Traumleiber. Zur Evolution des Menschenwissens im 17. und 18. Jahrhundert. Mit einer Vorbemerkung zur literarischen Anthropologie
Im Traum träumt die Kultur kein Unbewußtes, sondern ihre eigenen kommunikativen Ordnungen. Sehen kann dies eine Wissensgeschichte des Traums, die Anthropologieforschung wieder entschieden an eine sozialhistorisch relevante Modernisierungstheorie anschließt. In den Anthropologien des Traums, wie sie zwischen dem 16. und dem 18. Jahrhundert ausgearbeitet worden sind, liegt damit ein Wissen vom Menschen beschlossen, das sich analog zur soziokulturellen Evolution im Übergang zur Moderne formiert. Es ist diese Moderne, die schließlich ein Aufschreibeprojekt erträumt, das alle Träumer zu Autoren werden läßt.
In a dream, culture does not dream something unconscious, but instead its own communicative dispositions. An applied science of dreams can see this and, in turn links the anthropology research to a theory of modernization relevant to social history. Therefore in the anthropologies of the dream, as they were elaborated between the 16th and 18th century, there is a knowledge of mankind which develops analogous to the socio-cultural evolution in the transition to the modern era. It is this modernism which ultimately dreams of a writing project which enables all dreamers to be authors.
© Max Niemeyer Verlag GmbH, Tübingen 2001
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