Deportationen römischer Christen in das Sasanidenreich durch Shapur I. und ihre Folgen – Eine Neubewertung
Zusammenfassung
Im Verlauf der Kampagnen, die Shapur I. zwischen den Jahren 253 und 260 in die römischen Ostprovinzen Syrien, Kappadokien und Kilikien unternahm, wurden römische Kriegsgefangene in das Sasanidenreich deportiert und dort angesiedelt. In der Forschung geht man von einem Zustrom von bis zu mehreren hunderttausend Gefangenen aus, unter denen sich ein beträchtlicher Anteil Christen befunden haben soll. Diesen römischen Christen wird nicht nur im Hinblick auf die Verbreitung des Christentums im Sasanidenreich und die Entwicklung der Struktur der persischen Kirche sondern auch im Hinblick auf die persische Wirtschaft eine herausragende Rolle zugewiesen. Eine Analyse des verfügbaren Quellenmaterials erweist die Unhaltbarkeit solcher Vorstellungen.
Abstract
In the course of the campaigns of Shapur I between the years 253 and 260 into the Roman eastern provinces Syria, Cappadocia and Cilicia, Roman prisoners of war have been deported and settled in the Sasanian empire. Part of the scholarship takes an influx of Roman prisoners of war up to several hundreds of thousands for granted, among them a considerable contingent of Christians. These Christians are supposed to have played a decisive role not only in respect to the propagation of Christianity in the Sasanian Empire and the development of the structure of the Persian Church but also in respect to the development of the Persian economy. An analysis of the extant sources proves that such conceptions are not tenable.
© by Akademie Verlag, Berlin, Germany
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