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Welterzeugung durch Kulturmetaphern

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Veröffentlicht/Copyright: 11. Februar 2016
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Zusammenfassung

Am Beispiel des Kulturbegriffs und seiner Genese lässt sich zeigen, wie bildhafte Vorstellungen dem Begriffsverständnis vorgreifen. Metaphern strukturieren Denkräume. Die Kulturmetapher des ›Gartens‹ lässt diese Funktionen und ihre Zweideutigkeit exemplarisch hervortreten: Solange sie intakt war und eine umfassende Gartenmetaphysik begründete, das heißt von der Antike bis zum berühmten Romanschluss von Voltaires Candide (»il faut cultiver notre jardin«), blockierte diese Metapher die Emphase einer Eigenwelt des Menschen. Der Garten ließ, was einmal ›Kultur‹ heißen sollte, im Großen und Ganzen des Kosmos aufgehen. Erst die von Goethe geprägte Krisenmetapher des ›Weltgartens‹ bezeugt die Freisetzung der modernen Begriffe ›Kultur‹ und ›Zivilisation‹, die in den großen Wörterbüchern Ende des 18. Jahrhunderts erstmals auftauchen.

Online erschienen: 2016-2-11
Erschienen im Druck: 2012-11-1

© 2012 by Lucius & Lucius, Stuttgart

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