Zur Tristanliebe. Anlässlich von Anna Keck, Die Liebeskonzeption der mittelalterlichen Tristanromane (München 1998)
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Tomas Tomasek
Die mittelalterlichen Tristanromane erfreuen sich derzeit auch aus vergleichender literaturwissenschaftlicher Sicht eines regen Forschungsinteresses. Welche Bedeutung dabei dem Aspekt der Tristanliebe zukommt, zeigt Anna Kecks der Erzähllogik der Werke Bérouls, Eilharts, Thomas' und Gottfrieds gewidmete Dissertation aus dem Jahre 1998, in der die Liebeskonzeptionen der ältesten europäischen Tristanversionen ausführlich miteinander verglichen werden. Diese Untersuchung hat in der Forschung Beachtung gefunden und ist in Rezensionen gewürdigt worden, ihre zentrale These aber, dass das gemeinsame Thema der Tristanromane »die Erfahrung der Liebe als den Einzelnen zu seinem Unglück überwältigende Macht« bilde (S. 25) und somit auf einen spezifischen Begriff der Tristanliebe »zu verzichten« sei (S. 11), blieb bislang weitgehend undiskutiert.
© Max Niemeyer Verlag, Tübingen 2006
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