Zusammenfassung
Zeit einiger Zeit findet im öffentlichen Sektor eine Entwicklung statt, die mit dem Schlagwort des Vertrags bezeichnet werden kann; gekennzeichnet ist diese Entwicklung zunächst durch Ausgliederung und neuerdings durch die Entwicklung interner Verträge. Die neueste Form stellen Verträge zwischen der Verwaltung und den Bürgern dar, bei denen diese sich zu einer aktiven Teilnahme an der Definition des Bürgers selbst verpflichten. In Dänemark werden zum Beispiel Verträge zwischen Sozialbehörden und alleinerziehenden Müttern geschlossen, die das Verhalten als Mutter betreffen, das Sexualleben, die Lebenspartner, die Eßgewohnheiten etc. Der Beitrag untersucht die unterschiedlichen Formen der Bürgerverträge und stellt die Frage, welche fundamentaleren Werte und Kategorien tangiert werden (z.B. Freiheit), wenn das Verhältnis von Verwaltung und Bürger in Vertragsform gegossen wird. Der Artikel weist auf eine Reihe bemerkenswerter Paradoxien in der skizzierten Entwicklung hin; insbesondere demonstriert er, daß die neuen Bürgerverträge einen Versuch darstellen, Freiheit zu einer Pflicht zu machen.
© 2004 by Lucius & Lucius, Stuttgart
Articles in the same Issue
- Inhalt. Jahrgang 10 (2004)
- Inhalt
- Some Writing on Thinking and Talking
- Uncertain Communications: Uncertain Social Systems
- Verzetteln lernen. Gelehrsamkeit als Medium des Wissens in der frühen Neuzeit
- Miteinander leben, ohne sich zu kennen: Die Ökologie der Stadt
- The Contractualisation of the Citizen – on the transformation of obligation into freedom
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- Pop: Kunst durch Markt
- Pop als Provokation?
- Zeichen über Zeichen: Pop als Resignifikation, Rekombination und Reproduktion
- Das Populäre als Form
- Luhmanns Theorie psychischer Systeme und das Freudsche Unbewusste. Zur Beobachtung strukturfunktionaler Latenz
- Rezensionen
- Abstracts
- Über die Autoren
- Hinweise für unsere Autoren
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