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Notizen und Kurzbeiträge

Published/Copyright: April 4, 2018
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Bedeutende Sammlung zu Jürgen Habermas erworben: Wertvoller Zuwachs für die Goethe-Universität

Wichtige Ergänzung im Hinblick auf die große internationale Bedeutung des Frankfurter Philosophen

Die Universitätsbibliothek J.C. Senckenberg hat mit finanzieller Unterstützung des Hückmann-Fonds eine wichtige Privatsammlung zu Jürgen Habermas erworben: eine nahezu komplette Sammlung der publizierten Primär- und Sekundärliteratur von und über Jürgen Habermas in mehr als 30 Sprachen.

Über mehr als vier Jahrzehnte hinweg hat der niederländische Sammler René Görtzen sachkundig Erstausgaben und Bücher von und zu Jürgen Habermas zusammengetragen. Die Sammlung mit mehr als 5.250 Büchern, darunter Publikationen in chinesischer, arabischer und serbokroatischer Sprache, sowie 216 Leitzordnern mit kopierten Zeitschriftenaufsätzen und -artikeln war bis vor kurzem in einem Privatarchiv in der Amsterdamer Innenstadt aufgestellt. Sie stellt neben dem eigentlichen Vorlass von Jürgen Habermas und ergänzenden Nachlässen seiner Schüler und Wissenschaftlerkollegen der Frankfurter Schule einen weiteren wichtigen Baustein für die umfangreiche Überlieferungsbildung von Jürgen Habermas, einem der meist zitiertesten Philosophen weltweit, dar. Dr. Mathias Jehn, der Leiter des Archivzentrums der Universitätsbibliothek erläutert: „Mit der neu erworbenen Habermas-Sammlung bieten wir im Archivzentrum einen in sich geschlossenen internationalen Publikationskorpus zum Studium der weltweiten Bedeutung von Jürgen Habermas an.“

René Görtzen wuchs in Amsterdam auf, studierte Philosophie und Pädagogik und lernte 1977 dank eines einjährigen Auslandsstipendiums Jürgen Habermas im Zuge einer Vorlesung im berühmten Hörsaal 4 der Goethe-Universität persönlich kennen. Für eine erweiterte Ausgabe von „Philosophisch-Politische Profile“ und für die Erstveröffentlichung von „Kleine Politische Schriften (I–IV)“ sollte der niederländische Nachwuchswissenschaftler eine Bibliografie für Habermas erstellen. Aus diesem Auftrag heraus entwickelte sich nicht nur eine bis heute andauernde Freundschaft, sondern immer mehr auch eine besondere Leidenschaft, die René Görtzen heute rückwirkend als „schöne, aber unheilbare Krankheit“ beurteilt.

Das Sammelspektrum von René Görtzen erstreckte sich von Büchern, Zeitschriftenaufsätzen und Presseartikeln bis hin zu Rezensionen und Leserbriefen von und zu Jürgen Habermas. Für seine Recherchen arbeitete er in insgesamt acht europäischen Nationalbibliotheken und zahlreichen Universitätsbibliotheken. Außerhalb Europas flog er u. a. nach Berkeley, Los Angeles, New York, Buenos Aires. Dazu kommen unzählige Stunden in wissenschaftlichen Buchhandlungen. „Einmal nahm ich in Buenos Aires einen Koffer mit über 40 Habermas-Büchern mit nach Amsterdam“, erzählt Görtzen.

Mit der Übergabe an die Universitätsbibliothek beendet René Görtzen nun sein über 40-jähriges Sammeln und bereitet die für 2019 im Suhrkamp-Verlag geplante umfassende Habermas-Bibliografie vor. In der Universitätsbibliothek J.C. Senckenberg wird die Habermas-Sammlung für die wissenschaftliche Benutzung aufgearbeitet.

Information: Dr. Mathias Jehn, Leiter des Archivzentrums, Universitätsbibliothek J. C. Senckenberg, Bockenheimer Landstraße 134–138, 60325 Frankfurt am Main, Tel: +49 (69) 798 39007, E-Mail: m.jehn@ub.uni-frankfurt.de

Kontakt für Pressefragen: Bernhard Wirth, Stabsstelle Ausbildung und Öffentlichkeitsarbeit, Tel. +49 (69) 798 39223; Mail: b.wirth@ub.uni-frankfurt.de

Senckenbergs Erbe im Netz: Digitalisierung der umfangreichen Senckenberg-Archive bewilligt

In einem gemeinsamen Projekt werden das Institut für Stadtgeschichte, die Universitätsbibliothek J. C. Senckenberg und die Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung (SGN) in den kommenden drei Jahren das archivische Erbe von Johann Christian Senckenberg in Frankfurt digitalisieren und auf einer Präsentationsplattform zur Verfügung stellen. Damit können erstmalig Fachwelt und interessierte Öffentlichkeit frei auf die verschiedenen Archive aus der Zeit von 1730 bis 1950 zugreifen. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) fördert das umfangreiche Projekt.

373.390 Einzelseiten und über 56 Regalmeter aus der Zeit von 1730 bis 1950 umfasst das archivische Erbe von Johann Christian Senckenberg. Die Nachlässe des Frankfurter Mediziners, Stifters und Gelehrten sind aus historischen Gründen in unterschiedlichen Frankfurter Gedächtnisorganisationen verwahrt. Die Archivalien des Instituts für Stadtgeschichte, der Universitätsbibliothek J. C. Senckenberg und der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung werden nun aber in einem Online-Archiv zusammengeführt. „Zwischen den verschiedenen Dokumenten gibt es wichtige Querverbindungen, die in der analogen Welt mit den unterschiedlichen Standorten nicht oder nur schwierig zu erkennen sind“, erläutert Prof. Dr. Dr. h. c. Volker Mosbrugger, Generaldirektor der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung, und fährt fort: „Mit der geplanten Digitalisierung bieten wir der Öffentlichkeit sowie der wissenschaftlichen Fachcommunity erstmalig einen kostenlosen und vollständigen Zugang.“ Die Bestände setzen sich aus dem Nachlass Johann Christian Senckenbergs – unter anderem 53 Quartbände mit je 700 Tagebuchseiten der Jahre 1723 bis 1772 –, den Aktenbeständen der Dr. Senckenbergischen Stiftung, dem umfangreichen Archiv der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung (SGN) und mehreren Personennachlässen zusammen. Alle Dokumente sind unmittelbar mit der Person Senckenbergs, der Geschichte der Stiftung und der SGN verzahnt. „Die ‚Senckenberg-Archive’ bilden in ihrer Gesamtheit eine unersetzliche Quellenbasis für die deutsche Stadt- und Universitätsgeschichte, die Medizingeschichte sowie die religionshistorische Entwicklung Deutschlands und können als Schlüsselbestände der deutschen und internationalen Naturforschung bezeichnet werden“, erklärt Dr. Evelyn Brockhoff, Leitende Direktorin des Frankfurter Instituts für Stadtgeschichte. Anhand der Dokumente lässt sich zudem beispielhaft der rasante Aufstieg moderner Wissenschaftskultur in der Zeit vom 19. Jahrhundert bis Mitte des 20. Jahrhunderts darstellen: die Entwicklung von einer universalen zu einer systemischen Wissenschaft, die Geschichte der „Citizen Science“ und die Aufarbeitung naturforschender Einrichtungen in der NS-Zeit. „Letzteres setzte der Soziologe und Historiker Dr. Andreas Hansert in seinem Buch ‚Das Senckenberg-Forschungsmuseum im Nationalsozialismus. Wahrheit und Dichtung’ erst kürzlich auf Basis der Archive um“, ergänzt Mosbrugger.

Die in den kommenden drei Jahren geplante und von der DFG geförderte Digitalisierung ist für die beteiligten Einrichtungen Herausforderung und Chance zugleich. Die Unterlagen zeichnen sich durch eine besondere Vielfalt an Medien, Materialarten und Formaten aus und sind in ihrer Eigenschaft als wissenschaftlich relevante Informationsträger hohen qualitativen Anforderungen an das Ergebnis der Digitalisierung unterworfen. „Wir sind der DFG sehr dankbar, dass sie uns bei diesem ehrgeizigen Projekt über die nächsten drei Jahre unterstützt“, freut sich Direktor der Universitätsbibliothek J.C. Senckenberg Dr. Heiner Schnelling.

Am Ende des Projekts sollen die Senckenberg-Bestände zu einem großen Teil digitalisiert, virtuell zusammengeführt und auf einer von der Universitätsbibliothek J. C. Senckenberg bereitgestellten gemeinsamen Präsentationsplattform sowie im Archivportal-D zur freien und kostenlosen Nutzung angeboten werden. „Die digitale Zusammenführung dieser ‚Schätze’ wird maßgeblich dabei helfen den langfristigen Einfluss Senckenbergs auf die Stadt Frankfurt und darüber hinaus zu erforschen“, schließt Brockhoff.

Architektur-Datenbank DETAIL inspiration: Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) bewilligt TIB-Antrag für Allianz-Lizenz

TIB verhandelt erfolgreich Lizenz für Architektur-Datenbank DETAIL inspiration – bereits 29 Teilnehmende nutzen den 25-prozentigen DFGZuschuss

Der breite Zugriff auf relevante Fachinformationen im Bereich Architektur ist dank der intensiven Verhandlungen der TIB – Leibniz-Informationszentrum Technik und Naturwissenschaften mit dem Institut für internationale Architektur-Dokumentation und einer erfolgreichen Antragstellung bei der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) für die kommenden drei Jahre gesichert. Seit Januar 2018 nutzen 29 Universitäts- und Hochschulbibliotheken die Möglichkeit, die Architektur-Datenbank DETAIL inspiration zu günstigen Konditionen zu lizenzieren. Die Konsortialteilnehmer profitieren von der Förderung der Allianz-Lizenz durch die DFG, die 25 Prozent der laufenden Lizenzgebühren der beteiligten Einrichtungen übernimmt. Die Datenbank enthält über 5.600 Projektdokumentationen von Bauobjekten ab Heft 1/1961 der renommierten Architekturzeitschrift DETAIL. Durch entsprechende Such- und Filteroptionen wie Gebäudetyp, Konstruktion, Material, Baujahr können Nutzerinnen und Nutzer gezielt und problemorientiert nach Beispielen für spezielle Baulösungen recherchieren. Projektbeschreibungen mit Referenzfotos, Zeichnungen und technischen Angaben stehen als Downloads zur Verfügung. Maßstabsgetreue Baupläne erleichtern die Übernahme und Anwendung vorhandener Baulösungen auf eigene Entwürfe. Damit ist die Datenbank als Recherche- und Inspirationsquelle eine wichtige Arbeitshilfe für die architektonische Entwurfsarbeit auch im Rahmen der Architekturlehre.

Freier Zugriff für wissenschaftliche Einrichtungen und interessierte Privatpersonen

Um die Datenbankinhalte einem noch größeren Nutzerkreis zugänglich zu machen hat die TIB mit dem Verlag eine sogenannte Moving Wall vereinbart: Die TIB wird nach Ablauf der einjährigen Embargofrist die jeweiligen Jahrgangsinhalte selbst hosten und über das TIB-Portal allen autorisierten Einrichtungen beziehungsweise Nutzerinnen und Nutzern im Rahmen einer Nationallizenz deutschlandweit zur Verfügung stellen. „Damit ermöglicht die TIB den Zugriff auf die im Lizenzzeitraum publizierten aktuellen und qualitativ hochwertigen Dokumentationen von Bauprojekten für die gesamte Fachcommunity“, erklärt Dr. Irina Sens, stellvertretende Direktorin der TIB und Leitung Bibliotheksbetrieb.

Weitere Informationen zur Teilnahme an der Allianz-Lizenz erhalten interessierte Einrichtungen beim Team Lizenzservice telefonisch unter 0511 762-8030 oder per E-Mail unter anmeldung.nationallizenzen@tib.eu.

Ansprechpartner:

Technische Informationsbibliothek (TIB)

Dr. Sandra Niemeyer, Pressereferentin

Kommunikation und Marketing

Welfengarten 1 B//30167 Hannover

T 0511 762-2772//F 0511 762-2686

sandra.niemeyer@tib.eu

www.tib.eu

Zeitung digital

Pflichtexemplare der badischen Tageszeitungen für alle Nutzerinnen und Nutzer der BLB jetzt auch als E-Paper bereitgestellt

Die Badische Landesbibliothek besitzt eine Vielzahl aktueller Tages- und Wochenzeitungen auf Papier oder als elektronisches Angebot. Für viele ihrer Nutzer sind die Zeitungen eine wichtige Informationsquelle zu Politik, Kultur und Zeitgeschehen.

Jetzt bietet die Badische Landesbibliothek ihren Nutzerinnen und Nutzern einen neuen Service: Die E-Paper von 87 badischen Tageszeitungen inklusive Nebenausgaben können an einem eigens dafür eingerichteten Arbeitsplatz im Lesesaal kostenfrei eingesehen werden. Eine Suchfunktion ermöglicht die Recherche innerhalb der einzelnen E-Paper-Ausgabe. Bei Bedarf können einzelne Artikel ausgedruckt werden. Die Ausgaben werden im PDF-Format archiviert und mit einer Verzugszeit von acht Tagen nach Erscheinen zur Verfügung gestellt. Das Angebot geht zurück bis zum Erscheinungsjahr 2014, teilweise auch bis zum Jahr 2010.

Basis des neuen Angebots ist das Pflichtexemplargesetz des Landes Baden-Württemberg. Auf seiner Grundlage erhält die Badische Landesbibliothek seit vielen Jahrzehnten die Papierausgaben von Zeitungen der badischen Zeitungsverlage und gewährleistet die langfristige Aufbewahrung und Bereitstellung für die Öffentlichkeit. Das Gesetz sieht auch die Ablieferung von digitalen Publikationen vor. Es hat damit dem Medienwandel Rechnung getragen und den Auftrag für die Badische Landesbibliothek zeitgemäß fortgeschrieben.

Der neue Service ist das Resultat einer Kooperation zwischen den badischen Zeitungsverlagen, der Deutschen Nationalbibliothek und der Badischen Landesbibliothek. Diejenigen E-Paper, die gemäß Landesgesetz nach Karlsruhe abzuliefern sind, werden in der Badischen Landesbibliothek im Rahmen eines „Regionalfensters“ auf den Servern der Deutschen Nationalbibliothek zugänglich gemacht.

Bundesweit hat die Deutsche Nationalbibliothek den gesetzlichen Auftrag, elektronische Ausgaben von Tageszeitungen zu sammeln, zu erschließen, bereitzustellen und auf Dauer zu archivieren. Sie sammelt rund 1.200 in Deutschland erscheinende E-Paper-Titel aus allen Bundesländern. Hieraus ließen sich Synergien auf Bund-Länder-Ebene schaffen: Die Deutsche Nationalbibliothek hat gemeinsam mit den Pflichtexemplarbibliotheken der Länder eine technische Infrastruktur geschaffen, die den regionalspezifischen Zugriff auf die bei ihr archivierten E-Paper durch die jeweilige sammlungsberechtigte regionale Pflichtexemplarbibliothek ermöglicht.

Wer ergänzend dazu überregionale Zeitungen wie die Frankfurter Allgemeine Zeitung oder die Süddeutsche Zeitung online lesen möchte, der wird in der Badischen Landesbibliothek ebenfalls fündig. Millionen von Artikeln aus den letzten Jahrzehnten bis hin zur tagesaktuellen Ausgabe sind hier für den Nutzer abrufbereit. Komfortabel kann der Leser zu bestimmten Ereignissen, Themen, Orten und Personen recherchieren. Das Datenbank-Infosystem ermöglicht den Zugriff auf eine Vielzahl weiterer aktueller Tageszeitungen aus dem In- und Ausland. Je nach Lizenzbedingungen sind diese E-Paper in den Räumen der Badischen Landesbibliothek freigeschaltet oder auch extern verfügbar.

Eine ganz besondere Fundgrube für alle historisch Interessierten sind die alten Karlsruher Zeitungen aus dem 19. Jahrhundert und aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts wie das Karlsruher Tagblatt, der Badische Beobachter oder die Badische Landeszeitung. Die Badische Landesbibliothek hat diese Zeitungen in den letzten Jahren komplett digitalisiert und stellt sie in der Zeitungskollektion ihrer Digitalen Sammlungen unter https://digital.blb-karlsruhe.de/blb/zeitungen/topic/view/2965491 weltweit kostenfrei zur Verfügung.

E-Paper aus Rheinland-Pfalz im Landesbibliothekszentrum einsehbar

Der Auftritt der rheinland-pfälzischen Tageszeitungen im Netz ist ab sofort auch für die Nutzer des Landesbibliothekszentrums Rheinland-Pfalz (LBZ) verfügbar: Neben den klassischen Druckausgaben sind sämtliche E-Paper der heimischen Ausgaben (im PDF-Format) in den drei LBZ-Standorten Koblenz, Speyer und Zweibrücken einsehbar.

Damit nimmt jetzt ein gemeinsames Projekt zwischen dem LBZ und anderen Regionalbibliotheken mit der Deutschen Nationalbibliothek (DNB) erfolgreich den Betrieb auf.

Zum Hintergrund: Seit 2014 müssen auch online erscheinende Veröffentlichungen aus Rheinland-Pfalz jeweils kostenlos an das LBZ abgegeben werden, das im Gegenzug die dauerhafte Archivierung für zukünftige Generationen übernimmt. Dieser gesetzliche Sammlungsauftrag bestand vorher schon für gedruckte Publikationen aus unserem Bundesland und dient der Erhaltung des kulturellen Erbes.

Für die gesamte Bundesrepublik hat die Deutsche Nationalbibliothek einen ähnlichen Auftrag: Sie stellt bereits seit 2010 E-Paper-Ausgaben zur Verfügung. In einem deutschlandweit gemeinsamen Projekt von DNB und 11 Regionalbibliotheken mit den deutschen Zeitungsverlegern wurden gemeinsame Nutzungssysteme entwickelt, um die Ablieferungspflicht von E-Paper-Ausgaben für alle Beteiligten kostengünstig zu realisieren. Dabei werden die gesammelten Zeitungen der DNB genutzt.

Mittels einer Verlinkung aus dem Bibliothekskatalog in den „Service Regionale Bereitstellung“ wird der Zugriff auf die jeweiligen regionalen Tageszeitungen in den einzelnen Bundesländern möglich. Die E-Paper-Ausgaben aus Rheinland-Pfalz sind mit einem siebentägigen Verzug nur in den Räumlichkeiten des LBZ in Koblenz, Speyer und Zweibrücken an öffentlichen PC-Arbeitsplätzen zu lesen und dürfen nur artikelweise ausgedruckt werden.

recensio.regio: die Bayerische Staatsbibliothek startet Rechercheportal für landesgeschichtliche Fachzeitschriften

Ab sofort können Historiker und andere landesgeschichtlich Interessierte die Rechercheplattform „recensio.regio – Rezensionsplattform für die Landesgeschichte“ nutzen. Unter www.recensio-regio.net bietet das Portal Zugriff auf die Rezensionen landesgeschichtlicher Fachzeitschriften und ist erste Anlaufstelle für Informationen zu Neuerscheinungen aus der deutschsprachigen Landesgeschichte. Die Rezensionen der kooperierenden Zeitschriften stehen dem Nutzer im Volltext durchsuchbar zur Verfügung. Das Angebot ist kostenlos und frei zugänglich.

Bereits zum Start konnte die Bayerische Staatsbibliothek elf renommierte Fachjournale der deutschen Landesgeschichte als Kooperationspartner gewinnen, die mit 820 Rezensionen vertreten sind, darunter die Rheinischen Vierteljahresblätter, das Neue Archiv für sächsische Geschichte und die Zeitschrift für Württembergische Landesgeschichte.

Das Ziel von recensio.regio ist es, als zentrale Anlaufstelle für Rezensionen für die landesgeschichtlich interessierte Fachcommunity zu fungieren. So lässt sich auf dem Portal über die Grenzen der eigenen Region hinaus verfolgen, welche Themen in anderen Regionen aktuell bearbeitet und welche Diskussionen geführt werden. Darüber hinaus verbessert recensio.regio auch die internationale Sichtbarkeit der deutschen landeshistorischen Forschung.

recensio.regio ist eine Ergänzung der erfolgreich eingeführten Plattform recensio.net, deren Fokus auf der europäischen Geschichte liegt. Seit dem Start im Jahr 2011 konnte recensio.net die Anzahl der kooperierenden Fachzeitschriften mehr als verdoppeln und verzeichnet heute knapp 31.000 Rezensionen aus 47 europäischen Geschichtszeitschriften. Mit recensio.regio liegt nun ein im Profil geschärftes Angebot für die Landes- und Regionalgeschichte vor, das den spezifischen Bedürfnissen dieser Fachcommunity Rechnung trägt. Weitere Portale mit anderer inhaltlicher Ausrichtung sind bereits in Planung.

Die Plattform ist im Kontext des an der Bayerischen Staatsbibliothek angesiedelten Fachinformationsdienstes Geschichtswissenschaft entstanden, der von der Deutschen Forschungsgemeinschaft finanziert wird. Sie wird von der Arbeitsgemeinschaft Landesgeschichte im Verband der Historiker und Historikerinnen Deutschlands (VHD) beratend unterstützt.

Dr. Klaus Ceynowa, Generaldirektor der Bayerischen Staatsbibliothek: „Das erfolgreiche Konzept von recencio.net zeigt deutlich, welchen Mehrwert gut durchdachte digitale Angebote für das Fachpublikum haben. Mit recensio.regio führen wir dies auf regionaler Ebene fort.“

www.recensio-regio.net

Ansprechpartner:

Dr. Eva Kraus

Bayerische Staatsbibliothek

Abteilung Bestandsentwicklung und Erschließung 2 Zentrum für Elektronisches Publizieren

Tel.: 089/28 638-2189

E-Mail:eva.kraus@bsb-muenchen.de

Ludwigstr. 16

80539 München

Peter Schnitzlein

Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Tel.: 089/28 638-2429

E-Mail: presse@bsb-muenchen.de

Bestandserhaltung: Historische Tafeln und Stammbäume der Deutschen Nationalbibliothek wieder benutzbar

Historische Tafeln und Stammbäume im Bestand der Deutschen Nationalbibliothek können nach gründlicher Reinigung wieder benutzt werden. Unterstützt wurde die Konservierung der Blätter aus einem eine Million Euro umfassenden Sonderprogramm von Kulturstaatsministerin Monika Grütters.

Mit rund 12.000 Medien ist die Sammlung die größte ihrer Art im deutschen Sprachgebiet. Bei dem jetzt gereinigten Bestand handelt es sich überwiegend um Tafeln und Blätter für den Unterricht. Sie waren als Verbrauchsmaterialien konzipiert und spiegeln die politische Denkweise ihrer Entstehungszeit wider. Neben allgemeinen Fächern sind Themen aus dem berufsschulischen und militärischen Bereich vertreten. Um die Tafeln vor direkten Schäden durch Schmutz und Folgeschäden wie etwa Insekten- oder Schimmelbefall zu schützen, musste jedes Objekt einzeln behandelt werden.

Mit dem im vergangenen Jahr aufgelegten Programm unterstützt Kulturstaatsministerin Monika Grütters ausgewählte Vorhaben zur Bewahrung des schriftlichen Kulturerbes. Auf der Basis von Empfehlungen des Fachbeirats der Koordinierungsstelle für die Erhaltung des schriftlichen Kulturguts (KEK) wurden die zu fördernden Vorhaben ausgewählt. Die Unikalsammlung der Deutschen Nationalbibliothek stammt aus dem Zeitraum von 1912 bis 1987 und wird am Leipziger Standort der Bibliothek aufbewahrt.

Ansprechpartnerin:

Stephanie Preuss, Tel.: +49 341 2271-572, s.preuss@dnb.de

Erstes Teilprojekt zur Papierentsäuerung des stark nachgefragten Oberrhein-Bestandes in der Badischen Landesbibliothek erfolgreich abgeschlossen

Die meisten zwischen 1850 und 1990 produzierten Papiere enthalten ligninhaltige Fasern und saure Substanzen. Im Laufe der Zeit verlieren sie ihre Stabilität, werden braun und brüchig. Archive und Bibliotheken setzen daher seit den 1990er-Jahren verschiedene Verfahren zur Papierentsäuerung ein. Im Dezember 2017 konnte die Badische Landesbibliothek ein erstes Teilprojekt zur Papierentsäuerung ihres stark nachgefragten Oberrhein-Bestandes abschließen. Mehr als 6.500 Bände wurden dafür von einem externen Dienstleister abgeholt, neutralisiert und mit einer alkalischen Reserve versehen, um so die Dauerhaftigkeit des Papiers zu verbessern.

„Die entsäuerten Bände sind nun auf ihren angestammten Regalplatz nach Karlsruhe zurückgekehrt und stehen den Nutzerinnen und Nutzern der Badischen Landesbibliothek wieder zur Verfügung“, berichtet Bibliotheksdirektorin Dr. Julia Hiller von Gaertringen. Bei dem sog. Oberrhein-Bestand handelt es sich um eine für die Badische Landesbibliothek bedeutende Sammlung von Druckwerken mit inhaltlichem Bezug zur Region Baden und ihren angrenzenden Gebieten. Enthalten sind mehr als 60.000 Bände u. a. zu den Themen Recht und Politik, Wirtschaft und Gesellschaft, Religion, Geschichte, Geographie, Kunst und Kultur sowie Erziehung und Bildung. Zu 50 % setzt sich diese Sammlung aus in Baden gedruckten Werken zusammen, für deren Erhaltung die Badische Landesbibliothek als Pflichtexemplarbibliothek in Baden-Württemberg eine besondere Verantwortung trägt.

Das Land Baden-Württemberg bezuschusste die Papierentsäuerung der Badischen Landesbibliothek zu 50 % im Rahmen des Landesrestaurierungsprogamms. Bei diesem Programm kooperieren das Landesarchiv Baden-Württemberg, die wissenschaftlichen Landesbibliotheken sowie die Universitätsbibliotheken und -archive miteinander. Die zweite Hälfte der Finanzierung übernahm die Staatsministerin für Kultur und Medien, Monika Grütters. Sie stellte 2017 erstmals Sondermittel aus dem Haushalt des Bundes zur Erhaltung des schriftlichen Kulturguts bereit. Die Auswahl der aufgrund einer bundesweiten Ausschreibung geförderten Projekte erfolgte auf Basis von Empfehlungen des Fachbeirats der Koordinierungsstelle für die Erhaltung des schriftlichen Kulturguts (KEK) in Berlin. Die Badische Landesbibliothek hatte mit ihrem Antrag Erfolg.

Der Fachinformationsdienst Germanistik geht an den Start!

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) bewilligt den Aufbau eines Fachinformationsdienstes (FID) Germanistik an der Universitätsbibliothek Johann Christian Senckenberg in Frankfurt am Main und fördert das Projekt in den nächsten drei Jahren mit insgesamt rund 880.000 Euro (inkl. Programmpauschale).

Nun bekommt auch die Germanistik, das personenstärkste geisteswissenschaftliche Fach, einen eigenen Fachinformationsdienst! Kurz vor Weihnachten traf die Bewilligung des Förderantrags an die DFG ein, für den die Frankfurter Universitätsbibliothek verantwortlich zeichnet. Die über sechs Jahrzehnte währende Germanistik-Tradition der UB Frankfurt als ehemals DFG-unterstützte Sondersammelgebietsbibliothek findet damit im zeitgemäßen Rahmen ihre Fortsetzung bis mindestens 2020!

Der FID Germanistik sieht Publizieren, Partizipieren, Recherchieren und Forschen als die zentralen Aktivitäten philologischer Praxis, für die innerhalb eines neu zu etablierenden Portals die entsprechende Infrastruktur angeboten werden soll. Publizieren wird mittels eines Publikationsservers sowie über einen Hosting-Service auf Basis der Software Open Journal System (OJS) vorangetrieben. Kooperationsvereinbarungen hierfür bestehen u. a. mit renommierten Institutionen wie etwa dem Freien Deutschen Hochstift, literarische Gesellschaften wie der Rilke-Gesellschaft sowie mit dem Online-Verzeichnis der Hochschulgermanistik. Ein hohes Maß an Interaktionsmöglichkeiten zwischen Bibliothek und Wissenschaft ist unerlässlich für den Erfolg eines serviceorientierten FID.

Partizipieren können soll man am FID auf vielfältige Weise, wofür niederschwellige Rückmeldemöglichkeiten wie auch Angebote zur Nutzerinformation geschaffen werden. Mit Unterstützung von studiumdigitale, der zentralen E-Learning-Einrichtung der Goethe-Universität, wird ein Online-Tutorial erarbeitet, das über aktuelle digitale, fachspezifische Arbeitspraktiken orientieren soll. Recherche-Werkzeug, Speicher für Forschungsergebnisse und zentrale Anlaufstelle bildet das innerhalb des Faches gut eingeführte Portal „Germanistik im Netz (GiN)“. Dieses wird um singuläre Inhalte und neue Funktionalitäten erweitert. Geboten werden künftig auch Nachweise von Archivbeständen (über das Portal Kalliope), umfassende Volltexte (u. a. über das Deutsche Textarchiv) sowie weitere Fachinformationen auf einen Klick. Als zusätzliche forschungsorientierte Dienstleistung des FID Germanistik soll ein Text-Mining-Werkzeug entwickelt werden. Über die diachrone Analyse bibliografischer Daten sollen so Aufschlüsse darüber gewonnen werden, wie sich Arbeitsfelder, Methoden, Netzwerke in den vergangenen Jahrzehnten gewandelt haben.

Information: Dr. Volker Michel, Fachreferent für Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft, Germanistik und Sammlung Deutscher Drucke 1801–1870; Universitätsbibliothek J. C. Senckenberg, Bockenheimer Landstraße 134–138, 60325 Frankfurt am Main, Tel: +49 (69) 798 39786, E-Mail: v.michel@ub.uni-frankfurt.de

Kontakt für Pressefragen allgemein: Bernhard Wirth, Stabsstelle Ausbildung und Öffentlichkeitsarbeit, Tel. +49 (69) 798 39223; Mail: b.wirth@ub.uni-frankfurt.de

Published Online: 2018-04-04
Published in Print: 2018-04-25

© 2018 by De Gruyter

Downloaded on 25.2.2026 from https://www.degruyterbrill.com/document/doi/10.1515/bd-2018-0046/html
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