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Migrantische Pflegekräfte in deutschen Haushalten
  • Karina Becker EMAIL logo
Veröffentlicht/Copyright: 10. Oktober 2016
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Arbeit
Aus der Zeitschrift Arbeit Band 25 Heft 1-2

Zusammenfassung

Aktuell ist zu beobachten, dass deutsche Familien für die Verrichtung häuslicher Pflegearbeit zunehmend auf Pflegekräfte aus Osteuropa zurückgreifen. Aufgrund der schwachen Regulierung und des Charakters der Arbeit sind die Pflegekräfte darauf verwiesen, ihre Arbeits- und Beschäftigungsbedingungen mit den Familien, zum Teil auch mit den Sorgebedürftigen selbst, auszuhandeln. Anhand eines arbeitssoziologischen Designs wird untersucht, auf welche Machtressourcen sie in ihrem Arbeits- und Beschäftigungsverhältnis zurückgreifen (können). Es wird gezeigt, dass sich migrantische Pflegekräfte vielfach in einer Situation struktureller Machtlosigkeit befinden.

Abstract

Currently German families often draw on caregivers from Eastern Europe for the performance of home care work. Due to weak regulation and the nature of the work the caregivers have to negotiate their employment conditions with the families, some of them also with the clients themselves. Using a design that has been developed in sociology of work, it is examined which power resources are available to them in their employment and occupation relationships. The result is that migrant caregivers tend to be in a situation of structural powerlessness.

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Online erschienen: 2016-10-10
Erschienen im Druck: 2016-10-1

© 2016 Walter de Gruyter GmbH, Berlin/Boston

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