Die wissenschaftlichen Bibliotheken in der DDR und die Literaturerwerbung aus dem nichtsozialistischen Wirtschaftsgebiet (NSW). Erinnerungen eines Insiders
Zur Geschichte des Bibliothekswesens der DDR gibt es bereits eine Vielzahl von Veröffentlichungen. Das hier behandelte Thema wurde aber nach den politischen Veränderungen von 1990 wohl bisher nur einmal auf einer Tagung des Wolfenbütteler Arbeitskreises für Bibliotheksgeschichte im Mai 1996 behandelt, wovon der Verfasser erst im Nachgang Kenntnis erhalten hat. Die Kommentierung des Themas durch einige Kollegen aus den neuen Bundesländern konnte dort nur eine partielle Sichtweise präsentieren, da auch Bibliotheksdirektoren großer wissenschaftlicher Bibliotheken der DDR keine oder kaum Kenntnis über das Beziehungsgeflecht zwischen Staatlicher Plankommission, Bilanzträger und Kontingentträger in der DDR hinsichtlich des Einsatzes von Devisen zum Kauf westlicher Literatur hatten. Das Thema war selbst in der DDR tabuisiert. Somit sind nach Meinung des Verfassers auf der oben genannten Tagung zumindest teilweise Einschätzungen getroffen worden, die zu Missverständnissen Anlass geben können. Als Insider, und als solcher darf sich der Verfasser für den Zeitraum ab 1977 aus dem Blickwinkel des größten Kontingentträgers bezeichnen, hat ihn das veranlasst, hier eine differenzierte und zugleich möglichst umfassende Darstellung über die Situation der wissenschaftlichen Bibliotheken des Hochschulbereiches beim Bezug westlicher Literatur zu geben. Er hofft damit zugleich, eine nicht unwesentliche Seite der Entwicklungsgeschichte der Bibliotheken in der DDR aufzuarbeiten. Der Verfasser, seit 1969 als Stellvertreter des Direktors der Bibliothek an der Hochschule für Bauwesen Leipzig tätig, wollte mit der angestrebten Umstrukturierung dieser Hochschule (sie wurde 1977 zur Technischen Hochschule Leipzig erweitert) in eine wissenschaftlich-organisatorische Tätigkeit an das Methodische Zentrum für wissenschaftliche Bibliotheken (MZ) des Ministeriums für Hoch- und Fachschulwesens in Berlin wechseln. Da zum Zeitpunkt des Wechsels angeblich die abgesprochene Stelle nicht mehr zur Verfügung stand, ließ er sich zur Aufnahme einer zeitbegrenzten Tätigkeit als wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Abteilung Bibliotheken und Museen des Ministeriums für Hoch- und Fachschulwesen (MHF) überreden, wo schon einige Zeit dringend ein praxiserfahrener Mitarbeiter gesucht wurde.
K • G • Saur • München
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