The Meaning of Religion in the Politics of Friedrich Naumann
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Wolfhart Pentz
Zusammenfassung
Der Aufsatz beschäftigt sich mit den religiösen und politischen Leitvorstellungen Friedrich Naumanns (1860–1919), dessen Lebensweg im Wilhelminischen Deutschland reich an konzeptionellen Neuorientierungen zu sein scheint. Nach seinem anfänglichen Engagement für die christlich-soziale Bewegung, die den Reich-Gottes-Gedanken zu einem Konzept sozialer Gerechtigkeit nutzte, trat Naumann ab 1898 im Sinne des politischen Liberalismus verstärkt für eine Trennung von Religion und Politik ein, um schließlich unter Betonung nationaler und sozialdarwinistischer Interessen eine Zivilreligion zu formulieren. Diese Veränderung, daß dem christlichen Glauben für die politische Ethik nur noch eine marginale Bedeutung eingeräumt wurde, wird meist als ein größerer Bruch in Naumanns Biographie bewertet. Der Aufsatz vertritt demgegenüber die Auffassung, daß trotz aller Wandlungen in der Auffassung von Religion und Politik Naumanns Ziel immer dasselbe blieb, nämlich einen Beitrag zur Förderung menschlicher Gemeinschaft zu leisten.
© Walter de Gruyter
Artikel in diesem Heft
- „Die Dialectik … will ein wahres Organon des realen Wissens sein“. Eine neu zugängliche Nachschrift zu Schleiermachers Dialektik-Vorlesung 1818/19
- Ein neuer Nachlaß Friedrich Lückes in Göttingen. Mit einem Brief B. Jacobis über seine Studienzeit in Berlin und einem Brief C. A. Auberlens zur Kritik an einer „zeitgeschichtlichen“ Auslegung der Johannesoffenbarung
- Puritanische Sektenfreiheit versus lutherische Volkskirche. Zum Einfluß Georg Jellineks auf religionsdiagnostische Deutungsmuster Max Webers und Ernst Troeltschs
- The Meaning of Religion in the Politics of Friedrich Naumann
- Chronologie eines Eklats. Hannah Arendt und Paul Tillich
- Hannah Arendt – Paul Tillich. Briefwechsel
- Rezensionen/Reviews
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