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Günther Kaiser zum Gedächtnis

Published/Copyright: June 12, 2008
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Zeitschrift für die gesamte Strafrechtswissenschaft
From the journal Volume 120 Issue 1

Mit dem Tod Günther Kaisers am 3. September 2007 ist einer der führenden deutschen Kriminologen von der Bühne des Lebens und der Wissenschaft abgetreten. Als langjähriger Direktor und Leiter der Kriminologischen Forschungsgruppe hat er maßgeblich zum internationalen Ruf des Max-Planck-Instituts für ausländisches und internationales Strafrecht beigetragen. Seine wissenschaftlichen Leistungen auf den Gebieten der (empirischen) Kriminologie, der Kriminalpolitik und des Strafvollzugs, aber auch des Strafrechts haben ihm weltweite Anerkennung verschafft. In engem Forschungsverbund mit der Strafrechtlichen Arbeitsgruppe des Instituts war er im Geist des Wortes tätig, das der frühere Direktor Hans-Heinrich Jescheck geprägt und mit Leben erfüllt hat. Dass im Institut „Strafrecht und Kriminologie unter einem Dach“ eine gemeinsame Heimstätte gefunden und dementsprechend zusammengewirkt haben, ist auch in enger Kooperation mit Jeschecks Nachfolger Albin Eser durch eine ganze Reihe von Forschungsprojekten bekräftigt worden. Dadurch hat namentlich das Liszt'sche Konzept einer „Gesamten Strafrechtswissenschaft“ – das bei der Gründung dieser Zeitschrift Pate gestanden hat, die Kaiser als Mitherausgeber tatkräftig gefördert hat – eine dem heutigen Erkenntnisstand entsprechende interdisziplinäre Gestalt erhalten. Darin sind Empirie und Normativität mit dem Ziel verknüpft, die Voraussetzungen eines humanen Zusammenlebens in Staat und Gesellschaft unter den Bedingungen der Spätmoderne zu analysieren und auszuloten.

Online erschienen: 2008-06-12
Erschienen im Druck: 2008-May
Downloaded on 21.4.2026 from https://www.degruyterbrill.com/document/doi/10.1515/ZSTW.2008.1/html
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