Nachrichten
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Marlies Ockenfeld
and Margarita Reibel-Felten
FIZ Karlsruhe entwickelt Frühwarnsystem gegen Cyberkriminalität
Immer öfter werden digitale Identitätsdaten, Konto- oder Kreditkarteninformationen sowie E-Mail-Adressen und Passwörter von (Cyber-) Kriminellen gesammelt und missbraucht, ohne dass die Betroffenen es merken. Um dies zu verhindern, entwickeln Forscher von FIZ Karlsruhe zusammen mit der Universität Bonn als Konsortialführerin, der Uni Duisburg-Essen, dem Unabhängigen Landeszentrum für Datenschutz Schleswig-Holstein und der XING AG als großem Identitätsprovider im Verbundprojekt EIDI „Effektive Information nach digitalem Identitätsdiebstahl“ eine Art Frühwarnsystem. Dieses soll nicht nur den Missbrauch aufdecken, sondern auch die Betroffenen benachrichtigen und warnen. Wichtig sind hierbei, die Häufigkeit der Benachrichtigungen, die Rechtssicherheit solcher Warn- und Überprüfungssysteme und die Verständlichkeit der Meldungen. Die Betroffenen sollen die Form des Missbrauchs ihrer Daten verstehen und dann angemessen handeln können. EIDI wird noch bis zum 31. Dezember 2019 vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert. Nähere Informationen finden sich auf den Websites von FIZ Karlsruhe und der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn: https://www.fiz-karlsruhe.de/de/nachricht/fiz-karlsruhe-forscht-fruehwarnsystemgegen-cyberkriminalitaet und https://itsec.cs.uni-bonn.de/eidi/
Künstliche Intelligenz: Neues Online-Dossier
Ein neues Dossier des Deutschen Bildungsservers bietet einen Überblick über online verfügbare Informationen zum Thema des Wissenschaftsjahres 2019 „Künstliche Intelligenz“. Es zeigt zum Einstieg, wo man sich genauer über das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gemeinsam mit der Initiative „Wissenschaft im Dialog“ ausgerichtete Wissenschaftsjahr informieren kann. Es folgt ein Einblick in die Strategie der Bundesregierung zur Künstlichen Intelligenz. Dann werden Forschungsaktivitäten und wissenschaftliche Einrichtungen in diesem Feld vorgestellt. In einem weiteren Punkt geht es um KI in Qualifizierungsprozessen und der Arbeitswelt von morgen. Zuletzt befasst sich das Dossier mit Künstlicher Intelligenz als Thema in der Schule. Das Spektrum reicht von erläuternden Medien, über Materialien und Konzepte für die Aufbereitung im Klassenraum bis hin zur Forschungsbörse des Wissenschaftsjahres, über die man Forschende in den Unterricht einladen kann. Das Dossier ist verfügbar unter www.bildungsserver.de/Das-Wissenschaftsjahr-2019-Kuenstliche-Intelligenz-12593-de.html.
SSOAR mit DINI-Zertifikat 2016 rezertifiziert
Anfang 2019 wurde der bei GESIS betriebene Volltextserver Social Science Open Access Repository (SSOAR) mit dem DINI-Zertifikat 2016 rezertifiziert. Mit über 50.000 Volltexten ist SSOAR ein wichtiger Bestandteil des elektronischen Publizierens innerhalb der Sozialwissenschaften. Zuvor wurde dieser mit dem DINI-Zertifikat 2007 ausgezeichnet. Dieses wird von der Deutschen Initiative für Netzwerkinformationen e.V. (DINI) vergeben und zertifiziert Open-Access-Publikationsdienste, um die Standardisierung und Qualität von Open-Access-Dokumentenservern sicherzustellen. Die Evaluierung von Open-Access-Repositorien und -Publikationsdienste durch DINI geschieht anhand eines permanent weiterentwickelten Kriterienkatalogs. Ziel ist die Verbesserung der Publikationsinfrastruktur für das elektronische Publizieren sowie die Stärkung von Open-Access-basierten Publikationsformen. Die Standards des DINI-Zertifikats ermöglichen eine gute und langfristige Auffindbarkeit von SSOAR-Daten. https://www.gesis.org/gesis-news/article/open-accesspublikationsdienst-ssoar-mit-dini-zertifikat-2016-rezertifiziert/
Bertelsmann finanziert Tech-Stipendien
Bertelsmann initiiert eine global angelegte Weiterbildungsoffensive in den Feldern Cloud, Data und Künstliche Intelligenz, um Technologiekompetenzen zu stärken. Mit einem mittleren einstelligen Millionenbetrag werden bis zu 50.000 Tech-Stipendien für Kurse der Online-Lernplattform Udacity finanziert. Das Angebot soll Arbeitnehmern die notwendigen Digitalkenntnisse für den Arbeitsmarkt der Zukunft zu vermitteln. Udacity – auch bekannt als „Universität des Silicon Valley“ – ist eine Lernplattform, die in Zusammenarbeit mit führenden Tech-Unternehmen praxisrelevante Online-Kurse entwickelt. Bertelsmann ist einer der größten Anteilseigner an dem Unternehmen. Der Hauptsitz befindet sich in Mountain View, Kalifornien.
ZPID will Prä-Registrierung von Studien stärken
Auf der Open-Science-Konferenz in Berlin stellte Roland Ramthun für das Leibniz-Zentrum für Psychologische Information und Dokumentation (ZPID) vor, welche Pläne es zur Förderung von Prä-Registrierung gibt. Das Public-Open-Science-Institut wird unter anderem anbieten, kostenfrei Daten im eigenen Online- oder Offline-Labor zu erheben, sofern die Studien vorab prä-registriert werden. Schon jetzt nimmt das ZPID Studienprotokolle entgegen. Die weitere Planung sieht vor, dass es bis Ende 2019 eine Prototyp-Software geben soll, mit der sich Protokolle leicht erstellen und in PsychArchives, dem Repositorium des ZPID, einstellen lassen sollen. Das Offline-Labor soll 2020 vollständig nutzbar sein. Das Poster und der Vortrag „Registered Reports in Psychology: Why, for whom and how?“ sind über PsychArchives unter: https://www.psycharchives.org/handle/20.500.12034/2012 abrufbar. Fragen zur Einreichung von Studienprotokollen am ZPID können an Stefanie Mueller, stm(at)leibniz-psychology.org gerichtet werden.
TU Darmstadt startet KI-Supercomputer
Die Wissenschaftler des Fachbereichs Informatik der TU Darmstadt haben einen Supercomputer der Reihe NVIDIA DGX-2 in Betrieb genommen. Entwickler und KI-Forscher beschreiben das Gerät als derzeit leistungsfähigste Rechenmaschine für moderne KI-Verfahren auf dem Markt. Hier spielt besonders das Deep Learning mittels künstlicher Neuronaler Netze eine große Rolle. Die Architektur der DGX-2 führt zu einer Leistung von zwei PetaFLOPS und erlaubt damit die Beschleunigung neuer Typen von tiefen Netzwerken, die sich bislang nicht trainieren ließen. Damit sind die Komplexität und Größe von Neuronaler Netze nicht mehr durch die Grenzen herkömmlicher Architekturen eingeschränkt. Mit dem neuen Supercomputer sollen wesentliche Forschungsarbeiten rund um das große Thema KI und Deep Learning interdisziplinär vertieft werden. Dazu kooperiert die KI an der TU Darmstadt mit anderen Fachbereichen der Informatik (zum Beispiel Datenmanagement, Visual Computing, Software Engineering, verteilte und eingebettete Systeme und Cybersicherheit) und den Kognitionswissenschaften. https://www.tu-darmstadt.de/vorbeischauen/aktuell/einzelansicht_224192.de.jsp
Thieme vereinbart Open-Access-Transformation mit Bibliotheken
Die Thieme Gruppe hat, unabhängig von den DEAL-Vereinbarungen einen Transformationsvertrag mit der ZB MED–Informationszentrum Lebenswissenschaften, dem Forschungszentrum Jülich und dreizehn weiteren Fachbibliotheken geschlossen. In einem ersten Pilotprojekt können die Autoren der teilnehmenden Institutionen Originalarbeiten in der internationalen Thieme Fachzeitschrift „Hormone and Metabolic Research“ ohne Mehrkosten open access publizieren. Die Lizenzgebühr, die die Bibliotheken bisher für die Nutzung der Zeitschrift an den Verlag entrichtet haben, soll laut Thieme in dem auf fünf Jahre angelegten Vertrags schrittweise in eine Veröffentlichungsgebühr umgewandelt werden. Das Projekt wird im Rahmen des Förderprogramms „Überregionale Lizenzierung“ von der Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) gefördert.
DVMD-Fachtagung 2018 zum Informationsmanagement erfolgreich
Die 15. Fachtagung des Fachverbandes für Dokumentation und Informationsmanagement in der Medizin (DVMD) e. V. fand mit mehr als 170 Teilnehmenden vom 5. bis zum 6. März 2019 in Düsseldorf statt. Die zweitägige Veranstaltung bot ein breites Spektrum an Vorträgen, Workshops und Keynotes zu Themen wie Klinischer Forschung/Dokumentation, Tumordokumentation und Krebsregistern, Daten- und Qualitätsmanagement, Risikobasiertes Monitoring, Weiterentwicklung der Klinischen Dokumentenliste KDL zum Matchen von Dokumenttypen, ICD-11, Versorgungsforschung, Zusammenarbeit mit dem MDK, Prozessunterstützung durch IT-Systeme und ein neues Format „Meet the Experts“. Anlässlich der Tagung stellte die DVMD-Vorsitzende Annett Müller das DVMD-Positionspapier zur Stärkung der Ausbildung im medizinischen Informationsmanagement vor, dessen Schwerpunkt in der schulisch-betrieblichen Ausbildung liegt. Zudem hält der DVMD die Ausbildung zum Fachangestellten für Medien- und Informationsdienste (FaMI MedDok) für überarbeitenswert und hofft bei den Rahmenbedingungen auf Anreize für Ausbildungsbetriebe sowie eine Eingruppierung in Tarifverträge.
Prof. Dr. Antonia Zapf vom Hamburger Uniklinikum Eppendorf erläuterte in ihrer Keynote, wie durch interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen Informationsmanagern und Biometrikern valide Studienergebnisse entstehen. Den Gustav-Wagner-Posterpreis erhielt 2019 das Team um Saskia Knopf vom Universitätsklinikum Eppendorf. In zwei Postern zeigten sie die Entwicklung des Psoriasisregisters „PsoBest“. Zweite Preisträgerin wurde Nataliia Nizhegorodtseva von der Medizinischen Hochschule Hannover mit dem Beitrag „Harmonisierung von Basisdaten zu Bioproben“. Das nächste DVMD-Frühjahrssymposium findet am 23. März 2020 im München statt, die nächste Fachtagung wird Ende Februar 2021 in Leipzig wichtige Updates bieten. Das DVMD-Positionspapier ist verfügbar unter dvmd.de/downloads/aktuelles/Positionspapier_Ausbildung_medizinisches_Informationsmanagement.pdf, weitere Informationen zur Fachtagung unter www.dvmd-tagung.de/index.php/tagungsprogrammtagung-2019
Führungswechsel beim AKA-Verlag
Arnoud de Kemp (74), Verleger und Mitgeschäftsführer der Akademischen Verlagsgesellschaft AKA GmbH in Berlin, ist zum 31. März 2019 ausgeschieden und hat seine Geschäftsanteile an die IOS Press Holding B.V. in Amsterdam übergeben. Der gebürtige Niederländer wird sich auf die Organisation der 15. APE Konferenz am 13. bis 15. Januar 2020 konzentrieren und die Gründung einer Stiftung zur Förderung der Kommunikation zwischen Wissenschaft und Verlagen vorbereiten. Die Themen ‚Open Access’, ‚Open Science’ und ‚Open Data’ sowie berufliche Weiterbildung für junge Verlagsleuten und ‚Early Academic Researchers’ mit Interesse für das Publizieren werden deutliche Schwerpunkte sein. Der AKA-Verlag setzt seine Verlagsaktivitäten, vor allem im Bereich der Informatik, in Deutschland fort. Seit dem 1. April 2019 ist Dr. Einar Fredriksson, Direktor, IOS Press Holding B.V., alleiniger Geschäftsführer des AKA-Verlags.
Arnoud de Kemp war bis 2004 Mitglied der internationalen Geschäftsleitung des Springer-Verlags Berlin Heidelberg New York und hat dort maßgeblich den Bereich elektronisches Publizieren (SpringerLink) aufgebaut. 2004 hat er die digiprimo GmbH in Heidelberg, später Berlin, gegründet. 2006 erwarb digiprimo 46 Prozent der Geschäftsanteile am AKA-Verlag. Im selben Jahr organisierte Arnoud de Kemp die erste APE (Academic Publishing in Europe) Konferenz in der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften in Berlin. Während der 14. APE Konferenz im Januar 2019 wurden Plan S und der DEAL mit Wiley präsentiert.
Über APE: www.ape2019.eu
Über AKA: www.aka-verlag.de
Empfehlenswerte Kinderwebseiten in neuem Design
Auf https://seitenstark.de/ finden Kinder seit über 15 Jahren attraktive, geprüfte Angebote im Web. Nun stehen in neuem Design und optimiert für alle Endgeräte rund 60 Webseiten zur Auswahl, darunter findet sich Spielerisches ebenso wie Wissenswertes rund ums Web und ein moderiertes Kinderforum zum sicheren Austausch. Für Erwachsene gibt es einen eigenen Bereich. Pädagogischen Fach- und Lehrkräften bietet die Datenbank „Multimediale Bildung“ schnellen Zugang zu verschiedensten (Lern-)Angeboten, die sich für den Einsatz in der Grundschule, in den Klassen 5 bis 6 und in der außerschulischen Bildung eignen.
© 2019 Walter de Gruyter GmbH, Berlin/Boston
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