»Mein Leben soll zu Briefen werden«. Salongeselligkeit und Briefkultur: Zum Lebensprojekt Rahel Varnhagens
Der Aufsatz fragt nach den bislang vernachlässigten literarästhetischen Verdiensten Rahel Varnhagens, insbesondere der von ihr vorgenommenen Verbindung zweier literarischer Kommunikationsformen, der Verbindung von Salongeselligkeit und Briefkultur. Es wird gezeigt, daß Rahel Varnhagen mit ihrem Salon wie auch mit der von ihr vorgenommenen spezifischen Funktionalisierung des Briefs nicht nur die sich ihr als Frau und Jüdin bietenden Kommunikationsmöglichkeiten genutzt, sondern darüber hinaus mit der engen Verschränkung beider Medien eine eigene literarische Ästhetik entworfen hat, was als das eigentlich Innovative und Moderne ihrer Aktivitäten gelten darf.
This essay deals with the hitherto neglected literary and aesthetic merits of Rahel Varnhagen, especially the links she established between two forms of literary communication, combining the social life of the salon and the art of letter-writing. It shows that with her salon as well as with the specific functionalisation of the letter that she undertook Rahel Varnhagen not only used those methods of communication that were available to her as a woman and a Jewess, but that by closely combining these two media she in addition developed a literary aesthetic of her own, which is what is to be considered truly innovative and modern about her activities.
© Max Niemeyer Verlag GmbH, Tübingen 2001
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