Home Religion, Bible & Theology „Der Wille zum Sinn“ – ökosystemtheoretische Aspekte / The will to meaning – ecosystem theoretical aspects
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„Der Wille zum Sinn“ – ökosystemtheoretische Aspekte / The will to meaning – ecosystem theoretical aspects

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Motivation, Sinn und Spiritual Care
This chapter is in the book Motivation, Sinn und Spiritual Care

Zusammenfassung

„Sinn“ ist vor allem im Kontext der Psychotherapie und der Psychiatrie von besonderer praktischer Bedeutung, insofern manche Menschen, insbesondere mit depressiven Syndromen, eine Sinnkrise zeigen. Und umgekehrt: der Verlust von „Bezugsobjekten“, insbesondere im sozialen Bereich, wie etwa durch den Verlust der Arbeit oder gar durch Verlust eines geliebten Menschen, kann bei jedem Menschen zu depressiven Symptomen und Sinnkrisen im Leben führen, mit der Frage „Wozu das alles, was soll ich tun?“ In dem Beitrag wird vorgeschlagen, einen grundlegenden „ökosystemischen“ Blick auf das Sinnphänomen zu werfen, bei dem Umweltbeziehungen der Person und deren systemische Struktur betrachtet werden. Wenngleich der Sinnbegriff sehr heterogen konstruiert ist, wird unter Bezug auf das Sinnkonzept von Viktor Frankl versucht,wegen der Situationsbezogenheit von Sinnphänomenen und der Situiertheit des Menschen, einen humanökologischen Rahmen aufzuzeigen. Für detailliertere strukturtheoretische Betrachtungen erscheinen im Anschluss daran Ansätze der Systemwissenschaft nützlich: Sinn wird demnach zunächst auf den erlebten Konsistenzgrad der Struktur des Netzwerks der Elemente affektiv-kognitiver Repräsentationen zurückgeführt. Sinnfindung und Sinnverlust werden daran anknüpfend, aber globaler als nichtlineare Dynamik in der synergetischen Potenziallandschaft von Systemzuständen interpretiert. Schließlich wird ein für die Praxis nutzbares einfaches Regelkreismodell von Sinn als Wertesystem vorgeschlagen, das psychische Störungen, wie Depressionen, besser verstehen lässt. Weitere interdisziplinäre Fachdiskurse müssten allerdings die Adäquatheit, die Relevanz und die Grenzen dieser „ökosystemischen Perspektive“ überprüfen.

Zusammenfassung

„Sinn“ ist vor allem im Kontext der Psychotherapie und der Psychiatrie von besonderer praktischer Bedeutung, insofern manche Menschen, insbesondere mit depressiven Syndromen, eine Sinnkrise zeigen. Und umgekehrt: der Verlust von „Bezugsobjekten“, insbesondere im sozialen Bereich, wie etwa durch den Verlust der Arbeit oder gar durch Verlust eines geliebten Menschen, kann bei jedem Menschen zu depressiven Symptomen und Sinnkrisen im Leben führen, mit der Frage „Wozu das alles, was soll ich tun?“ In dem Beitrag wird vorgeschlagen, einen grundlegenden „ökosystemischen“ Blick auf das Sinnphänomen zu werfen, bei dem Umweltbeziehungen der Person und deren systemische Struktur betrachtet werden. Wenngleich der Sinnbegriff sehr heterogen konstruiert ist, wird unter Bezug auf das Sinnkonzept von Viktor Frankl versucht,wegen der Situationsbezogenheit von Sinnphänomenen und der Situiertheit des Menschen, einen humanökologischen Rahmen aufzuzeigen. Für detailliertere strukturtheoretische Betrachtungen erscheinen im Anschluss daran Ansätze der Systemwissenschaft nützlich: Sinn wird demnach zunächst auf den erlebten Konsistenzgrad der Struktur des Netzwerks der Elemente affektiv-kognitiver Repräsentationen zurückgeführt. Sinnfindung und Sinnverlust werden daran anknüpfend, aber globaler als nichtlineare Dynamik in der synergetischen Potenziallandschaft von Systemzuständen interpretiert. Schließlich wird ein für die Praxis nutzbares einfaches Regelkreismodell von Sinn als Wertesystem vorgeschlagen, das psychische Störungen, wie Depressionen, besser verstehen lässt. Weitere interdisziplinäre Fachdiskurse müssten allerdings die Adäquatheit, die Relevanz und die Grenzen dieser „ökosystemischen Perspektive“ überprüfen.

Downloaded on 29.3.2026 from https://www.degruyterbrill.com/document/doi/10.1515/9783110787153-008/html
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