Präventive operative Optionen für Frauen mit einer familiären Brust- und Eierstockkrebsbelastung
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Kerstin Rhiem
Zusammenfassung
Für das familiäre Mamma- und Ovarialkarzinom ist seit der Entdeckung der beiden Hochrisikogene BRCA1 und BRCA2 in den 1990er-Jahren die genetische Testung und die damit einhergehende individuelle Risikobestimmung möglich. In den zurückliegenden 20 Jahren waren im Rahmen der Betreuung von BRCA-Mutationsträgerinnen und ihren Familien die Bestimmung der Inzidenz und des Phänotyps der Karzinome sowie der Nachweis der Effizienz von prophylaktischen Operationen, intensivierter Brustkrebsfrüherkennung und zielgerichteter Therapieverfahren möglich. Dies versetzt uns heute in die Lage, bei Ratsuchenden individuelle Risikokalkulationen durchzuführen und sie im Rahmen nicht direktiver Beratungsgespräche auf dem Weg zu einer informierten und präferenzsensiblen Entscheidung in Bezug auf die Inanspruchnahme risikoadaptierter Präventionsmaßnahmen zu begleiten. Aktuell und zukünftig gilt es die Herausforderungen z. B. im Zusammenhang mit der Zulassung des ersten PARP-Inhibitors sowie mit der Entdeckung neuer Risikogene zu bewältigten. Schwerpunkt dieses Artikels ist der Nachweis, dass v. a. Frauen mit Mutationen in den Hochrisikogenen BRCA1/2 von operativen Maßnahmen profitieren.
Abstract
The publication in 1994 and 1995 of articles on the two high-risk genes for hereditary breast and ovarian cancer, BRCA1 and BRCA2, allowed genetic testing in families with the determination of their specific risk. Over the last 20 years, protocols for genetic counselling have been developed, breast and ovarian cancer frequencies and clinical phenotypes have been determined, and the efficiency and rationale for risk adjusted preventive measures and specific clinical interventions have been examined. This enables us to inform patients within non directive counselling about their individual risk and to accompany them to a preference sensitive decision on risk adapted preventive and therapeutic measures. The most recent challenges include the approval of PARP inhibitors and the discovery of new risk genes. This manuscript focusses on the efficacy of risk-reducing mastectomy and salpingo-oophorectomy mainly in women carrying mutations in the BRCA1 and BRCA2 genes.
© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 2015
Artikel in diesem Heft
- Das BRCA-Netzwerk unterstützt Betroffene und deren Angehörige
- Familiärer Brustkrebs – empirische Erkrankungsrisiken und Risikoberechnungsmodelle
- LIFESTYLE und erblicher Brustkrebs
- Funktioniert die Informationsweitergabe in Familien mit erblichem Brust- und Eierstockkrebs?
- Präventive operative Optionen für Frauen mit einer familiären Brust- und Eierstockkrebsbelastung
- Erste zielgerichtete Therapie bei Ovarialkarzinom für BRCA1/2-Mutationsträgerinnen zugelassen
- Genetik des familiären Brust- und Eierstockkrebses: Paneldiagnostik – Möglichkeiten und Grenzen
- Klassifizierung von „variants of unknown significance“ (VUS) beim familiären Brust- und Eierstockkrebs
- Chromosom 14-assoziierte Imprintingsyndrome – Temple- und Kagami-Ogata-Syndrome
- Eine neue Ära oder nur ein nächster Schritt? – Die BRCA-Diagnostik im Zeitalter des „Next Generation Sequencing“
- Außerordentliche Mitgliederversammlung des BVDH e. V. am 16. und 17. Oktober 2015 in Köln
- Aktuelle Nachrichten
- Mitteilungen der GfH
- Mitteilungen der ÖGH
- Editorial
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