Carola Hilmes, Das inventarische und das inventorische Ich. Grenzfälle des Autobiographischen. 2000
„Die Selbstbiographie“, liest man in Diltheys Der Aufbau der geschichtlichen Welt in den Geisteswissenschaften, „ist die höchste und am meisten instruktive Form, in welcher uns das Verstehen des Lebens entgegentritt.“ Der Wert und die Funktion eines autobiographischen Wissens des Subjekts von sich selbst steht für die Hermeneutik außer Frage, denn erst der selbstgewisse Zugriff auf die eigene Vergangenheit ermöglicht das Verstehen des eigenen und des fremden Lebens. Die autobiographische Geste wird somit zu einem konzeptionell wichtigen Bestandteil des Versuchs, vornehmlich das eigene Leben unter den Bedingungen der Moderne zu verstehen. Doch bei allem hermeneutischen Optimismus ist es nicht von der Hand zu weisen, daß sowohl die Form der Autobiographie als auch das Verstehen des Lebens um 1900 in eine allumfassende Krise gerät, deren Liturgie folgendermaßen lauten könnte: Krise des Subjekts und der Identität, Krise des Erzählens und Erinnerns, Krise der Sprache, Krise des Sehens.
© Max Niemeyer Verlag GmbH, Tübingen 2002
Artikel in diesem Heft
- Heinz Schlaffer, Die kurze Geschichte der deutschen Literatur. 2002
- Matthias Konzett (Hg.), Encyclopedia of German Literature. Bd. 1: A–I. Bd. 2: J–Z. 2000 – Reallexikon der deutschen Literaturwissenschaft. Neubearbeitung des Reallexikons der deutschen Literaturgeschichte. Gemeinsam mit Georg Braungart, Klaus Grubmüller, Jan-Dirk Müller, Friedrich Vollhardt und Klaus Weimar hg. von Harald Fricke. Bd. II: H–O. 2000
- Claudia Benthien / Hans Rudolf Velten (Hgg.), Germanistik als Kulturwissenschaft. Eine Einführung in neue Theoriekonzepte. 2002 – Hartmut Böhme / Peter Matussek / Lothar Müller, Orientierung Kulturwissenschaft. Was sie kann, was sie will. 2002 – Ute Daniel, Kompendium Kulturgeschichte. Theorien, Praxis, Schlüsselwörter. 2002 – Klaus Garber (Hg.), Kulturwissenschaftler des 20. Jahrhunderts. Ihr Werk im Blick auf das Europa der Frühen Neuzeit. 2002 – Udo Göttlich / Lothar Mikos / Rainer Winter (Hgg.), Die Werkzeugkiste der Cultural Studies. Perspektiven, Anschlüsse und Interventionen. 2001 – Lutz Musner / Gotthart Wunberg (Hgg.), Kulturwissenschaften. Forschung – Praxis – Positionen. 2002 – Johannes Ullmaier, Kulturwissenschaft im Zeichen der Moderne. Hermeneutische und kategoriale Probleme. 2001 – Sigrid Weigel (Hg.), Genealogie und Genetik. Schnittstellen zwischen Biologie und Kulturgeschichte. 2002 – Uwe Wirth (Hg.), Performanz. Zwischen Sprachphilosophie und Kulturwissenschaft. 2002
- Christian Schärf, Literatur in der Wissensgesellschaft. 2001
- Gerhard R. Kaiser / Stefan Matuschek (Hgg.), Begründungen und Funktionen des Kanons. Beiträge aus der Literatur- und Kunstwissenschaft, Philosophie und Theologie. 2001
- Martina Wagner-Egelhaaf, Autobiographie. 2000
- Karina Kellermann, Abschied vom ‚historischen Volkslied‘. Studien zu Funktion, Ästhetik und Publizität der Gattung historisch-politische Ereignisdichtung. 2000
- Jürgen Koppensteiner, Literatur im DaF-Unterricht. Eine Einführung in produktiv-kreative Techniken. 2001
- Fritz Peter Knapp / Manuela Niesner (Hgg.), Historisches und fiktionales Erzählen im Mittelalter. 2002
- Reinhard Hahn / Christoph Fasbender (Hgg.), Brandan. Die mitteldeutsche „Reise“-Fassung. 2002
- Folker Reichert, Erfahrung der Welt. Reisen und Kulturbegegnung im späten Mittelalter. 2001
- Petra Busch, Die Vogelparlamente und Vogelsprachen in der deutschen Literatur des späten Mittelalters und der frühen Neuzeit. 2001
- Manuel Baumbach, Lukian in Deutschland. Eine forschungs- und rezeptionsgeschichtliche Analyse vom Humanismus bis zur Gegenwart. 2002
- Gernot Michael Müller, Die ‚Germania generalis‘ des Conrad Celtis. Studien mit Edition, Übersetzung und Kommentar. 2001
- Hans von Rüte, Sämtliche Dramen. Hg. von Friederike Christ-Kutter, Klaus Jaeger, Hellmuth Thomke. 2000
- Heidy Greco-Kaufmann (Hg.), Spiegel dess vberflusses vnd missbruchs. Renward Cysats „Convivii Process“. Kommentierte Erstausgabe der Tragicocomedi von 1593. 2001
- Ortrun Niethammer, Autobiographien von Frauen im 18. Jahrhundert. 2000.
- Linda Simonis, Die Kunst des Geheimen. Esoterische Kommunikation und ästhetische Darstellung im 18. Jahrhundert. 2002
- Carsten Behle, „Heil dem Bürger des kleinen Städtchens“. Studien zur sozialen Theorie der Idylle im 18. Jahrhundert. 2002
- Sigrid Habersaat, Verteidigung der Aufklärung. Friedrich Nicolai in religiösen und politischen Debatten. 2001
- Marie-Theres Federhofer, „Moi simple amateur“. Johann Heinrich Merck und der naturwissenschaftliche Dilettantismus im 18. Jahrhundert. 2001 – Walter Schübler, Johann Heinrich Merck 1741–1791. Biographie. 2001
- Elisabeth Auer, „Selbstmord begehen zu wollen ist wie ein Gedicht zu schreiben“. Eine psychoanalytische Studie zu Goethes Briefroman „Die Leiden des jungen Werther“. 1999
- Ralf Berhorst, Anamorphosen der Zeit. Jean Pauls Romanästhetik und Geschichtsphilosophie. 2002
- Michael Schwidtal / Armands Gūtmanis (Hgg.), Das Baltikum im Spiegel der deutschen Literatur. Carl Gustav Jochmann und Garlieb Merkel. Beiträge des Internationalen Symposions in Riga vom 18. bis 21. September 1996 zu den kulturellen Beziehungen zwischen Balten und Deutschen. 2001
- Alexandra Kertz-Welzel, Die Transzendenz der Gefühle. Beziehungen zwischen Musik und Gefühl bei Wackenroder/Tieck und die Musikästhetik der Romantik 2001 – Jörg Bong, Texttaumel. Poetologische Inversionen von „Spätaufklärung“ und „Frühromantik“ bei Ludwig Tieck. 2000 – Monika Haberstok, Sophie Tieck – Leben und Werk. Schreiben zwischen Rebellion und Resignation. 2001
- Andreas Barth, Inverse Verkehrung der Reflexion. Ironische Textverfahren bei Friedrich Schlegel und Novalis. 2001
- Liselotte Werge, „Ich habe keinen Schrei für den Schmerz, kein Jauchzen für die Freude …“. Zur Metaphorik und Deutung des Dramas „Dantons Tod“ von Georg Büchner. 2000
- Jörg Wiesel, Zwischen König und Konstitution. Der Körper der Monarchie vor dem Gesetz des Theaters. 2001
- Bernd Stiegler, Philologie des Auges. Die photographische Entdeckung der Welt im 19. Jahrhundert. 2001
- Gabriela Holzmann, Schaulust und Verbrechen. Eine Geschichte des Krimis als Mediengeschichte (1850–1950). 2001
- Peter Stein, Heinrich Mann. 2002
- Kenneth H. Ober, Die Ghettogeschichte. Entstehung und Entwicklung einer Gattung. 2001
- Daniel Hoffmann (Hg.), Handbuch zur deutsch-jüdischen Literatur des 20. Jahrhunderts. 2002
- Carola Hilmes, Das inventarische und das inventorische Ich. Grenzfälle des Autobiographischen. 2000
- Frank Illing, Jan Mukařovský und die Avantgarde. Die strukturalistische Ästhetik im Kontext von Poetismus und Surrealismus. 2001
- Sebastian Kiefer, Braver Junge – gefüllt mit Gift. Joseph Roth und die Ambivalenz. 2001
- Peter Davies, Divided Loyalties: East German Writers and the Politics of German Division 1945–1953. 2000
- Britta Herrmann / Barbara Thums (Hgg.), „Was wir einsetzen können, ist Nüchternheit“. Zum Werk Ilse Aichingers. 2001
- Durs Grünbein. Text + Kritik 153. 2002
- Nachrichten aus dem Fach
- Arbiter criticorum
Artikel in diesem Heft
- Heinz Schlaffer, Die kurze Geschichte der deutschen Literatur. 2002
- Matthias Konzett (Hg.), Encyclopedia of German Literature. Bd. 1: A–I. Bd. 2: J–Z. 2000 – Reallexikon der deutschen Literaturwissenschaft. Neubearbeitung des Reallexikons der deutschen Literaturgeschichte. Gemeinsam mit Georg Braungart, Klaus Grubmüller, Jan-Dirk Müller, Friedrich Vollhardt und Klaus Weimar hg. von Harald Fricke. Bd. II: H–O. 2000
- Claudia Benthien / Hans Rudolf Velten (Hgg.), Germanistik als Kulturwissenschaft. Eine Einführung in neue Theoriekonzepte. 2002 – Hartmut Böhme / Peter Matussek / Lothar Müller, Orientierung Kulturwissenschaft. Was sie kann, was sie will. 2002 – Ute Daniel, Kompendium Kulturgeschichte. Theorien, Praxis, Schlüsselwörter. 2002 – Klaus Garber (Hg.), Kulturwissenschaftler des 20. Jahrhunderts. Ihr Werk im Blick auf das Europa der Frühen Neuzeit. 2002 – Udo Göttlich / Lothar Mikos / Rainer Winter (Hgg.), Die Werkzeugkiste der Cultural Studies. Perspektiven, Anschlüsse und Interventionen. 2001 – Lutz Musner / Gotthart Wunberg (Hgg.), Kulturwissenschaften. Forschung – Praxis – Positionen. 2002 – Johannes Ullmaier, Kulturwissenschaft im Zeichen der Moderne. Hermeneutische und kategoriale Probleme. 2001 – Sigrid Weigel (Hg.), Genealogie und Genetik. Schnittstellen zwischen Biologie und Kulturgeschichte. 2002 – Uwe Wirth (Hg.), Performanz. Zwischen Sprachphilosophie und Kulturwissenschaft. 2002
- Christian Schärf, Literatur in der Wissensgesellschaft. 2001
- Gerhard R. Kaiser / Stefan Matuschek (Hgg.), Begründungen und Funktionen des Kanons. Beiträge aus der Literatur- und Kunstwissenschaft, Philosophie und Theologie. 2001
- Martina Wagner-Egelhaaf, Autobiographie. 2000
- Karina Kellermann, Abschied vom ‚historischen Volkslied‘. Studien zu Funktion, Ästhetik und Publizität der Gattung historisch-politische Ereignisdichtung. 2000
- Jürgen Koppensteiner, Literatur im DaF-Unterricht. Eine Einführung in produktiv-kreative Techniken. 2001
- Fritz Peter Knapp / Manuela Niesner (Hgg.), Historisches und fiktionales Erzählen im Mittelalter. 2002
- Reinhard Hahn / Christoph Fasbender (Hgg.), Brandan. Die mitteldeutsche „Reise“-Fassung. 2002
- Folker Reichert, Erfahrung der Welt. Reisen und Kulturbegegnung im späten Mittelalter. 2001
- Petra Busch, Die Vogelparlamente und Vogelsprachen in der deutschen Literatur des späten Mittelalters und der frühen Neuzeit. 2001
- Manuel Baumbach, Lukian in Deutschland. Eine forschungs- und rezeptionsgeschichtliche Analyse vom Humanismus bis zur Gegenwart. 2002
- Gernot Michael Müller, Die ‚Germania generalis‘ des Conrad Celtis. Studien mit Edition, Übersetzung und Kommentar. 2001
- Hans von Rüte, Sämtliche Dramen. Hg. von Friederike Christ-Kutter, Klaus Jaeger, Hellmuth Thomke. 2000
- Heidy Greco-Kaufmann (Hg.), Spiegel dess vberflusses vnd missbruchs. Renward Cysats „Convivii Process“. Kommentierte Erstausgabe der Tragicocomedi von 1593. 2001
- Ortrun Niethammer, Autobiographien von Frauen im 18. Jahrhundert. 2000.
- Linda Simonis, Die Kunst des Geheimen. Esoterische Kommunikation und ästhetische Darstellung im 18. Jahrhundert. 2002
- Carsten Behle, „Heil dem Bürger des kleinen Städtchens“. Studien zur sozialen Theorie der Idylle im 18. Jahrhundert. 2002
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- Marie-Theres Federhofer, „Moi simple amateur“. Johann Heinrich Merck und der naturwissenschaftliche Dilettantismus im 18. Jahrhundert. 2001 – Walter Schübler, Johann Heinrich Merck 1741–1791. Biographie. 2001
- Elisabeth Auer, „Selbstmord begehen zu wollen ist wie ein Gedicht zu schreiben“. Eine psychoanalytische Studie zu Goethes Briefroman „Die Leiden des jungen Werther“. 1999
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- Michael Schwidtal / Armands Gūtmanis (Hgg.), Das Baltikum im Spiegel der deutschen Literatur. Carl Gustav Jochmann und Garlieb Merkel. Beiträge des Internationalen Symposions in Riga vom 18. bis 21. September 1996 zu den kulturellen Beziehungen zwischen Balten und Deutschen. 2001
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- Andreas Barth, Inverse Verkehrung der Reflexion. Ironische Textverfahren bei Friedrich Schlegel und Novalis. 2001
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- Jörg Wiesel, Zwischen König und Konstitution. Der Körper der Monarchie vor dem Gesetz des Theaters. 2001
- Bernd Stiegler, Philologie des Auges. Die photographische Entdeckung der Welt im 19. Jahrhundert. 2001
- Gabriela Holzmann, Schaulust und Verbrechen. Eine Geschichte des Krimis als Mediengeschichte (1850–1950). 2001
- Peter Stein, Heinrich Mann. 2002
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- Carola Hilmes, Das inventarische und das inventorische Ich. Grenzfälle des Autobiographischen. 2000
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- Sebastian Kiefer, Braver Junge – gefüllt mit Gift. Joseph Roth und die Ambivalenz. 2001
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