Zusammenfassung
Quereinsteigende in Bibliotheken bilden zwischenzeitlich eine größere Beschäftigtengruppe. Je nach den Notwendigkeiten des individuellen Einsatzgebietes und vor allem persönlicher Berufswegeplanung entstehen Bedürfnisse und Wünsche nach berufsbegleitender Qualifizierung von der Vermittlung von Basiskenntnissen bis zum Masterabschluss.
Abstract
Lateral entry into library jobs is not infrequent, the number of entrants has significantly grown in recent years. Depending on the area of operation and individual career planning, special needs arise and in-service training measures are called for, ranging from providing basic skills and knowledge to support with completing a master’s degree.
1 Die Ausgangslage
Neueinsteigende in Bibliotheken verfügen immer öfter über keine originäre bibliotheksfachliche Vorbildung. Die Mehrzahl aller Bibliotheken beschäftigt Quereinsteiger und nur wenige Tätigkeitsbereiche sind davon ausgenommen. Multiprofessionelle Teams in Bibliotheken sind zwischenzeitlich der Regelfall[1].
Der Definition eines Berufes im Bundesverfassungsgesetz folgend als „jede auf Erwerb gerichtete Beschäftigung, die sich nicht in einem einmaligen Erwerbsakt erschöpft“[2], i. d. R. „eine systematisch erlernte, spezialisierte, meistens mit einem Qualifikationsnachweis versehene Tätigkeit[3]“, werden unter Quereinsteigenden im Folgenden Personen ohne formale bibliotheksbezogene Qualifikation durch einen entsprechenden Berufs- oder Studienabschluss verstanden.
Die Wege, die Quereinsteigende in die Bibliotheksarbeit führen, sind dabei höchst unterschiedlich. Die Bandbreite reicht von (eher arbeitgeberinitiierten) Umsetzungen innerhalb der Verwaltungen über einen geplant nur kurzzeitig auszuübenden Job, eventuell im Anschluss an studentische Hilfstätigkeiten bis hin zu Personen, die nach einer Vorbildung, Erwerbstätigkeit oder einem Studium, häufig aus geisteswissenschaftlichen oder Dienstleistungsberufsfeldern Bibliotheksarbeit als dauerhafte berufliche Umorientierung sehen.
Zusätzlich werden (und dies vermehrt aufgrund der zunehmenden Breite an Tätigkeiten) gezielt Personen aus anderen Fachdisziplinen wie IT oder Pädagogik von den Bibliotheken angeworben.
Quereinsteigende werden aus Praxissicht hauptsächlich aus zwei Gründen immer wichtiger: Zum einen, weil bedingt durch den gesellschaftlichen und digitalen Wandel das sich in hoher Geschwindigkeit ändernde und diversifizierende Arbeitsfeld in Bibliotheken andere und neue fachliche Kenntnisse und Kompetenzen Mitarbeitender benötigt, sei es zur Vermittlung von Informations- und Medienkompetenz, für IT, Event- oder Community Management, Makerspace, Gaming, soziale und medienpädagogische Arbeit oder hochspezifische Tätigkeiten im Bereich Big Data, Forschungsdaten, Open Access und Open Science.
Zum anderen kann die Einstellung von Quereinsteigenden auf den demografischen Wandel zurückgeführt werden.
Der durch (anstehende) Verrentungen von Mitarbeitenden in den Einrichtungen noch erhöhte Personalbedarf trifft auf einen zunehmenden Arbeitnehmermarkt, anfangend mit einer abnehmenden Anzahl von Schulabgängern. Bei der zumindest mittelfristig als gesichert anzunehmenden bestehenden Wettbewerbssituation um Nachwuchskräfte müssen sich Bibliotheken mit ihrer nur geringen Sichtbarkeit in der Öffentlichkeit und einem nachhaltigen Imageproblem diesem War of Talents stellen. Bereits jetzt sind im ABD-Bereich die Studierendenzahlen rückläufig, die Anzahl der Berufsabsolventen ist (noch) stagnierend.
Darüber hinaus stellt sich die Bewerberlage bei der Suche nach Fachpersonal – regional außerhalb großstädtischer Ballungszentren verstärkt – oft als unzureichend dar. Dies bedingt einen Teil der Stellenbesetzungen mit nicht bibliotheksfachlich vorgebildeten Bewerbern und Bewerberinnen, wobei auch hier die generell größere Auswahl für Stellensuchende die Anwerbung zunehmend schwierig werden lässt.
Nach der erfolgreichen Anwerbung erfolgt für die nicht nach einem bibliotheksaffinen Studium, einer entsprechenden Ausbildung in die Bibliotheksarbeit Einsteigenden die Einarbeitung, die Vermittlung notwendiger Fachkenntnisse zunächst on the job im jeweiligen Tätigkeitsfeld und kann im Falle einer überschaubaren Anzahl notwendiger Kenntnisse und Fertigkeiten zumindest anfänglich auch ausreichend sein.
Sowohl aus Mitarbeitendensicht als auch als Personalentwicklungsmaßnahme zum Halten der Mitarbeitenden erscheinen aber häufig über Einarbeitung und learning by doing hinausgehende Qualifizierungen notwendig bzw. wünschenswert, seien es Fortbildungen zu speziellen Themen[4] bzw. externe generalistisch ausgerichtete berufsbegleitende Weiterbildungsangebote.
Grob unterschieden werden können bei letzterem zur bibliothekbezogenen berufsbegleitenden Weiterbildung und Nachqualifizierung der höchst heterogenen Zielgruppe Grundqualifizierungsangebote, Externenabschlüsse der Berufsausbildung sowie Bachelor- und Masterangebote.[5]
2 Grundqualifizierungsangebote
Einführungen ins Berufsfeld – für alle offen, unabhängig von bisherigen Schul-, Ausbildungs- oder Studienabschlüssen – ohne anerkannten berufsqualifizierenden Abschluss werden von staatlichen Stellen in Bayern und Nordrhein-Westfalen angeboten sowie von den Kirchen. Auch im benachbarten Österreich kennt man Schulungen für ehrenamtlich und nebenberuflich Tätige an Öffentlichen Bibliotheken. Zudem gab es an der FU Berlin[6] ein entsprechendes Angebot; ferner plant das Land Niedersachsen 2023 bei entsprechender Nachfrage Online-Schulungen durch das Zentrum für Aus- und Fortbildung der Gottfried-Wilhelm-Leibniz-Bibliothek in Hannover.
In Bayern haben neue Bibliotheksmitarbeitende an Öffentlichen Bibliotheken die Möglichkeit, an von den Landesfachstellen in München, Nürnberg, Regensburg und Würzburg organisierten Basiskursen[7] teilzunehmen. Diese einführenden Schulungen bestehen aus drei nicht aufeinander aufbauenden Veranstaltungsteilen mit insgesamt fünf Modulen.
Bibliotheksmitarbeitende, die alle Module des Basiskurses absolviert haben oder (in Einzelfällen) über eine gleichwertige Praxiserfahrung verfügen, können von den zuständigen Fachstellen zu einem aufbauenden Qualifizierungskurs zugelassen werden. Dieser setzt sich aus drei in beliebiger Reihenfolge besuchbaren Teilen zusammen mit jeweils dreitägiger Dauer.
Für bibliothekarisch nicht ausgebildete Mitarbeitende in wissenschaftlichen Bibliotheken vermittelt das von der Bibliotheksakademie Bayern angebotene Online-Seminar „Bibliothekarisches Grundwissen“[8] Grundkenntnisse zum Bibliothekswesen in Deutschland: Bibliothek als Dienstleistungseinrichtung, bibliotheksrelevantes Recht; Bestandspräsentation, Dokumentlieferung, Informations- und Bestandsvermittlung, Informationsmittel, Benutzung sowie Bestandsaufbau und Erschließung von Medien. Die Teilnahme ist für Mitarbeitende in bayerischen Verbundbibliotheken kostenfrei, für Externe fallen Gebühren in Höhe von 300 Euro an.
In Nordrhein-Westfalen veranstaltet das ZBIW[9] zweimal jährlich für Beschäftigte (maximal 12 Teilnehmende) ohne bibliotheksfachliche Ausbildung, bevorzugt aus Hochschul- und Institutsbibliotheken des Bundeslandes ein Online-Seminar mit 34 Stunden Umfang zur Vermittlung von Bibliotheksgrundwissen zum Einstieg in das Berufsfeld Bibliothek und Information für Fachfremde. Ausgehend von den Seminarthemenüberschriften (vergleichbar dem bayerischen Angebot) werden auch Dienstleistungen und Angebote von Bibliotheken dargestellt sowie auf Erwerbung, Erschließung, Bibliotheksrecht, Dokumentlieferdienste und Öffentlichkeitsarbeit eingegangen.
Die nach derzeitigem Stand sehr hohe Nachfrage nach diesen Seminaren belegt nicht nur die hohe Anzahl Quereinsteigender, sondern lässt auch damit rechnen, dass zusätzlich in anderen Regionen und Bundesländern Deutschlands die Einrichtung entsprechender Angebote erfolgt.
3 Exkurs
Da im Bereich der allgemeinen Medienversorgung der Bevölkerung Bibliotheksangeboten seitens der evangelischen und katholischen Kirche eine nicht unerhebliche Bedeutung zukommt, sollen die hier möglichen Schulungen der zumeist Ehren- oder Nebenamtler in kirchlichen Öffentlichen Bibliotheken bzw. in Bibliotheken in Krankenhäusern etc. Erwähnung finden.
So wird seitens der katholischen Kirche eine grundlegende Qualifizierung für alle Mitarbeitenden (BASIS 12-Kurs) sowie ein Kurs zur Weiterbildung zur/m „Kirchlichen Büchereiassistentin/en“ angeboten.[10]
Das Grundausbildungsprogramm mit 12 verbindlichen Unterrichtseinheiten wird regional von den Fachstellen für katholische Büchereiarbeit / Diözesanstellen / Bistümern angeboten und findet aktuell zumeist in hybridem Format statt.
Umfassender aufgebaut ist die auf dem BASIS 12-Kurs aufbauende Weiterbildung zur/m Kirchlichen Büchereiassistentin/en[11], deren Präsenzphasen in Siegburg bzw. Würzburg durchgeführt werden, ergänzt durch Hausarbeiten und E-Learning.
Für die Qualifizierung ehrenamtlicher Bibliotheksmitarbeitender der evangelischen Kirche[12] besteht das vom Evangelischen Literaturportal zusammen mit den Büchereifachstellen der Landeskirchen verantwortete Angebot zunächst aus einem Grundkurs in evangelischer Büchereiarbeit für Interessierte mit der Einführung in die verschiedenen Arbeitsbereiche von Bestandsaufbau, Einarbeitung und Erschließung der Medien, Benutzungsdienst, rechtliche Grundlagen, Statistik bis Öffentlichkeitsarbeit – aber auch zum Thema Literaturkritik.
Der Büchereigrundkurs wird zentral für die nördlichen Regionen bzw. Süddeutschland (Bayern, Baden, Hessen-Nassau, Kurhessen-Waldeck, Württemberg) mit Präsenzphasen und digitalen Terminen durchgeführt.
Aufbauend wird eine weiterführende Ausbildung zum/r „Fachmann / Fachfrau für Büchereiarbeit“ angeboten, Hausarbeiten und ein Praxisprojekt beinhaltend und auch einen Schwerpunkt auf Literaturarbeit in der Gemeinde legend.
4 Berufsabschluss
Für Seiteneinsteigende in Bibliotheken besteht die Möglichkeit, nach einer viereinhalbjährigen, dem Berufsbild von Fachangestellten für Medien- und Informationsdienste entsprechenden Berufstätigkeit oder auf sonstige Weise glaubhaften Darlegung des Erwerbs beruflicher Handlungsfähigkeit – z. B. durch die Vorlage von Zeugnissen –, nach § 45 Berufsbildungsgesetz (BBiG) die Zulassung zur Abschlussprüfung in besonderen Fällen zu beantragen, also eine Externenprüfung abzulegen.
Die Vorbereitung auf die Prüfung kann im Selbststudium erfolgen oder unterstützt durch (kostenpflichtige) Kurse an der FU Berlin[13] bzw. beim Hessischen Verwaltungsschulverband in Frankfurt am Main.[14]
Beim Nachweis des Erwerbs der beruflichen Handlungsfähigkeit, die die Zulassung zur Prüfung rechtfertigt, sind auch ausländische Bildungsabschlüsse und Zeiten einer Berufstätigkeit im Ausland zu berücksichtigen – hilfreich bei Fragen der Anerkennung sind das Anerkennungsportal des Bundesinstituts für Berufsbildung bzw. die Datenbank der Kultusministerkonferenz[15]. Speziell die aktuelle Kriegslage in der Ukraine führte aktuell zu einem von der Berliner Humboldt-Universität im September 2022 eingerichteten Brückenkurs „Ankommen in der Bibliotheksarbeit in Deutschland“[16], der jedoch keine Berufsanerkennung oder Externenprüfung ersetzt.
5 Bachelor
Aktuell besteht lediglich eine bedingte Möglichkeit für Seiteneinsteigende mit Hochschulzugangsberechtigung, an der Hochschule Hannover Informationsmanagement[17] berufsbegleitend zu studieren. Dieses hauptsächlich für Bibliotheks-Berufsabsolvent*innen (FaMIs, Assistenten und Assistentinnen an Bibliotheken) mit daran anschließender Berufstätigkeit gedachte Studienangebot mit dem Abschluss „Bachelor of Arts“ steht mit begrenzter Platzzahl auch weiteren Bewerbenden nach viereinhalbjähriger qualifizierter Tätigkeit offen. Das siebensemestrige Studium parallel zur Berufstätigkeit für jeweils 25 Beginnende startet jeweils zum Wintersemester und beinhaltet mehrere Präsenzphasen je Semester. Pro Semester fallen Gebühren von derzeit 404 Euro an.
5.1 Fachwirt
Die zurzeit ausschließlich in Hessen angebotene Fachwirtweiterbildung ist als „closed shop“ lediglich berufsaffin vorgebildeten Personen vorbehalten, das (aber derzeit nicht weitergeführte) Fachwirtmodell in Nordrhein-Westfalen hingegen sieht eine Öffnung für Seiteneinsteigende vor. Bundesweit bleibt hier eine mögliche Ausweitung der Angebote zur Fachwirtqualifizierung im Nachgang zur anstehenden Neuordnung des FaMI-Berufes abzuwarten.
6 Master
Für Quereinsteigende nach einem Studienabschluss außerhalb des ABD-Bereiches, also in der Regel einem nicht fachverwandten Bachelorabschluss, bestehen dem angelsächsischen Modell folgend mehrere berufsbegleitende Masterstudienangebote – aufgenommen wurden hier nur zum engeren Umfeld der Bibliothekswissenschaft gehörende Studiengänge. Aufgrund der anderen Struktur ebenfalls nicht berücksichtigt wurde die Studiengangform Dualer Master „Information Science“ an der Hochschule in Darmstadt[18].
Es darf aber vorab auf einige an den Hochschulen in den Alpenländern bestehende Möglichkeiten hingewiesen werden: Eisenstadt (Angewandtes Wissensmanagement), Zürich (Bibliotheks- und Informationswissenschaft), Chur (Information Science), Bern (Advanced Studies in Archival, Library and Information Science).
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Berufsbegleitende Masterstudiengänge |
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Berlin Humboldt-Universität |
Bibliotheks- und Informationswissenschaft[19] |
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Berlin Humboldt-Universität und Fachhochschule Potsdam |
Digitales Datenmanagement[20] |
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Köln Technische Hochschule |
Bibliotheks- und Informationswissenschaft[21] |
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Stuttgart Hochschule der Medien |
Bibliotheks- und Informationsmanagement[22] |
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Wildau Technische Hochschule |
Bibliotheksinformatik[23] |
Beendet werden die Studiengänge mit dem Master of Arts, an der Technischen Hochschule Wildau mit dem Master of Science.
Da alle Weiterbildungsstudiengänge laut EU-Beihilferecht nicht aus staatlichen Mitteln finanziert werden dürfen, sind sie daher über die üblichen Semesterbeiträge hinaus gebührenpflichtig. So fallen[24] in Stuttgart zusätzlich 1.200 Euro, in Köln 1.500 Euro und in Berlin (Humboldt-Universität) 1.850 Euro pro Semester an. Für das Gesamtstudium „Digitales Datenmanagement“ werden 7.900 Euro erhoben, die Semestergebühren inkludierenden Kosten in Wildau belaufen sich in der Summe auf 9.200 Euro. Zudem können Prüfungsgebühren berechnet werden.
Die Studiengänge kombinieren kürzere Präsenztermine – zumeist unter Einbeziehung der Wochenenden – mit einem hohen Selbststudienanteil sowie E-Learning-Angeboten.
Eine der Voraussetzungen zur Studienaufnahme ist zunächst ein erster berufsqualifizierender Hochschulabschluss. Als weitere Voraussetzung wird eine praktische Berufstätigkeit im Bereich Bibliothek / Information gefordert. So sind in Köln, Wildau und beim Studiengang „Digitales Datenmanagement“ eine mindestens einjährige Praxisphase in einer Bibliothek / Informationseinrichtung Zulassungsvoraussetzung, bei letzterem davon mindestens zwei Monate im Bereich (digitaler) Informations- und Datenwissenschaft.
Etwas weiter fasst die Berliner Humboldt-Universität die einjährige qualifizierte Berufstätigkeit. Sie muss in einem dem Bibliotheksstudium zuträglichen Bereich, aber nicht zwangsläufig in einer Bibliothek, sondern bspw. auch im Bildungs-, IT-, Wissenschafts- oder Managementbereich erfolgt sein.
7 Fazit
In der Summe bestehen drei staatliche Angebote zur Vermittlung von Basiskompetenzen in zwei Bundesländern, zudem für Mitarbeitende in kirchlichen Einrichtungen. Langjährig Berufstätige nach dem Berufsbild des FaMI können die FaMI-Externenprüfung ablegen. Und berufsbegleitende Studienangebote ergänzen (bei gegebener Vorbildung) das Angebot.
Nicht beantwortet ist dabei die sich in diesem Kontext stellende grundsätzliche Frage, ob vor dem Hintergrund zunehmend schwieriger werdender klarer Definition der Berufsbilder in Bibliotheken und ungeachtet dem antizipatorischen Eingehen auf neue Anforderungen des Berufsfeldes und Aufgabenänderungen bei den grundständigen Studienangeboten[25] und der geplanten Neuordnung des FaMI-Berufes, so noch vollumfänglich den Bedürfnissen der Bibliotheksarbeit entsprochen werden kann und die zukünftig benötigten Kompetenzen abzubilden sind? Oder ob nicht vielmehr neben der formalen Qualifikation für das Berufsfeld durch bibliothekarische Ausbildung und Studiengänge in Teilbereichen ein Kompetenzerwerb neuen Personals ohne bibliothekarische Vorkenntnisse along the job ebenso zielführend sein kann.
Festzuhalten bleibt auf jeden Fall, dass die bestehenden Angebote berufsbegleitender Weiterbildung für Quereinsteigende, insbesondere auf der Bachelorebene, erweiterungsbedürftig sind ebenso wie die Bereitschaft der Arbeitgebenden, die aufzubringenden finanziellen Mittel der abgesehen von den grundlegenden Einführungen kostenintensiven Maßnahmen zu tragen und eine zeitliche Unterstützung zu gewähren.
Handlungsbedarf besteht ferner – ungeachtet der verbesserten Durchlässigkeit des Tarif- und Dienstrechts im öffentlichen Dienst – bei der tariflichen Anerkennung berufsbegleitender Qualifizierung, die mit Ausnahme berufsbegleitend erworbener Ausbildungs- und Studienabschlüsse als nicht gesichert angesehen werden muss und insbesondere bei der Absolvierung modularer Weiterbildungseinheiten schlussendlich von der jeweiligen Vor-Ort-Situation abhängig ist.
8 Zur Ergänzung
Bluhm, Sonja: Ehrenamtlich und qualifiziert – ein Angebot für alle Öffentlichen Bibliotheken!? Das Fortbildungsangebot für katholische öffentliche Büchereien. In: BuB Forum für Bibliothek und Information 7–8 (2010), S. 543–544.
Bonte, Achim: Befähigung im Wandel: Personalgewinnung und -entwicklung in deutschen Bibliotheken. In: Bibliothek Forschung und Praxis 1 (2017), S. 115–121.
Fonsa, Jonas: Wer macht die Bibliothek von morgen? In: Bibliothek – Forschung für die Praxis: Festschrift für Konrad Umlauf zum 65. Geburtstag. Berlin 2017, S. 548–560.
Georgy, Ursula: Weiterbildung durch Master-Studiengänge. In: Information – Wissenschaft Praxis 3 (2010), S. 183–196.
Holste-Flinspach, Karin: Quereinsteiger in der Bibliothek. In: BuB Forum für Bibliothek und Information 4 (2020), S. 200–202.
Ingold, Marianne; Scholle, Ulrike: Das Berufsbild wissenschaftlicher Bibliothekarinnen und Bibliothekare im Wandel. In: Strategien für die Bibliothek als Ort: Festschrift für Petra Hauke zum 70. Geburtstag. Hrsg.: Konrad Umlauf u. a. Berlin 2016, S. 381–405.
Oesterheld, Christian: Ausbildungs- und Studiengänge für den wissenschaftlichen Bibliotheksdienst: Angebote, thematische Schwerpunkte und vermittelte Qualifikationen. Konferenzveröffentlichung 2011, https://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:0290-opus-11050.
Oßwald, Achim: Der berufsbegleitende Masterstudiengang Bibliotheks- und Informationswissenschaft /(MALIS) der TH Köln. In: Bibliotheksdienst 10–11 (2017), S. 901–912.
Petras, Vivian et al.: Die bibliotheks- und informationswissenschaftlichen Masterstudiengänge an der Humboldt-Universität zu Berlin. In: Bibliotheksdienst 10–11 (2017), S. 891–900.
Söllner, Konstanze: Bibliotheken ohne Bibliothekarinnen. In: Bibliotheksdienst 10–11 (2017), S. 852–863.
Tappenbeck, Inka; Meinhardt, Haike: MALIS Reloaded: Der berufsbegleitende Masterstudiengang „Bibliotheks- und Informationswissenschaft“ der TH Köln präsentiert sich mit einem neuen Curriculum. In: o-bib 2 (2021), S. 1–9, https://www.o-bib.de/bib/article/view/5708/8447 [Zugriff: 28.10.2022].
Tödter, Marieke: Möglichkeiten der Nachqualifizierung für Quereinsteiger*innen in wissenschaftlichen Bibliotheken. Bachelorarbeit HS Hannover Fakultät III – Medien, Information und Design Abteilung Information und Kommunikation 2022, https://serwiss.bib.hs-hannover.de/frontdoor/deliver/index/docId/2198/file/toedter2022-nachquali_quereinsteiger_wb.pdf [Zugriff: 28.10.2022].
About the authors

Karin Holste-Flinspach
BIB Kommission für Ausbildung und Berufsbilder (Vorsitzende)
© 2023 bei den Autoren, publiziert von De Gruyter.
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