Startseite Wirtschaftswissenschaften Wandel der Erwerbsformen: Welche Rolle spielen strukturelle Änderungen am Arbeitsmarkt? / Changes in Work Arrangements: What is the role of structural changes within the labour market?
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Wandel der Erwerbsformen: Welche Rolle spielen strukturelle Änderungen am Arbeitsmarkt? / Changes in Work Arrangements: What is the role of structural changes within the labour market?

  • Martin Dietz EMAIL logo , Carina Himsel und Ulrich Walwei
Veröffentlicht/Copyright: 11. Februar 2016
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Arbeit
Aus der Zeitschrift Arbeit Band 22 Heft 2

Abstract

Seit Anfang der 90er Jahre hat sich die Zusammensetzung der Erwerbsformen stark verändert. Vollzeitnahe, unbefristete Beschäftigungsverhältnisse ohne Zwischenschaltung einer Zeitarbeitsagentur haben in den letzten beiden Dekaden absolut und relativ an Bedeutung verloren. Atypische Erwerbsformen wie Teilzeitbeschäftigung, befristete Beschäftigung, Leiharbeit oder auch Ein-Personen-Selbstständige legten dagegen kräftig zu. Atypische Erwerbsformen treten bei Frauen besonders häufig auf und sind im tertiären Sektor stark verbreitet. Den Veränderungen liegt auch ein längerfristiger Trend zugrunde, der bereits deutlich vor den Hartz-Reformen einsetzte. Shift-Share-Analysen zeigen, dass der Wandel weniger aus strukturellen Veränderungen der Erwerbsarbeit wie der wachsenden Beschäftigung von Frauen oder auch den Arbeitsplatzzuwächsen im Dienstleistungssektor resultiert. Vielmehr gibt es Hinweise auf Verhaltensänderungen, für die institutionelle Faktoren, Marktmacht sowie veränderte Präferenzen und Bedürfnisse von Arbeitgebern und Arbeitnehmern verantwortlich sein dürften. Angesichts der schwierigen Gemengelage verbietet sich jedoch eine pauschale Beurteilung des Wandels, zumal sich auch hinter einzelnen Erwerbsformen ein hohes Maß an Heterogenität verbirgt.

Abstract

Since the beginning of the 90s the composition of work arrangements has changed considerably. Absolutely and relatively, full-time, permanent employment, excluding agency work, has become less important in the last two decades. Non-standard work arrangements like part-time employment, fixed-term employment, agency work or one-person-businesses, however, have increased. Non-standard work arrangements have become even more a women’s domain and are especially widespread in the tertiary sector. Changes have not occurred recently, but there is in addition a long­term trend underlying. According to a shift-share analysis structural changes in employment like an increasing amount of women’s employment respectively an employment growth in the service sector do not significantly contribute to the development. The main cause for changes may rather be behavioral due to institutional alterations, shifts in market power, changing preferences or needs of employers and employees. Yet, the different functions of non-standard work arrangements do not allow an evaluation of the changing patterns of employment, particularly since there is a high level of heterogeneity even within specific work arrangements.

Online erschienen: 2016-2-11
Erschienen im Druck: 2013-6-1

© 2013 by Lucius & Lucius, Stuttgart

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