Gefahren allegorischer Kommunikation. Zur prekären Konstituierung adliger Exklusivität in einer Minnerede Hermanns von Sachsenheim (›Die Unminne‹)
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Otto Neudeck
›Die Unminne‹, eine Dichtung von 63 Titurelstrophen (und damit 441 Versen), ist als Unikat überliefert. Der Text steht am Ende der großen Heidelberger Handschrift Cpg 313 aus dem Besitz der Pfalzgrafen, die – neben einer Vielzahl anderer Minnereden – mit dem ›Spiegel‹, dem ›Schleiertüchlein‹ und der ›Grasmetze‹ drei Werke des Hermann von Sachsenheim enthält. Daß auch die anonym überlieferte ›Unminne‹ diesem Autor zuzuschreiben ist, gilt in der Forschung als communis opinio. Die Grundlage dafür lieferte ein überzeugender Indizienbeweis Wilhelm Brauns': Den Text Zeile für Zeile mit den Dichtungen des schwäbischen Ritters vergleichend, konnte er aufgrund einer Vielzahl von Parallelen eine entsprechende Zuordnung plausibel machen – eine Zuordnung, die nicht zuletzt wegen des eigentümlichen dichterischen Profils, das Hermann in Hinblick auf Stil, Bildsprache und auktoriale Selbstinszenierung besitzt, zusätzliches Gewicht erhält.
© Max Niemeyer Verlag GmbH, Tübingen 2002
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