2020 die Förderung von sieben Projekten zum Förderschwerpunkt-Thema „Behind the News – Informationskompetenz im Digitalen“ beschlossen.

Das fünftägige Online-Seminar „Wahrheit oder Fake? Journalismus und Verschwörungsmythen“ des Jugendpresse Deutschland e. V. richtet sich an Jugendliche und junge Erwachsene von 16 bis 27 Jahren und erforscht, worin verschiedene Verschwörungsmythen ihren Ursprung haben, welchen Mustern sie folgen und warum sie immer mehr Zulauf zu erhalten scheinen. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer lernen Recherchetools kennen und werden für kritische Themen und präzise Quellenarbeit sensibilisiert.

Die Veranstaltung „Digital verbreitete Falschinformationen“ des freiberuflich tätigen Journalisten Alexander Morhart vermittelt Jugendlichen ab 16 Jahren, wie sie die Qualität von Informationen, die über digitale Plattformen verbreitet werden, prüfen und einschätzen können. Journalistinnen und Journalisten stellen ihre Recherchearbeit vor und erläutern, wie seriöser Journalismus versucht, faktengetreu zu berichten und wie u. a. Interessengruppen und Social Bots darauf einwirken.

Im Projekt „Truth Tellers ...trust me, if you can?!“ setzen sich Jugendliche mit den Themen Wahrheit, Erzählungen und Ideologien auseinander. Ziel ist es, die Schülerinnen und Schüler für Verschwörungstheorien und Fake News zu sensibilisieren und zu vermitteln, welche Rolle Erzählungen, Glaube und Gefühle spielen, um Menschen vom eigenen Weltbild zu überzeugen. Organisiert wird das Projekt vom JFF–Institut für Medienpädagogik in Forschung und Praxis.

Schülerinnen und Schüler der zehnten Klasse lernen beim Projekt „Selbstgemockt“ des STATTwerke e. V. verschiedene Formen von Journalismus kennen, bevor sie eigene journalistische und fiktionale Inhalte im Stil der „Mockumentary“, eines fiktionalen Dokumentarfilms, erstellen. Im Fokus des Filmbildungs-Projekts steht das Thema Fake News und die Corona-Krise.

Wie kann Medienpädagogik Informationskompetenz vermitteln? Dieser Frage widmet sich das Projekt „Influence is everywhere! Informationskompetenz als Schlüsselqualifikation im Zeitalter von Social Media“ des Media Smart e. V. Die gewonnenen Forschungserkenntnisse werden der medienpädagogischen und bibliothekarischen Fachgemeinde präsentiert und zum anderen wird das generierte Wissen in Form von kurzen Videos für Kinder und Jugendliche aufbereitet.

In bis zu 16 Seminaren des BildungsBausteine e. V. rund um das Thema „Verschwörungsmythen und Corona“ arbeiten die Teilnehmenden Strukturen und Gemeinsamkeiten von Verschwörungsmythen heraus und entwickeln eigene Verschwörungserzählungen. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf der Bedeutung von rassistischen und antisemitischen Verschwörungstheorien und auf die Auswirkungen für die Demokratie.

Ziel von „Eurofeed – Medienethik für die Influencer von morgen“ der Europäischen Akademie Berlin ist es, Arbeitsmaterialien für Lehrkräfte an Bildungseinrichtungen in Bezug auf Online-Videos und mobile reporting zu erarbeiten und zur Verfügung zu stellen. Zielgruppe der entstandenen Arbeitsmaterialien sind Jugendliche zwischen 13 und 19 Jahren.

Weitere Informationen zur Medienkompetenzförderung der mabb stehen unte https://www.mabb.de/foerderung/medienkompetenz.html zur Verfügung.

Corona-Reisewarnungen stark nachgefragt

Die seit 2002 im Internet verbreiteten Reisehinweise sind mittlerweile das meistgelesene Produkt aus dem Auswärtigen Amt, erklärte der Leiter des Krisenreaktionszentrums im Tourismus-Ausschuss. Die Corona-Krise habe 2020 die Nachfrage „um mehrere tausend Prozent“ in die Höhe schnellen lassen. Die einschlägige App „Sicheres Reisen“ zähle derzeit eine Million Abonnenten. Vor der Corona-Pandemie habe das Auswärtige Amt im August 2017 mit 500.000 Anfragen allein zur Türkei den Höchststand des öffentlichen Interesses an den Reisehinweisen registriert. Derzeit gebe es sechs Länder, denen jeweils mehr als eine Million Anfragen gälten. Allein zu Kroatien seien mehr als drei Millionen eingegangen. Im Vorjahr seien es 40.000 gewesen.

Eine Reisewarnung sei kein Ausreiseverbot im juristischen Sinne, betonte der Vertreter des Auswärtigen Amtes. Reisewarnungen seien auch „kein politisches Instrument der Außenpolitik“. Sie spiegelten nicht die Qualität der bilateralen Beziehungen zwischen Deutschland und dem jeweiligen Staat wider. Ebenso wenig seien Reisewarnungen ein „Instrument der Wirtschafts- und Demokratieförderung“. Appelle, auf eine Reisewarnung zu verzichten, um in einem bestimmten Land eine möglicherweise junge Demokratie zu stärken, liefen daher ins Leere. Maßgeblich sei einzig und allein die Einschätzung der gesundheitlichen Risiken für deutsche Reisende, wie sie auf Grundlage der Erkenntnisse des Robert-Koch-Instituts vom Auswärtigen Amt gemeinsam mit dem Bundesinnen- und dem Gesundheitsministerium vorgenommen würden. Beurteilungsgrundlage sei die Quote von 50 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner in einem Siebentageszeitraum. Das Hauptproblem dabei sei, wie der Regierungsvertreter einräumte, an verlässliches Datenmaterial zu gelangen. Die Glaubwürdigkeit von Angaben etwa aus Russland, mittlerweile aber auch aus den Vereinigten Staaten seien eher in Zweifel zu ziehen.

Sprachliche Unterstützung durch maschinelle Übersetzung

Am 1. Juli 2020 startete die deutsche EU-Ratspräsidentschaft und mit ihr auch der deutsche EU Council Presidency Translator – eine Plattform mit verschiedenen maschinellen Übersetzungstools. Diese stieß auf Anhieb auf positive Resonanz – seither werden jeden Monat knapp 14 Millionen Wörter übersetzt! Die maschinell gefertigte Übersetzungen sind nicht mit Übersetzungen von Fachleuten in den ministeriellen Sprachendiensten gleichzusetzen. Sie bieten jedoch eine schnelle Möglichkeit, die mit der EU-Ratspräsidentschaft verbundenen sprachübergreifenden Herausforderungen zu bewältigen. Gewählt werden kann zwischen eTranslation, dem neuronalen maschinellen Übersetzungssystem der Kommission, DeepL sowie dem MÜ-System von Tilde (für Englisch, Italienisch und Polnisch) und dem DFKI (für Französisch und Spanisch). Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf den beiden letztgenannten Systemen, weil diese mit Datenbanken der Sprachendienste aller Bundesministerien trainiert (und getestet) sowie mit Texten aus dem Themenkreis der Bundesministerien weiterentwickelt wurden.

Der Zugang zum EU Council Presidency Translator (https://presidencymt.eu/#/) und dessen Nutzung sind kostenfrei. Die zu übersetzenden Daten werden gesichert übermittelt und sind weder durch die Anbieter noch von Dritten einsehbar. Die Texte werden nur für die Dauer der Verarbeitung gespeichert und anschließend gelöscht. Die Verarbeitung erfolgt auf Grundlage der EU-Datenschutz-Grundverordnung auf Servern in Europa. Mit einer weiteren Anwendungsoption: auf der Website https://www.eu2020.de/ lassen sich Texte in alle und aus allen EU-Amtssprachen übersetzen.

HR und BI als berufsbegleitende Studiengänge

Berufstätigen, die sich im Job mit digitalen Prozessen und Veränderungen beschäftigen, bietet die International School of Management (ISM) ab 2021 zwei neue Spezialisierungen im Fernstudium an. Studierende mit dem Schwerpunkt Human Resources Management & Digital Transformation lernen, neben HR-spezifischem Wissen, Fach- und Methodenkenntnisse in den Bereichen Projekt-, Change- und Innovationsmanagement kennen. Schwerpunkte im Studium sind unter anderem die Themen People Analytics, Daten- und Technologiemanagement, Employer Branding und internationales Personalmanagement. Der neue berufsbegleitende Schwerpunkt Business Intelligence & Data Science vermittelt umfassende Methodenkenntnisse zur fundierten Datenabfrage sowie zur intelligenten und automatischen Datenauswertung. Die Studierenden werden in Mathematik, Statistik und Informatik geschult und lernen Datenbasen zu nutzen, um Prozesse im Unternehmen sowie moderne Geschäftsmodelle zu messen und zu optimieren. Bestandteil des Studiums ist außerdem ein Auslandsaufenthalt in Dublin und die Möglichkeit, einen internationalen Doppelabschluss zu erwerben. Die neuen berufsbegleitenden Studienoptionen werden ab dem Wintersemester 2021 an der staatlich anerkannten, privaten ISM angeboten. Der Unterricht findet in einzelnen Blockwochen zum Semesterstart sowie am Samstag statt. Mehr Informationen gibt es online unter: https://ism.de.

Rettungsaktion für Flash-Inhalte

Die Non-Profit-Website Internet Archive http://archive.org hat alte Animationen und Videospiele gesammelt, die auf der Adobe-Entwicklerplattform Flash erstellt wurden. Adobe hat Flash zum Ende 2020 eingestellt. Das Internet Archive hat mithilfe des Emulators Ruffle jetzt schon etwa 1.000 Inhalte aus der frühen Zeit des Netzes gerettet. Dazu gehören unter anderem die langlebige Animationsserie „Homestar Runner“ oder frühe Internet-Memes wie das „Badger“-Video. Ohne den Flash Player funktionieren Flash-Animationen nicht. User brauchen für den Zugriff einen Browser, der die Programmiersprache WebAssembly unterstützt. Dazu gehören unter anderem Firefox, Google Chrome und Safari. Bereits 2017 hatte Adobe das Ende von Flash angekündigt. Für die meisten Web-Designer hat die im Jahr 2014 erschienene Programmiersprache HTML 5 Flash schon länger ersetzt. Laut dem Internet Archive würde mit dem Ende von Flash aber eine gewaltige Menge an kreativen und historisch wertvollen Inhalten verloren gehen. Auf der Website des Internet Archive können Programmierer auch ihre eigenen alten Videos hochladen.

KI kennzeichnet Altersbeschränkung für Filme

Forscher der University of Southern California (USC) http://usc.edu haben eine Künstliche Intelligenz (KI) entwickelt, die binnen Sekunden anhand von Drehbüchern die passende Altersbeschränkung von Filmen erkennt. Durch Machine Learning und Sprachanalyse stellt das System fest, ob in der Handlung eines Streifens Gewaltszenen, Sex oder Drogenmissbrauch zu sehen sein werden. Da die KI das Drehbuch und nicht den fertigen Film analysiert, kann ein Film lange vor seiner Produktion eine Altersbeschränkung erhalten. Filmemacher können so erkennen, wie viel Gewalt vorkommt und ob sie diese herunterschrauben müssen. Vor allem in den USA sind Altersbeschränkungen für das Einspielergebnis von Bedeutung. Ein höheres Rating der Motion Picture Association kann mit Kindern und Jugendlichen große Publikumssegmente kosten. Der Algorithmus wurde anhand von 992 Drehbüchern trainiert, die alle nicht jugendfreie Szenen beinhalten. Das System hat gelernt, welche Sprachmuster und Sätze auf solche Inhalte hinweisen. Dabei kann die KI zwischen gewalttätigen Inhalten, Sex-Szenen und Darstellungen von Drogenmissbrauch unterscheiden.

KI übertrifft Mensch bei Spracherkennung

Alltägliche Gespräche zu verfolgen und danach wiederzugeben kann schon für Menschen schwer sein, für KI aber war es bisher eine der größten Herausforderungen. Forschende des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) ist es nun gelungen, ein System zu entwickeln, das die menschliche Erkennungsgenauigkeit übertrifft. Die menschliche Sprechweise mit Abbrüchen, Stotterern, Fülllauten wie „ähm“ oder „hm“ und ungenaue Artikulation hatten es KI bisher erschwert zu folgen. KIT Wissenschaftler und Mitarbeiter von KITES haben nun ein System entwickelt, dass einen akkuraten Mitschrieb eines informellen Dialogs anfertigen kann und das besser als der Mensch und schneller als vergleichbare Systeme. So wurde ein Live-Übersetzer entwickelt, der Vorlesungen auf Deutsch oder Englisch für ausländische Studierende übersetzen kann. Und dies in bemerkenswerter Genauigkeit und Geschwindigkeit: Die Fehlerrate liegt mit 5,0 Prozent unter der menschlichen von 5,5 Prozent und die Verzögerung zwischen Aufnahme und Wiedergabe bei nur einer Sekunde und damit unter allen bisherigen Systeme zur Spracherkennung.

Informationen: https://www.kit.edu/kit/pi_2020_095_ki-ubertrifft-mensch-bei-spracherkennung.php. Link zum Paper: https://arxiv.org/abs/2010.03449

Wissensmanagement quo vadis?

Kuratiertes Dossier zum GfWM KnowledgeCamp 2020

Für die Online-Veranstaltung KnowledgeCamp gkc20 im November 2020 veröffentlicht die Gesellschaft für Wissensmanagement e. V. (GfWM) eine zweiteilige Fachpublikation. Unter dem Motto „Wissensmanagement quo vadis?“ wurde bereits vor dem Event Teil 1 eines kuratierten Dossiers mit Beiträgen von Expertinnen und Experten unterschiedlicher Disziplinen vorgestellt. Teil 2 des Dossiers ist für Anfang 2021 geplant, um gezielt Ideen nach dem Event weiterzuführen.

Mit dem Motto „Wissensmanagement quo vadis?“ haben die Organisatoren der GfWM einen großen Bogen für das KnowledgeCamp 2020 gespannt, das im November mit großem Erfolg stattfand. Im Fokus war sowohl der Rückblick auf die Entwicklung der Disziplin in den letzten zwei Jahrzehnten als auch die jetzige Situation in der Wissensarbeit angesichts künftiger Entwicklungen.

Als besondere Zugabe und Teil des Veranstaltungsformats wurde schon vor dem Event der 1. Teil der zweiteiligen Fachpublikation veröffentlicht. Das Redaktionsteam mit Andreas Matern und Stefan Zillich hat hierzu Expertinnen und Experten der Arbeit mit Wissen um ihre Aussagen gebeten und in kürzester Zeit relevante und spannende Beiträge erhalten. Die Stichworte der eingereichten Artikel reichen von „Future Knowledge Navigation“, „Humane Seite des Wissensmanagements“ und „Generationszugehörigkeit“ über „Koalition des Lernens“ und „Radical Knowledge Management“ bis hin zu „Wissen aus der Zukunft“ und „Geschichten erzählen“.

Damit wurde den Teilnehmenden und Beobachtenden des Events ein hochwertiger Einstieg und Impuls für die zentrale Fragestellung angeboten, die dann beim Event vielfältig vertieft wurde. Teil 2 des kuratierten Dossiers wird Anfang 2021 gezielt Ideen aus dem Event aufgreifen und fortführen.

Der gerade veröffentlichte Teil 1 des kuratierten Dossiers wurde von Stefan Zillich (re:Quest Berlin+FrankfurtM) qualitätsvoll gestaltet und ist in limitierter Auflage gedruckt worden. Stefan Zillich im Rückblick: „Redaktionsarbeit und Editorial Design waren eine hochspannende und inspirierende Aufgabe: für eine Sammlung ungewöhnlicher Antworten, Ideen und Meinungen zu einem aktuellen Thema galt es, ein stimmiges graphisches Konzept zu entwickeln.“

Die Online-Version des Dossiers steht als PDF-Download und Flip Page zur Verfügung unter https://www.gfwm.de/kuratiertes-dossier-gkc20/. Außerdem sind auf der Seite alle Informationen und Updates zu dem Publikationsprojekt sowie Kontakt zum Redaktionsteam und Bestellmöglichkeit für Einzelexemplare der gedruckten Ausgabe zu finden.

Deutschland auf Platz drei im Nature Index

Deutschland behauptet seine Position als weltweit führende Forschungsnation nach den USA und China. Zu diesem Ergebnis kommt das Beiheft Nature Index Germany vom 25. November 2020, das den Output qualitativ hochwertiger Veröffentlichungen auf Grundlage der Kriterien des Nature Index erfasst. Damit Deutschland seine Erfolgsgeschichte fortsetzen kann, gilt es allerdings mehr Vielfalt zu ermöglichen und aktuelle Forschungstrends besser und schneller aufzugreifen.

In Deutschland stechen drei Forschungseinrichtungen hinsichtlich ihrer qualitativ hochwertigen Forschungsergebnisse besonders hervor: die Max-Planck-Gesellschaft, die Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren und die Leibniz-Gemeinschaft. Auf sie folgen drei Universitäten: die Ludwig-Maximilians-Universität München, die Technische Universität München sowie die Universität Heidelberg. Das Beiheft beinhaltet eine vollständige Liste der 50 besten Institute und beleuchtet außerdem die florierende deutsche Start-up-Szene, die Fördermittel in Rekordhöhe erhält. Bei zahlreichen dieser Start-ups handelt es sich um Ausgründungen aus Hochschulen. Im Nature Index Germany werden die Köpfe hinter einigen der spannendsten deutschen Technologie-Start-ups vorgestellt. Das Thema Diversität in der Forschungslandschaft bleibt nach wie vor aktuell. 2020 wurden unter den Gründerinnen und Gründern von Start-ups lediglich 15,4 Prozent Frauen verzeichnet.

Der Nature Index ist ein Indikator für die Leistungsstärke institutioneller Forschung. Die Ermittlung der Zahlen und Anteile, die als Grundlage der Nature Index-Listen dienen, basiert auf den veröffentlichten Forschungsergebnissen einer Institution oder eines Landes in 82 naturwissenschaftlichen Fachzeitschriften, die von einem unabhängigen Gremium führender Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in dem jeweiligen Gebiet ausgewählt wurden. Da viele andere Faktoren, die für die Bewertung der Forschungsqualität und der institutionellen Leistung wichtig sind, so nicht berücksichtigt werden können, sollte der Nature Index nicht als einziges Instrument für die Bewertung von Institutionen oder Einzelpersonen herangezogen werden. Die Daten und Verfahren des Nature Index sind transparent und stehen unter einer Creative-Commons-Lizenz auf natureindex.com zur Verfügung.

Online erschienen: 2021-01-13
Erschienen im Druck: 2021-01-07

© 2021 Walter de Gruyter GmbH, Berlin/Boston

Heruntergeladen am 4.2.2026 von https://www.degruyterbrill.com/document/doi/10.1515/iwp-2020-2142/html
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