Gebiets- und Kundenzuweisungen bei Produktions-Joint-Ventures
Zusammenfassung
Die kartellrechtliche Beurteilung von Gemeinschaftsunternehmen ist durch die wettbewerbliche Doppelwirkung von Konzentration einerseits und Kooperation andererseits geprägt. Die effizienzfördernden und wettbewerbsbeschränkenden Wirkungen solcher Kooperationen bedürfen daher einer Einzelfallprüfung. Das gilt insbesondere mit Blick auf wettbewerbsbeschränkende Nebenabreden, die in einen Bezug zu den kartellrechtsneutralen bzw. prokompetitiven Wirkungen der Gründung von Gemeinschaftsunternehmen gesetzt werden müssen. Eine schematische Betrachtung läuft in dem komplexen Themengebiet Gefahr, die effizienzfördernden Wirkungen zu vernachlässigen und die prokompetitiven Wirkungen solcher Nebenabreden zu übersehen. Das betrifft insbesondere Produktions-Joint-Ventures, die abhängig von ihrer Ausgestaltung ein Effizienzpotential bergen, das Marktvolumen zu erhöhen, Preise zu senken und Qualität zu verbessern vermögen. Zugleich muss verhindert werden, dass infolge eines zu großzügigen Maßstabs bezweckte Wettbewerbsbeschränkungen durch die Gründung von Gemeinschaftsunternehmen verdeckt werden. Den damit zusammenhängenden Fragen geht der vorliegende Beitrag mit Blick auf potentiell wettbewerbsbeschränkende Nebenabreden in Form von Gebiets- und Kundenabsprachen nach.
Abstract
Market- and Customer Allocations in the Context of Production-Joint-Ventures
The competitive assessment of joint ventures is complex due to the coexistence of concentrative and cooperative effects. The potential improvements for economic efficiency on the one hand and potential competitive restraints on the other hand therefore call for a case by case analysis. This includes the assessment of ancillary restraints, which must be viewed in the light of possible efficiency enhancing effects of the creation of the joint venture. Applying a form based approach would bear the risk of neglecting potential efficiency gains and procompetitive effects. This is especially relevant for production-joint-ventures, which can – depending on their design – increase market volume, reduce prices, and enhance quality. However, antitrust assessment must carefully evaluate whether ancillary restraints are part of a procompetitive joint-venture or whether the creation of the joint-venture is merely used to conceal a cartel. Against this background, the present article seeks to develop general principles for the assessment of ancillary restraints to production-joint-ventures with an emphasis on market- and customer allocations.
© 2016 RWS Verlag Kommunikationsforum GmbH, Aachener Str. 222, 50931 Köln.
Artikel in diesem Heft
- Cover
- Inhaltsverzeichnis
- Veranstaltungshinweise
- Editorial
- Editorial
- Editorial
- Aufsätze
- Gebiets- und Kundenzuweisungen bei Produktions-Joint-Ventures
- Neue Impulse für ein globalisiertes Kartellrecht
- “Collective Redress” in European Competition Law
- Antitrust and Financial Services in the EU: Commitments in Credit Default Swaps (CDS)
- Entschärfung der Vorstandshaftung im Kontext kartellrechtlicher Kronzeugenregelungen
- Liefergemeinschaften im Walzasphaltsektor im Kreuzfeuer des Kartellrechts
- Impressum
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