Der Goldene Brief im UNESCO-Weltdokumentenerbe
Zweiter Welterbe-Titel für die Gottfried Wilhelm Leibniz Bibliothek
Wie die deutsche UNESCO-Kommission mitteilte, wurde der in der Gottfried Wilhelm Leibniz Bibliothek in Hannover aufbewahrte Goldene Brief des birmanischen Königs Alaungphaya an den britischen König Georg II. in das Memory of the World-Register der UNESCO aufgenommen. Die Generaldirektorin Irina Bokova folgte damit der Empfehlung des International Advisory Committee (IAC), das auf seiner zwölften Tagung in Abu Dhabi die Aufnahme empfohlen hatte. Der Goldene Brief ist eine Gemeinschaftsnominierung der Länder Deutschland, Großbritannien und Myanmar.
Dr. Georg Ruppelt, Direktor der Gottfried Wilhelm Leibniz Bibliothek, zeigte sich über diese Entscheidung hoch erfreut: „Damit ist es der Gottfried Wilhelm Leibniz Bibliothek nach der Aufnahme des Leibniz-Briefwechsels 2007 innerhalb weniger Jahre zum zweiten Mal gelungen, diesen bedeutsamen und hoch angesehenen Titel für ein herausragendes Objekt ihres Bestandes zu erlangen.“
Der Goldene Brief des birmanischen Königs Alaungphaya vom 7. Mai 1756 ist an den britischen König Georg II. gerichtet. Georg II., der dem Adelsgeschlecht der Welfen entstammte, war zugleich Kurfürst von Hannover. Von 1714 bis 1837 regierten die Welfen das Kurfürstentum bzw. spätere Königreich Hannover und Großbritannien in Personalunion. In dem Brief unterbreitet Alaungphaya, Gründer der Konbaung-Dynastie, die in Birma bis 1886 herrschte, Georg II. einen Vorschlag zur Gründung einer Handelskolonie in seinem Machtbereich. Rund 250 Jahre war der Verbleib des Briefes unbekannt.
Im Jahr 2007 hat die Gottfried Wilhelm Leibniz Bibliothek umfangreiche Forschungen zum Goldenen Brief veranlasst. Jacques Leider von der École Française d’Extrême-Orient konnte nachweisen, dass der Brief das Original eines in der Wissenschaft zwar bekannten, aber bislang für verschollen gehaltenen Briefes Alaungphayas an Georg II. ist. Der Brief ist auf purem Gold geschrieben und misst 54,7 x 8,5 cm. An beiden Schmalseiten ist er mit je zwölf kostbaren birmanischen Rubinen besetzt. Als Behältnis diente der hohle Stoßzahn eines indischen Elefanten. Material und Herstellungsart dokumentieren, dass es dem Verfasser des Briefes darum ging, die Bedeutung sichtbar zu machen, die er dem Brief beimaß.
Weiterführende Informationen und Abbildungen unter:
http://der-goldene-brief.gwlb.de
https://de.wikipedia.org/wiki/Goldener_Brief
PUBLISSO: Das neue Open-Access-Publikationsportal für die Lebenswissenschaften PUBLISSO vereint Publikationsangebote von ZB MED
Am 21. Oktober 2015 präsentierte ZB MED – Leibniz-Informationszentrum Lebenswissenschaften sein neues Open-Access-Publikationsportal PUBLISSO. Das neue Portal bündelt die Angebote von ZB MED im Bereich Digitales Publizieren und Open Access. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sowie informationswissenschaftlich Tätige finden unter der Domain www.publisso.de jetzt Informationen zur Publikation von Artikeln, Kongressbeiträgen, Videos, Büchern oder Forschungsdaten. Außerdem ist ein umfassendes Beratungsangebot Teil der neuen Plattform.
ZB MED hat sich das Thema Open Access – also den freien Zugang zu Wissenschaft und Forschungsergebnissen – schon seit mehr als zehn Jahren auf die Fahnen geschrieben. Um dieses Engagement zu bündeln, hat das Informationszentrum jetzt die neue Internetseite www.publisso.de freigeschaltet. Auf den Seiten von PUBLISSO haben Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler die Möglichkeit, Bücher, Journals, Kongressbeiträge oder Forschungsdaten zu publizieren.
Ursula Arning, Leiterin der Abteilung Digitales Publizieren von ZB MED, stellte das neue Publikationsportal am 21. Oktober 2015 im Rahmen einer Veranstaltung zur internationalen Open-Access-Week vor. „Bislang haben wir viele verschiedene Publikationsmöglichkeiten angeboten, die auf unterschiedlichen Plattformen liefen“, sagte Arning. „Mit PUBLISSO finden Sie jetzt alles, was wir anbieten, unter einem Dach.“ Langfristig soll das Angebot von PUBLISSO insbesondere auch inhaltlich weiter ausgebaut werden: Neben dem Fachrepositorium und den Buchpublikationen in den Lebenswissenschaften soll es in Zukunft möglich sein, Zeitschriften und Kongresse im gesamten Fächerspektrum von ZB MED – Medizin, Gesundheitswesen, Ernährungs-, Umwelt- und Agrarwissenschaften – zu publizieren. Für medizinische Veröffentlichungen bietet ZB MED diese Möglichkeit bereits seit mehr als zehn Jahren mit GMS – German Medical Science.
Ein wichtiger Bestandteil von PUBLISSO ist auch die Publikationsberatung. Hier bietet ZB MED umfangreiche Informationen in Form von Frequently Asked Questions (FAQs) an. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von PUBLISSO stehen aber auch für eine persönliche Beratung zur Verfügung und bieten sowohl Forschenden als auch Bibliothekarinnen und Bibliothekaren jeweils Workshops zum Thema Open Access an.
„Mit PUBLISSO möchten wir den Gedanken des Open Access weiter voranbringen und Wissenschaflterinnen und Wissenschaftler dazu animieren, ihre Forschungsergebnisse frei verfügbar online zu publizieren – sei es als Erstpublikation in einem unserer Journals oder als Zweitpublikation in unserem Fachrepositorium Lebenswissenschaften“, fasste Ursula Arning das Ziel des neuen Portals zusammen.
Hintergrund-Information: ZB MED – Leibniz-Informationszentrum Lebenswissenschaften ist das zentrale Servicezentrum für Fachinformationen und Forschungsunterstützung in den Lebenswissenschaften. Es hat sich aus der weltweit größten Bibliothek der Fächerkombination Medizin, Gesundheitswesen, Ernährungs-, Umwelt- und Agrarwissenschaften entwickelt. Hauptziel von ZB MED ist es, die Forschenden und Studierenden in diesen Disziplinen sowie Multiplikatorinnen und Multiplikatoren in ihrer Arbeit zu unterstützen. Dazu bietet ZB MED Literatur und Fachinformation in digitaler und gedruckter Form vor Ort und über das semantikbasierte Suchportal LIVIVO an. ZB MED hat mit PUBLISSO ein eigenes Open-Access-Portal. Zur dauerhaften Auffindbarkeit von Aufsätzen und Forschungsdaten vergibt es Digital Object Identifier (DOI). ZB MED agiert an zwei Standorten in Köln und Bonn. ZB MED ist eine wissenschaftliche Informationsinfrastruktureinrichtung der Leibniz-Gemeinschaft und damit ein unverzichtbarer Teil des Wissenschaftsstandorts Deutschland.
Weitere Informationen unter: www.zbmed.de.
© 2016 by De Gruyter
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