Revisionen
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Herausgegeben von:
Fotis Jannidis
, Gerhard Lauer , Matías Martínez und Simone Winko
Die Reihe REVISIONEN. GRUNDBEGRIFFE DER LITERATURTHEORIE setzt sich zum Ziel, die im Zuge der Diskussionen der letzten Jahre fragwürdig bzw. problematisch gewordenen Zentralbegriffe der Literaturwissenschaft zu reflektieren und zu perspektivieren. Zu solchen Begriffen gehören z.B. 'Bedeutung', 'Literatur' und 'Interpretation'. Die aus internationalen Fachtagungen hervorgegangenen Beiträge der einzelnen Bände befassen sich in systematischer, kompendienhafter Geschlossenheit mit verschiedenen Aspekten des jeweiligen Begriffs. Eine klare Rahmenstruktur, eine kontextstiftende, ausführliche Einleitung sowie ein Register machen die Bände zu problemorientierten Handbüchern. Sie sind interdisziplinär ausgerichtet und beziehen neben der Literaturwissenschaft auch Kunstgeschichte, Musik, Philosophie, Linguistik und Psychologie mit ein.
Die Reihe richtet sich an theoretisch interessierte Literaturwissenschaftler aller Philologien. Sie wird ca. 8 Bände umfassen.
Die Kategorie des Werks wurde in den Literaturwissenschaften in den letzten 50 Jahren massiv kritisiert. Im Laufe der letzten Jahre lässt sich allerdings beobachten, dass der einstmals verpönte Werkbegriff schrittweise wieder zu einer zentralen und produktiven Analysekategorie avanciert ist. Der vorliegende Band untersucht, welche Formen und Funktionen der Werkbegriff in den Geisteswissenschaften des 21. Jahrhunderts annehmen kann.
Der Band führt in 22 Artikeln in Grundprobleme der Fiktionalität ein. Behandelt werden mit pragmatischen, rezeptions- und kontextbezogenen Theorien die wichtigsten Ansätze zur Abgrenzung fiktionaler und nicht-fiktionaler Medien. Kernfragen der Philosophie und Rezeptionspsychologie sowie Funktionen der Fiktionalität werden ebenso erläutert wie die Geschichte der Fiktionalitätsinstitution seit der Antike. Neben fiktionaler Literatur wird auch die Fiktionalität weiterer Medien (u.a. Film und bildende Kunst) sowie die Rolle von Fiktionalität und Fiktionalitätstheorie in Film- und Medienwissenschaften, Kunst- und Bildwissenschaften, Philosophie und Geschichtswissenschaft behandelt.
Trotz ihrer Dominanz für die Rezeption von Literatur, Film, Comic und anderen Medien haben Figuren in der literatur- und medientheoretischen Diskussion lange Zeit ein Schattendasein geführt. Der vorliegende Band führt die inzwischen deutlich intensivierte Diskussion in den verschiedenen Bereichen erstmals zusammen und behandelt systematisch die unterschiedlichen Problemaspekte des Begriffs Figur, z.B. das Verhältnis von Figuren- zur Personenwahrnehmung, den ontologischen Status der Figur, die Strategien der Charakterisierung, Figurenkonstellationen. Außerdem enthält er Beiträge zur Figur im Comic, Lyrik, Computerspiel und anderen Medien.
Der Begriff „Literatur“ ist seit jeher unbestimmt und definitionsresistent, zugleich aber als disziplinäre Begrenzung gerade in Zeiten der Überschreitung überkommener Fachgrenzen unverzichtbar. Der Band diskutiert Möglichkeiten, den Begriff so zu bestimmen, dass er zur Heuristik in unterschiedlichen historischen und kulturellen Milieus fruchtbar verwendet werden kann. Zugleich wird ausgehend von Phänomenen wie Fiktionalität und Literarizität nach gemeinsamen Merkmalen von Literatur gesucht. Behandelt werden folgende Themen: 1. Aspekte des Prototyps ‚Literatur‘, 2. Fiktionalität, 3. Historische Aspekte des Phänomens ‚Literatur‘, 4. Kulturelle und soziale Aspekte des Phänomens ‚Literatur‘, 5. Konstitution des Gegenstandes Literatur durch die Literaturwissenschaft. Der Band versammelt Beiträge u. a. von Els Andringa, Alexander H. Arweiler, Karl Eibl, Ulla Fix, Hans-Edwin Friedrich, Daniel Fulda, Fotis Jannidis, Liesbeth Korthals Altes, Oliver Krug, Gerhard Lauer, Matías Martínez, Hans-Harald Müller, Bruno Quast, Christoph Reinfandt, Michael Scheffel, Erich Schön, Jost Schneider, Margrit Schreier, Roberto Simanowski, Werner Strube, Elisabeth Stuck, Friedrich Vollhardt, Klaus Weimar, Simone Winko und Frank Zipfel.
'Bedeutung' ist ein Grundbegriff literaturwissenschaftlichen Arbeitens. Jede interpretierende Aussage über einen literarischen Text setzt Annahmen darüber voraus, auf welche Weise literarische Texte Bedeutung erzeugen, vermitteln oder veranlassen können. In der Literaturtheorie und Ästhetik der letzten Jahrzehnte wurden verschiedene Bedeutungskonzeptionen entwickelt. Eine allgemein akzeptierte Klärung des Begriffs steht bislang aus. Der Band soll zu einer solchen Klärung führen. Seine internationalen Beiträger nehmen die ältere Diskussion auf und suchen nach interdisziplinären Integrationsmöglichkeiten für eine Präzisierung des Begriffs. Ansätze zur Bestimmung des Bedeutungsbegriffs aus Psychologie und Linguistik, Philosophie und Soziologie sowie aus musikwissenschaftlicher, filmhermeneutischer und medientheoretischer Sicht werden mit verschiedenen literaturwissenschaftlichen Perspektiven verbunden.
Aus dem Inhalt:
I. Sprachliche und sprachanalytische Aspekte der 'Bedeutung'
II. Literatur- und kulturwissenschaftliche Konzepte von 'Bedeutung'
III. Mediale Konstitution von 'Bedeutung'
IV. Historische Aspekte literarischer 'Bedeutung'