Zusammenfassung
Am Beispiel des Kulturbegriffs und seiner Genese lässt sich zeigen, wie bildhafte Vorstellungen dem Begriffsverständnis vorgreifen. Metaphern strukturieren Denkräume. Die Kulturmetapher des ›Gartens‹ lässt diese Funktionen und ihre Zweideutigkeit exemplarisch hervortreten: Solange sie intakt war und eine umfassende Gartenmetaphysik begründete, das heißt von der Antike bis zum berühmten Romanschluss von Voltaires Candide (»il faut cultiver notre jardin«), blockierte diese Metapher die Emphase einer Eigenwelt des Menschen. Der Garten ließ, was einmal ›Kultur‹ heißen sollte, im Großen und Ganzen des Kosmos aufgehen. Erst die von Goethe geprägte Krisenmetapher des ›Weltgartens‹ bezeugt die Freisetzung der modernen Begriffe ›Kultur‹ und ›Zivilisation‹, die in den großen Wörterbüchern Ende des 18. Jahrhunderts erstmals auftauchen.
© 2012 by Lucius & Lucius, Stuttgart
Artikel in diesem Heft
- Titelei
- Inhalt
- Editorial
- Welterzeugung durch Zahlen Modelle politischer Differenzierung in internationalen Statistiken, 1948-2010
- Bildlichkeit und Sozialität Welterzeugung mit visuellen Formen
- Das Bilden der Bilder Zur Theorie der Welterzeugung und ihrer bildtheoretischen Verpflichtung
- Idee der Welt Zum Verhältnis von Welt und Bild nach Kant
- Visualisierung und Differenzierung Zur wahlverwandtschaftlichen Beziehung bildlichen Eigensinns und der Konstitution eigenlogischer Sinnsysteme am Beispiel der Religion
- Karten erzeugen doch Welten, oder?
- Wie ist globale Konkurrenz möglich? Zur sozialen Konstruktion globaler Konkurrenz am Beispiel des Human Development Index
- Irrenärzte aller Länder! Tabular Unity and the Nineteenth-Century Struggle to Comprehend Insanity
- Heterarchien, Codes und Kalküle Beitrag zu einer Soziologie des algo trading
- Von Fäusten und Fingern Visuelle politische Kommunikation im gegenwärtigen Serbien
- »Know your Money!« Falschgeldbeobachtung und visuelle Echtheitssicherung von Geld in der US-amerikanischen Ökonomie (18.-20. Jahrhundert)
- Erlebnis-Raum in Der Garten und Heufieber
- Welterzeugung durch Kulturmetaphern
- The world as narrative Reconfiguring vision in early modern Eurasia
- World Cinema: Realismus, Evidenz, Präsenz
- Abstracts
- Über die Autoren
- Hinweise für unsere Autoren
Artikel in diesem Heft
- Titelei
- Inhalt
- Editorial
- Welterzeugung durch Zahlen Modelle politischer Differenzierung in internationalen Statistiken, 1948-2010
- Bildlichkeit und Sozialität Welterzeugung mit visuellen Formen
- Das Bilden der Bilder Zur Theorie der Welterzeugung und ihrer bildtheoretischen Verpflichtung
- Idee der Welt Zum Verhältnis von Welt und Bild nach Kant
- Visualisierung und Differenzierung Zur wahlverwandtschaftlichen Beziehung bildlichen Eigensinns und der Konstitution eigenlogischer Sinnsysteme am Beispiel der Religion
- Karten erzeugen doch Welten, oder?
- Wie ist globale Konkurrenz möglich? Zur sozialen Konstruktion globaler Konkurrenz am Beispiel des Human Development Index
- Irrenärzte aller Länder! Tabular Unity and the Nineteenth-Century Struggle to Comprehend Insanity
- Heterarchien, Codes und Kalküle Beitrag zu einer Soziologie des algo trading
- Von Fäusten und Fingern Visuelle politische Kommunikation im gegenwärtigen Serbien
- »Know your Money!« Falschgeldbeobachtung und visuelle Echtheitssicherung von Geld in der US-amerikanischen Ökonomie (18.-20. Jahrhundert)
- Erlebnis-Raum in Der Garten und Heufieber
- Welterzeugung durch Kulturmetaphern
- The world as narrative Reconfiguring vision in early modern Eurasia
- World Cinema: Realismus, Evidenz, Präsenz
- Abstracts
- Über die Autoren
- Hinweise für unsere Autoren