Bibliothek & Information Deutschland (BID) – Bundesvereinigung Deutscher Bibliotheksverbände e.V.
1 Zur Einführung
Auch im Jahr 2024 nahm Bibliothek & Information Deutschland vielfältige Aufgaben in seiner Funktion als Plattform für den verbandsübergreifenden Austausch wahr. Der Dachverband fungierte als koordinierendes Organ für die Mitgliedsverbände und war in verschiedenen bibliothekarischen und kulturpolitischen Gremien auf nationaler und internationaler Ebene vertreten. Die Kommission BI-International trug maßgeblich zur Verstetigung des internationalen bibliothekarischen Fachaustausches bei.
Die Zusammenarbeit im Rahmen des Partnerland-Programms mit Kolleginnen und Kollegen aus den Bibliotheksverbänden der Tschechischen Republik verlief im letzten Drittel der Partnerland-Initiative weiterhin vertrauensvoll und erfolgreich.
Im September 2024 wurde die Karl-Preusker-Medaille an Gerhard Peschers, Bibliothekar im Justizvollzug Westfalen-Lippe und Vorsitzender des Fördervereins Gefangenenbüchereien e.V., verliehen.
Die weitere Behandlung berufsethischer Fragen bildete einen Schwerpunkt der thematischen Arbeit von BID. Eine Arbeitsgruppe aus Vorstandsmitgliedern entwickelte im Berichtsjahr verschiedene Konzepte für Veranstaltungen. Eines davon fand online statt und setzte sich mit dem Thema „Neutralität“ auseinander. Die weitere Veranstaltung wurde bei der BiblioCON 2024 angeboten und bot die Gelegenheit im Rahmen eines Hands-on Labs, gemeinsam über Berufsethik in der Praxis zu diskutieren.
Das Berichtsjahr 2024 war außerdem gekennzeichnet durch den Wegfall des Förderprogramms „Deutsche Bibliotheksexpertinnen und -experten ins Ausland (DeBiA)“. Das Goethe-Institut kündigte die Verfahrensvereinbarung zur Kooperation fristgerecht zum 31. Dezember 2024, weswegen eine Förderung im Rahmen dieses Programms nicht mehr möglich ist.
2 Organe und Gremien
2.1 Mitgliederversammlung
Im Berichtszeitraum fand eine BID-Mitgliederversammlung statt:
am 8. Juli 2024 im Ibero-Amerikanisches Institut
Folgende Verbände und Einrichtungen sind Mitglied von BID:
Berufsverband Information Bibliothek e.V. (BIB)
Deutscher Bibliotheksverband e.V. (dbv)
Verein Deutscher Bibliothekarinnen und Bibliothekare e.V. (VDB)
ekz.bibliotheksservice GmbH
Goethe-Institut e.V.
2.2 Vorstand
Der Vorstand von BID bestand im Berichtszeitraum aus folgenden Personen:
Präsidentin:
Dr. Sabine Homilius
Schatzmeister:
Dr. Heinz-Jürgen Lorenzen
dbv:
Volker Heller, stellv. BID-Präsident
Prof. Robert Zepf
Hella Klauser
Dr. Holger Krimmer
Silke Niermann, seit 8. Juli 2024
BIB:
Dr. Ute Engelkenmeier, stellv. BID-Präsidentin
Sylvia Gladrow
Prof. Dr. Tom Becker, bis 9. Oktober 2024
Marie-Luise Forster, seit 10. Oktober 2024
VDB:
Dr. Klaus-Rainer Brintzinger
Anke Berghaus-Sprengel
ekz.bibliotheksservice GmbH:
Lisa Pohl
Goethe-Institut:
Stefanie Kastner
Ständige Gäste der Vorstandssitzungen sind:
Dr. Christoph Müller, Sprecher von Bibliothek & Information International
Dr. Ulla Wimmer (KIBA: Konferenz der bibliotheks- und informationswissenschaftlichen Ausbildungs- und Studiengänge)
Jacqueline Banford (BID-Geschäftsführerin)
BID-Vorstandssitzungen fanden statt
am 8. Juli 2024 im Ibero-Amerikanisches Institut
am 31. Januar 2025 in der Staatsbibliothek zu Berlin, Haus Unter den Linden
Im Verlauf des Jahres nahmen Präsidentin und Vorstandsmitglieder an zahlreichen Gesprächen und Veranstaltungen bibliothekarischer sowie kultur- und bildungspolitischer Gremien und Institutionen teil.
3 Finanzen (Bericht von Dr. Heinz-Jürgen Lorenzen)
Die Finanzen der BID in 2024 haben sich weiterhin solide entwickelt. Minderausgaben und Mehreinnahmen führten zu einem positiven Ergebnis.
4 Ständige Kommission Bibliothek und Information International (BII)
Bibliothek & Information International (BI-International) ist die ständige Kommission von BID für den internationalen Fachaustausch.
In dieser Kommission arbeiten die Delegierten der Mitgliedsverbände zusammen. Ihr Sprecher ist Dr. Christoph Müller.
Ausführlicher Bericht s. 9.2.
5 Aktivitäten des Partnerland-Programms
Seit dem Bibliothekskongress 2022 ist die Tschechische Republik Partnerland und somit im besonderen Fokus der internationalen Kooperation von BID.
Im Berichtsjahr nahmen so mehrere tschechische Kolleginnen und Kollegen aktiv an der BiblioCON teil und waren beispielsweise durch Vorträge und im #Freiraum vertreten. Außerdem nahmen Gäste aus der tschechischen Republik an einer Podiumsdiskussion zum Thema Culture Clash teil.
Deutsche Kolleginnen und Kollegen partizipierten erneut am Programm Librarian in Residence, in Zuge dessen sie Bibliothekseinrichtungen in der Tschechischen Republik besuchten.
Im November 2024 fand ein Arbeitstreffen der Arbeitsgruppe Deutsch-Tschechische Partnerland-Initiative in Chomutov statt. An drei Tagen intensiven Austausches wurde zurückgeblickt auf die im vorangegangenen Jahr stattgefundenen Aktivitäten sowie letzte Kooperationsprojekte bis zum Ende des Partnerland-Programms im Juni 2025 geplant. Ein Tag wurde wieder dazu genutzt, Bibliotheken im Grenzgebiet zu besuchen und gab diesmal den tschechischen Vertretern und Vertreterinnen die Gelegenheit, die Arbeit deutscher Bibliothekseinrichtungen kennenzulernen. Der Austausch fand statt durch finanzielle Unterstützung durch den Deutsch-Tschechischen Zukunftsfonds.
6 Verleihung der Karl-Preusker-Medaille 2024
Am 21. September 2024 wurde Gerhard Peschers im Erbdrostenhof in Münster die Karl-Preusker-Medaille verliehen. Peschers, Bibliothekar im Justizvollzug Westfalen-Lippe und Vorsitzender des Fördervereins Gefangenenbüchereien e.V., wurde für seinen langjährigen Einsatz für die Bildung und den Zugang zu Literatur in Haftanstalten geehrt. Die Veranstaltung begann mit musikalischer Begleitung und einer Begrüßung durch Dr. Georg Lunemann, Direktor des Landschaftsverbands Westfalen-Lippe. Dr. Sabine Homilius, Präsidentin von BID e.V., hob in ihrer Rede die Bedeutung von Literatur für die geistige Freiheit von Inhaftierten hervor.
Peschers’ Arbeit, die ihn international als „Mister Gefangenenbüchereien“ bekannt machte, wurde von Barbara Lison, der ehemaligen IFLA-Präsidentin, als außergewöhnlich gewürdigt. Peschers hatte maßgeblichen Einfluss auf Projekte wie die Auszeichnung der Bibliothek der JVA Münster als Bibliothek des Jahres 2007 und setzte sich international für Gefangenenbibliotheken ein. In seiner Dankesrede betonte Peschers, dass Literatur im Justizvollzug eine Brücke zur Welt sein könne. Er erinnerte an seine Vision eines „Bücherbaums auf der Gefängnismauer“, der heute in über 20 Sprachen verbreitet ist.
Die Veranstaltung endete mit einer Lesung aus dem Taschenbuch „Leben – Freiheit – Hoffnung“ und einem Empfang, bei dem die Gäste die Gelegenheit hatten, Herrn Peschers zu gratulieren und ins Gespräch zu kommen.
7 Kooperationen
In folgenden Gremien wird BID durch seine Vorstandsmitglieder oder durch externe Delegierte vertreten:
7.1 Deutsche Literaturkonferenz (DLK)
BID ist institutionelles Mitglied der Deutschen Literaturkonferenz. Dr. Arne Ackermann, Direktor der Stadtbibliothek München, vertrat im Berichtszeitraum als stellvertretender Sprecher der DLK die Interessen von BID in diesem Gremium und wurde im Oktober erneut als stellvertretender Sprecher für weitere drei Jahre bestätigt.
7.2 Deutscher Kulturrat
Die Deutsche Literaturkonferenz bildet die „Sektion Literatur“ im Deutschen Kulturrat. Durch ihre Mitgliedschaft in der DLK ist BID mittelbar im Deutschen Kulturrat vertreten. Als stellvertretender Sprecher der DLK war Dr. Arne Ackermann zugleich Mitglied im Sprecherrat des Deutschen Kulturrats.
In den Fachausschüssen des Deutschen Kulturrates ist BID in der Amtszeit 2022 bis 2025 mit folgenden, über die Deutsche Literaturkonferenz nominierten Personen vertreten:
Fachausschuss Bildung: Jacqueline Breidlid, dbv, bis 31. Mai 2024
Fachausschuss Digitalisierung und künstliche Intelligenz: Reinhard Altenhöner, Staatsbibliothek zu Berlin
Fachausschuss Europa / Internationales: Hella Klauser, dbv
Fachausschuss Kulturerbe: Konstanze Söllner, Universitätsbibliothek Erlangen-Nürnberg
Fachausschuss Medien: Dr. Ute Engelkenmeier, Universitätsbibliothek Dortmund
Fachausschuss Urheberrecht: Dr. Arne Upmeier, KIT-Bibliothek Karlsruhe
Fachausschuss Nachhaltigkeit: Dr. Arne Ackermann, Stadtbibliothek München
7.3 Deutsche UNESCO-Kommission (DUK)
BID ist seit Mitte 2004 Mitglied der Deutschen UNESCO-Kommission und dort durch seine Präsidentin vertreten.
BID-Präsidentin Dr. Sabine Homilius wurde für den Programmzeitraum 2022 bis 2023 in das Deutsche Nominierungskomitee für das UNESCO-Programm „Memory of the World“ (Weltdokumentenerbe) berufen. 2023 wurde Dr. Sabine Homilius erneut für den Programmzeitraum 2024 bis 2026 berufen. Die Berufung erfolgt ad personam.
7.4 Deutsches Institut für Erwachsenenbildung (DIE)
Karin Langenkamp vertritt den Dachverband in der Mitgliederversammlung des DIE. Karin Langenkamp ist wissenschaftliche Mitarbeiterin in der Stabsstelle „Publikationen und wissenschaftliche Informationsdienste“ am Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) in Bonn und leitet die Kommission für Fortbildung im Berufsverband Information Bibliothek e.V. (BIB). Seit Juni 2022 ist Frau Langenkamp in den Verwaltungsrat des DIE berufen.
8 Berufliche Aus- und Weiterbildung
Die Kooperation mit den bibliothekarischen Ausbildungseinrichtungen verläuft sehr vertrauensvoll. Dr. Ulla Wimmer vertrat die Konferenz der bibliotheks- und informationswissenschaftlichen Ausbildungs- und Studiengänge, KIBA, mit Gaststatus bei den BID-Vorstandssitzungen.
9 Internationale Aktivitäten
Auf internationaler Ebene agiert BID durch seine Vertretung in internationalen Verbänden und durch seine Ständige Kommission Bibliothek und Information International (BII).
BID nimmt die Alleinvertretung der deutschen Bibliotheken und bibliothekarischen Verbände in der europäischen Dachorganisation EBLIDA (European Bureau of Library, Information and Documentation Associations) wahr und ist dort in mehreren Expertengruppen vertreten.
Außerdem ist BID Mitglied in IFLA (International Federation of Library Associations) und ist im IFLA-Nationalkomitee vertreten. Einige Personen aus dem Kreis des BID-Vorstands und seiner Gäste sind in verschiedenen Gremien von IFLA aktiv. Den Jahresbericht des IFLA-Nationalkomitees Deutschland von Hella Klauser finden Sie in diesem Heft auf S. 413.
Den Bericht über EBLIDA finden Sie im Anschluss unter 9.1.
9.1 EBLIDA – Mit Elan zu ELAN und mehr Sichtbarkeit auf europäischer Ebene
Hella Klauser (1. April 2024 – 30. März 2025)
Der europäische Bibliotheksverband EBLIDA (The European Bureau of Library, Information and Documentation Associations) unterstützt Bibliotheksverbände und Bibliotheken in Europa in ihrer Aufgabe, eine nachhaltige, demokratisch teilhabende und meinungsfreiheitliche Gesellschaft zu stärken.
Lobbyarbeit für Bibliotheken im Wahljahr
Anlässlich der Wahlen des Europäischen Parlaments am 09.06.2024 hat EBLIDA gemeinsam mit seinen strategischen Partnern NAPLE, Public Libraries 2030, LIBER und IFLA-Europäische Division, im Juni ein gemeinsames Bibliotheksmanifest mit fünf Forderungen für Bibliotheken in Europa herausgebracht. Das Manifest mit dem Titel „Libraries for a sustainable future“ wurde in 17 Sprachen außer Englisch übersetzt und bildete die Grundlage für einen Tag der Lobbyarbeit im Europäischen Parlament in Brüssel am 5./6.November 2024. Mehr als 70 Bibliotheksvertretungen nahmen daran teil.
ELAN
Von 2025–2028 wird das große Netzwerkprojekt ELAN (European Library Associations Network) laufen, bei dem EBLIDA als Netzwerk der Netzwerke für die europäischen Bibliotheksverbände und damit auch für die Bibliotheken Europas dienen wird. Vier Themenschwerpunkte, die mit Arbeitsgruppen besetzt werden, sind definiert in dem Projekt: 1. Demokratieförderung und Kultur und Lesen für alle, 2. Nachhaltigkeit, Klimapolitik und die Ökologisierung Europas; 3. Digitaler Wandel, digitale Kompetenzen und das Potenzial der KI und 4. Kulturdiplomatie in Europa, aber auch außerhalb der EU, insbesondere im Hinblick auf Informationsintegrität und den Wiederaufbau der ukrainischen Bibliotheken.
EU-Arbeitsplan für Kultur
Der so genannte OMK-Prozess (Offene Methode der Koordination) zur Erarbeitung eines umfassenden Berichts über die aktuelle Situation und Zukunft der Bibliotheken in Europa ist in vollem Gange. Er wurde im Rahmen des „EU-Arbeitsplans für Kultur 2023–2026“ in Auftrag gegeben; Vertretungen aus Bibliotheken und administrativen Bereichen aus 25 europäischen Ländern sind involviert. In drei Arbeitsgruppen wird derzeit ein umfassender Bericht über die Zukunft der Bibliotheken und darüber, wie die EU deren Aufgaben besser unterstützen kann, erstellt; im Herbst 2025 soll der erste Entwurf vorliegen. 2026 folgen dann daraus abzuleitende Maßnahmen und Umsetzungsvorschläge. Der Deutsche Bibliotheksverband steht hierzu in enger Abstimmung mit den beiden deutschen Vertretungen von BKM und Senatsverwaltung Berlin und kommuniziert die Arbeitsschritte an die Fachcommunity.
Jahreskonferenz 2024 in Lissabon
Die Jahreskonferenz mit Mitgliederversammlung und gemeinsamer Veranstaltung mit NAPLE und PL2030 brach alle Teilnehmerrekorde. Sie fand vom 8. bis 10. April 2024 in Lissabon statt zum Thema: Charting the future of libraries. Erstmals nahm eine Gruppe von „Newcomern“ aus Deutschland teil, die sich um ein Stipendium bei BII beworben hatten. Leider konnte diese Förderung durch die Aufkündigung der Verfahrensvereinbarung nicht erneut für die Jahreskonferenz 2025 angeboten werden, die vom 7. bis 9. April 2025 in Riga, Lettland, stattfand. Thema dort war die Rolle des Buches und des Lesens im Zeitalter von KI.
Arbeit in den EBLIDA-Gremien
Nach nur knapp einem Jahr als Direktor verließ der Däne Mikkel Christoffersen den europäischen Verband zum Januar 2025. Interimsmäßig übernahm Andrew Cranfield, Mitglied des Executive Committees und früherer EBLIDA-Direktor das Amt, um eine solide Ausschreibung und Wiederbesetzung zu gewährleisten. Nach dem Ende der 2. Amtszeit von Hella Klauser, dbv/knb Internationale Kooperation, als Mitglied des 10-köpfigen Executive Committee gibt es erstmals keine Vertretung aus Deutschland im EBLIDA-Vorstand. Ein regelmäßiger Austausch zwischen der EBLIDA-Präsidentin, dem Direktor und der BID-Vertretung (Hella Klauser und Verena Harpe) gewährleistet einen kontinuierlichen Informationsaustausch.
9.2 Bibliothek & Information International (BI-International) – Bericht von Dr. Christoph Müller
Die Geschäftsordnung der Kommission wurde im Berichtszeitraum weiter überarbeitet, um die Sprechendenrolle sowie die Aufgaben der Geschäftsführung besser zu definieren. Da das Goethe-Institut die Verfahrensvereinbarung zur Kooperation zum BID/Goethe-Institut-Stipendienprogramm Deutsche Bibliotheksexpertinnen und -experten ins Ausland (DeBiA) zum 31.12.2024 gekündigt hat, wurde die Geschäftsordnung auch diesbezüglich angepasst. Eine Anpassung des entsprechenden Paragraphen in der BID-Satzung wurde in der Mitgliederversammlung im Januar 2025 beschlossen.
Auf der BII-Webseite wurde im zweiten Halbjahr ein DSGVO-konformes Datentracking eingerichtet, um die Nutzung der Inhalte besser zu verstehen und analysieren zu können. Außerdem wurde der Account bei X (ehemals Twitter) eingestellt und die Aktivitäten auf Mastodon umgestellt.
BII-Gremium
Das BII-Gremium bestand im Berichtszeitraum aus folgenden Mitgliedern (Stand März 2025):
Dr. Christoph Müller (VDB, BII-Sprecher)
Sabine Reddel-Heymann (Goethe-Institut)
Dr. Fabian Franke (VDB)
Hella Klauser (dbv)
Lisa Pohl (ekz)
Marie-Luise Hammer (BIB)
Karen Schmohl (dbv)
Franziska Wiedenhöfer (BIB)
Als Gast nahmen aus der BII-Geschäftsstelle Jacqueline Banford und Annabelle Christiani an den Gremiensitzungen teil. Darüber hinaus Dr. Sabine Homilius (BID-Präsidentin) und Dr. Heinz-Jürgen Lorenzen (BID-Schatzmeister).
Förderprogramme:
DeBiA – Deutsche Bibliotheksbeschäftigte ins Ausland (Sabine Reddel-Heymann, Elcy de Gaehler)
2024 wurden insgesamt 83 Personen innerhalb des DeBiA-Programms gefördert (2022: 64 Personen, 2023: 41 Personen).
Der Weltkongress des internationalen Bibliotheksverbandes IFLA WLIC (ursprünglich in Dubai geplant) wurde abgesagt bzw. fand in sehr reduzierter Form in Australien statt. Es wurde daher im BII-Gremium entschieden, bis zu 10.000 € für Sektions- und Midterm-Meetings sowie Satellitenkonferenzen zu reservieren. In diesem Kontext wurden insgesamt sechs Stipendien vergeben (Ausgaben: 4.340,- €).
Es wurden sehr viele Anträge auf Konferenzförderung gestellt, 20 davon (2022: 5, 2022: 3) konnten bewilligt werden: fünf Anträge für die EBLIDA-Jahreskonferenz in Lissabon/Portugal, vier für die DACHS-Tagung in St. Gallen/Schweiz, zwei für die LIBER-Konferenz in Limassol/Zypern, zwei für den IAML Kongress in Stellenboich/Südafrika, zwei für die „Creating Knowledge Conference“ in Helsinki/Finnland, zwei weitere für die Jahresversammlung des tschechischen Bibliotheksverbands in Olomouc/Tschechien, einzelne Anträge für Konferenzen in China, Lettland, und der Schweiz. Ausgaben: 17.410,- €).
Zwei „Librarian in Residence“-Stipendien wurden 2024 für Aufenthalte im Partnerland Tschechien vergeben, der Stipendiat und die Stipendiatin konnten ihre Reise wie geplant durchführen (Ausgaben: 3.000 €). Darüber hinaus wurden mit 2.325,- € drei weitere Fachaufenthalte (in Italien, Norwegen und Polen) unterstützt.
Vier Studienreisen für Expert*innen aus öffentlichen und wissenschaftlichen Bibliotheken konnten 2024 mit einem Zuschuss von 17.587,50 € gefördert werden: Insgesamt 52 Personen nahmen an den Reisen in die Niederlande, nach Belgien, Spanien und Tschechien teil.
Mit 972,23 € wurden Reisen von Mitgliedern des BID-Vorstands unterstützt (Plansumme: 2.500 €).
Aus dem Budget von 55.000,00 € wurden 45.634,73 € (das entspricht ca. 83 %) ausgegeben: die Restsumme belief sich auf 9.365,27 € (2023 betrug die Restsumme 20.332,74 €).
AnD – Ausländische Bibliotheksbeschäftigte nach Deutschland
Im Berichtszeitraum wurde eine Kongressteilnahme aus Lettland finanziert, vier Fachaufenthalte haben stattgefunden. Eine Studienreise mit Teilnehmerinnen aus Serbien sowie eine weitere mit Teilnehmenden aus Uganda haben stattgefunden.
Die Stipendiaten und Stipendiatinnen stammten aus Argentinien, Lettland, Ungarn, Serbien und Uganda.
Insgesamt wurden 2024 42.645 € für Stipendien verausgabt. Für Fachaufenthalte und Studienreisen wurden 11.400 € nicht abgerufen, allerdings wurden für die Teilnahme an Kongressen 7.045 € mehr als geplant verausgabt. 2024 wurden insgesamt 22.944,87 € für Verwaltung und Öffentlichkeitsarbeit ausgegeben und somit 944,87 € mehr als geplant. Restmittel von rund 3.400 € konnten nicht verausgabt werden und sind auf kurzfristig abgesagte Fachaufenthalte im zweiten Halbjahr zurückzuführen.
Im ersten Quartal 2025 wurden bereits vier Zusagen für die Durchführung von Fachaufenthalten sowie eine für die Durchführung einer Studienreise ausgesprochen.
BiblioCON in Hamburg
Auf Einladung von BII nahmen 40 internationale Gäste an der BiblioCON in Hamburg teil. Diese wurden zu einem Willkommensessen und zur Teilnahme an der Kongressparty eingeladen. Die Hotelübernachtungen wurden übernommen. Auch ein Empfang im Lichthof der Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg wurde durchgeführt und bot einen weiteren Anlass, sich auszutauschen. Kurze Ignite Talks einiger internationaler Gäste gaben einen Einblick in die Bibliotheksarbeit weltweit.
10 Dank
Beim BID-Vorstand und den vielen von BID in interne und externe Gremien entsandten ehrenamtlich Tätigen bedanke ich mich sehr herzlich für ihr Engagement und die kollegiale Zusammenarbeit. Ich danke dem Schatzmeister für die vertrauensvolle, zuverlässige Zusammenarbeit und Beratung. Den Kolleg*innen in der Kommission Bibliothek und Information International danke ich für ihr nachhaltiges Engagement für den internationalen Fachaustausch. Mein besonderer Dank gilt der Geschäftsführerin von BID und BII. Sie agiert in außerordentlicher Eigenverantwortung, verbindlich und persönlich. Sie ist mir und dem Vorstand von BID eine sehr zuverlässige Unterstützung.
Berlin im Juni 2025, gez. Dr. Sabine Homilius
© 2025 bei den Autoren, publiziert von Walter de Gruyter GmbH, Berlin/Boston
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