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Notizen und Kurzbeiträge

Published/Copyright: April 4, 2025
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Wiedereröffnung der renovierten Lesesäle | Neu gestalteter und erweiterter Servicebereich in der Deutschen Nationalbibliothek in Leipzig | Wiedereinführung von Benutzungsgebühren

Nach einer umfassenden Renovierung sind der Lesesaal für Geisteswissenschaften und der Lesesaal für Naturwissenschaften der Deutschen Nationalbibliothek in Leipzig ab dem 24. Februar 2025 um 11 Uhr wieder für Nutzende und Besucher*innen geöffnet.

Das Sanierungsprojekt, das vom Sächsischen Staatsministerium der Finanzen vertreten durch den Staatsbetrieb Sächsisches Immobilien- und Baumanagement (SIB) betreut wurde, startete im Oktober 2023. In enger Abstimmung mit dem Denkmalschutz der Stadt Leipzig wurden im Lesesaal für Geisteswissenschaften nicht nur die Fenster modernisiert und Heizung und Lüftung optimiert, sondern auch das gesamte Mobiliar restauriert. Eine neue LED-Beleuchtung und ein moderner Linoleumboden tragen zusätzlich zu einer angenehmen Arbeitsatmosphäre in der historischen Architektur bei.

Parallel zur Renovierung wurde der Bereich der Medienausleihe neugestaltet. Orientiert an der historischen Bauausführung von 1916, beschreitet die Deutsche Nationalbibliothek hier neue Wege: Ein modernes digitales Medienboxen-System ermöglicht den Zugang zu Büchern, Zeitschriften und anderen Beständen unabhängig von den Servicezeiten der Bibliothek. Ausleihe, Aufbewahrung zur erneuten Nutzung und Rückgabe erfolgen automatisiert über die Medienboxen unter Wahrung des Bestandsschutzes.

Mit der umfangreichen Maßnahme war das Architekturbüro KHM architekten und partner mbb aus Leipzig betraut. Die besondere Herausforderung bestand darin, eine moderne Innenarchitektur und neue Technik mit dem sensiblen Umgang eines denkmalgeschützten Gebäudes in Einklang zu bringen. Dabei wurde besonderer Wert auf Nachhaltigkeit gelegt, indem schadstoff- und emissionsarme Baumaterialien verwendet wurden.

Um die Umstellung von der Interimsausleihe auf das neue System zu ermöglichen, blieb die Bibliothek vom 18. bis 22. Februar 2025 vorübergehend geschlossen. Die Ausstellungen des Deutschen Buch- und Schriftmuseums sind zu den üblichen Zeiten geöffnet.

Der älteste Lesesaal der Nationalbibliothek ist für Besucher*innen auch in regelmäßig angebotenen Sonntagsführungen oder im Rahmen kultureller Veranstaltungen erlebbar.

Als erste Veranstaltung im sanierten Lesesaal für Geisteswissenschaften wurde am 25. Februar 2025 um 18 Uhr die Ursonate von Kurt Schwitters aufgeführt. Nur wenige Jahre jünger als die 1912 gegründete Deutsche Nationalbibliothek gilt der Text als Schlüsseltext der Dada-Avantgarde, der in seiner Kombination aus Wort, Musik und Typographie die Sammlungsschwerpunkte der Deutschen Nationalbibliothek (Medienwerke in Bild, Ton und Schrift) widerspiegelt.

Mit Abschluss der Sanierungsarbeiten stehen in der Deutschen Nationalbibliothek in Leipzig wieder alle acht Lesesäle mit ganz unterschiedlicher Atmosphäre zur Verfügung – vom klassischen Bibliothekssaal zu Beginn des 20. Jahrhunderts bis zum Musiklesesaal mit Klaviaturen aus den 2010er Jahren. Zudem wurden zwei neue Gruppenarbeitsräume im Lesesaal für Geisteswissenschaften eingerichtet.

Ab dem 3. März 2025 wird eine Benutzungsgebühr von 5 Euro für eine Wochenkarte bzw. 25 Euro für eine Jahreskarte erhoben. Hintergrund ist die angespannte Haushaltslage der Deutschen Nationalbibliothek. Die seit 1. März 2020 probeweise Aussetzung der Benutzungsgebühr konnte daher nicht verstetigt werden. Mit ihren Diensten und Angeboten fördert die Deutsche Nationalbibliothek die Informations- und Meinungsfreiheit und stärkt zentrale Werte unserer Demokratie. Deshalb strebt sie langfristig weiterhin eine allgemeine Gebührenfreiheit an.

Weiterhin kostenfrei bleibt die Nutzung für Jugendliche und junge Erwachsene im Alter vom 16. bis zum vollendeten 20. Lebensjahr als auch der Besuch einer Vielzahl von kulturellen Veranstaltungen.

Weitere Informationen

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Bildmaterial zur redaktionellen Verwendung im Zusammenhang mit Berichterstattung über den Bestand unter www.dnb.de/presse.

Ansprechpartner

Johannes Neuer

Direktor der Deutschen Nationalbibliothek in Leipzig

Tel.: 0341 2271-227 | E-Mail:

Susanne Theile

Leiterin der Abteilung Benutzung und Bestandsverwaltung

Tel.: 0341 2271 420 | E-Mail:

Hintergrund

Die Deutsche Nationalbibliothek sammelt, dokumentiert und archiviert alle Werke in Schrift und Ton, die seit 1913 in Deutschland und weltweit über Deutschland oder in deutscher Sprache veröffentlicht werden. Diesen stetig wachsenden Wissensschatz zu erschließen und dauerhaft zu bewahren, ist der einzigartige Auftrag der Deutschen Nationalbibliothek. Ihre umfassenden Dienstleistungen bietet die Deutsche Nationalbibliothek an den beiden Standorten in Leipzig und Frankfurt am Main und in digitaler Form global an. Durch Lesungen, Ausstellungen, Vorträge und Konzerte macht sie regelmäßig auf ihre Bestände aufmerksam und fördert Buch-, Lese- und Musikkultur mit einem vielfältigen Veranstaltungsprogramm. Die Deutschen Nationalbibliothek freut sich über Förderung ihrer Arbeit durch Spenden. Ob allgemein oder gezielt für die Bereiche Bildung, Sammlungen, Kulturprogramm und Forschung – Spenden helfen uns dabei, das nationale Kulturerbe zu bewahren, Wissenschaft und Kultur zu vermitteln und unser Publikum zu begeistern.

Jede Unterstützung zählt: www.dnb.de/engagement.

Kontakt

Stephan Jockel

Deutsche Nationalbibliothek

Strategische Entwicklungen und Kommunikation

Adickesallee 1 | 60322 Frankfurt am Main

Tel.: +49 69 1525-1005 | E-Mail:

URL: https://www.dnb.de

Das Deutsche Exilarchiv erhält den Nachlass und das künstlerische Archiv des Pressezeichners Emil Stumpp

Das Deutsche Exilarchiv 1933–1945 der Deutschen Nationalbibliothek freut sich, den Nachlass und das künstlerische Archiv von Emil Stumpp in seine Sammlung aufzunehmen. Stumpp gilt als einer der bekanntesten Pressezeichner der Weimarer Republik. Zwischen 1925 und 1933 zeichnete er unter anderem für die Berliner Illustrierte, die Berliner Morgenpost, das Berliner Tageblatt, die Deutschen Monatshefte, die Gartenlaube, Sport im Bild und den Vorwärts. Sein Hauptauftraggeber war der Dortmunder Generalanzeiger. Besonders gefragt waren seine charakteristischen Porträtzeichnungen namhafter Persönlichkeiten aus Politik, Wissenschaft und Kunst.

Zu den von Emil Stumpp porträtierten Persönlichkeiten zählten unter anderem Franklin D. Roosevelt, Austen Chamberlain, Aristide Briand, Heinrich Brüning, Otto Braun, Konrad Adenauer, Käthe Kollwitz, Erich Kästner, Vicki Baum, Thomas Mann, Otto Dix, Albert Einstein und Alfred Döblin. Auch Szenen des öffentlichen Lebens, darunter große Sportereignisse wie Radrennen oder Tennisspiele, gehörten zu Stumpps Repertoire. In einer Zeit, in der das gezeichnete Bild noch gleichberechtigt neben der Fotografie stand, nahm er weite Reisen auf sich, um geeignete Motive zu finden. George Grosz bezeichnete ihn treffend als „globetrottenden Porträtisten“.

Für seine Porträts verwendete Stumpp Holzkreide, mit der er durch breite Striche und differenzierte Grauabstufungen eine plastische Wirkung erzielte. Technisch setzte er dabei die Lithographie im Umdruckverfahren ein. Sie erlaubte es ihm, unabhängig von Ort und Zeit seine Zeichnungen anzufertigen. Neben seinen Zeichnungen malte Stumpp auch Landschaften und Stillleben in Öl und Tempera.

Geboren 1886 im schwäbischen Neckarzimmern schloss Emil Stumpp 1914 ein Lehramtsstudium ab. Im Ersten Weltkrieg wurde er mehrfach verwundet. Ab 1919 arbeitete er als Lehrer in Königsberg. 1924 entschied sich Stumpp, als freier Pressezeichner zu arbeiten. Ein Porträt Adolf Hitlers, das der Dortmunder Generalanzeiger anlässlich dessen Geburtstag 1933 abdruckte, wurde von den Nationalsozialisten skandalisiert und führte zum Ausschluss aus der Reichspressekammer, was letztlich ein Arbeitsverbot bedeutete. Stumpp verlagerte seine Tätigkeit danach ins Ausland, hauptsächlich nach Skandinavien.

Nach Deutschland kehrte Stumpp nur noch sporadisch zurück, zuletzt 1940 anlässlich des Todes seiner Tochter. Im Oktober desselben Jahres wurde er in Ostpreußen festgenommen und wegen Vergehens gegen das „Heimtückegesetz und verbotenem Umgang mit zwei Kriegsgefangenen“ inhaftiert. An den Folgen der Haftbedingungen verstarb Emil Stumpp am 5. April 1941 im Gefängnis im westpreussischen Sztum/Stuhm.

Emil Stumpps künstlerisches Archiv umfasst rund 10.000 Originallithographien sowie Ölgemälde und Aquarelle. Der Nachlass beinhaltet thematische Berichte zu Musik, Theater und Wissenschaft sowie Reiseberichte, Tagebücher aus den 1920er Jahren und Aufzeichnungen aus der Haft, Geschäfts- und Familienkorrespondenz, Familienfotografien und Unterlagen zu seinem Prozess 1940. Der Bestand wurde aus Privatbesitz übernommen.

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Ansprechpartnerin

Dr. Sylvia Asmus

Leiterin des Deutschen Exilarchivs 1933–1945

Tel.: 069 1525-1900 | E-Mail:

Hintergrund

Das Deutsche Exilarchiv 1933–1945 der Deutschen Nationalbibliothek ist ein Ort der Auseinandersetzung mit den Themen Exil und Emigration während der Zeit des Nationalsozialismus. Das Archiv sammelt Zeugnisse dieses Exils: Publikationen, institutionelle und persönliche Nachlässe – berufsübergreifend und unabhängig von der Prominenz einer Person. Ziel ist es, das Phänomen des Exils in seiner ganzen Breite zu erfassen und die Bestände zugänglich zu machen.

Die Gründung des Exilarchivs in der frühen Nachkriegszeit wurde von Exilierten selbst mitinitiiert, die darin ein Instrument der politischen Aufklärung sahen. Auch deshalb hat die kulturelle Vermittlungsarbeit für das Exilarchiv einen besonderen Stellenwert: Durch Ausstellungen, ein vielfältiges Veranstaltungsprogramm und Publikationen wird die Vielschichtigkeit des Exils zwischen 1933 und 1945 vermittelt und damit ein wichtiger Beitrag zu einer lebendigen Erinnerungskultur geleistet.

Kontakt

Stephan Jockel

Deutsche Nationalbibliothek

Strategische Entwicklungen und Kommunikation

Adickesallee 1 | 60322 Frankfurt am Main

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Bauen für die Ewigkeit. Architekturbüro CODE UNIQUE erhält Zuschlag für Erweiterungsbau der Deutschen Nationalbibliothek

Das Architekturbüro CODE UNIQUE Architekten GmbH hat im Januar 2025 den Zuschlag für die Realisierung des fünften Erweiterungsbaus der Deutschen Nationalbibliothek in Leipzig erhalten.

Das Verhandlungsverfahren zur Vergabe der Gebäudeplanung des Bauprojektes fand im Herbst 2024 statt. Beteiligt waren Vertreter*innen des Sächsischen Ministeriums der Finanzen, des Sächsischen Staatsbetriebs Immobilien- und Baumanagement sowie der Deutschen Nationalbibliothek. Die Vergabe folgte auf einen internationalen Architekturwettbewerb mit 20 zugelassenen Teilnehmer*innen. CODE UNIQUE ist daraus als Erstplatzierte hervorgegangen.

Überzeugt hat der Entwurf des Dresdner Büros mit einem schlichten dreigestaffelten Baukörper und einer hohen Raumeffizienz. Eigenständig platziert, schließt er dennoch überzeugend an den Gründungsbau der Deutschen Nationalbibliothek, errichtet 1914 bis 1916, an. Er bildet die bereits fünfte Erweiterung der einst als Deutsche Bücherei in Leipzig gegründeten Institution.

Johannes Neuer, Direktor der Deutschen Nationalbibliothek in Leipzig, sagt: „Ich freue mich darüber, dass sich der neueste Erweiterungsbau so wunderbar in das über mehr als hundert Jahre historisch gewachsene Gebäudeensemble einfügen wird. Die Ausführung durch ein sächsisches Architekturbüro und den dadurch engen regionalen Bezug sehe ich als einen zusätzlichen Gewinn.“

Der hochfunktionale, klimastabile Magazinbau wird bis zu sieben oberirdische und drei unterirdische Geschosse umfassen. Er wird eine Nutzungsfläche von rund 17.200 Quadratmetern für die dauerhafte Archivierung von 35,5 Millionen Medienwerken für circa 30 Jahre bieten. Voraussichtlich Ende des Jahres 2026 sollen die Baumaßnahmen beginnen. Im Jahr 2030 ist die Fertigstellung des Magazinbaus geplant.

Weitere Informationen

Fünfter Erweiterungsbau: www.dnb.de/erweiterungsbau

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Ansprechpartner

Johannes Neuer

Direktor der Deutschen Nationalbibliothek in Leipzig

Tel.: + 49 341 2271-227 | E-Mail:

Hintergrund

Die Deutsche Nationalbibliothek sammelt, dokumentiert und archiviert alle Werke in Schrift und Ton, die seit 1913 in Deutschland und weltweit über Deutschland oder in deutscher Sprache veröffentlicht werden. Jährlich wächst der Zugang an physischen Medienwerken um circa 3,3 Regalkilometer je Standort in Leipzig und Frankfurt am Main.

Zum Sammelauftrag gehören auch alle in Deutschland veröffentlichten Notenausgaben und Musikressourcen. Mit dem Deutschen Exilarchiv 1933–1945 und dem Deutschen Buch- und Schriftmuseum verfügt die Deutsche Nationalbibliothek darüber hinaus über wertvolle und reichhaltige Sondersammlungen.

Diesen stetig wachsenden Wissensschatz zu erschließen und dauerhaft zu bewahren, ist der einzigartige Auftrag der Deutschen Nationalbibliothek. Ihre umfassenden Dienstleistungen bietet die Deutsche Nationalbibliothek an den beiden Standorten in Leipzig und Frankfurt am Main und in digitaler Form global an. Durch Lesungen, Ausstellungen, Vorträge und Konzerte macht sie regelmäßig auf ihre Bestände aufmerksam und fördert Buch-, Lese- und Musikkultur mit einem vielfältigen Veranstaltungsprogramm.

Kontakt

Stephan Jockel

Deutsche Nationalbibliothek, Pressesprecher

Adickesallee 1 | 60322 Frankfurt am Main

Tel.: +49 69 1525-1005 | E-Mail:

URL: https://www.dnb.de

Wege zu mehr Offenheit in der Wissenschaft

ZBW-Studie: Wie visuelle Signale die Open-Access-Bereitschaft stärken

Wissenschaftler*innen der ZBW – Leibniz-Informationszentrum Wirtschaft veröffentlichten eine Studie zu Gamification als Anreizsystem für Open Science. Die experimentelle Studie zeigt, dass spielerische Elemente wie prägnante Abzeichen auf Artikeln die Motivation von Forschenden erhöhen, in Open-Access-Zeitschriften zu publizieren. Die Forschungsergebnisse bieten Ansätze zur Anpassung traditioneller Anreizsysteme in der Wissenschaft.

Der Zugang zu wissenschaftlichen Erkenntnissen ist für eine transparente und fortschrittliche Forschung essenziell. Dennoch stehen Open-Access-Publikationen, die Wissen frei zugänglich machen, weiterhin vor Herausforderungen: Forschende bevorzugen oft renommierte, abonnementbasierte Zeitschriften, da diese mit hohen Impact-Faktoren und größerem akademischem Prestige verbunden sind. Gleichzeitig fehlen ausreichende Anreize, um Open Access als Publikationsweg zu wählen, was die Verbreitung und Sichtbarkeit wissenschaftlicher Ergebnisse einschränkt.

Eine Forschungsgruppe der ZBW – Leibniz-Informationszentrum Wirtschaft hat nun untersucht, wie spielerische Elemente wie Abzeichen (Badges) gezielt eingesetzt werden können, um diese Hürden zu überwinden und Forschende für Open Access zu motivieren.

Die Experiment-Studie mit über 350 Teilnehmer*innen zeigt, dass der Journal Impact Factor weiterhin das zentrale Kriterium bei der Wahl von Zeitschriften für die Publikation wissenschaftlicher Ergebnisse ist. Als Kennzahl für die Zitierhäufigkeit von Artikeln einer Zeitschrift bleibt der Journal Impact Factor ein Schlüsselindikator für wissenschaftliche Reputation und beeinflusst maßgeblich die Entscheidungen von Forschenden.

Die Ergebnisse der Studie verdeutlichen jedoch auch, dass Gamification, insbesondere prägnante Abzeichen (Badges), die direkt auf Artikeln angezeigt werden, einen signifikanten Einfluss auf das Publikationsverhalten haben können. Solche spielerischen Anreize steigern nachweislich die Motivation zur Wahl von Open-Access-Zeitschriften und ergänzen damit die etablierten Bewertungskriterien durch eine innovative und greifbare Komponente.

Neben Badges wurden in der Studie weitere Motivationsansätze wie Punkte und Level untersucht, die ebenfalls Potenzial zur Förderung von Open Access bieten. Die Ergebnisse unterstreichen, dass spielerische Elemente ein wirkungsvoller Baustein in einem vielschichtigen Anreizsystem sein kann, um den Zugang zu wissenschaftlichen Erkenntnissen zu öffnen und die Akzeptanz von Open-Access-Publikationen zu erhöhen, ohne traditionelle Bewertungsmaßstäbe wie den Journal Impact Factor zu ersetzen.

Zur Studie

Mazarakis, A., Bräuer, P., & Dorsch, I. (2025). Evaluation of gamification as a tool for open access publishing among researchers: insights from a conjoint analysis. Scientometrics, 1–28. https://doi.org/10.1007/s11192-024-05226-6.

Zum Podcast-Interview mit Dr. Athanasios Mazarakis zur Studie

https://podcast.zbw.eu/fos/2025/01/31/fos-47-gamification-im-kontext-von-open-access

Über die ZBW

Die ZBW – Leibniz-Informationszentrum Wirtschaft (ZBW) ist die weltweit größte Informationsinfrastruktur für die Wirtschaftswissenschaften. Die Einrichtung beherbergt rund vier Millionen Medieneinheiten und ermöglicht den Zugang zu Millionen wirtschaftswissenschaftlicher Online-Dokumente. Daneben stellt die ZBW eine rasant wachsende Sammlung von Open-Access-Dokumenten zur Verfügung. EconStor, der digitale Publikationsserver, verfügt aktuell über 280.000 frei zugängliche Aufsätze und Working Papers. Mit EconBiz, dem Fachportal für wirtschaftswissenschaftliche Fachinformationen, können Studierende oder Forschende in über 11 Millionen Datensätzen recherchieren. Zudem gibt die ZBW die beiden wirtschaftspolitischen Zeitschriften Wirtschaftsdienst und Intereconomics im Gold Open Access heraus. Die ZBW ist eine forschungsbasierte wissenschaftliche Informationsinfrastruktur. Mit Professuren in der Informatik, Wirtschaftswissenschaft und Informationswissenschaft und deren international besetzter Doktorandengruppe beschäftigt sich die ZBW transdisziplinär mit dem Thema Open Science. Die ZBW ist in ihrer Forschung international vernetzt. Hauptsächliche Kooperationspartner kommen aus DFG- bzw. BMBF-Projekten sowie aus dem Leibniz-Strategieforum Open Science. Die ZBW ist Teil der Leibniz-Gemeinschaft und Stiftung des öffentlichen Rechts.

Kontakt

Dr. Doreen Siegfried, Pressesprecherin

ZBW – Leibniz-Informationszentrum Wirtschaft

Düsternbrooker Weg 120 | 24105 Kiel

Tel.: 0431 88 14-455 | E-Mail:

URL: www.zbw.eu

Glücksfall für die Staatsbibliothek: 231 äthiopische Handschriften für die Orient-Sammlung

Die Bayerische Staatsbibliothek hat jüngst eine umfangreiche Sammlung von 231 äthiopischen Handschriften erworben. Das außergewöhnliche Konvolut aus dem Besitz des Historikers, Juristen und Privatsammlers Prof. Dr. Dr. Karl Heinz Burmeister (1936–2014) deckt ein weites inhaltliches Spektrum der äthiopischen Literatur ab. Die Handschriften stammen zum größten Teil aus dem 19. Jahrhundert und bilden eine wertvolle Ergänzung der bestehenden Sammlung äthiopischer Handschriften der Bibliothek, die mit nunmehr 414 Exponaten die größte ihrer Art in Deutschland ist.

Bei den Werken, deren Provenienz gut dokumentiert ist, handelt es sich überwiegend um religiöse Gebrauchstexte. Unter ihnen befinden sich 92 Gebets- und Zauberrollen und eine Vielzahl von Handschriften mit liturgischen oder theologischen Texten, von denen die älteste im Jahr 1693 entstanden ist. Daneben finden sich kalendarische und astronomische Berechnungen sowie ein kurzer Brief des äthiopischen Kaisers Johannes IV. von 1885 mit kaiserlichem Siegel. Die Handschriften spiegeln nicht selten die theologischen und politischen Diskussionen zur Zeit ihrer Entstehung wider. Insbesondere in der hagiographischen Literatur lässt sich die enge Verbundenheit des äthiopischen Kaiserhauses mit der äthiopischen Kirche erkennen.

Dr. Prinz Asfa-Wossen Asserate, Großneffe des letzten äthiopischen Kaisers Haile Selassie: „Mit großer Freude habe ich vom Erwerb von 231 äthiopischen Handschriften durch die Bayerische Staatsbibliothek erfahren. Besonders in dieser Zeit, wo das kulturelle Erbe und das kulturelle Gedächtnis weltweit in vielfacher Hinsicht bedroht sind, ist es von überragender Bedeutung, äthiopisches Kulturgut zu schützen und es für die nächste Generation auch auf diese Weise zu bewahren!“

Generaldirektor Dr. Klaus Ceynowa: „Für die Bayerische Staatsbibliothek ist es ein Glücksfall, diese so umfassende und gut erhaltene Sammlung äthiopischer Handschriften in ihren Bestand aufzunehmen. Das einzigartige Konvolut kann nun für kommende Generationen bewahrt und für die Forschung und Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden, ein besonders wichtiger Aspekt vor dem Hintergrund, dass viele Schriftdokumente, die heute in äthiopischen und eritreischen Kirchen und Klöstern liegen, stark bestandsgefährdet und nur sehr schwer zugänglich sind.“

In der Bayerischen Staatsbibliothek haben äthiopische Handschriften bereits seit 1571 – nur 13 Jahre nach der Bibliotheksgründung 1558 – ihren festen Platz inne. Mit der Übernahme der Bibliothek Johann Jakob Fuggers (1516–1575) fand die erste und heute zugleich älteste äthiopische Handschrift (14./15. Jh.) der heutigen Sammlung ihren Weg nach München. Neben Handschriften zählen zur äthiopischen Sammlung der Bibliothek auch Drucke, darunter der erste bekannte äthiopische Druck mit beweglichen Lettern, der 1513 in Rom entstanden ist.

Fotos

Druckfähige Pressebilder zum Download: https://syncandshare.lrz.de/getlink/fiCchWbeFGohiXcKFF7KA6

Über die Bayerische Staatsbibliothek

Die Bayerische Staatsbibliothek, gegründet 1558 durch Herzog Albrecht V., ist mit rund 38,5 Millionen Medieneinheiten die größte wissenschaftliche Universalbibliothek Deutschlands und eine der international bedeutendsten Gedächtnisinstitutionen. Mit über 4,6 Millionen digitalisierten Werken verfügt die Bayerische Staatsbibliothek über den größten digitalen Datenbestand aller deutschen Bibliotheken. Die Bibliothek bietet vielfältige Dienste im Bereich innovativer digitaler Nutzungsszenarien an. Sie agiert zudem als technischer und redaktioneller Betreiber des Landeskulturportals bavarikon und des Literaturportals Bayern sowie als technischer Betreiber der Verkündungsplattform des Freistaats.

Kontakte

Dr. Thomas Tabery

Bayerische Staatsbibliothek

Abteilung Orient und Asien

Telefon: +49 89 28638 2656

Peter Schnitzlein

Stabsreferat Kommunikation

Telefon: +49 89 28638-2429

Restitution größeren Umfangs von NS-Raubgut

Die Teilbibliothek Dr. Moritz Cramer an der LB Coburg

Die Landesbibliothek Coburg hat eine Restitution größeren Umfangs von NS-Raubgut durchgeführt, das im letzten Jahr aufgrund eines externen Hinweises in den eigenen Sammlungen entdeckt worden ist. Es handelt sich um die Teilbibliothek des jüdischen Bürgers Dr. Moritz Cramer (1877–1942) mit 89 Titeln in 108 Bänden, darunter zahlreiche seltene frühneuzeitliche Drucke. Die Restitution erfolgte nach Klärung der Rechtsverhältnisse an Melanie Gelber, geb. Cramer, Großnichte von Dr. Cramer. Melanie Gelber bot zugleich die Sammlung der Landesbibliothek Coburg zum Kauf an, damit diese am ursprünglichen Entstehungsort verbleiben und einer weiteren Erforschung zur Verfügung stehen kann. Die Teilbibliothek von Dr. Cramer bildet nunmehr einen rechtmäßigen Bestand in den umfangreichen Sammlungen der Landesbibliothek Coburg.

Die Landesbibliothek Coburg bedankt sich sehr herzlich bei Gaby Schuller aus Coburg für ihren Hinweis und die Aufarbeitung der familiären Zusammenhänge, die den zügigen Abschluss des Restitutionsverfahrens ermöglicht haben. Sie bedankt sich ferner bei der Generaldirektion der Bayerischen Staatsbibliothek München für die umfangreiche Unterstützung bei der Restitution.

Zur Biographie von Dr. Moritz Cramer

Moses (gen. Moritz) Cramer wurde am 24. April 1877 in Gleicherwiesen (bei Römhild) im damaligen Herzogtum Sachsen-Meiningen geboren. Er war der älteste von drei Söhnen der Eltern Jacob Israel Cramer (1849–1919) und Lina Cramer, geb. Lebermuth (1853–1934). Moritz Cramer besuchte in Gleichweisen zunächst die Volksschule, ehe er 1891 auf das Königliche Gymnasium in Fulda und wiederum ein Jahr später auf das Gymnasium Georgianum in Hildburghausen wechselte. Hier erwarb er umfangreiche humanistische Sprach- und Literaturkenntnisse. Im März 1897 bestand er die schriftliche Abgangsprüfung und das mündliche Examen. Seinem Wunsch entsprechend studierte er anschließend Medizin in München. 1901 bestand er das medizinische Staatsexamen, 1902 veröffentlichte er seine fachspezifische Dissertation. Wohl seit 1905 wirkte Dr. Cramer in Coburg über viele Jahre als HNO- und später als Nervenarzt. 1910 heiratete er in Frankfurt am Main Emma Nußbaum gemäß der jüdischen Zeremonie. Allerdings wurde die Ehe bereits nach einem Jahr wieder aufgelöst. Dr. Cramer blieb kinderlos. Er war kulturinteressiert und übereignete der Stadt Coburg immer wieder Kunstobjekte.

Mit dem Beginn des NS-Terrors in Coburg seit den frühen 1930er Jahren änderten sich für ihn Leben und Beruf grundlegend. Bereits 1933 folgten Boykottaufrufe gegen seine Praxis. Dr. Cramer verließ die Stadt jedoch nicht. Am 27. November 1941 wurde er schließlich zusammen mit weiteren Coburger Juden im ersten „Todeszug“ nach Riga „evakuiert“, wo er höchstwahrscheinlich wenige Tage später ermordet wurde. Sein Tod wurde am 24. September 1948 durch das Standesamt I in Berlin amtlich auf den 27. Februar 1942 festgelegt. Vor seinem Abtransport wurden alle seine Vermögenswerte (Möbel, Kunstwerke und Bibliothek) konfisziert.

Zur Bibliothek von Dr. Moritz Cramer

Die große Bibliothek von Dr. Moritz Cramer im Umfang von ca. 1.200 Bänden wurde bei der Beschlagnahmung zerschlagen. Sie wurde teilweise vernichtet, teilweise zum Verkauf gestellt. Nur ein geringer Teil gelangte in die damalige Coburger Landesbücherei und wurde dort in den bestehenden Bestand eingearbeitet. Dieser Teil konnte nun dank einer in Jad Vashem aufgefundenen Liste der Coburger Landesstiftung, zu der die Bücherei damals gehörte, aus dem Jahr 1944 unzweifelhaft identifiziert werden. Dafür stehen auch zahlreiche Provenienzmerkmale in den Büchern wie Widmungen, Namensstempel und -kürzel sowie handschriftliche Einträge.

Die Teilbibliothek der LB Coburg enthält nicht nur Bestände aus Dr. Cramers Arbeitsbibliothek als praktizierender Arzt, sondern auch Teile seiner Sammlung an historischen, teils sehr seltenen Drucken vom 16. bis ins 19. Jahrhundert. Das älteste Buch wurde 1556 gedruckt, das jüngste 1938. Auffällig ist die thematische Vielfalt, die neben den größeren Beständen zu Medizin und Psychologie sowie Religion und Theologie auch Schriften zur Philologie, Literatur und Philosophie umfasst. Nicht minder beeindruckend ist die Vielfalt der vorhandenen Sprachen. Es gibt Bücher in deutscher, lateinischer, französischer, hebräischer, englischer und sogar in gälischer Sprache. Dr. Cramer scheint ein großes Interesse an theologischen Werken und vor allem an Bibelausgaben gehabt zu haben. So liegt eine Bibel-Ausgabe von 1807 in gälischer Sprache vor, ferner eine vierbändige Bibel-Konkordanz des italienischen Minoritenmönchs Mario di Calasio (1550–1620) in hebräischer Sprache aus den Jahren von 1747 bis 1749. Daneben finden sich Schriften von so bekannten Autoren wie dem holländischen Rechtsgelehrten und Theologen Hugo Grotius (1583–1645), dem englischen Theologen John Spencer (1630–1693) und dem französischen Jesuiten Isaac-Joseph Berruyer (1681–1758). Diese Sammlung verweist auf einen beindruckenden Bildungshintergrund von Cramer, der noch weiter aufzuarbeiten ist.

Opferbibliothek neben Täterbibliothek

Die Teilbibliothek von Dr. Moritz Cramer ergänzt die bestehenden Sammlungen zur NS-Zeit der Landesbibliothek Coburg um eine ganz bedeutende Facette. Neben dem großen Bestand zum NS, der die Rolle Coburgs als der „ersten nationalsozialistischen Stadt Deutschlands“ deutlich macht, gibt es nun eine „Opferbibliothek“, die den Terror des NS-Staates im Bestand direkt widerspiegelt. Sie bildet gleichsam ein Gegenstück z. B. zu der Privatbibliothek des ehemaligen Herzogs Carl Eduard von Sachsen-Coburg und Gotha, die reich mit Literatur zu beiden Weltkriegen, zum italienischen Faschismus und zum deutschen Nationalsozialismus angefüllt ist. All diese Bestände wird die Landesbibliothek Coburg zukünftig stärker in die nationalen und internationalen Forschungen zum NS einzubetten und an die interessierte Öffentlichkeit zu vermitteln versuchen.

Die Landesbibliothek Coburg

Die Landesbibliothek Coburg ist eine der großen historischen Bibliotheken in Franken. Sie ist aus den vielfältigen Büchersammlungen des Herzogtums Sachsen-Coburg hervorgegangen, die seit den 1540er Jahren auf Schloss Ehrenburg entstanden sind. Heute bewahrt sie bedeutende, teils hochkarätige historischen Bestände vom Mittelalter bis in die Moderne, mit einem Schwerpunkt im 18. und 19. Jahrhundert. Sie gehört zu den zehn regionalen Staatlichen Bibliotheken in Bayern und ist der Bayerischen Staatsbibliothek München als zuständiger Mittelbehörde nachgeordnet. Als eine geistes- und kulturwissenschaftlich ausgerichtete öffentliche Einrichtung des Freistaats Bayern dient sie der Literaturversorgung der Stadt Coburg und der näheren Umgebung. Sie sammelt, erschließt und erforscht ihre Bestände, stellt diese im Original und in digitaler Form bereit und vermittelt sie in Wissenschaft, Schule und Gesellschaft.

Für weitere Rückfragen steht Herr Dr. Salatowsky gerne zur Verfügung.

Kontakt

Dr. Sascha Salatowsky | Bibliotheksdirektor

Landesbibliothek Coburg | Schloss Ehrenburg | 96450 Coburg

Tel.: +49 (0)9561 8538200 | E-Mail:

URL: https://www.landesbibliothek-coburg.de/

Sparkassenstiftung Speyer fördert Restaurierung historischer Bände

Wertvolle Schulbücher des 16. und 18. Jahrhunderts für die Nachwelt gesichert

Mit Hilfe der Stiftung der ehemaligen Kreis- und Stadtsparkasse Speyer konnten zwei Schulbücher aus der historischen Bibliothek des Gymnasiums am Kaiserdom in Speyer restauriert und für die Nachwelt erhalten werden.

Der Band Cd 122 vereinigt zwei in Lyon gedruckte Werke des 16. Jahrhunderts, die Sprichwörter und andere Auszüge aus den Werken berühmter lateinischer Dichter enthalten. Bei dem Band Cd 128 handelt es sich um ein Lehrbuch der Rhetorik. Es geht zurück auf Daniel Georg Morhof (1639–1691), der an den Universitäten Wismar und Kiel lehrte. Er gilt als Begründer der modernen Literaturwissenschaft und als Dichtungstheoretiker.

Die historische Bibliothek des Gymnasiums am Kaiserdom in Speyer überliefert diejenigen Buchbestände, die nach der völligen Zerstörung der Stadt im Pfälzischen Erbfolgekrieg 1689 ab dem Beginn des 18. Jahrhunderts wieder vor Ort zusammengetragen worden sind. Nach dem Fall Napoleons und dem Übergang der linksrheinischen Pfalz an Bayern 1816 vereinigte die neue Regierung mit der Gymnasialbibliothek zwei weitere wichtige Sammlungen, die Bibliothek des Domkapitels Speyer, die in den Jahren um 1800 erhebliche Verluste erlitten hatte, sowie die Stadt- oder Ratsbibliothek mit einem großen Anteil juristischer Literatur.

Für die Geschichte der Stadt Speyer ist die so entstandene Sammlung von unschätzbarem Wert. Sie ist inzwischen komplett in die Obhut des Landesbibliothekszentrums Rheinland-Pfalz / Pfälzische Landesbibliothek Speyer übergegangen, wo sie erschlossen, gereinigt und restauriert wird.

Viele dieser Bände wurden als Folge von Auslagerungen in Kriegszeiten und nicht adäquater Aufbewahrung restaurierungsbedürftig; hinzu kamen unsachgemäße Reparaturen. So wurden beispielsweise Bände, deren Deckel sich gelöst hatten, mit selbstklebendem Leinen überzogen – Klebstoffe dieser Art greifen allerdings die oft fragilen Lederbezüge historischer Bände an. Dies war auch bei den beiden restaurierten Bänden der Fall.

Erster Schritt der Restaurierung war eine gründliche Trockenreinigung. Die Verbindung zwischen Buchblock und Deckeln musste wieder neu hergestellt werden; darauf folgte die Anfertigung neuer Buchrücken. Weitere Schäden waren Mäusefraß bei dem älteren sowie Wurmfraß bei dem jüngeren Band. Um diese zu beseitigen, waren aufwändige Arbeiten am Papier notwendig. Abgerundet wurde die Restaurierung durch die Anfertigung von säurefreien Kassetten nach Maßarbeit – in ihnen werden die Bücher künftig geschützt aufbewahrt. Dank dieser Maßnahmen sind die beiden Bände wieder benutzbar und langfristig gesichert.

Die Kosten für die Restaurierung belaufen sich auf rund 2.000 Euro, wovon die Hälfte von den Mitteln der Stiftung getragen wird.

Dr. Armin Schlechter, Leiter der Abteilung Sammlungen im Landesbibliothekszentrum, dankte der Stiftung: „Die Stiftung der ehemaligen Kreis- und Stadtsparkasse Speyer hat die Restaurierung weiterer Bände aus der historischen Bibliothek des Gymnasiums am Kaiserdom in Speyer gefördert. Für die Nachwelt ist jeder langfristig gesicherte Band ein unschätzbarer Baustein für die Erhaltung dieser für Speyer herausragenden Bibliothek. Fakt bleibt: Es gibt weiterhin viel zu tun.“

Oliver Kolb, Vorsitzender der Stiftung der ehemaligen Kreis- und Stadtsparkasse Speyer, betonte: „Die Stiftung unterstützt das Landesbibliothekszentrum gerne dabei, das historische Büchererbe der Stadt Speyer zu bewahren. Wir bedanken uns für dieses kulturelle Engagement.“

Kontakt

Sandra Reiss M.Sc. | Pressesprecherin

Landesbibliothekszentrum Rheinland-Pfalz

56068 Koblenz | Bahnhofplatz 14

Tel.: 0261 91500-190 | E-Mail:

URL: www.lbz.rlp.de

Ausstellung „schrift : buch : kultur. Sammlungen in Bibliotheken“ | Arbeitskreis Historische Bestände in den Bibliotheken von Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz

Mit einer Wanderausstellung macht der Arbeitskreis Historische Bestände in den Bibliotheken von Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz auf sein 18-jähriges Bestehen im Jahr 2025 und die Tätigkeitsfelder seiner Mitglieder aufmerksam. Das Fachgremium rückt die Sammlungen in öffentlich zugänglichen Bibliotheken in den Blick.

Zwölf Roll-ups und ein Katalog skizzieren Bedeutung und Kontexte, Aufgaben und Perspektiven für die Sammlungen des schriftlichen kulturellen Erbes. Die Ausstellungsgäste können ein breites Themenspektrum erkunden: Materialität und Medienproduktion vom Mittelalter bis zur Industrialisierung, Sammlungs- und Provenienzforschung, Erschließen historischer Bestände und kulturelle Bildungsarbeit in Bibliotheken. Vorgestellt werden außerdem Herausforderungen des Originalerhalts, Risikoanalyse und Notfallvorsorge sowie die digitale Transformation zwischen Forschungsdaten und Citizen Science. QR-Codes führen die Besucherinnen und Besucher direkt zu vielen weiteren Informationen im Internet.

Die Roll-ups liegen in zwei identischen Sets vor, erste Stationen der Wanderausstellung sind ab 19. bzw. 20. März 2025 die Diözesanbibliothek Münster und die Pfälzische Landesbibliothek Speyer im Landesbibliothekszentrum Rheinland-Pfalz. Einen Blick auf die Originale erlauben die Vitrinen: Beide Bibliotheken ergänzen die Roll-up-Schau mit der Präsentation von historischen Drucken aus ihren eigenen Sammlungen. Eine Kurzfassung wird parallel als virtuelle Ausstellung in der Deutschen Digitalen Bibliothek (DDB) angeboten und findet sich unter der URL: https://ausstellungen.deutsche-digitale-bibliothek.de/schrift-buch-kultur/.

Interessenten für die Roll-up-Ausstellung können mit dem Arbeitskreis in Kontakt treten. Die Roll-ups stehen nicht nur für die Mitglieder zur Verfügung, sondern können von anderen Bibliotheken mit historischen Buchbeständen ausgeliehen und für die Öffentlichkeitsarbeit genutzt werden.

Es erscheint ein reich illustrierter Katalog mit einem Umfang von 124 Seiten zum Preis von 24 Euro. Bestellungen können gern an die Diözesanbibliothek Münster (E-Mail: ) gerichtet werden.

Über den Arbeitskreis Historische Bestände in den Bibliotheken von Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz

Der Arbeitskreis Historische Bestände in den Bibliotheken von Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz befasst sich mit der Benutzung, Erschließung, Digitalisierung und Bestandserhaltung von historischen Beständen, Sondersammlungen, Nachlässen sowie wertvollen und schützenswerten neuen Büchern. Das Gremium tagt zweimal im Jahr und tauscht sich über aktuelle Themen und Standards aus. Die Mitglieder bieten Fortbildungsveranstaltungen in enger Kooperation mit dem Zentrum für Bibliotheks- und Informationswissenschaftliche Weiterbildung (ZBIW) an der Technischen Hochschule Köln an.

Ausstellung | Daten

21. März – 16. Mai 2025

Diözesanbibliothek Münster | Überwasserkirchplatz 2 | 48143 Münster

Mo–Fr 9–18 Uhr | Eintritt frei

Ausstellungseröffnung: Donnerstag, 20. März 2025, 19 Uhr

20. März – 03. Mai 2025

Landesbibliothekszentrum Rheinland-Pfalz | Pfälzische Landesbibliothek | Otto-Mayer-Straße 9 | 67346 Speyer

Mo–Fr 9–18 Uhr | Sa 9–12 Uhr | Eintritt frei

Ausstellungseröffnung: Mittwoch, 19. März 2025, 19 Uhr

Ausstellung | Kontakt

Dr. Kirsten Krumeich | Herausgeberin und Vorsitzende des Arbeitskreises 2020–2024

Diözesanbibliothek Münster

Überwasserkirchplatz 2 | 48143 Münster

Fon 0251 495-6381 | E-Mail:

Ausstellung | Koordination und Logistik

Martina Pauly

Martinus-Bibliothek Mainz | Wissenschaftliche Diözesanbibliothek

Grebenstraße 8 | 55116 Mainz

Fon 06131 266-219 | E-Mail:

Nanny Sauer

Deutsches Klingenmuseum Solingen | Museumsbibliothek

Klosterhof 4 | 42653 Solingen

Fon 0212 258-3622| E-Mail:

Arbeitskreis Historische Bestände in den Bibliotheken von Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz | Kontakt

Dr. Marco Brösch| Vorsitzender des Arbeitskreises

St. Nikolaus-Hospital / Cusanusstift

Cusanusstraße 2 | 54470 Bernkastel-Kues

Fon 06531 2260 | E-Mail:

Online erschienen: 2025-04-04
Erschienen im Druck: 2025-04-03

© 2025 bei den Autoren, publiziert von Walter de Gruyter GmbH, Berlin/Boston

Dieses Werk ist lizensiert unter einer Creative Commons Namensnennung 4.0 International Lizenz.

Downloaded on 10.1.2026 from https://www.degruyterbrill.com/document/doi/10.1515/bd-2025-0033/html
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