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multi-volume work: Allgemeiner politischer und historischer Briefwechsel
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Allgemeiner politischer und historischer Briefwechsel

  • Edited by: Leibniz-Forschungsstelle Hannover der Akademie der Wissenschaften zu Göttingen beim Leibniz-Archiv der Gottfried Wilhelm Leibniz Bibliothek Hannover
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Reihe I der Akademie-Ausgabe von Leibniz' Sämtlichen Schriften und Briefen enthält den Allgemeinen, politischen und historischen Briefwechsel. Die Reihe wird herausgegeben von der Leibniz-Forschungsstelle Hannover der Akademie der Wissenschaften zu Göttingen beim Leibniz-Archiv der Gottfried Wilhelm Leibniz Bibliothek Hannover.

Reviews

„Par la richesse et la diversité de son contenu, cet ouvrage est plein d'intéret et me semble devour retenir l'attention des chercheurs de tous horizons. […] Il faut aussi rendre hommage à l'attention et au soin portés par les rédacteurs de l'ouvrage à leur travail critique. Ils nous donnent une rédaction exceptionelle de ce volume. On ne peut en consequence que récommander très vivement cet ouvrage.“ Michel Serfati in: Studia Leibnitiana, 42 (2010) 2, S44-256

Book Requires Authentication Unlicensed Licensed 1950
Book Requires Authentication Unlicensed Licensed 1954
Book Ahead of Publication 1990
Book Requires Authentication Unlicensed Licensed 1970
Die im Ersten Band des allgemeinen Briefwechsels vereinigte Korrespondenz der Mainzer und der Pariser Jahre umfaßt 365 Stücke, von denen zuvor nur ein Drittel veröffentlicht worden war. Leibniz’ Plan einer deutschen Sozietät der Wissenschaften (N. 25) tritt uns schon 1670 mit erstaunlicher Vollendung entgegen, auch andere wichtige Themen des Leibnizschen Lebenswerkes klingen programmatisch an: die ökonomisch-technische Interessengemeinschaft mit Johann Daniel Crafft (N. 142ff.); das Consilium Aegyptiacum; weitere erste Versuche auf internationalem politischem Parkett; Leibniz’ Suche nach einem „großen Herrn“, dem er als Berater dienen könnte; schließlich wichtige Kontakte in Paris, wobei die philosophischen und mathematischen Schwerpunkte der zeitgleichen und späteren Schriften kurz aufleuchten. Die Berufung nach Hannover schließt diesen Band harmonisch ab.
Book Ahead of Publication 1995
Von den 554 Stücken des Bandes stammen 163 von Leibniz, der in den ersten drei hannoverschen Jahren (bis zum Tode des Herzogs Johann Friedrich) als „außerplanmäßiger“ Hofrat nach einer angesehenen Stellung strebte. Zwar gelangte er als Bibliothekar nicht ans Ziel seiner Wünsche, zahlreiche Projekte für die Verbesserung der Staatsverwaltung werden nicht verwirklicht, und bei seinen Versuchen im Harzbergbau muß er gegen den zähen Widerstand der Leute vom Fach ankämpfen, doch im ganzen sind es drei arbeitsreiche glückliche Jahre für Leibniz. Denkschriften bekunden universale Interessen, z. B. für eine Gesellschaft der Wissenschaften und für eine allgemeine Sprache und Charakteristik als Hilfsmittel der wissenschaftlichen Forschung. Der anschwellende Briefwechsel vor allem mit französischen Gelehrten wird in diesem Band nur zum geringeren Teil erfaßt, da philosophische und mathematische Themen in dieser Zeit überwiegen und die entsprechenden Briefe den anderen Reihen vorbehalten bleiben. Daß Leibniz’ Ehrgeiz weit über die Grenzen eines kleinen deutschen Fürstentums hinauszielt, zeigen seine – vergeblich gebliebenen – Bemühungen, als Bearbeiter eines verbesserten Reichsgesetzbuches (Codex Leopoldinus) in den Dienst des Kaisers zu treten.
Book Ahead of Publication 1995
Von den 568 Stücken dieses Bandes stammen 194 von Leibniz. Wiederum war nur ein Drittel bekannt.

Zu den bisherigen Themen tritt jetzt in größerem Umfange der kirchenpolitische Briefwechsel mit dem Landgrafen Ernst von Hessen-Rheinfels. Leibniz’ Stellung am hannoverschen Hofe ist unter dem neuen Herzog, Ernst August, unsicherer geworden, zumal die technischen Versuche im Harz den fürstlichen Auftraggeber enttäuschen und nochmals vorgebrachte Pläne für Verbesserungen in der Staatsverwaltung nicht den erhofften Widerhall finden. Die Mittel zur Anschaffung von Büchern werden drastisch gekürzt. Eine Möglichkeit, 1681 in diplomatischer Mission an einer Reichsversammlung in Frankfurt am Main teilzunehmen, läßt Leibniz ungenützt vorübergehen.

Im Briefwechsel mit Gelehrten erscheinen genealogische Themen, Vorboten für einen entscheidenden Wechsel in der Existenzgrundlage. Der Briefwechsel mit Otto Mencke (Leipzig), dem Herausgeber der Acta Eruditorum, führt zu langjähriger enger Zusammenarbeit. Auch Veit Ludwig von Seckendorff erscheint nun unter den Korrespondenten. Gleichzeitig bemüht sich Leibniz – abermals vergeblich – um eine ehrenvolle Berufung an den Wiener Hof, und zwar als Reichshofrat.
Book Ahead of Publication 1995
In diesem Band steht die Korrespondenz mit Herzog Ernst August und seinen Beamten im Vordergrund, ihr Hauptthema ist der Harzbergbau. Daneben finden sich auch interessante politische Denkschriften, z. B. zur Errichtung eines neunten Kurfürstentums. Gegenüber dem vorhergehenden Band hat sich der kirchenpolitische Briefwechsel mehr als verdoppelt, während die Korrespondenz mit Gelehrten merklich vermindert ist. Das Scheitern der Versuche im Harz veranlaßt Leibniz 1685, das Angebot einer Anstellung als Historiograph des Welfenhauses zu akzeptieren. Entsprechend wird der Briefwechsel mit Historikern intensiviert.

Der Prioritätsstreit um die Entdeckung der Infinitesimalrechnung beginnt mit höflicher Abgrenzung gegen Ansprüche, die Ehrenfried Walther von Tschirnhaus geltend gemacht hat (N. 392), Newton wird noch nicht als der gefährlichere Rivale erkannt. Leibniz’ Briefwechsel mit führenden Gelehrten Europas läßt ihn die geistige Enge seines Milieus schmerzlich empfinden.
Book Requires Authentication Unlicensed Licensed 1970
Book Ahead of Publication 1995
Dieser Band dokumentiert Leibniz’ große Forschungsreise nach Hessen, Bayern, Böhmen, Österreich und Italien. Er berichtet seinen Auftraggebern in Hannover und seinen Freunden über die wichtigsten Begebenheiten der Reise (unter anderem am Hof in Wien) und über die Erfolge seiner historisch-genealogischen Forschungen. Der aus den Quellen erbrachte Nachweis der Verwandtschaft zwischen den Welfen und den Este gibt ihm Anlaß, erste Verhandlungen über mögliche neue Heiratsverbindungen zwischen den beiden Häusern zu führen. Die wahre Befriedigung findet Leibniz allerdings nicht im Entdecken und Durchforschen alter Geschichtsquellen, sondern in der Begegnung mit Menschen, deren Achtung und Freundschaft er gewinnt. Wichtig ist die Reise daher vor allem für Leibniz’ Selbstbewußtsein, für das Gefühl seines wissenschaftlichen Ranges geworden. Auf den Hauptstationen seiner Italienreise erhält er Zugang zu wissenschaftlichen Zirkeln und lernt namhafte Gelehrte kennen, mit denen er auch nach seiner Rückkehr in brieflicher Verbindung bleibt.

Mit diesem Band wurde eine neue Textdarbietung in den Bänden eingeführt. Die Überlieferungsgeschichte, Erläuterungen und – falls erforderlich – ein Variantenapparat sind den betreffenden Stücken beigegeben. Außer dem Personenverzeichnis vervollständigen nun zusätzlich ein Korrespondenten-, Schriften- und Sachverzeichnis den Registerteil der Bände.
Book Requires Authentication Unlicensed Licensed 1957
Book Ahead of Publication 1995
In den Jahren nach der Italienreise schwillt Leibniz’ Korrespondenz stark an. Die in Wien und Italien geschlossenen Bekanntschaften, die jetzt beginnenden historischen Forschungen und die erneut einsetzenden kirchenpolitischen Verhandlungen zur Reunion veranlassen ihn, neue Beziehungen anzuknüpfen und alte auszubauen. In dem Verwalter der Konversionskasse, dem Konvertiten Paul Pellisson-Fontanier, findet Leibniz einen aufgeschlossenen und vielseitig interessierten Korrespondenzpartner. Durch ihn und ihm nahestehende Personen hofft er, Frankreich für die ihm zugedachte Rolle eines Vermittlers in den großen religiösen Auseinandersetzungen zwischen Rom und den Protestanten gewinnen zu können.

Der Briefwechsel über historische Themen erweitert sich um erdgeschichtliche Fragen der Welfenlande, die Leibniz später in der „Protogaea“ im einzelnen untersucht. Das folgenreichste biographische Ereignis im Berichtszeitraum ist Leibniz’ Ernennung zum Leiter der Bibliotheca Augusta in Wolfenbüttel. Die Berichterstattung der Mitarbeiter während seiner Abwesenheit vermittelt Einblicke in Einzelheiten von Leibniz’ Arbeit und Leben.
Book Requires Authentication Unlicensed Licensed 1992
Book Requires Authentication Unlicensed Licensed 1964
Book Ahead of Publication 1992
Die beherrschenden Themen der Korrespondenz mit dem Haus Braunschweig-Lüneburg sind in dieser Zeit die Bemühungen um die Neunte Kur und die Ansprüche Herzog Ernst Augusts auf das Herzogtum Sachsen-Lauenburg. In die Diskussion um die Wiedervereinigung der Kirchen greifen der einflußreiche Führer der französischen Kirche, Jacques-Bénigne Bossuet, Bischof von Meaux, und der Theologieprofessor Edme Pirot ein. Der Briefwechsel spitzt sich zu auf die Frage nach der Verbindlichkeit von Konzilsbeschlüssen und Möglichkeiten ihrer Revozierung. Im Zusammenhang mit den historischen Forschungen für den zweiten Teil der Welfengeschichte (Migrationes gentium) wendet sich Leibniz’ Aufmerksamkeit in verstärktem Maße der Geschichte der Sprache als einem wichtigen Dokument für die Vorgeschichte der Menschheit zu.
Book Ahead of Publication 1992
Im Jahre 1692 wurde der hannoverischen Linie des Welfenhauses vom Kaiser zwar die Kurwürde zuerkannt, die Aufnahme in das Kurkollegium erforderte jedoch noch langwierige Verhandlungen und große Anstrengungen. Hierbei fällt Leibniz die Aufgabe zu, die Bemühungen der Diplomaten durch Gutachten über schwierige staatsrechtliche Probleme und durch politische Denkschriften zu unterstützen. Neben diesen Arbeiten verfaßt er in dieser Zeit mehrere Übersichten über die geplante Welfengeschichte. Durch die Vermittlung Pellisson-Fontaniers tritt Leibniz in Verbindung mit der Académie des sciences und legte diesem Gremium einen vielbeachteten Entwurf seiner „Dynamica“ zur Begutachtung vor.

Beeinträchtigt wird der Briefwechsel dadurch, daß Alterskrankheit und der Verlauf des Krieges am Rhein den Landgrafen Ernst von Hessen-Rheinfels zwingen, seine Berichterstattung abzubrechen. Mit dem gebildeten und feinsinnigen Fürsten unterhielt Leibniz über viele Jahre eine umfangreiche Korrespondenz, ihm konnte er seine geheimsten Wünsche anvertrauen.
Book Requires Authentication Unlicensed Licensed 1970
Book Ahead of Publication 1992
Dieser Band enthält die wichtigsten Wechselschriften zwischen Leibniz und dem Bischof Bossuet zum Thema der ökumenischen Gültigkeit des Trienter Konzils, das zum Kernpunkt des Reunion-Briefwechsels mit den französischen Partnern geworden ist. Die Verhärtung der Positionen zeichnet sich ab, aber Leibniz versucht hartnäckig, den Dialog nicht abreißen zu lassen, arbeitet auch zusammen mit dem Loccumer Abt Molanus eine weitere Abhandlung über den einzuschlagenden Weg für die Wiedervereinigung aus. Im politischen Bereich wird er für die Rechtfertigung der hannoverschen Kurwürde und der Ansprüche auf Sachsen-Lauenburg eingespannt. Während Leibniz stolz den ersten Band seines „Codex juris gentium diplomaticus“ vorlegt, bittet er die Briefpartner um Mithilfe bei der Materialsammlung für die beabsichtigten Folgebände.

Die Korrespondenz dokumentiert Leibniz’ steigendes Interesse an sprachhistorischer Forschung, aber auch seine Weiterbeschäftigung mit dem Kraft- und Substanzbegriff.
Book Requires Authentication Unlicensed Licensed 1992
Book Requires Authentication Unlicensed Licensed 1979
Leibniz’ zeitgeschichtliches Engagement offenbart sich in seinen reichspolitischen Sorgen angesichts der ungünstigen Entwicklung des Pfälzischen Krieges und bedenklicher Bedingungen, die sich in französischen Friedensvorschlägen finden; auch ein republikanisches Manifest und antitrinitarische Flugschriften aus England werden Gegenstand seiner Kritik. Während die Reunionsverhandlungen mit den französischen Partnern ins Stocken kommen, wird der Meinungsaustausch mit dem Bischof von Wiener Neustadt, Rojas y Spinola, intensiver.

Der urgeschichtliche Vorspann zur braunschweig-lüneburgischen Geschichte, die „Protogaea“, wird fertiggestellt. Leibniz muß sich selbst um den schwierigen Vertrieb seines völkerrechtlichen „Codex juris gentium diplomaticus“ kümmern. Fragwürdige Hypothesen über die Etymologie des Germanen-Namens bringen ihn zur Erklärung seiner eigenen Thesen. Bösartig-simplifizierende Satiren rufen eine Rezension hervor, in der Leibniz Maßstäbe für politische Satiren aufstellt. Auch eine eigene politische Satire mit dem Motto "Fas est et ab hoste doceri" wird von ihm versandt.
Book Ahead of Publication 1982
In biographischer Hinsicht ist die Korrespondenz dieses Bandes besonders aufschlußreich, weil Leibniz anläßlich eines seit längerer Zeit beobachteten Unwohlseins zahlreiche Einzelheiten seiner privaten und dienstlichen Lebensgewohnheiten mitteilt. Augenfällig ist Leibniz’ Mitwirkung bei der Besetzung von Stellen an der Landesuniversität Helmstedt und am Pädagogium in Göttingen. Ein wichtiges Thema der gelehrten Korrespondenz ist die Veröffentlichung historischer Quellen zur Geschichte des Welfenhauses. Der kirchenpolitische Briefwechsel findet ein vorläufiges Ende, da der deutsche Partner, der Bischof von Wiener Neustadt, Cristobal de Rojas y Spinola, stirbt und die Diskussion mit den französischen Teilnehmern – nur Marie de Brinon ist vertreten – zu unüberbrückbaren Gegensätzen geführt hat.
Book Requires Authentication Unlicensed Licensed 1982
Book Ahead of Publication 1990
Im Zeitraum dieses Bandes wendet sich Leibniz verstärkt Sprachforschungen und seinen Bemühungen zu, historische Quellen und Dokumente, unter anderem für die „Accessiones historicae“ und einen zweiten Band des „Codex juris gentium diplomaticus“, zu erhalten. Breiten Raum nehmen Versuche ein, den von niederländischen Verlegern beabsichtigen Nachdruck seines Codex zu verhindern, in die er bekannte Gelehrte und hohe Diplomaten Hannovers, Wolfenbüttels, Bayerns und Brandenburgs einbezieht, um durch die Autorität ihrer Fürsten ein Schutzprivileg vom niederländischen Ratspensionarius zu erhalten. Als Bestätigung seiner genealogischen Forschung und seiner in Italien eingeleiteten Bemühungen, die verwandten Häuser der Este und Welfen symbolisch wieder zusammenzuführen, konnte er die Heirat zwischen Rinaldo III. von Este-Modena und Charlotte Felicitas, der Tochter Herzog Johann Friedrichs von Hannover, im November 1695 betrachten, die er in seiner „Lettre sur la Connexion des Maisons de Brunsvic et d’Este“ (1695) feierte. Er veröffentlicht sein „Specimen historiae arcanae“ und verfaßt eine an die medizinische Societas Leopoldina gerichtete Schrift über die Heilwirkung der Ipecacuanha-Wurzel bei Dysenterie, „Relatio ... De Novo Antidysenterico americano“ (1696).
Book Ahead of Publication 1990
Book Requires Authentication Unlicensed Licensed 2010

Leibniz, der nun fünfzig Jahre alt geworden ist und ein Tagebuch zu führen beginnt, liefert uns in einigen großen Briefen und Denkschriften Darstellungen seiner wissenschaftlichen und kulturfördernden Arbeiten und Überlegungen. Der Aufenthalt van Helmonts in Hannover führt zu philosophischen Briefgesprächen mit der Kurfürstin Sophie und ihrer Nichte Elisabeth Charlotte von Orléans. Die Binär-Mathematik in ihrer Ausdeutungsmöglichkeit als Analogie zum christlichen Schöpfungsglauben beschäftigt Leibniz in seinem Neujahrsbrief an den Herzog Rudolf August und seinem letzten Brief an den China-Missionar Grimaldi. Historisch-politische und juristische Ausarbeitungen nehmen in der Vorphase des europäischen Friedensschlusses vor allem zur Sicherung der hannoverschen Anwartschaft auf den englischen Thron und zur Anerkennung der Neunten Kur Stellung. Von Wien aus erkundet der Nachfolger des Bischofs von Wiener Neustadt Möglichkeiten, die Reunionsverhandlungen wieder aufzunehmen. Unvermindert intensiv bleiben die historischen Forschungen und die Vorbereitung von Quellenpublikationen. Für sprachgeschichtliche Studien findet er in dem Schweden Sparwenfeld einen Gesprächspartner, der ihm von seiner Reise durch Europa und Nordafrika auf den Spuren der Goten berichtet.

Book Ahead of Publication 1993
Das Ende des Pfälzischen Krieges hat dem Deutschen Reich und besonders den Protestanten große Zugeständnisse abverlangt, weshalb Leibniz beginnt, auf eine Stärkung des europäischen Protestantismus hinzuwirken und Wege vorzubereiten, die zur Union zwischen den Lutheranern und Reformierten führen könnten. Ein Gedankenaustausch zwischen den Theologen der Landesuniversität Helmstedt und des Berliner Hofes wird eingeleitet. Angesichts der Krankheit des hannoverschen Kurfürsten, bei dessen Ableben das Fürstentum Osnabrück an einen katholischen Regenten fallen wird, entwirft Leibniz Denkschriften zur Absicherung der zukünftigen braunschweig-lüneburgischen Rechte an Osnabrück. Politische Hoffnungen gründen sich auf den Erwerb der polnischen Krone durch August den Starken; vor allem aber ist es die Reise Peters des Großen durch Westeuropa, die die Aufmerksamkeit Leibnizens und seiner Briefpartner fesselt. Er ist bemüht, Kontakte zu Mitgliedern der russischen Gesandtschaft anzuknüpfen. Hinzu kommt die Korrespondenz mit dem Jesuiten J. Bouvet, der sich Leibniz vor seiner Abreise nach China als Kundschafter anbietet und für den Leibniz in seinem Korrespondentenkreis Fragen aus den verschiedensten Wissensgebieten zusammenträgt. Auch die Debatte um den Quietismus, die zwischen Fénelon und Bossuet ausgetragen wird, spiegelt sich in Leibnizens Korrespondenz wider, wobei es ihm besonders um die Definition der „reinen“ interesselosen Liebe geht.
Book Ahead of Publication 1998

Nach dem Tod des Kurfürsten Ernst August, dessen Lebensbeschreibung Leibniz verfaßt, übernimmt sein Sohn Georg Ludwig die Regierung in Hannover. Wiener Intriguen gegen die geplante Heirat der hannoverschen Prinzessin Wilhelmine Amalie mit dem kaiserlichen Thronfolger wehrt Leibniz erfolgreich durch ein genealogisches Gutachten ab und unterstützt damit die Pläne, durch diese verwandtschaftliche Beziehung die Anerkennung der hannoverschen Kurwürde voranzubringen. Der spanische Erbfolgekrieg wirft seine Schatten in Leibniz' Korrespondenz voraus. Die innerprotestantischen Unionsgespräche unter Einbeziehung Englands sowie die Bemühungen um eine Reunion mit den Katholiken werden fortgesetzt. Auf Leibniz' Betreiben beschließt die theologische Fakultät Helmstedt die Anerkennung des päpstlichen Primats jure divino. Unter den sprachwissenschaftlichen Themen ist der Erhalt von Vaterunsern in permischer, wogulischer und samojedischer Sprache hervorzuheben. Der Plan, ein Observatorium in Berlin zu errichten, gibt Anlaß für den Beginn der Korrespondenz mit Hofprediger Jablonski.

Book Ahead of Publication 2000

Die 475 Briefe von und an Leibniz im Zeitraum Oktober 1698 bis April 1699 (198 von Leibniz geschriebene, 275 an ihn gerichtete Briefe und zwei Drittstücke) dokumentieren das breite Spektrum der wissenschaftlichen und politischen Aktivitäten und Interessen des Universalgelehrten. Den größten Raum nimmt die Korrespondenz zur Kirchenvereinigung ein, die Leibniz (zusammen mit G. W. Molanus) von lutherischer Seite sowohl mit der katholischen Kirche (Bossuet und Buchhaim) als auch mit den Brandenburger Reformierten (D. E. Jablonski) voranzutreiben sucht. Daneben ist Leibniz mit der Herausgabe eines Gedenkbandes für den verstorbenen ersten hannoverschen Kurfürsten beschäftigt, führt seine Forschungen zur Welfengeschichte fort, ist als Gutachter zu rechtshistorischen Fragen tätig und nimmt Anteil an der Korrespondenz zwischen Kurfürstin Sophie und ihrer Nichte Elisabeth Charlotte von Orléans. Als wacher Beobachter der europäischen Politik verfolgt Leibniz den entstehenden Konflikt um die Spanische Erbfolge und die Vorboten des Nordischen Krieges. Weitgespannt ist auch die Korrespondenz, die Leibniz über die nova litteraria im Bereich der Philosophie, Mathematik, Philologie, Sprachwissenschaft und Geschichte auf dem laufenden hält und mit der er gleichermaßen Anregungen und Hilfestellungen für andere Mitglieder der Gelehrtenrepublik gibt.

Book Ahead of Publication 2001

Die 430 Briefe von und an Leibniz zeigen den Universalgelehrten in einer kritischen Phase seines Lebens. In der république des lettres – deren Innenleben und Funktionieren hier bis in die Details verfolgt werden kann – ist er auf der Höhe seines Ruhmes. Das dokumentiert die weitgespannte Korrespondenz mit den Gelehrten und Gebildeten Europas, in der Nova literaria aus den Wissenschaften (vor allem Philosophie, Theologie, Mathematik, Sprach- und Geschichtswissenschaft) ebenso zur Sprache kommen wie Erfindungen, Naturereignisse und die europäische Politik im Vorfeld von Nordischem Krieg und Spanischem Erbfolgekrieg. Aber mit dem beginnenden Prioritätsstreit sieht Leibniz seine Position bedroht; seine Antwortstrategie auf den Angriff auf seine Infinitesimalmathematik bildet einen Schwerpunkt des Bandes. Einen weiteren stellt die Arbeit für das Welfenhaus, insbesondere an der Hausgeschichte, dar, wobei sich nicht nur Formen der Informationsbeschaffung und -verarbeitung detailliert beobachten lassen, sondern auch erste Anzeichen für die spätere Degradierung in Hannover aufscheinen. Ungetrübt bleibt aber das Verhältnis zu Kurfürstin Sophie; das philosophische Gespräch mit ihr und ihrer Tochter, Kurfürstin Sophie Charlotte von Brandenburg, nimmt ebenfalls breiten Raum im Band ein. Schließlich ist die Korrespondenz zur Kirchenreunion – sowohl mit Vertretern der katholischen als auch der reformierten Kirche – zu nennen, weiterhin zur Kalenderreform und zur Helmstedter Universität.

Book Ahead of Publication 2005
In der Themenvielfalt der insgesamt 484 Briefe dieses Bandes von und an Leibniz zeichnen sich zwei Schwerpunkte ab: Im Winter und Frühjahr 1700 überwiegen die politische Diskussion um die spanische Erbfolge und Berichte von den Schauplätzen des im Februar ausgebrochenen Nordischen Krieges. Von Mitte Mai bis Ende August hält Leibniz sich in Berlin und Umgebung auf; jetzt treten sein Leben an den Höfen in Berlin und Lietzenburg und die Bemühungen um die Gründung der späteren Preußischen Akademie der Wissenschaften in den Vordergrund. Die Monate in Berlin sind ungewöhnlich dicht dokumentiert durch Leibniz' regelmäßigen Briefwechsel mit seinem in Hannover zurückgebliebenen Sekretär J. G. Eckhart und der Kufürstin Sophie. Leibniz' Berichte von den Festlichkeiten der Hofgesellschaft gehören zu den farbigsten und anschaulichsten Stücken seiner Korrespondenz. Daneben stehen Denkschriften und ausführliche Briefe zu Aufgaben und Finanzierungsmöglichkeiten der künftigen Akademie. Sie greifen weit über den gelehrten Bereich hinaus; so gehört hierher ein Memorandum zur preußischen Justizreform. Während Nova literaria wie die Rolle von Leibniz' großen historischen Arbeiten in der Korrespondenz zurücktreten, bleibt der Briefwechsel mit Vertretern der Universität Helmstedt intensiv, wobei die Kalenderreform und Prorektoratsangelegenheiten dominieren. In der Korrespondenz zur Kirchenreunion wird der Austausch mit Bossuet immer umfangreicher, ohne daß sich die kontroversen Standpunkte annähern. Im Rahmen der innerprotestantischen Einigungsversuche bietet ein langer Brief des Abtes Molanus eine interessante Retrospektive auf die Auseinandersetzungen zwischen Lutheranern und Reformierten im 17. Jahrhundert.
Book Ahead of Publication 2005

Dieser Band mit insgesamt 392 Briefen beginnt und endet jeweils mit Informationen über Reisen, die Leibniz nach Wien führen – beide Reisen geheim angetreten, die zweite darin so erfolgreich, dass sie erst bei der Bearbeitung der Briefe dieser Edition aufgedeckt werden konnte. Damit sind bereits zwei Charakteristika dieses Bandes angesprochen, der Leibniz zum einen häufig fern von Hannover (insgesamt ca. 6 Monate) zeigt und zum anderen in seinem Bestreben, eigene Wege zu gehen und dabei gelegentlich Spuren zu verwischen – dies vor allem vor dem Hintergrund zunehmender Schwierigkeiten am hannoverschen Hofe und insgeheim, mit großer Intensität betriebener Bemühungen um eine Anstellung im Dienste des Kaisers. Zusammen mit einem zeitweiligen Stocken der Korrespondenz ergeben sich daraus sonst eher ungewöhnliche Lücken und Unklarheiten in der Biographie; als Nebenergebnis der Bearbeitung der Briefe dieses Zeitraums konnten diverse biographische Details festgestellt bzw. korrigiert werden. Die hier vorgelegte Korrespondenz zeigt hauptsächlich den im politischen Raum agierenden Leibniz, der mit seinen Vorschlägen zur Kirchenreunion bis in die unmittelbare Umgebung des Kaisers vordringt und seine Stimme zu drei politischen Großereignissen dieses Zeitraums erhebt: zur Auseinandersetzung um das spanische Erbe, zu den Verhandlungen um die Regelung der englischen Sukzession und zur preußischen Königskrönung. Zwar gelingt es Leibniz nur auf Umwegen und erst Monate später, seine Huldigung für Friedrich I. in Berlin vorzubringen (wobei die wohl verworfenen Entwürfe auch seine prekäre Position als Untertan eines fremden Hofes spiegeln), aber seine Schrift zur Verteidigung der kaiserlichen Rechte am spanischen Erbe findet sogleich Interesse am Wiener Hof; und in die Sukzessionserörterungen Braunschweig-Lüneburgs ist er einbezogen als „Fachreferent“ der Kurfürstin Sophie wie gelegentlich als Interpret ihrer Position gegenüber der englischen Seite. – Geschieht dies noch unter Einsatz seiner gelehrten Kontakte, so treten diese insgesamt dann etwas zurück. Zu erwähnen sind jedoch die umfangreichen Briefe an die jesuitischen China-Missionare und die Korrespondenz mit dem Präsidenten der Académie des Sciences in Paris (jeweils mit skizzenhafter Darstellung der eigenen Ideen, insbesondere im mathematischen Bereich), der weitere Aufbau der Berliner Sozietät der Wissenschaften im Zusammenwirken mit den Brüdern Jablonski sowie der gemeinsam mit Helmstedter Professoren erarbeitete Plan zur Reorganisation dieser Universität, der den Welfenhöfen vorgelegt, aber wohl erst Jahre später und nur teilweise verwirklicht wurde. Außenwirkung erzielt Leibniz in diesem Zeitraum in der république des lettres durch seine Sozietätspräsidentschaft und vor allem durch die Weiterverwertung seiner gelehrten Kontakte im Monathlichen Auszug, einer Zeitschrift, die, von seinem Mitarbeiter Eckhart herausgegeben, unter Leibniz’ Regie steht und zum Teil direkt aus seinen Korrespondenzen schöpft. Nicht nur damals wurde sie häufig ihm selbst zugeschrieben; durch die Erschließung der Briefwechsel lässt sich jetzt zumindest teilweise die Autorschaft an einigen Texten eindeutig klären. Demgegenüber stehen die Korrespondenzen um die Acta eruditorum, die Leibniz erneut in seiner Tätigkeit als Berater und Rezensent dieses Journals zeigen. Von den Korrespondentenbriefen sind vor allem die umfangreichen Berichte über den englischen Buchmarkt hervorzuheben, die Leibniz aus London erhält.

Book Requires Authentication Unlicensed Licensed 2006
Die Korrespondenz dieses Zeitraums ist von den großen Themen der europäischen Politik bestimmt. Einer Einladung von Königin Sophie Charlotte nach Berlin kann Leibniz erst folgen, nachdem eine englische Gesandtschaft in Hannover in feierlicher Zeremonie die Sukzessionsurkunde für die Thronfolge in Großbritannien übergeben hat. Leibniz nutzt den Kontakt zum englischen Diplomaten, um seine Vorschläge mit Blick auf den gerade ausgebrochenen Spanischen Erbfolgekrieg zu Gehör zu bringen. In Berlin sucht er dann im Einvernehmen mit der preußischen Königin selbst als Diplomat aktiv zu werden und bemüht sich – ohne Wissen und gegen den Willen des hannoverschen Kurfürsten – um eine preußische Beteiligung bei der militärischen Überwältigung Braunschweig-Wolfenbüttels, das als Verbündeter Frankreichs mit einer Armee von 12.000 Mann zur unmittelbaren Bedrohung für Hannover und darüber hinaus für das Reich und die gesamte antifranzösische Koalition geworden war. In die Zeit von Leibniz’ Berlin-Aufenthalt fällt außerdem eine cause célèbre, die Gesprächsstoff an allen Höfen liefern sollte: die vermeintlich erfolgreichen Goldmacherversuche von J. F. Böttger, der aus Berlin flieht und in Sachsen inhaftiert wird. Bei aller Skepsis hinsichtlich der alchimistischen Erfolge Böttgers, sucht Leibniz der Sache auf den Grund zu gehen.

Die gelehrte Korrespondenz bestimmt u. a. die Auseinandersetzung mit J.-B. Bossuet über die Konfessionen und Leibniz’ Reaktion auf die figuristischen Thesen des Chinamissionars J. Bouvet. Die Quellenforschung zur Welfengeschichte tritt etwas zurück. Nicht selten sind es seine Korrespondenten, die Leibniz zu bedeutsamen Stellungnahmen anregen: In diesem Band steht dafür C. D. Koch mit seinen Proben aus Tasso und besonders Aristoteles’ Metaphysik. Daneben ist die Routine der neu gegründeten Sozietät der Wissenschaften und die Werbung neuer Mitglieder relativ ausführlich dokumentiert. Doch bringt gerade der allgemeine Briefwechsel kulturhistorisch Interessantes, von den Reiseberichten des jungen A. Fontaine über Leibniz’ Schilderung einer Petronius-Inszenierung zum Karneval 1702 bis zu einem der seltenen Berichte über Kontakte der griechisch-orthodoxen mit der anglikanischen Kirche.
Book Requires Authentication Unlicensed Licensed 2012

Mitte Januar 1702 aus Berlin nach Hannover zurückgekehrt, erhält Leibniz bereits Anfang April eine erneute Einladung der preußischen Königin in die Sommerresidenz Lietzenburg. Leibniz kann jedoch erst Anfang Juni dorthin aufbrechen und besucht auf dem Wege Herzog Anton Ulrich, der während der Besetzung seines Landes am 19./20. März geflohen war und nunmehr nach Wolfenbüttel zurückgekehrt ist. Die lange, sich ein Jahr hinziehende Abwesenheit von Hannover hat eine dichte Korrespondenz – insbesondere mit Kurfürstin Sophie und dem hannoverschen "Journalisten" G. Guidi – zur Folge, in der neben häuslichen und lokalen Angelegenheiten in Hannover aktuelle Ereignisse des Spanischen Erbfolgekrieges und des Nordischen Krieges die beherrschenden Themen sind. Durch M. J. von der Schulenburg, der als Generalleutnant in der Armee Augusts des Starken die Niederlage gegen Karl XII. von Schweden bei Kliszów (19. Juli) hautnah erlebt, wird Leibniz aus erster Hand über die militärische Lage in Polen informiert. In Berlin sucht Leibniz mit neuen Finanzierungsprojekten (Seidenziehung und "Feuerspritzen") die nur schleppend in Gang kommenden Aktivitäten der Sozietät der Wissenschaften voranzubringen; außerdem widmet er sich weiterhin der innerprotestantischen Kirchenunion, verfasst ein wohlwollend aufgenommenes Gutachten für Friedrich I. in dessen Streit mit dem Haus Nassau-Diez um die Oranische Erbschaft und sucht nochmals Licht in die undurchsichtige Affäre um den Goldmacher J. F. Böttger zu bringen. Mit der "Lettre touchant ce qui est independant des Sens et de la Matiere", welche die Kernaussagen der "Nouveaux essais sur l’entendement humain" vorwegnimmt, erläutert Leibniz Königin Sophie Charlotte die Grundpositionen seiner eigenen Philosophie und verteidigt diese im Disput mit dem in Lietzenburg weilenden John Toland gegen dessen sensualistische Einwände.

Book Requires Authentication Unlicensed Licensed 2011

Dass der Band mit insgesamt 451 Stücken ausnahmsweise ein ganzes Jahr umfasst, kommt nicht von ungefähr. Leibniz’ Korrespondenz ist weniger dicht als in den Vorjahren; er selbst sieht sich geradezu abgeschnitten von „nova literaria“. Die Gründe dafür sind vielfältiger Natur; die von ihm selbst angeführten gesundheitlichen Probleme dürften (auch wenn sie ihn von nun an bis zu seinem Lebensende begleiten werden) nur eine Nebenrolle gespielt haben. Vor allem sehen wir Leibniz in diesem Jahr, das er zu fast gleichen Teilen an den Höfen zu Berlin/Lietzenburg und Hannover/Herrenhausen verbringt, in einem fruchtbaren, absorbierenden Schaffensprozess. Einbezogen in die philosophischen Dispute am Hofe der preußischen Königin, und auch nach der Rückkehr nach Hannover im Dialog mit ihr gibt er mehreren Vorträgen (darunter der zunächst für diesen Hof bestimmten „Méditation sur la notion commune de la justice“) Schriftform. Auch die Auseinandersetzung mit John Locke (und ebenso mit François Lamy) nimmt, in den Briefen gespiegelt, Gestalt an. Aus dem Austausch mit dem Chinamissionar Bouvet über anscheinende Parallelen zwischen dem binären Zahlensystem und den Hexagrammen des Yijing erwächst der „Essay d’une nouvelle sciences des nombres“. Auch wenn die welfische Hausgeschichte fast nur in den Briefen des Amanuensis Eckhart präsent ist, kündigt sich eine wesentliche Vorleistung dazu an: die Quellenedition „Scriptores rerum Brunsvicensium“, deren Konkretisierung den Band hindurch zu verfolgen ist. Hemmend auf den Austausch in der Gelehrtenrepublik dürfte sich auch die Tagespolitik ausgewirkt haben, insbesondere die beiden großen europäischen Kriege. Der Spanische Erbfolgekrieg bringt Einschränkungen des Briefverkehrs mit sich; zusammen mit dem (3.) Nordischen Krieg steht er bei Leibniz und vielen Korrespondenten im Zentrum des Interesses. In der ersten Jahreshälfte lässt sich seine Information zum politischen Geschehen minutiös verfolgen anhand der Berichte, die ihm durch eine hannoversche Nachrichtenagentur zukommen – zusammen mit Mitteilungen vom Geschehen am dortigen Hofe. Damit bietet der Band reiches Quellenmaterial zur hannoverschen Hof- und Stadtgeschichte. Leibniz selbst ist interessierter Beobachter des politischen Geschehens und agiert gelegentlich aus dem Hintergrund: wie mit einer anonymen Polemik für die Rechte des neuen habsburgischen (Gegen-)Königs in Spanien oder der Verteidigung unglücklichen militärischen Agierens Braunschweig-Lüneburgs im Spanischen Erbfolgekrieg gegenüber westeuropäischen Korrespondenten. Eine kleine Rolle kommt ihm zu bei der Aussöhnung zwischen den Welfenhöfen und der Beseitigung von Differenzen zwischen Hannover und Berlin. In den Augen manches Korrespondenten schwankt Leibniz zwischen diesen beiden Herren. Tatsächlich – dies lässt der Band deutlich erkennen – gelten seine (nach außen gut verschleierten) Wechselabsichten einem anderen Hof, dem sächsisch-polnischen Augusts II. In diesem Zusammenhang steht auch eines der großen Projekte, das fortan verfolgt wird: die Seidenzucht. Leibniz versucht sie nicht nur im Kurfürstentum Sachsen, sondern gleichzeitig auch in Brandenburg zu etablieren – sein spätes Diktum von seiner Freiheit von jeglicher territorialen Bindung quasi vorwegnehmend.

Book Requires Authentication Unlicensed Licensed 2013
auch dieser Band der Korrespondenz von Leibniz ist in weiten Teilen von den beiden großen Konflikten auf dem europäischen Kontinent, dem Spanischen Erbfolgekrieg und dem Nordischen Krieg, bestimmt. Leibniz prognostiziert im Frühjahr 1704 die vollständige Hegemonie der Bourbonen in Europa. Bezüglich seiner eigenen Person erblickt er nach dem Tod des hannoverschen Vizekanzlers Ludolf Hugo am 24. August die Chance, in der Ämterhierarchie des hannoverschen Kurfürstentums aufzusteigen und Hugos Amt zu übernehmen. Auf dem Feld der Philosophie erhellt die Korrespondenz des Bandes im Detail Leibniz’ Beschäftigung mit John Lockes Essay on humane understanding und die schrittweise Fertigstellung von Leibniz’ Gegenschrift, den Nouveaux Essais. Unter den historischen Arbeiten ragen die vorbereitenden Sammel- und Editionstätigkeiten für das große, ab 1707 erscheinende Quellenwerk zur (nicht nur) welfischen Geschichte, die Scriptores rerum Brunsvicensium heraus, deren Genese aus einer Vielzahl von Korrespondenzen ersichtlich wird. Dafür mobilisiert er neben einer Reihe deutscher Gelehrter auch den Präfekten der Biblioteca Vaticana und versucht, ebenfalls mit Papst Clemens XI. Kontakt aufzunehmen. Zur gleichen Zeit eröffnet Leibniz mit dem Berliner königlichen Bibliothekar M. Veyssière de la Croze seine umfangreichste und vielseitigste sprachwissenschaftliche Korrespondenz.
Book Requires Authentication Unlicensed Licensed 2015

The period covered by this volume includes the death of the Prussian Queen Sophie Charlotte and the beginning of the correspondence with Caroline von Brandenburg-Ansbach. Leibniz also sounds out the possibility of entering the service of the Berlin court. Politically, the correspondence addresses progress and risks in conflicts with the ascendant powers France and Sweden, and the Hanoverian accession to the British throne.

Book Requires Authentication Unlicensed Licensed 2017

Leibniz’s correspondence in 1705–06 was primarily shaped by significant political and military events: the Spanish War of Succession, the Great Northern War, and the prospects for the House of Hanover to ascend to the throne in England. In the domain of philosophy, Leibniz intervened in the discussion between J. Le Clerc and P. Bayle concerning R. Cudworth’s The True Intellectual System of the Universe (1678).

Book Print Only 2022

Major political events in Europe, including the War of the Spanish Succession and the Great Northern War, are reflected in a series of rapid-fire snapshots. Hanover and Berlin are the stages for major ceremonial acts that Leibniz publicizes through his letters. In his scholarly correspondence, he acts as a historian and witness of Berlin society. About 80 percent of the letters are published here for the first time.

Book Print Only 2024

The War of the Spanish Succession takes up much space. Leibniz himself is absent from Hanover for more than half of the period. Leibniz leaves the household to his assistant and employee J. F. Hodann and devotes himself primarily to matters relating to the society of science in Berlin. He also maintains a large number of correspondences covering a wide range of topics.

Book Ahead of Publication 1991
Während der Leibniz-Briefwechsel aus den Jahren 1678 bis 1687 über den Bergbau im Harz bereits in den Bänden 2 bis 4 der Ersten Reihe veröffentlicht wurde, vereint der Sonderband all jene Korrespondenzen der Jahre 1692 bis 1696, die im Zusammenhang mit Leibniz’ erneuten bergwerkstechnischen Experimenten im Harz stehen. Im Briefwechsel mit der Kammer in Hannover, mit dem Bergamt in Clausthal und mit seinen Gehilfen lernen wir Leibniz als Erfinder und technischen Konstrukteur kennen, der sich mit der Verbesserung der Entwässerungs- und Förderungsanlagen, mit einem effektiveren Hüttenbetrieb und einer rationelleren Wasserwirtschaft befaßt. Darüber hinaus eröffnet der Band interessante Einblicke sowohl in die damalige Bergwerksverwaltung als auch in den Bergwerksbetrieb mit seinen wirtschaftlichen, technischen und sozialen Problemen.
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