Schriftenreihe des Studienzentrums zur Moderne – Bibliothek Herzog Franz von Bayern am Zentralinstitut für Kunstgeschichte
Fachgebiete
Seit den 1960er-Jahren haben Künstler*innen tradierte Vorstellungen einer Opposition von Kunst und Natur in Frage gestellt. Sie bezogen Tiere und Pflanzen als Ko-Akteure ein und etablierten somit eine skulpturale Ästhetik des Lebendigen, die eine Neudefinition der Gattung Skulptur erforderte. Die Studie untersucht erstmals sogenannte Non-Human Living Sculptures am Beispiel von Hans Haacke und Pierre Huyghe. Ausgehend von einer Re-Lektüre der Skulpturhistoriographie der Moderne bewertet die Autorin in einzelnen Werkanalysen bestehende Theorien neu und erweitert diese. Gezeigt wird, wie die von US-amerikanischer Systemtheorie, -biologie und Kybernetik bestimmten realzeitlichen Systeme Haackes und seine Abkehr von einer Objektästhetik zeitgenössische Positionen prägen, wie die situationsästhetischen Arbeiten von Huyghe.
- Erste umfassende wissenschaftliche Studie sogenannter Non-Human Living Sculptures
- Re-Lektüre der Skulpturhistoriographie des 20. Jahrhunderts
- Skulpturale Ästhetik des Lebendigen
Digitale Technologien haben die Künste grundlegend geprägt und das Feld der Skulptur seit den 1950erJahren erweitert. Die Kunstgeschichte schenkt jedoch skulpturalen Werken, die mithilfe von Computerprogrammen konzipiert und „materialisiert" wurden, bisher wenig Aufmerksamkeit. Wie lässt sich das Skulpturale in Bezug auf unsere technologische Gegenwart und seine historischen Vorläufer weiter denken? Einige theoretische Ansätze diskutieren die Implikationen einer sogenannten „Ästhetik des Digitalen"; sie beziehen sich vor allem auf bildschirmbasierte Phänomene. Erstmals werden in dieser Publikation internationale, transhistorische Forschungsperspektiven vereint, die sich damit auseinandersetzen, wie das Verständnis des Skulpturalen bis ins Zeitalter des (Post)Digitalen konfiguriert wird.
- Aktuelle Forschung zur Erweiterung des Skulpturbegriffs durch digitale Technologien
- Verbindung historischer skulpturaler Debatten mit Diskursen um Neue Medien und (post-)digitale Kultur