Zusammenfassung
Die heuristische Idee, die in diesem Aufsatz verfolgt wird, ist es, das Unschärfe-Phänomen ›Pop‹ als eigentümliches, weltgesellschaftlich operierendes Funktionssystem aufzufassen. Als Sozialsystem reproduziert es eine spezifische (kommunikative) Differenz, die sich dem Medium des ›Songs‹ einschreibt, das Wahrnehmungen auf raffinierte Weise in den Kommunikationszusammenhang des Systems einbettet. Angenommen wird, daß nach preadaptive advances, die bis in die Renaissance zurückreichen, das System in den Fünfziger Jahren startet mit der spezifischen Operation der ›Provokation-im-Medium des Songs‹ und sich strukturell entlang prozessiert an Formen der Provokation und Gegenprovokation: Rock’n’Roll, Beat, Garage, Psychedelic, Heavy Metal, Hip Hop, Rave, Techno... Geprüft wird unter anderem, ob sich eine Funktion des Systems konstruieren läßt, ob das System über einen Leitcode verfügt (These: Hit/Flop), über ein Medium (Songs), über Formen organisatorischer Sicherheit (Labels) etc. Diese Analysen lassen noch keine definitive Entscheidung über den Systemstatus zu, plausibilisieren aber die Annahme, daß eine darauf bezogene systemtheoretisch orientierte Forschung fruchtbar sein könnte.
© 2004 by Lucius & Lucius, Stuttgart
Articles in the same Issue
- Inhalt. Jahrgang 10 (2004)
- Inhalt
- Some Writing on Thinking and Talking
- Uncertain Communications: Uncertain Social Systems
- Verzetteln lernen. Gelehrsamkeit als Medium des Wissens in der frühen Neuzeit
- Miteinander leben, ohne sich zu kennen: Die Ökologie der Stadt
- The Contractualisation of the Citizen – on the transformation of obligation into freedom
- MUSIC NO MUSIC MUSIC
- Diskussion
- Pop: Kunst durch Markt
- Pop als Provokation?
- Zeichen über Zeichen: Pop als Resignifikation, Rekombination und Reproduktion
- Das Populäre als Form
- Luhmanns Theorie psychischer Systeme und das Freudsche Unbewusste. Zur Beobachtung strukturfunktionaler Latenz
- Rezensionen
- Abstracts
- Über die Autoren
- Hinweise für unsere Autoren
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