Home Medicine Ausdrucksformen der Spiritualität bei Schülern und jungen Erwachsenen
Article Publicly Available

Ausdrucksformen der Spiritualität bei Schülern und jungen Erwachsenen

Aspects of spirituality among students and young adults
  • Arndt Büssing EMAIL logo , Daniela Rodrigues Recchia , Janusz Surzykiewicz and Klaus Baumann
Published/Copyright: October 7, 2016

Zusammenfassung

Bei 2.468 Schülern (18 ± 2 Jahre) sollten Ausdrucksformen der Spiritualität (ASP) mit Hilfe des ASP-Fragebogens erhoben werden. Im Vordergrund stand die Frage, welche Themenbereiche für sie von Bedeutung sind und welche Zusammenhänge mit sozialem Verhalten und Engagement bestehen. Betrachtet man die Ausprägung der ASP-Faktoren, so zeigte der Faktor Bewusster Umgang / Mitgefühl hohe Zustimmungs-Scores, Suche nach Weisheit / Einsicht und Transzendenz-Überzeugung eher moderate Scores, während die Zustimmungs-Scores für Religiöse Überzeugungen eher gering waren. Da zu vermuten ist, dass bestimmte spirituelle Haltungen und Einstellungen auch gesellschaftlich relevante Auswirkungen haben, wurden korrelative Zusammenhänge mit ethischem Verhalten sowie Engagement für andere untersucht. Hierbei zeigte sich, dass alle ASP-Faktoren, aber insbesondere die Religiöse Orientierung, moderat mit einer nach ethischen Normen ausgerichteten Lebensweise assoziiert sind. Das ehrenamtliche Engagement für andere war moderat nur mit Religiöser Orientierung und Bewusstem Umgang / Mitgefühl, das per se keine dezidiert religiöse Konnotation hat und somit auch für a-religiöse Personen bedeutsam ist, assoziiert.

Summary

We measured different aspects of spirituality (ASP) in a sample of 2,468 students (18 ± 2 years) using the ASP questionnaire. This instrument differentiates specific attitudes and positions with respect to topics such as Religious Orientation (praying and trust in God), Search for Insight / Wisdom, Conscious Interactions / Compassion and Transcendence Conviction. The main intention was to analyze which topics are of relevance to the students, and how these dimensions are associated with social behavior. With respect to the self-ascribed importance, Conscious Interactions / Compassion had the highest agreement scores, while the factors Search for Insight / Wisdom and Transcendence Conviction scored moderately, and Religious Orientation the lowest. Because one may suggest that specific spiritual attitudes may have socially relevant impact, we analyzed correlations between aspects of spirituality on the one hand, and ethical behavior and voluntary engagement for others on the other hand. We can show that all ASP factors, and particularly Religious Orientation, were moderately associated with self-ascribed ethical behavior in life. Voluntary engagement was moderately associated with Religious Orientation and Conscious Interactions / Compassion. The latter has no decided religious connotation and may thus be of relevance also for a-religious persons.

1 Einführung

1.1 Spiritualität bei Kinder und Jugendlichen

Die Relevanz von Spiritualität in der therapeutischen Begleitung von Kindern und Jugendlichen wurde bisher kaum untersucht. Aber welche Dimensionen sind denn für Jugendliche bedeutsam? Kann man die Dimensionen, die bei Erwachsenen als bedeutsam identifiziert wurden, einfach auf die Lebenswirklichkeit von Kindern und Jugendlichen übertragen und hier eine gleiche Bedeutsamkeit erwarten?

In einer amerikanischen Studie schätzten die Seelsorger die Bedürfnisse der betreuten Kinder ein (die Hälfte waren Kinder, die Zeit ihres Lebens krank waren oder ältere Kinder, die chronisch krank waren; 1/5 der Kinder waren sterbende) – die Kinder selber wurden nicht befragt (Feudtner et al. 2003).

Im Rahmen von Expertengesprächen (Januar und April 2012) mit Mitarbeitern der Kinderklinik Datteln zur Wahrnehmung der Spiritualität von Kindern im Krankenhaus wurde deutlich, dass die Mitarbeitenden es als schwierig empfanden, die Spiritualität von Kindern im Krankenhaus wahrzunehmen und ihre spezifischen Bedürfnisse zu identifizieren (Büssing 2014). Unklar blieb, wie die Spiritualität eines Kindes – und insbesondere seine spirituellen Bedürfnisse – überhaupt wahrgenommen und angesprochen werden können.

Tobin Hart (2005) wies darauf hin, dass die Spiritualität von Kindern sich von der eher rationalen und von linguistischen Konzeptionen sowie dem Wissen über Religionen geprägten Spiritualität Erwachsener unterscheidet. Er benannte vier Hauptbereiche der Spiritualität von Kindern: (1) Staunen und Ehrfurcht; (2) Intuitives staunendes Fragen; (3) Herzensweisheit; (4) Verbundenheit. Bei englischen Schülern im Alter zwischen 12 und 18 fanden sich als wichtige Motive der Spiritualität der Glauben, personale und religiöse Identität und Beziehung zu anderen (Wintersgill 2008). “Relational consciousness” ist eine bedeutsame Dimension auch in dem theoretischen Modell der kindlichen Spiritualität von Hay & Nye (2006). Verbundenheit (sowohl in vertikaler als auch in horizontaler Ausrichtung) kann somit als wichtige Dimension der Spiritualität angenommen werden, die Haltungen wie bewusste Zuwendung und Empathie sowie Mitgefühl und Respekt impliziert. In einer Untersuchung mit (gesunden) 17–18 jährigen Schülern aus Deutschland zeigte sich, dass sich von den vielfältigen Ausdrucksformen der Spiritualität (gemessen mit dem ASP-Fragebogen) insbesondere säkulare und relationale Formen (bewusster Umgang mit sich, den anderen und der Umwelt, sowie Mitgefühl und Großzügigkeit, aber auch Ideale des Helfens) als bedeutsam erwiesen, während eine eher konventionell religiöse Orientierung oder existenziell geprägte Formen der Spiritualität von geringerer Bedeutung waren (Büssing et al. 2010; Büssing et al. 2012a). Diesen Befunden soll im Folgenden näher nachgegangen werden. Dazu wird auf Studienergebnisse mit dem ASP-Fragebogen von 2.468 Schülern (18 ± 2 Jahre) zurückgegriffen. Zentrale Fragestellungen sind: (1) Was macht die Spiritualität von Jugendlichen und jungen Erwachsenen aus? (2) Haben die Themenbereiche der Religionstraditionen für sie noch eine Bedeutung – oder haben sie eher Interesse an säkularen Formen von Spiritualität?

1.2 Definitionen und Eingrenzungen

Um diesen Fragen nachzugehen, muss die Frage nach dem Interpretationsrahmen von Spiritualität gestellt werden. Dazu sind zunächst einige generelle Betrachtungen notwendig.

Oft wird zwischen Religiosität auf der einen und Spiritualität auf der anderen Seite unterschieden. Andere sehen die Spiritualität als Herzstück der formalen Religiosität an, wieder andere die Religiosität als Teilmenge im größeren Themengebiet Spiritualität.

Im aktuellen öffentlichen Bewusstsein wird unter Spiritualität zumeist ein „umfassenderes“ und „offeneres“ Konzept verstanden, während die Religiosität als „institutionell exklusiv“ und „einengend“ abgelehnt wird. Diese Unterscheidungen sind möglicherweise insbesondere in säkularen Gesellschaften bedeutsam, in denen sich viele als weder religiös noch spirituell empfinden. Da viele Jugendliche insbesondere in säkularen Gesellschaften kein großes Interesse an institutionell geprägter Religiosität haben, sie aber möglicherweise Interesse an säkularen Formen der Spiritualität haben, müssen diese ebenfalls operationalisiert und messbar gemacht werden.

Pargament (1997) definierte Spiritualität als Suche nach “transzendenter Wahrheit”, die eine Verbundenheit mit anderen, der Natur und dem Göttlichen umfasst. Tanyi et al. (2002) beschreiben Spiritualität als eine individuelle Suche nach Sinn und Bedeutung im Leben, während Religion eine organisierte Form mit spezifischen Ritualen und Praktiken ist, die sich auf eine „höhere Kraft“ oder Gott bezieht. Koenig (2008a) stellte fest, dass Spiritualität an einem religiösen Engagement erkannt werden kann, aber auch an einer individuellen Erfahrung des Göttlichen und / oder einer Verbundenheit mit der Natur. Die oben erwähnten unterschiedlichen Auffassungen, ob sich Spiritualität ausschließlich an religiösem Tun bemessen lässt oder auch unabhängig davon auftreten kann, werden an diesen Definitionsversuchen deutlich.

Konzeptionell kann man mehrere Ebenen differenzieren (Zwingmann et al. 2011;Büssing 2012):

  1. Überzeugungen und Einstellungen entweder in Bezug auf spezifische Inhalte einer Religion (Gottesbilder, Wiedergeburt, Auferstehung etc.) oder auf säkulare Inhalte (z. B. Philosophie, Humanismus, Szientismus etc.).

  2. Formen der Praxis und des Engagements, die privat oder organisiert sein können (z. B. privates Gebet oder Kirchgang), die reaktiv erfolgen (z. B. Gebet um Gesundheit) oder interventionell sind (z. B. Achtsamkeits-basierte Meditationsformen zum Stressabbau).

  3. Spirituelle Bedürfnisse, die sich als religiös, existenziell und relational differenzieren lassen.

Welche Aspekte des multidimensionalen Konstruktes Spiritualität sind nun in eher säkularen Gesellschaften bedeutsam?

1.3 Operationalisierung und Messung verschiedener Ausdruckformen der Spiritualität

Unabhängig von den verschiedenen Interpretationsvorgaben der unterschiedlichen Professionen oder Religionstraditionen kann man auch an der „Graswurzel“ ansetzen und fragen, welche Themenbereiche aus einem Kontext der Spiritualität / Religiosität für bestimmte Personengruppen wichtig sind. Diese Aussagen wurden für die Konzeptionalisierung des multidimensional angelegten Fragebogens zur Erfassung verschiedener Ausdrucksformen der Spiritualität (ASP) genutzt. Die Entwicklungsschritte sollen hier kurz nachgezeichnet werden.

Befragt, was für sie Spiritualität ausmacht und wie sie sich in ihrem Leben ausdrückt, äußerten sich 38 Menschen unterschiedlicher Professionen, Religionszugehörigkeiten und Konfessionen. Hierbei ließen sich neun Themenbereiche finden (Büssing 2006): Suchen nach umfassender Erkenntnis, Weisheit und Geistesweite; Einheitserfahrungen und ganzheitlicher Umgang mit anderen und der Umwelt; Werte, Ethik, Streben nach Vervollkommnung; Umsetzung im Alltagsleben; Rituale, Übungen und Handlungen; Ehrfurcht und Achtung; Vertrauen auf und Hinwendung zu Gott; Annahme einer Prä-/Postexistenz und nicht-physischer Wesenheiten; Fragen nach dem Sinn im Leben.

Diese Themenbereiche wurden weiter kondensiert und zur Entwicklung des ASP-Fragebogens mit zunächst 40 Items (Cronbachs alpha = .94) genutzt und auch an Erwachsenen getestet (Büssing et al. 2007). Nach weiteren Optimierungsschritten blieben 25 Items und 4 Hauptdimensionen (alpha zwischen .83 und .93) übrig, die an 17-jährigen Schülern getestet wurden (Büssing et al. 2010). Im Vordergrund stehen beim ASP-Fragebogen spezifische Einstellungen und Überzeugungen, weniger die Handlungsebene. Die mit den spezifischen spirituellen / religiösen Einstellungen und Überzeugungen assoziierten Ausübungsfrequenzen unterschiedlicher Formen des spirituellen, existenziellen oder prosozial-humanistischen Tuns lassen sich mit unabhängigen Instrumenten erfassen (z. B. SpREUK-P: Büssing et al. 2012b).

1.4 Fragestellung der vorliegenden Ausarbeitung

Dieses Instrument zur Messung bestimmter Aspekte der Spiritualität (ASP-Fragebogen) – mit den Themenbereichen 1) Religiöse Orientierung: Gebete und Vertrauen in Gott; 2) Suche nach Einsicht und Weisheit; 3) Bewusster Umgang; 4) Transzendenzüberzeugung – wurde nun in einer größeren Studie bei Schülern (17–18 Jahre) aus Gymnasien und Berufsschulen eingesetzt. Neben einer explorativen wurde zunächst eine konfirmatorische Faktorenanalyse zur Bestätigung des Instrumentes durchgeführt.

Im Vordergrund stand, wie oben erwähnt, die Frage, was die Spiritualität von Jugendlichen und jungen Erwachsenen ausmacht und ob Themenbereiche der institutionalisierten Religiosität für sie überhaupt von Bedeutung sind. Darüber hinaus sollte erörtert werden, welche Zusammenhänge in Bezug zu einer ethischen Lebensausrichtung und zu ehrenamtlichem Engagement bestehen, die als gesellschaftlich relevante Umsetzung der entsprechenden spirituell / religiös geprägten Einstellungen und Haltungen angesehen werden können. Zunächst aber wurde das Instrument erneut auf inhaltliche Stimmigkeit überprüft und einer konfirmatorischen Faktorenanalyse unterzogen.

2 Material und Methoden

2.1 Teilnehmer und Ablauf

Wir führten eine anonyme Querschnittserhebung unter Schülern der (gymnasialen) Oberstufe, Berufs-/Gewerbeschulen sowie Kolping Bildungszentren in Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen, Hamburg und Mecklenburg-Vorpommern durch. Die Fragebögen wurden durch die entsprechenden Lehrer der teilnehmenden Einrichtungen verteilt. Alle Schüler wurden schriftlich über Inhalt und Anliegen der Befragung informiert und um Zustimmung zur Teilnahme gebeten, in dem sie den anonymen Fragebogen ausfüllen und uns zugänglich machen. Bei noch nicht volljährigen Schülern wurde das Einverständnis der Erziehungsberechtigten erbeten. Die Fragebögen wurden ohne identifizierende Details (Namen, Initialen, Adresse) verarbeitet und alle Daten gepoolt, so dass eine Rückverfolgung zu einzelnen Personen nicht mehr möglich ist.

Die Pilotphase der Befragung startete in Nordrhein-Westfalen. Die anschließende vollumfängliche Befragung zu den Ausdrucksformen der Spiritualität und ethisch-moralischem Verhalten und Lebenszufriedenheit wurde von den jeweiligen Schulleitern sowie zuständigen Ministerien genehmigt: „Ministerium für Kultus, Jugend und Sport. Schulministerium Baden-Württemberg“ (FR 31–6449.20/594 vom 12.10.12.2010), Ministerium für Schule und Weiterbildung des Landes Nordrhein-Westfalen (FR 222.2.02.02.02 Nr. 111863/13 vom 15.03. 2013), Freie und Hansestadt Hamburg – Behörde für Schule und Berufsbildung (Genehmigung vom 21.05. 2013) und Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur Mecklenburg-Vorpommern (FR VII 201c / 321–14000).

2.2 Beschreibung der Studienpopulation

In diese Auswertung einbezogen wurden Daten von 2.468 jungen Erwachsenen aus den entsprechenden Klassenstufen (Alter < 25 Jahre; Altersmittel 18.1 ± 1.6 Jahre [Range 15 bis 24 Jahre]). 61 % waren weiblichen und 39 % männlichen Geschlechts (Tab. 1). Die Mehrzahl gehörte der katholischen oder protestantischen Konfession (77 %) an, 5 % hatten andere Religionszugehörigkeiten und 17 % keine. Die meisten Schüler schätzten sich als weder religiös noch spirituell ein (63 % R-S-) und 10 % als nicht religiös aber spirituell (R-S +), während sich 28 % als religiös einschätzten (R + S +  oder R + S-).

Tab. 1

Charakteristika der untersuchten 2.468 Schüler

Befragte
Altersmittel (Mittelwert ± Standardabweichung )18.1 ± 1.6
Geschlecht (%)
weiblich61
männlich39
Familien-Status (%)
Mit beiden Eltern lebend75
Mit Mutter lebend21
Mit Vater lebend3
andere (inkl. Pflegeeltern)1
Religionszugehörigkeit (%)
katholisch50
evangelisch28
andere5
keine17
Spirituell-religiöse Selbstkategorisierung (%)
Religiös und spirituell (R + S +)10
Religiös, aber nicht spirituell (R + S -)18
Nicht religiös, aber spirituell (R-S +)10
Weder religiös noch spirituell (R-S -)63
Schulträgerschaft (%)
Öffentliche Trägerschaft40
Freie / kirchliche Trägerschaft60
Region der Rekrutierung
Baden-Württemberg70
Nordrhein Westfalen9
Hamburg4
Mecklenburg-Vorpommern16

Von einigen wurden keine Angaben gemacht zum Geschlecht (0,7 %), Religionszugehörigkeit (0,7 %), Angaben zur Beurteilung der spirituell-religiösen Selbstkategorisierung (1,4 %) oder zum Familienstatus (3,4 %).

2.3 Spirituell-religiöse Selbstkategorisierung

Die spirituell-religiöse Selbstkategorisierung erfolgte mit zwei Items des SpREUK-Fragebogens (Item F2.6: „Ich empfinde mich als religiösen Menschen“; Item F1.1: „Ich empfinde mich als spirituellen Menschen“), die eine 5-stufigen Zustimmungs-/Ablehnungs-Skala nutzen (trifft gar nicht zu; trifft eher nicht zu; kann ich nicht sagen [weder ja noch nein]; trifft eher zu; trifft genau zu) (Büssing et al. 2005). Hierdurch können folgende vier Einteilungen entsprechend dem Zustimmungs-/Ablehnungsmuster vorgenommen werden: religiös und spirituell (R + S +); religiös, aber nicht spirituell (R + S-); nicht religiös, aber spirituell (R-S +); weder religiös noch spirituell (R-S-).

2.4 Ausdrucksformen der Spiritualität (ASP)

Um unterschiedliche Aspekte der Spiritualität messbar zu machen, wurde die auf 25 Items reduzierte Version des ASP Fragebogens (Version 2.1) verwendet (Büssing et al. 2010) (siehe Tab. 2). Diese 25 Items haben eine sehr gute internale Konsistenz (Cronbachs alpha = .94) und differenzieren 4 Hauptfaktoren (Büssing et al. 2010), i. e.,

  1. Religiöse Orientierung: Gebet und Vertrauen in Gott (9 Items; alpha = .93; religiöse Empfindungen, Einstellungen und Praktiken)

  2. Suche nach Einsicht und Weisheit (7 Items; alpha = .88; philosophische und existenzialistische Ansichten und Intentionen)

  3. Bewusster Umgang (5 Items; alpha = .83; bewusste relationale Aspekte)

  4. Transzendenz-Überzeugung (4 Items; alpha = .85; nicht-christliche spirituelle Ansichten und Überzeugungen).

Tab. 2

Einzelitems und faktorielle Struktur des ASP-Fragebogens

Mittelwert (0–4)SDSchwierigkeits-Index (2.09 / 4 = 0.52)Korrigierte Item – Total KorrelationCronbachs alpha bei eliminiertem Item (alpha = .906)Faktor-Ladung
IIIIIIV
Religiöse Orientierung: Gebet und Vertrauen in Gott (Eigenwert = 7.2; alpha = .911)
s03 Ich vertraue auf Gott und wende mich ihm zu1.651.400.41.703.898.843
s36 Ich bete für mich und meine Belange1.691.540.42.672.899.832
s35 Ich bete für andere1.661.530.42.685.898.825
s39 Ich versuche dem Göttlichen in der Schöpfung Ausdruck zu verschaffen0.931.090.23.659.900.774
s33 Ich habe eine geistliche Orientierung in meinem Leben1.691.540.42.701.898.705
s04 Ich fühle mich geführt und geborgen1.831.230.46.630.900.678
s38 Ich befolge bestimmte Rituale oder Handlungen1.371.570.34.546.902.574
s40 Ich bin nicht alleine, auch wenn niemand bei mir ist*2.131.500.53.553.902.554
s37 Ich lese religiöse bzw. spirituelle Schriften*0.921.940.23.533.902.519
Suche nach Einsicht und Weisheit (Eigenwert = 2.6; alpha = .832)
s11 Ich strebe nach Erkenntnis und Wahrheit2.781.070.70.492.903.772
s13 Ich strebe nach einem umfassenderen Bewusstsein2.631.070.66.458.904.742
s10 Ich versuche Weisheit zu entwickeln2.431.180.61.422.905.717
s14 Mein Leben ist ein Suchen und Fragen nach Antworten2.281.190.57.410.905.658
s15 Ich suche nach tiefen Einsichten in die Lebenszusammenhänge2.131.330.53.428.905.645
s16 Ich versuche Offenheit des Geistes zu erlangen1.811.250.45.577.901.617
s12 Ich strebe nach Schönheit und Güte2.491.070.62.392.905.584
Bewusster Umgang / Mitgefühl (Eigenwert = 1.8; alpha = .729)
s21 Ich gehe bewusst mit mir selbst um.*2.931.120.73
s22 Ich gehe bewusst mit meinen Mitmenschen um3.170.810.79.235.907.802
s23 Ich gehe bewusst mit meiner Umwelt um2.820.920.71.238.907.742
s28 Ich versuche Mitgefühl zu entwickeln3.070.950.77.405.905.674
s26 Ich übe Großzügigkeit2.670.990.67.362.905.658
Transzendenz-Überzeugung (Eigenwert = 1.1; alpha = .752)
s08 Ich bin davon überzeugt, dass es eine Wiedergeburt des Menschen (oder seiner Seele) gibt1.781.350.45.403.905.792
s06 Ich bin davon überzeugt, dass es höhere Kräfte und Wesenheiten gibt2.331.370.58.606.900.377.688
s05 Ich bin davon überzeugt, dass meine Seele ihren Ursprung in einer höheren Dimension hat1.731.390.43.628.900.417.642
s19 Ich bin davon überzeugt, dass der Mensch ein geistiges Wesen ist.*2.451.190.61
Indikator Items
s25 Ich engagiere mich ehrenamtlich für andere*1.961.480.49
s32 Ich richte mein Leben nach ethischen Normen aus*1.891.360.47

Cronbachs alpha = .905, Kaiser-Meyer-Olkin Wert = .918; Hauptkomponentenanalyse (Varimax Rotation mit Kaiser Normalisierung (Rotation ist in 5 Iterationen konvergiert); 56 % erklärte Varianz; Faktorladungen < 0.3 sind nicht dargestellt.

[*]

Das Instrument enthält zusätzliche Items, die nicht in den entsprechenden Faktoren berücksichtigt sind und als Marker-Items verendet werden: Items s32 („Ich richte mein Leben nach ethischen Normen aus“) und s25 („Ich engagiere mich ehrenamtlich für andere“).

Alle Items werden auf einer 5-stufigen Zustimmungs-/Ablehnungs-Skala bewertet (trifft gar nicht zu; trifft eher nicht zu; kann ich nicht sagen [weder ja noch nein]; trifft eher zu; trifft genau zu). Die entsprechenden Mittelwert-Scores wurden dann auf einer 100er Skala bezogen. Scores > 60 sprechen somit für eine Bedeutung des entsprechenden Themenbereiches, Scores < 40 für eine geringe bzw. fehlende Relevanz und Scores zwischen 40 und 60 für eine eher indifferente Haltung.

2.5 Faktorielle Struktur und Reliabilität des Messinstrumentes

Zunächst wurde die faktorielle Struktur des 25-Item Konstruktes an diesem großen Sample explorativ überprüft, um weniger gut passende Items eliminieren und das Instrument auch straffen zu können. Aus konzeptionellen Gründen passt das Item s21 (“Bewusster Umgang mit mir selber”), das primär dem Faktor Bewusster Umgang zugeordnet ist, nicht zu den entsprechenden anderen Items. In der Tat würde es einen eigenständigen Faktor mit nur einem Item bilden und wurde daher aus dem Itempool eliminiert. Das Item s19 (“Ich bin davon überzeugt, dass der Mensch ein geistiges Wesen ist”) aus der Skala Transzendenz-Überzeugung hatte nur eine schwache Faktorenladung und wurde daher ebenfalls nicht weiter verwendet.

Die verbleibenden 23 Items hatten eine sehr gute interne Konsistenz (Cronbachs alpha = .91); die 4-faktorielle Struktur des ASP ließ sich somit bestätigen (Tab. 2). Da der erste Faktor mit 9 Items überrepräsentiert ist, wurden die zwei am schwächsten ladenden Items nicht mit berechnet (Items s37 and s40).

Im Rahmen der konfirmatorischen Modellierung (SEM; mittels des Lavaan Packages der Software R) erwiesen sich einige der oben genannten Items als wenig relevant. Das finale Modell ist in Abb. 1 dargestellt. Die ausgeschlossenen Variablen (s19, s21 s37, s40, aber auch s16) würden das Modell in der Tat schwächen, in dem es nicht mehr signifikant wäre. Das aus theoretischen Erwägungen ausgeschlossene Item s21 (“Bewusster Umgang mit mir selber”) passt in der Tat trotz semantischer Nähe weder zu den Items s22 und s23 (“bewusster Umgang”) noch zu den Items s26 (“Großzügigkeit“) und s28 (“Mitgefühl”), die alle einen klaren zentrifugalen Fokus der Wahrnehmung und Interaktion haben.

Abb. 1 Items und Faktoren entsprechend dem konfirmatorischen Faktoren-ModellAbkürzungen.: RO – Religiöse Orientierung; TC – Transzendenz-Überzeugung; CIC – Bewusster Umgang / Mitgefühl; SIW – Suche nach Einsicht und Weisheit.
Abb. 1

Items und Faktoren entsprechend dem konfirmatorischen Faktoren-Modell

Abkürzungen.: RO – Religiöse Orientierung; TC – Transzendenz-Überzeugung; CIC – Bewusster Umgang / Mitgefühl; SIW – Suche nach Einsicht und Weisheit.

Von den fünf “model fitness”-Parametern (p < .0.0001 des Chi2 Test, CFI = 0.995, TLI = 0.994, RMSEA = 0.047, SRMR = 0.037) war nur der p-Wert nicht angemessen. Dieser bezieht sich auf die Nullhypothese, dass das Modell gut adjustiert ist. Hier könnte seine Sensitivität für die sehr große Sample-Größe vermutet werden. Als Referenzwerte für die genannten Parameter gelten, dass CFI und TLI > 0.95, RMSEA < 0.05 und SRMR < 0.06 sein sollten. Nach Hu und Bentler (1999) ist das getestete Modell somit als gut adjustiert zu bezeichnen. Es ergibt sich somit eine plausible und ökonomischere Version 2.2 des ASP mit 20 Items (ASP-20).

Cronbachs alpha der vier Faktoren dieses auf 20-Items gekürzten Konstruktes betrug 0,91, 0,82, 0,73 und 0,75. Der Schwierigkeitsindex dieser 20 Items (Mittelwert 2.16 / 4) betrug 0.54. Alle Items lagen im akzeptablen Bereich von 0.2 bis 0.8; bei den Antwortmustern fanden sich also weder Decken- noch Boden-Effekte.

2.6 Statistische Auswertung

Reliabilitäts- und explorative Faktorenanalysen (EFA mit Varimax Rotation) sowie Varianzanalysen (ANOVA) und Korrelationsanalysen wurden mittels der Software SPSS Statistics 23 durchgeführt.

3 Ergebnisse

Bevor der Frage nachgegangen wird, welche Aspekte der Spiritualität für die Schüler besonders bedeutsam sind, sollte mit dem gestrafften und in seiner Qualität bestätigten ASP-Fragebogen untersucht werden, welche Themenbereiche (Faktoren) (1) eine inhaltliche Nähe zueinander aufweisen und (2) welche spirituellen Haltungen und Einstellungen ihr ethisches Verhalten und Engagement im konkreten Leben beeinflussen.

3.1 Korrelative Zusammenhänge zwischen Ausdrucksformen der Spiritualität

Faktorenanalytisch trennen sich zwar die Religiöse Orientierung und die Transzendenz-Überzeugung, jedoch gibt es offensichtliche thematische Überlappungen (insbesondere in Bezug auf die Überzeugung, dass die „Seele ihren Ursprung in einer höheren Dimension hat“. Dementsprechend sind beide Faktoren stark interkorreliert (Tab. 3). Der Themenbereich der Transzendenz-Überzeugung korreliert zudem auch moderat bis stark mit der philosophisch-existenzialistisch geprägten Suche nach Einsicht / Weisheit, die ebenfalls moderat mit der Religiösen Orientierung assoziiert ist. Lediglich die relationalen Aspekte der Spiritualität, die sich in der Skala Bewusster Umgang / Mitgefühl abbilden, zeigen nur marginale Zusammenhänge mit den anderen Faktoren des ASP (Tab. 3). Diese sind aber für die untersuchten Personen hinsichtlich ihrer Bedeutsamkeit (Zustimmung) am stärksten ausgeprägt (Tab. 2).

Tab. 3

Korrelationsanalysen

Religiöse OrientierungSuche nach Einsicht / WeisheitBewusster Umgang / MitgefühlTranszendenz-Überzeugung
Ausdrucksformen der Spiritualität
Religiöse Orientierung1,000,321**,259**,559**
Suche nach Einsicht / Weisheit1,000,266**,356**
Bewusster Umgang / Mitgefühl1,000,214**
Transzendenz-Überzeugung1,000
Ehrenamtliches Engagement / ethisches Verhalten
Ich richte mein Leben nach ethischen Normen aus (s32),410**,366**,300**,292**
Ehrenamtliches Engagement für andere (s25),359**,186**,340**,196**

Korrelative Zusammenhänge r > 0,5 werden als stark bewertet, r zwischen 0,3 und 0,5 als moderat, r zwischen 0,2 und 0,3 als schwach und r < 0,2 als marginal und somit vernachlässigbar.

[**]

3.2 Korrelative Zusammenhänge zwischen Ausdrucksformen der Spiritualität sowie ehrenamtlichem Engagement und ethischen Normen

Da zu vermuten ist, dass bestimmte spirituelle Haltungen und Einstellungen Auswirkungen im konkreten Leben haben, insbesondere hinsichtlich ethischem Verhalten und Engagement für andere, sollten diese beiden Aspekte mit Hilfe der Marker-Items s32 und s25 des ASP-Fragebogens untersucht werden. Es zeigten sich moderate Zusammenhänge zwischen einer nach ethischen Normen ausgerichteten Lebensweise insbesondere mit der Religiösen Orientierung, ebenso mit der Suche nach Einsicht / Weisheit und Bewusstem Umgang / Mitgefühl, und etwas schwächer auch mit der Transzendenz-Überzeugung (Tab. 3). Das ehrenamtliche Engagement für andere hingegen war moderat nur mit der Religiösen Orientierung und Bewusstem Umgang / Mitgefühl assoziiert.

3.3 Ausprägung der Faktoren

Betrachtet man die Ausprägung der ASP-Faktoren (in Bezug auf Zustimmung und Ablehnung), so fällt auf, dass der Faktor Bewusster Umgang / Mitgefühl, der sowohl buddhistisch als auch christlich orientierte Ideale thematisiert, hohe Zustimmungs-Scores hat, dass dieser Themenbereich also für die Schüler wichtig ist (Tab. 4). Insbesondere den Intentionen, Mitgefühl (s28; 82 % Zustimmung) und Großzügigkeit (s26; 65 % Zustimmung) zu entwickeln und bewusst mit den anderen Menschen (s22; 87 % Zustimmung) und der Umwelt umzugehen (s23; 73 % Zustimmung), kommt große Bedeutung zu. Ob dies objektivierbar ist oder nicht, sei dahingestellt, die Zustimmungs-Scores sprechen jedoch für die empfundene Bedeutung dieser Themenbereiche (die natürlich auch sozial erwünscht sind). Das Handlungs-bezogene Marker-Item zum ehrenamtlichen Engagement für andere zeigte einen moderaten Zustimmungs-Score (s25; 43 % Zustimmung).

Tab. 4

Ausdrucksformen der Spiritualität (ASP-20) in Bezug zu Geschlecht, Familienstatus und Schulträgerschaft

Religiöse OrientierungSuche nach Einsicht / WeisheitBewusster Umgang / MitgefühlTranszendenz-Überzeugung
Alle SchülerMW39,1961,4373,3449,17
SD27,2320,3216,9427,73
z-MW*0,000,000,000,00
SD1,001,001,001,00
Familienstatus
Mit beiden Eltern lebendz-MW*0,090,010,020,01
SD1,010,980,960,99
Mit einem Elternteil / Pflegeeltern lebendz-MW*-0,240,04-0,040,02
SD0,931,011,041,02
F-Wert50,50,41,90,1
p-Wert<0,0001n.s.n.s.n.s.
Geschlecht*
Weiblichz-MW*0,130,070,170,14
SD0,980,950,870,94
Männlichz-MW*-0,20-0,10-0,27-0,21
SD0,991,071,121,05
F-Wert64,116,8118,071,5
p-Wert<0,0001<0,0001<0,0001<0,0001
Schulträger*
Öffentliche Trägerschaftz-MW*-0,31-0,21-0,17-0,27
SD0,961,081,111,03
Freie (incl. kirchliche) Trägerschaftz-MW*0,210,140,120,19
SD0,970,910,900,93
F-Wert172,877,851,7133,1
p-Wert<0,0001<0,0001<0,0001<0,0001

Die Skalen Suche nach Weisheit / Einsicht und Transzendenz-Überzeugung zeigten eher moderate Scores, was für eine indifferente Haltung der Schüler zu diesen Themenbereichen spricht (Tab. 4). Im Themenbereich der philosophisch-existenziell ausgerichteten Suche nach Weisheit / Einsicht war das Streben nach Erkenntnis und Wahrheit (s11; 70 % Zustimmung) von größter Bedeutung, ebenso das Streben nach umfassendem Bewusstsein (s13, 60 % Zustimmung) sowie nach Schönheit und Güte (s12; 55 % Zustimmung) oder die Intention, Weisheit zu entwickeln (s10; 55 % Zustimmung). Die Suche nach „tiefen Einsichten in die Lebenszusammenhänge“ (s15; 41 % Zustimmung) oder die Intention, Geistesoffenheit zu erlangen (s16; 30 % Zustimmung), war hier von deutlich geringerer Bedeutung.

Im Kontext der Transzendenz-Überzeugung waren die Überzeugung, dass es „höhere Kräfte und Wesenheiten gibt“ (s06; 53 % Zustimmung) oder dass der Mensch ein „geistiges Wesen“ ist (s19; 53 % Zustimmung), durchaus relevant für eine große Gruppe der Schüler, während die Überzeugungen, dass die „Seele ihren Ursprung in einer höheren Dimension“ hat (s05; 31 % Zustimmung) oder dass es eine „Wiedergeburt des Menschen (oder seiner Seele)“ gibt (s08; 32 % Zustimmung), auf wenig Zustimmung trafen.

Auch die Zustimmungs-Scores für den Themenbereich der Religiösen Überzeugungen waren eher gering (Tab. 4). Insbesondere dem Bemühen, dem „Göttlichen in der Schöpfung Ausdruck zu verschaffen“ (s 39; 9 % Zustimmung), was einer Lebensorientierung der jüdisch-christlich Tradition entspricht, sowie dem Lesen von „religiösen bzw. spirituelle Schriften“ (s37; 14 % Zustimmung) oder der Ausübung „bestimmter Rituale oder Handlungen“ (s38; 25 % Zustimmung) kommt keine wesentliche Bedeutung zu. Wichtig erscheint, dass ein „Vertrauen in und Zuwendung zu Gott“ (s03; 33 % Zustimmung) durchaus für einige von Bedeutung ist, ebenso eine „geistliche Orientierung im Leben“ zu haben (s33; 30 % Zustimmung) und das Gefühl, „geführt und geborgen“ (s04; 33 % Zustimmung) zu sein. Den relativ gesehen höchsten Zuspruch fand in diesem Themenbereich die Aussage, nicht allein zu sein, „auch wenn niemand bei mir ist“ (s40; 40 % Zustimmung). Hier drückt sich durchaus ein gewisses Vertrauen in „begleitetes“ Leben aus.

Von welchen soziodemographischen Variablen sind diese Ausprägungen der Spiritualität beeinflusst?

3.4 Ausprägung der Faktoren in Bezug zu Geschlecht, Familienstatus und Schulträger

Die Ausprägungs-Scores aller ASP-Skalen unterscheiden sich signifikant zwischen weiblichen und männlichen Schülern, wobei die männlichen Schüler zumeist geringere Scores als die weiblichen Schüler aufweisen (Tab. 4). Die generelle Tendenz, dass erwachsene Frauen eine größere Offenheit für die Themengebiete der Spiritualität haben, lässt sich bei den untersuchten Schülern bestätigen.

Bemerkenswert ist, dass die religiöse Orientierung insbesondere bei Schülern, die nur mit einem Elternteil (oder Pflegeeltern) leben, signifikant geringer ist als bei Schülern, die mit beiden Eltern leben. Für die anderen Themenbereiche ließen sich in Bezug zum Familienstatus keine wesentlichen Unterschiede feststellen.

Die Ausdrucksformen der Spiritualität erhielten bei Schülern aus Schulen öffentlicher Trägerschaft signifikant geringe Zustimmungs-Scores für die Transzendenz-Überzeugung, die Religiöse Orientierung und die Suche nach Einsicht / Weisheit als bei Schülern von Schulen freier (inkl. kirchlicher) Trägerschaft (Tab. 4). Hier kann eine inhaltliche Fokussierung auf die entsprechenden Themengebiet insbesondere in Schulen aus kirchlicher Trägerschaft angenommen werden. Dem Themenbereich des Bewussten Umgangs / Mitgefühls wird scheinbar in allen Schulformen große Beachtung geschenkt, so dass hier keine signifikanten Unterschiede zu finden sind.

4 Diskussion

Ziel der Untersuchung war es, bestimmte Aspekte der Spiritualität bei einer großen Gruppe von Jugendlichen und jungen Erwachsenen abbildbar und in ihrer (möglichen) Bedeutung beurteilbar zu machen. Ein Anspruch auf Repräsentativität bestand hierbei nicht. Da Schüler höherer Schulklassen intendiert waren (Ende der Pubertät und größere Abstraktions- und Reflexionsfähigkeit), sind nur bestimmte Schulformen und Altersgruppen berücksichtigt.

Die Re-Validierung des ASP-Fragebogens bestätigte auch in der untersuchten Schülergruppe seine Struktur und seine gute bis sehr gute interne Konsistenz.

Es zeigte sich, dass bestimmte Themenbereiche für die 18-jährigen Schüler bedeutsamer sind als andere: Je alltagsnäher und konkreter diese für sie sind, desto bedeutsamer werden sie gewertet; je intentionaler (und sozial erwünschter) diese sind, desto eher finden sie Zustimmung (konkret im Vergleich der intendierten Verhaltensweisen zum tatsächlichen ehrenamtlichen Engagement). Die Bandbreite der Ausdrucksformen der Spiritualität ist groß und die Zustimmungs-Scores dazu variabel. Bestimmte Themenbereiche sind kaum bedeutsam, z. B. das Lesen religiöser bzw. spiritueller Schriften oder das Ausüben bestimmter Rituale oder Handlungen, ebenso die Intention, dem „Göttlichen in der Schöpfung Ausdruck zu verschaffen“. Dieses ist für sie so abstrakt, dass nur 9 % der Schüler überhaupt zustimmen würden.

Um die Bedeutung der unterschiedlichen Ausprägung der ASP-Scores und möglicher soziokultureller Einflüsse abschätzen zu können, sollen diese nun mit denen polnischer Schüler gleichen Alters (17,9 ± 1,1 Jahre) verglichen werden. Diese waren zu 82 % katholisch, es schätzten sich aber 50 % als nicht-religiös ein. Wie in Tab. 5 gezeigt, ist bei den untersuchten polnischen Schülern insbesondere die Religiöse Orientierung stärker ausgeprägt, und zwar auch bei den männlichen Schülern. Bei den polnischen Schülern sind auch die Scores für Suche nach Einsicht / Weisheit deutlich höher; signifikante geschlechtsbezogene Unterschiede wie bei den deutschen Schülern finden sich nicht. Für den Faktor Bewusster Umfang / Mitgefühl sind es vor allem deutsche Schülerinnen, die höhere Scores als polnische Schüler generell haben. Die geschlechtsbezogenen Unterschiede sind bei den deutschen Schülern deutlich stärker ausgeprägt. Hinsichtlich der Transzendenz-Überzeugung haben insbesondere die männlichen Schüler aus Deutschland niedrigere Scores; bei den polnischen Schülern finden sich keine signifikanten geschlechtsbezogenen Unterschiede.

Tab. 5

Vergleich der ASP-Scores (Version 2.3) polnischer und deutscher Schüler (< 25 Jahre)

Religiöse OrientierungSuche nach Einsicht / WeisheitBewusster Umgang / MitgefühlTranszendenz-Überzeugung
Schüler Deutschland (n = 2.438)
Alle deutschen SchülerMW39,1961,4373,3449,17
SD27,2320,3216,9427,73
WeiblichMW42,6762,7776,2552,91
SD26,7819,2314,7726,11
MännlichMW33,7359,3368,7943,31
SD27,0521,7618,9929,15
F-Wert64,116,8118,071,5
p-Wert<0,0001<0,0001<0,0001<0,0001
Schüler Polen (n = 873)*
Alle polnischen SchülerMW56,7371,4166,3754,58
SD25,7720,2820,9428,10
WeiblichMW59,5172,4268,2855,72
SD24,6519,3620,0827,69
MännlichMW53,8670,3764,4053,40
SD26,6021,1521,6428,50
F-Wert10,62,27,51,5
p-Wert0,001n. s.0,006n. s.

Mit diesen Vergleichen soll es nicht darum gehen, ein „besser“ oder „schlechter“ zu konstatieren, sondern um das Abschätzen von möglichen Einflussgrößen. Die (eher traditionelle) katholische Sozialisation der polnischen Schüler hat anscheinend höhere Zustimmungs-Scores für den Themenbereich der Religiösen Orientierung zur Folge. Unklar ist jedoch, warum bei den deutschen Probanden aus Schulen freier und kirchlicher Trägerschaft ein so geringes Interesse – insbesondere bei den jungen Männern – für diesen Themenbereich besteht, da doch zu vermuten wäre, dass dieser hier eine besondere Bedeutung haben müsste.

Die vorliegenden Daten aus einer nicht repräsentativen Gruppe von Schülern höherer Schulklassen und vornehmlich freier und kirchlicher Trägerschaft (60 %) zeigt, dass auch bei diesen das religiöse Interesse eher moderat ausgeprägt ist. Vertrauen in und Zuwendung zu Gott findet sich bei 33 % dieser Schüler. Ähnliche Zahlen werden auch in anderen Studien gefunden. Ziebertz (2007) berichtet, dass von den von ihm untersuchten jungen Erwachsenen (18–29 Jahre) 34 % an Gott glauben, während generelle religiöse Themen aber nur bei 11 % von Interesse waren. Auch in der 15. Shell-Jugendstudie wurde bestätigt, dass 30 % der deutschen Jugendlichen an Gott glauben und dass 28 % keinerlei Interesse an Religion überhaupt haben (Hurrelmann & Albert, 2006).

Spezifische spirituelle Einstellungen und Überzeugungen finden ihren Ausdruck im konkreten Leben und Verhalten. So wie die betende Zuwendung zu Gott mit einer religiösen Orientierung verbunden ist, so sind prosozial-altruistische Verhaltensweisen nicht nur bei religiösen Menschen sondern auch bei a-religiösen zu finden (Büssing et al. 2013). Spirituelle Haltungen ziehen eine daraus abgeleitete Ethik und eine davon geprägte Lebensweise nach sich. Bei den untersuchten Schüler innen und Schülern, die sich zu 73 % als nicht religiös einschätzten, fand sich ein moderater Zusammenhang insbesondere zwischen der Religiösen Orientierung und einer nach ethischen Normen ausgerichteten Lebensweise; deutlich schwächer auch die anderen Ausdrucksformen der Spiritualität. Die Religionstradition hat hier möglicherweise einen stärker auch die Ethik prägenden Charakter. Das helfende Engagement für andere, das als Ideal aller Religionstraditionen angesehen wird, ist moderat nur mit der Religiösen Orientierung und Bewusstem Umgang / Mitgefühl assoziiert. Gerade der Themenbereich Bewusster Umgang / Mitgefühl ist nur schwach mit der Religiösen Orientierung assoziiert und hat inhaltlich auch keine dezidiert religiöse Konnotation, sodass diese auch für a-religiöse Personen bedeutsam sind.

4.1 Limitierungen

Die vorliegende Untersuchung hat nicht den Anspruch, repräsentativ zu sein, sie will Hinweise geben. Die meisten Schüler wurden in Baden-Württemberg rekrutiert; andere Bundesländer sind entsprechend unterrepräsentiert. In unserem Sample wurden bewusst Schülerinnen und Schüler höherer Schulklassen (Ende der Pubertät) rekrutiert, da bei diesen eine genügende Abstraktions- und Reflexionsfähigkeit für das Thema angenommen werden konnte. Ein relativ hoher Anteil freier und kirchlicher Trägerschaften war ebenfalls beabsichtigt, da bereits in ersten Untersuchungen aufgefallen war, dass auch bei diesen ein eher geringes Interesse für religiöse Themenbereiche vorhanden war. Die entsprechenden Ergebnisse könnten in anderen Regionen und Trägerschaften also durchaus kontrastierender sein. In der Tat fanden sich insbesondere bei den Schülern aus Mecklenburg-Vorpommern deutliche Abweichungen der Zustimmungs-Scores in Bereichen des Desinteresses (Religiöse Orientierung: z-Wert = -0,64 ± 0,87; Suche nach Einsicht / Weisheit: z-Wert = -0,54 ± 1,20; Bewusster Umgang / Mitgefühl: z-Wert = -0,48 ± 1,22; Transzendenz-Überzeugung: z-Wert = -0,53 ± 1,07). Die sollte in größeren und auf Repräsentativität angelegten Folgeuntersuchungen überprüft werden.

4.2 Schlussfolgerungen

Die faktorielle Struktur und gute interne Konsistenz des ASP-Fragebogens, der an einer großen Gruppe junger Menschen getestet wurde, konnte bestätigt und das Instrument weiter gestrafft werden, sodass es ökonomischer in seiner Anwendbarkeit wird.

Aktuell werden Elemente dieses Fragebogens – kombiniert mit Items des SpREUK-P Fragebogens (Büssing et al. 2012b) und des Spiritual Needs Fragebogens (Büssing et al. 2012c) – bei chronisch kranken Jugendlichen (14 bis 18 Jahre) auf ihre Bedeutung hin getestet.

Für die hier untersuchten Schülerinnen und Schüler konnten spezifische Themenbereiche identifiziert werden, die ihnen bedeutsam sind, sowie andere, die für sie (noch?) nicht zugänglich sind. Diese können sich möglicherweise erst in der Auseinandersetzung mit Lebensereignissen als wichtig erweisen – oder sie bleiben Zeit ihres Lebens von geringer Bedeutung. Da sich 73 % der untersuchten Schüler und Schülerinnen als nicht religiös einschätzen würden und 81 % als nicht spirituell, ist es nicht unwahrscheinlich, dass für sie in ihrem weiteren Leben der Zugang zu Religiosität und Spiritualität als Ressource erschwert ist. Für die pastorale Praxis der Kirchen im Allgemeinen wie auch in der Krankenseelsorge im Besonderen stellen sich hier besondere Herausforderungen und Chancen.

Danksagung

Herzlichen Dank an Philipp Kerksieck für die logistische und fachliche Unterstützung!

  1. Angaben zum Interessenkonflikt: Es liegen keine Interessenskonflikte vor.

Literatur

Büssing A, Ostermann T, Matthiessen PF (2005) Role of religion and spirituality in medical patients: Confirmatory results with the SpREUK questionnaire. BMC Health and Quality of Life Outcomes 3:10 (http://www.hqlo.com/content/3/1/10).10.1186/1477-7525-3-53Search in Google Scholar PubMed PubMed Central

Büssing A (2006) „Spiritualität“- Worüber reden wir? In: Büssing A, Ostermann T, Glöckler M, Matthiessen PF (Hg). Spiritualität, Krankheit und Heilung – Bedeutung und Ausdrucksformen der Spiritualität in der Medizin. Frankfurt: VAS – Verlag für Akademische Schriften. 11–24.Search in Google Scholar

Büssing A, Ostermann T, Matthiessen PF (2007) Distinct expressions of vital spirituality. The ASP questionnaire as an explorative research tool. Journal of Religion and Health 46:267–286.10.1007/s10943-006-9068-zSearch in Google Scholar

Büssing A, Föller-Mancini A, Gidley J, Heusser P (2010) Aspects of spirituality in adolescents. International Journal of Children’s Spirituality 15:25–44.10.1080/13644360903565524Search in Google Scholar

Büssing A (2012) Measures of spirituality in health care. In: Cobb MR, Puchalski CM, Rumbold B (Hg). Oxford Textbook of Spirituality in Healthcare. Oxford: Oxford University Press. 323–331.10.1093/med/9780199571390.003.0044Search in Google Scholar

Büssing A, Kerksieck P, Föller-Manici A, Baumann K (2012a) Aspects of spirituality and ideals to help in adolescents from Christian academic high schools. International Journal of Children’s Spirituality 17:99–116.10.1080/1364436X.2012.680882Search in Google Scholar

Büssing A, Reiser F, Michalsen A, Baumann K (2012b) Engagement of patients with chronic diseases in spiritual and secular forms of practice: Results with the shortened SpREUK-P SF17 Questionnaire. Integrative Medicine: A Clinician’s Journal 11:28–38.Search in Google Scholar

Büssing A, Janko J, Kopf A, Lux EA, Frick E (2012c) Zusammenhänge zwischen psychosozialen und spirituellen Bedürfnissen und Bewertung von Krankheit bei Patienten mit chronischen Erkrankungen. Spiritual Care 1 (1):57–73.10.1515/spircare-2012-0008Search in Google Scholar

Büssing A, Kerksieck P, Günther A, Baumann K (2013) Altruism in adolescents and young adults: Validation of an instrument to measure generative altruism with structural equation modeling. International Journal of Children’s Spirituality 18:335–350.10.1080/1364436X.2013.849661Search in Google Scholar

Büssing A (2014) The suffering child: Experiences compared. Dolentium Hominum 83:108–111.Search in Google Scholar

Feudtner C, Haney J, Dimmers MA (2003) Spiritual care needs of hospitalized children and their families: a national survey of pastoral care providers’ perceptions. Pediatrics 111:e67–72.10.1542/peds.111.1.e67Search in Google Scholar PubMed

Hart T (2005) Spiritual experiences and capacities of children and youth. In: Roehlkepartain EC, King PE, Wagener L, Benson PL (Hg.) Handbook of Spiritual Development in Childhood and Adolescence. Thousand Oaks: Sage. 163–178.10.4135/9781412976657.n12Search in Google Scholar

Hay D, Nye R (2006) The Spirit of the Child. London: Jessica Kingsley Publishers.Search in Google Scholar

Hu LT, Bentler PM (1999) Cutoff criteria for fit indexes in covariance structure analysis: Conventional criteria versus new alternatives. Structural Equatation Modeling 6:1–55.10.1080/10705519909540118Search in Google Scholar

Hurrelmann K, Albert M (2006) Jugend 2006. 15. Shell Jugendstudie: Eine pragmatische Generation unter Druck. Frankfurt: Fischer Taschenbuch Verlag.Search in Google Scholar

Koenig HG (1998). Religious beliefs and practices of hospitalized medically ill older adults. International Journal of Geriatric Psychiatry 13:213–224.10.1002/(SICI)1099-1166(199804)13:4<213::AID-GPS755>3.0.CO;2-5Search in Google Scholar

Pargament KI (1997) The psychology of religion and coping: Theory, research, practice. New York: Guilford.Search in Google Scholar

Petersen CL (2013) Spiritual care of children with cancer at the end of life: a concept analysis. Journal of Advanced Nursing 70:1243–1253.10.1111/jan.12257Search in Google Scholar

Tanyi RA (2002) Nursing theory and concept development or analysis. Towards clarification of the meaning of spirituality. Journal of Advanced Nursing 39:500–509.10.1046/j.1365-2648.2002.02315.xSearch in Google Scholar

Wintersgill B (2008) Teenagers’ perception of spirituality – a research report. International Journal of Children’s Spirituality 13:371–378.10.1080/13644360802439565Search in Google Scholar

Ziebertz HG (2007) Gibt es einen Tradierungsbruch? Befunde zur Religiosität der jungen Generation. In: Bertelsmann Stiftung (Hg.) Religionsmonitor 2008. Gütersloh: Bertelsmann Stiftung. 44–53.Search in Google Scholar

Zwingmann C, Klein C, Büssing A (2011) Measuring religiosity / spirituality: Theoretical differentiations and characterizations of instruments. Religions 2:345–357.10.3390/rel2030345Search in Google Scholar

Online erschienen: 2016-10-7
Erschienen im Druck: 2016-10-1

© 2016 Walter de Gruyter GmbH, Berlin/Boston

Articles in the same Issue

  1. Frontmatter
  2. Frontmatter
  3. Editorial
  4. Was ist die Spiritualität von Kindern und Jugendlichen – und wie können wir ihr begegnen?
  5. Originalia
  6. Spirituelle Fragen und Erfahrungen von erkrankten jungen Menschen – auch ein Bildungsanlass?
  7. Ausdrucksformen der Spiritualität bei Schülern und jungen Erwachsenen
  8. Spiritualität im Rahmen von Sinn-Suche, Identitätsfindung und Selbst-Adoption
  9. Mit Kindern eine Sprache für das Geheimnis suchen
  10. Spiritualität in der Psychotherapie von Kindern
  11. Übersichtsartikel
  12. Topics of spirituality in neonatology – Results from a systematic literature review
  13. Essay
  14. Kind und Glauben – ein Plädoyer für ein neues Kinderbewusstsein
  15. Zur kinder- und jugendpsychiatrischen Behandlung aus christlicher Sicht
  16. Spiritueller Implus
  17. Gib nicht auf
  18. Interview
  19. Gespräch über Leben und Sterben mit Schwester Monika Düllmann im Französischen Hospital Jerusalem
  20. Tagungsbericht
  21. Bericht von der Tagung des ENHCC (European Network on Health Care Chaplaincy) in Debrecen vom 1.–5.6.2016
  22. „Diesseits und jenseits leiblichen Verstehens. Beten im Kontext von Spiritual Care“ (Professur für Spiritual Care, Universität Zürich, 1.–2. Juli 2016)
  23. Das Stichwort
  24. Musik und Spiritualität
  25. Rezensionen
  26. Ingrid Riedel: (2014) Hildegard von Bingen. Prophetin der kosmischen Weisheit. Freiburg i. Br.: Kreuz Verlag in der Verlag Herder GmbH. ISBN 978-3-451-61264-0; 272 Seiten; € 22,99 (D); € 23,60 € (A)
  27. Petra Rechenberg-Winter: (2015) Leid kreativ wandeln: Biografisches Schreiben in Krisenzeiten. Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht. ISBN: 978-3-525-40258-0; 147 Seiten, Preis: D 15,00 €, A 15,00 €; CH 16,90 CHF; E-Book 11,99 €
  28. Stephan M. Abt: (2013) Reminiszenzgruppen mit Hochaltrigen. Anthropologische Grundlagen – salutogene Potentiale. Stuttgart: Kohlhammer. ISBN: 978-3170229587; 212 Seiten; Preis: D: 29,90 €, A: 29,90 €, CH: 31,90 CHF, E-Book: 25,99 €
  29. Dokumentation
  30. Eine Charta der Weltreligionen für Palliative Care für Kinder
  31. Nachrufe
  32. Zygmunt Zimowski 1949–2016
  33. Christoph Egger-Büssing 1953–2016
  34. Mitteilungen
  35. Mitteilungen
  36. Erratum
  37. Wann ist Religiosität heilsam?
Downloaded on 25.1.2026 from https://www.degruyterbrill.com/document/doi/10.1515/spircare-2016-0126/html
Scroll to top button