Was ist eigentlich modern? Vorschläge zur Revision literaturwissenschaftlicher Modernebegriffe
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Anke-Marie Lohmeier
Herkömmliche Begriffe literarischer Moderne sind von einem nachhaltigen Konsens mit ihrem Gegenstand, insbesondere mit dessen durchweg starker Reserve gegen den Prozess gesellschaftlicher Modernisierung bestimmt. Solche mangelnde Distanz zum Gegenstand hat den Blick auf das komplexe Verhältnis zwischen ästhetischer und gesellschaftlicher Moderne verengt und den Kontakt der Literaturwissenschaft zu neueren Theoriebildungen der philosophischen, sozial- und geschichtswissenschaftlichen Moderneforschung erschwert, wenn nicht unterbunden. Der Aufsatz skizziert Möglichkeiten einer Reformulierung des literaturwissenschaftlichen Modernebegriffs, die an diese Theoriebildungen anknüpft. Sie führt über eine Explikation des Begriffs gesellschaftlicher Moderne, die für einen präzisierenden Zugriff auf Positionen und Konzepte der ästhetischen Moderne operationalisiert werden.
Traditional concepts of literary modernity are characterised by a lasting consensus with their subject matter, in particular with its strong reservations against the process of social modernisation. This lack of distance to the subject matter has narrowed perspectives on the complex relationship between aesthetic and social modernity, and obstrued if not prevented any contact between literary studies and newer theories arising from philosophical, sociological and historical research on modernity. The essay outlines possibilities for a reformulation of the literary concept of modernity that connects with these theories. This new approach begins with an explication of the concept of sicial modernity, which is then operationalised for more precise access to the positions and concepts of aesthetic modernity.
© Max Niemeyer Verlag, Tübingen 2007
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