„Tote Literatur“. Ein biologisches Paradigma im Kulturraum Bibliothek
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Jürgen Babendreier
Bibliotheken leiden an einem Paradox. Wachstum des Wissens führt über ein Wachstum an Texten zu einem Wachstum der Bibliotheken. Bei unendlichem Wachstum aber droht Platzinfarkt. Um diesen zu vermeiden, wird selektiert und ausgeschieden. Zum Beispiel anhand des Kriteriums „Tote Literatur“. Dabei wird der Kulturraum Bibliothek mit einem Naturraum verwechselt und die heuristische Funktion von Bibliotheken verkannt.
Libraries suffer from a paradox: Growing knowledge leads to growing libraries by means of growing numbers of texts. Unlimited growth, however, carries with it the danger of a spatial infarct. To avoid this librarians select and withdraw books, which are considered “dead wood“. Thus, underestimating their heuristic function, libraries, which are strictly cultural areas, are mistakenly treated like nature.
Les bibliothèques souffrent d'un paradoxe. Dû à l'accroissement du savoir les bibliothèques grandissent sans cesse. Leurs dépôts risquent l'infarctus. Pour l'éviter les bibliothécaires commencent à éliminer toute littérature déclarée «morte». Cette opération au niveau biologique se trompe sur la fonction heuristique de la bibliothèque, qui, elle, fait partie de la culture et non de la nature.
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