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Sozialgerichte, Spiritualität und Seelsorge

Welfare Tribunals and their view on spirituality in palliative care
  • Oliver Tolmein

    Dr., war einige Jahre Regieassistent am Nationaltheater Mannheim und am Schauspiel Frankfurt. Er hat lange Zeit als Journalist gearbeitet und befasst sich seit 1980 mit Fragen der Bioethik und der Rechte von Menschen mit Behinderungen. Seit 2005 ist er Rechtsanwalt. 2008 wurde ihm die Bezeichnung Fachanwalt für Medizinrecht zuerkannt. Seit 2013 hat er einen Lehrauftrag am Zentrum für Medizinrecht der Georg-August-Universität Göttingen.

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Published/Copyright: January 15, 2020

Zusammenfassung

Die Sozialgerichte Karlsruhe und Gelsenkirchen haben in kurzer Abfolge entschieden, dass auch Seelsorger/-innen Mitglieder eines palliativmedizinischen Behandlungsteams sein können. Damit ist es möglich, auch die von ihnen erbrachten (Gesprächs-)Leistungen mit Angehörigen und Patient/-innen im Rahmen der Palliativmedizinischen Komplexleistung abzurechnen. An Gewicht gewinnen diese rechtskräftig gewordenen erstinstanzlichen Entscheidungen durch ihre Urteilsgründe, in denen sie sich auf die WHO-Definition der Palliativmedizin und auf Erläuterungen der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin beziehen und so die weiterführende Frage aufwerfen, ob nicht auch in anderen Bereichen der Palliativversorgung, insbesondere im Bereich der Spezialisierten Ambulanten Palliativversorgung nach § 37 b SGB V, ebenfalls der Beitrag der Seelsorge ein fest in die Versorgungsstruktur eingebundener Bestandteil sein müsste.

Abstract

The Welfare Tribunals of Karlsruhe and Gelsenkirchen have decided in short succession that even pastoral workers can be members of a palliative care team. Thus, the services they provide with relatives and patients can also be billed as part of the treatment by the hospital. These two decisions gain weight through their grounds of judgment, in which they refer to the WHO definition of palliative care and to explanations of the German Society for Palliative Medicine. Thus, these judgments raise the further question whether the contribution of pastoral care should not be an integral part of the palliative care structure, not only in hospitals but also in outpatient care.

Über den Autor / die Autorin

Dr. Oliver Tolmein

Dr., war einige Jahre Regieassistent am Nationaltheater Mannheim und am Schauspiel Frankfurt. Er hat lange Zeit als Journalist gearbeitet und befasst sich seit 1980 mit Fragen der Bioethik und der Rechte von Menschen mit Behinderungen. Seit 2005 ist er Rechtsanwalt. 2008 wurde ihm die Bezeichnung Fachanwalt für Medizinrecht zuerkannt. Seit 2013 hat er einen Lehrauftrag am Zentrum für Medizinrecht der Georg-August-Universität Göttingen.

Autorenbeteiligung

Der Autor übernimmt die volle Verantwortung für den gesamten Inhalt und die Einreichung des Manuskripts.

Forschungsförderung

Keine

Widerstreitende Interessen

Der Autor gibt an, dass kein Interessenkonflikt besteht.

Author contributions

The author has accepted responsibility for the entire content of this submitted manuscript and approved submission.

Research funding

None declared.

Competing interests

The author states no potential conflict of interest.

Literatur

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Online erschienen: 2020-01-15
Erschienen im Druck: 2020-01-08

© 2020 Walter de Gruyter GmbH, Berlin/Boston

Articles in the same Issue

  1. Frontmatter
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  38. Stephan M. Probst (Hg.) (2019) Das Antlitz der Alten umschönen. Von Umgang mit dem Älterwerden und dem Alter im Judentum. Berlin: Hentrich & Hentrich. ISBN: 978-3-95565-312-5; 244 Seiten, Preis: 19,90 €
  39. Isabelle Noth, Georg Wenz, Emmanuel Schweizer (Hg.) (2017) Pastoral and Spiritual Care Across Religions – Seelsorge und Spiritual Care in interkultureller Perspektive. Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht. ISBN 978-3-7887-3087-1; 230 Seiten; Preis: 30,00 €, E-Book: 25,99 €
  40. Mitteilungen
  41. Mitteilungen
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