LIFESTYLE und erblicher Brustkrebs
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Karin Kast
, Nina Ditsch und Marion Kiechle
Zusammenfassung
Nicht für alle Trägerinnen einer Mutation in den Genen BRCA1 und BRCA2 liegt das lebenslange Erkrankungsrisiko für Brust- oder Eierstockkrebs gleich hoch. Bislang werden jedoch bei der Indikationsstellung zur Teilnahme am intensivierten Früherkennungs- und Nachsorgeprogramm oder zur Durchführung einer prophylaktischen Operation keine risikomodifizierenden Faktoren berücksichtigt. Für das sporadische Mammakarzinom sind zahlreiche direkt und indirekt veränderbare nicht-genetische Einflussfaktoren bekannt. Studien lassen vermuten, dass Lebensstilfaktoren auch das Risiko der BRCA-assoziierten Tumoren modulieren. Die Erforschung der genetischen und nicht-genetischen Faktoren und ihrer Interaktion untereinander führt zur Erstellung eines umfassenden Vorhersagemodells. Dieses hat zum einen die Vermeidung von Übertherapie im Hinblick auf präventive Maßnahmen zum Ziel. Zum anderen bereitet die Kenntnis der individuellen Trigger einer potenziellen Brust- oder Eierstockkrebserkrankung den Weg für eine gezieltere Prävention von der medikamentösen Therapie bis hin zur Lebensstilintervention.
Abstract
Lifelong risk of breast cancer differs among carriers of mutations in the genes BRCA1 and BRCA2. Cancer risk is modulated by a multitude of genetic and non-genetic factors. So far, no risk modifiers for the decision regarding intensified surveillance or prophylactic mastectomy have been taken into account. In sporadic breast cancer, several directly and indirectly changeable non-genetic risk factors are known. Studies suggest that lifestyle factors and reproduction history also modify the breast cancer risk for BRCA carriers. Ongoing research into modifying risk factors and their interactions is aimed at the creation of a more differentiated risk prediction model to prevent women from overtreatment with regard to prevention strategies. Additionally, knowledge of the individual key mechanisms of potential breast or ovarian cancer may lead to targeted medical prevention or lifestyle intervention.
© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 2015
Artikel in diesem Heft
- Das BRCA-Netzwerk unterstützt Betroffene und deren Angehörige
- Familiärer Brustkrebs – empirische Erkrankungsrisiken und Risikoberechnungsmodelle
- LIFESTYLE und erblicher Brustkrebs
- Funktioniert die Informationsweitergabe in Familien mit erblichem Brust- und Eierstockkrebs?
- Präventive operative Optionen für Frauen mit einer familiären Brust- und Eierstockkrebsbelastung
- Erste zielgerichtete Therapie bei Ovarialkarzinom für BRCA1/2-Mutationsträgerinnen zugelassen
- Genetik des familiären Brust- und Eierstockkrebses: Paneldiagnostik – Möglichkeiten und Grenzen
- Klassifizierung von „variants of unknown significance“ (VUS) beim familiären Brust- und Eierstockkrebs
- Chromosom 14-assoziierte Imprintingsyndrome – Temple- und Kagami-Ogata-Syndrome
- Eine neue Ära oder nur ein nächster Schritt? – Die BRCA-Diagnostik im Zeitalter des „Next Generation Sequencing“
- Außerordentliche Mitgliederversammlung des BVDH e. V. am 16. und 17. Oktober 2015 in Köln
- Aktuelle Nachrichten
- Mitteilungen der GfH
- Mitteilungen der ÖGH
- Editorial
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