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Archäologie im Roman. Zum Wagen Odins in Fontanes „Vor dem Sturm“

Christian Wagenknecht zum 60. Geburtstag
  • Klaus Düwel
Veröffentlicht/Copyright: 29. Mai 2013
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Fontane stellt in seinem Roman „Vor dem Sturm" (1878) den Prediger und Altertumsforscher Seidentopf und den Justizrat Turgany gegenüber, der eine Vertreter einer semnonisch-germanisch gedeuteten Vorgeschichte, der andere Anhänger einer wendisch-slawischen Interpretation der Bodenfunde im Odergebiet. Am Wagen Odins, einem realen Fundobjekt im Heimatmuseum Neuruppin, wird der Streit geführt und die dahinter stehenden grundsätzlichen Standpunkte über den gesamten Roman hin verfolgt. Die Forschungsgeschichte vom Wagen Odins wird nachgezeichnet und zugleich das damit verbundene übergreifende Problem der „ethnischen Deutung" in der Vorgeschichte, vor allem bei Kossinna und Kostrzewski angesprochen.

Dans son roman „Vor dem Sturm" (1878), Fontane confronte le pasteur et archéologue Seidentopf au conseiller de justice Turgany, l'un défenseur d'une préhistoire vue sous l'angle semnono-germanique, l'autre adepte d'une interprétation wendo-slave des trouvailles de la région de l'Oder. La controverse tourne autour du char d'Odin, pièce réelle du musée de Neuruppin, et les positions fondamentales sous-jacentes sont suivies tout au long du roman. On décrit l'histoire de la découverte du char d'Odin ainsi que la question plus générale qui s'y rattache de l'"interprétation ethnique" en préhistoire, abordée surtout par Kossinna et Kostrzewski.

Theodor Fontane's 1878 novel „Before the Storm" contrasts the positions of preacher and archaeologist Seidentopf and Counselor of Justice Turgany. The former is an advocate of a Semnonian-Germanic-interpreted prehistory, the latter a follower of a Wendic-Slavic interpretation of finds in the Oder region. The two men argue about Odin's wagon, a real find in the Heimatmuseum Neuruppin. The fundamental viewpoints underlying this dispute are followed throughout the novel. The research history of Odin's wagon is sketched and the overall problem of „ethnic interpretation" in prehistory is addressed, especially as concerns Kossinna and Kostrzewski.

Online erschienen: 2013-05-29
Erschienen im Druck: 1997-12

© 2013 by Walter de Gruyter GmbH & Co.

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