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series: Südosteuropäische Arbeiten
Reihe

Südosteuropäische Arbeiten

  • Herausgegeben von: Ulf Brunnbauer und Konrad Clewing
eISSN: 2190-2879
ISSN: 0933-6850
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In der der traditionsreichen Buchreihe des Leibniz-Instituts für Ost-und Südosteuropaforschung (IOS), den "Südosteuropäische Arbeiten", werden herausragende Monographien sowie Grundlagenwerke zur Geschichte und Zeitgeschichte ganz Südosteuropas veröffentlicht. Die umfassende internationale Rezeption und Verbreitung der Reihe weist sie auf ihrem Feld als führend aus. Die Reihe führt damit seit Ende 2006 auch die inhaltlichen Bereiche der früheren "Untersuchungen zur Gegenwartskunde Südosteuropas" fort.

Herausgeber

Ulf Brunnbauer

Konrad Clewing

Redaktion

Konrad Clewing

Buch Nur in gedruckter Form 2024
Band 170 in dieser Reihe

1918 entstand parallel zur Bildung eines großen rumänischen Staates die Rumänische orthodoxe Kirche durch den Zusammenschluss der Regionalkirchen des rumänischen Altreichs, Siebenbürgens, der Bukowina und Bessarabiens. Nach der russischen Orthodoxie lange Zeit die zweitgrößte orthodoxe Kirche der Welt, stand sie in engstem Verhältnis zu allen politischen Systemen des modernen Rumäniens. Im Jahre 2023 ist sie eine bestimmende politische und wirtschaftliche Macht im Lande, die eine Aufarbeitung ihrer schwierigen Vergangenheit verweigert. Die Kirche hat mit allen Diktaturen von rechts und links kooperiert und gegenüber dem demokratischen Rechtsstaat bis heute kein klar definiertes Verhältnis gefunden. Der übersteigerte nationalistische Orthodoxismus hingegen, der einen roten Faden in der Zeitgeschichte Rumäniens darstellt, wird bis in die Gegenwart von kirchlichen Kreisen gefördert. Vor diesem Hintergrund beschreibt das Buch das Verhältnis von orthodoxer Kirche, Staat und Gesellschaft in Rumänien.

Buch Open Access 2023
Band 169 in dieser Reihe

Orte und Räume gelten allgemein als das statisch-immobile Gegenüber zur dynamischen Zeit. Magdalena Saiger präsentiert dagegen die Kernthese von ihrer grundsätzlichen Beweglichkeit. Sie wird anhand der wechselnden Verortungen der Alten Messe im Zentrum der serbischen Hauptstadt Belgrad verdeutlicht. Als historische Fallstudie greift das Buch auf Ansätze der Raumsoziologie und einer raumkritisch ausgerichteten Geografie zurück. Magdalena Saiger führt überdies Denkanstöße der Visual Culture Studies, der Anthropologie und der Memory Studies weiter. Das Ergebnis ist ein neuartiger Beitrag zu einer verräumlichten Geschichtsschreibung: Das Aufzeigen der Gleichzeitigkeit der im Raum präsenten Spuren macht die „Augenarbeit" (Karl Schlögel) als Erkenntnisquelle in der Tradition Walter Benjamins produktiv und wertvoll.

Auf breite Quellen gestützt offenbart das Buch, in welche machtpolitischen, symbolischen, lebensweltlichen und baulichen Koordinaten die Belgrader Alte Messe zu verschiedenen Zeiten eingebunden ist. Im Kaleidoskop der vielfältigen und scheinbar unvereinbaren Nutzungsphasen und -arten formt sich das Bild der „Wanderungen" dieses bis heute umstrittenen Ortes. Vor dem Zweiten Weltkrieg sollte er als Messegelände und Modernisierungsmotor die Nähe Jugoslawiens und seiner Hauptstadt zum industrialisierten Kerneuropa demonstrieren, bald darauf aber als deutsches Konzentrationslager mit den Knotenpunkten des nationalsozialistischen Lagernetzes verknüpft werden.

Nach Kriegsende fächert sich das Nutzungsspektrum weit auf. Von einer Künstlerkolonie und teils prekärem Wohnraum reicht es bis zu diversem Kleingewerbe. Verfall, Überwucherung und Vergessen lassen das Gelände vor aller Augen fast unsichtbar werden. Und doch ist die Debatte über ein Gedenken an die hier begangenen Verbrechen nie ganz abgerissen. Für die aktuelle Verortung ist von drängender Relevanz, welche Rolle die Europäische Union als „Gedenkreferenz" gegenüber den Beitrittsaspiranten auf dem Balkan spielte und spielen kann.

Magdalena Saiger studierte Germanistik und Geschichte in Berlin und Madrid und promovierte mit der vorliegenden Arbeit im Mai 2021 an der Universität Hamburg. Die Autorin ist auch als Pädagogin und Schriftstellerin tätig. 2023 erschien ihr Roman „Was ihr nicht seht oder Die absolute Nutzlosigkeit des Mondes" in der Edition Nautilus – ebenfalls ein Text über einen ins Vergessen geratenen Nicht-Ort, hier mit literarischen Mitteln.

Buch Nur in gedruckter Form 2023
Band 168 in dieser Reihe

Drawing inspiration from the work of Maria Todorova, Re-Imagining the Balkans displays the breadth of Balkan Studies today in twenty-nine chapters authored by a diverse, interdisciplinary group of scholars. The volume seeks to address how to incorporate the regions of East and Southeast Europe into broader scholarly trends and epistemological currents, while retaining local and regional expertise. The contributions include new research on historical legacies, (geo)politics, generations, memory, and cultural transfers, fresh methodological and historiographical interventions, and novel pedagogical insights. Collectively, the authors display cutting-edge knowledge, orient the general reader in the state of the field, and demonstrate the importance of Southeast Europe for the study of European, transnational, and global history.

Buch Nur in gedruckter Form 2022
Band 167 in dieser Reihe

In the former Russian province of Bessarabia united with Romania in 1918, local inhabitants tried to make sense of the new reality by mastering geopolitical visions and making their own identity choices. Profoundly marked by the World War I, the disintegration of the Russian Empire and the growing Bolshevik danger, a group of Bessarabians, of both imperial and revolutionary elite, refused to imagine the fate of their region alongside Romania but looked for political alternatives, either in autonomy inside Romania and Ukraine or as part of a restored (monarchic or democratic) Russia. The book tells the story of a transnational network of Bessarabians and White Russian émigrés in Paris and other European capitals who during the 1919 Peace Conference played wisely on the "Wilsonian moment" to propel the idea of a pro-Russian "will" of the Bessarabians. Though unsuccessful in solving the Bessarabian "question" in Paris in their favor, they succeeded in animating anti-Romanian feelings and impacting personal and group identities inside the region.

Buch Nur in gedruckter Form 2021
Band 166 in dieser Reihe

Andreea Kaltenbrunner zeigt anhand des Altkalendarismus, einer Bewegung von orthodoxen Gläubigen gegen die Einführung eines neuen Kirchenkalenders, dass die Staats- und Nationsbildung in „Großrumänien" auch unter Angehörigen der Titularnation zu großen Spannungen führte. Den Großteil der Altkalendaristen stellten rumänischsprachige Bauern in Bessarabien, einer ehemaligen Region des Russischen Reiches. Während der neue Kalender die symbolische Orientierung Rumäniens nach Westen signalisieren sollte, nahmen Altkalendaristen ihn als eine aufgezwungene Modernisierung und Abkehr vom rechten Glauben wahr. Die Autorin untersucht die Entwicklung des Altkalendarismus und seine Niederschlagung im Herbst 1936 durch die Sicherheitskräfte. Es fehlte an Initiativen und Mitteln die Amtskirche und den Staat, um die Bauern im Osten des Landes für das verwestlichende Nationsprojekt zu gewinnen. Der Preis für die Implementierung der symbolhaften Reform war die Abwendung der ländlichen Bevölkerung Bessarabiens vom neuen Staat und von der Amtskirche und ihr Versuch, sich selbst zu organisieren.

Buch Nur in gedruckter Form 2021
Band 165 in dieser Reihe

Das Buch bietet eine mikrohistorische Rekonstruktion der ländlichen Lebenswelten und Gemeinschaften im venezianischen Dalmatien. Auf einer für das 15. Jahrhundert außergewöhnlich reichen archivalischen Grundlage entsteht ein anschauliches Bild vom spätmittelalterlichen Alltagsleben auf der Insel Korčula und vom Selbstverständnis ihrer Dorfgemeinschaften.

Die interdisziplinär ausgerichtete Perspektive fördert die lebensweltliche Dimension der venezianischen Verwaltungs- und Rechtspraxis im ländlichen Stato da mar zutage. Dazu kommt eine anthropologisch inspirierte Nahsicht auf die soziokulturellen und sozioökonomischen Interaktionsformen der ländlichen Gesellschaft wie auch auf die Saisonalität des Land- und Hirtenlebens im Mittelmeerraum. Die Ergebnisse bieten für vergleichende Untersuchungen von Herrschafts-, Gerichts- und Verwaltungspraxis im Spätmittelalter ebenso wie für übergreifende Fragestellungen zur ländlichen Sozial-, Kultur- und Wirtschaftsgeschichte wichtige Impulse.

Buch Nur in gedruckter Form 2021
Band 164 in dieser Reihe

Wie psychisches Kranksein im kroatisch-serbischen Raum diagnostiziert, gedeutet und erfahren wurde, wird in dieser Langzeitstudie (für 1870 bis 1950) in kulturelle, institutionelle und gesellschaftliche Zusammenhänge gestellt.

Den untersuchten Raum kann man laut Heike Karge für diese Zeit als schizophren bezeichnen. Die Krankenakten offenbaren nämlich, dass dortige Patienten kaum als neurotisch, hysterisch oder nervös, sondern vornehmlich eben als schizophren eingeordnet wurden. Anders als im deutschen, russisch-sowjetischen und US-amerikanischen Bereich wurden dort auch für Soldaten beider Weltkriege kaum je Diagnosen gestellt, die spezifisch an den Krieg angebunden waren. Gesellschafts- und wissenschaftsgeschichtlich bedeutsam ist, dass eine wesentliche Ursache für das späte Aufkommen des „nervösen Zeitalters" im südslawischen Bereich in einem Fremdheitsempfinden des urbanen Fachpersonals gegenüber den mehrheitlich vom Lande stammenden Patienten begründet lag.

Buch Nur in gedruckter Form 2021
Band 163 in dieser Reihe

Die Südosteuropaforschung hat sich mit ihrer eigenen Geschichte schwergetan. In ihrer Bearbeitung ist sie hinter anderen Wissenschaftsdisziplinen zurückgeblieben und über Ansätze nicht hinausgelangt.

Wolfgang Höpken versucht, dieses Defizit in Verknüpfung von Fach- und Biografiegeschichte zu beheben. Er nimmt die maßgeblichen Institutionen der deutschen Südosteuropaforschung in den Blick und folgt den Fragen nach den personellen, institutionellen und wissenschaftlichen Kontinuitäten und Diskontinuitäten zwischen Nationalsozialismus und Bundesrepublik. Die Betrachtung geht dabei weit über die bei ähnlichen Versuchen übliche Grenze der Nachkriegszeit hinaus.

Das Beispiel von Franz Ronneberger als namhafter Vertreter dieser Forschung dient hier als Betrachtungslinse, um das Verhältnis von Wissenschaft und Politik im ‚Zeitalter der Extreme‘ zu erfassen.

Für die Zeit bis 1945 wird neben der deutschen auch die innerwissenschaftlich bedeutsame Entwicklung in Österreich untersucht.

Buch Nur in gedruckter Form 2021
Band 162 in dieser Reihe

Visar Nonajs Buch macht die Besonderheiten des albanischen Kommunismus in der gesellschaftlichen Praxis sichtbar. Die Dominanz der Landbevölkerung, der zunächst enorm hohe Analphabetismus und fehlendes Proletariat prägten die Industrialisierungsbemühungen ab 1944.

Darüber hinaus demonstriert das Buch auch die vielen allgemeinsozialistischen Züge dieses Herrschaftssystems. Der Plan, in der Landesmitte ein eigenes Stahlwerk aufzubauen, folgte der generellen Priorisierung von Industrie und Schwerindustrie. Der Name des Kombinats, „Der Stahl der Partei" (Çeliku i Partisë), charakterisiert den Anspruch der KP, Land und Volk mit ihrer Lenkung gleichsam zu beschenken. Die Probleme dieses Gesamtheitsanspruchs waren enorm, das Scheitern beim Aufbau einer dauerhaft tragfähigen Industrie ist bezeichnend. Nonajs Buch ist daher nicht nur für die albanische Zeitgeschichtsforschung ein großer Schritt nach vorn, sondern auch für die Wirtschafts- und Gesellschaftsgeschichte im ganzen östlichen Europa.

Buch Nur in gedruckter Form 2019
Band 161 in dieser Reihe

Die vorliegende Arbeit ist eine Pionierarbeit. Dem kommunistischen Herrschaftssystem Albaniens (mit Blick auf seine Spätphase zwischen 1976 und 1985) nähert sie sich analytisch auf breiter Quellengrundlage differenziert, multiperspektivisch und theoretisch reflektiert. Das Buch geht der Frage nach, wie politische Herrschaft unter zum Teil beispiellosen Bedingungen in der Praxis vollzogen wurde und sich auf die Gesellschaft auswirkte. Gestützt auf interne Diskussionen der Regimeführung und deren Schriftverkehr mit untergeordneten Organen werden Praktiken, Überlegungen, Strategien, Denkstile und Wahrnehmungen parteistaatlicher Akteure durchleuchtet. Auf der Basis eines kulturgeschichtlichen Verständnisses von Herrschaft untersucht die Arbeit zudem alltägliche Praktiken, Verhaltensweisen, Wahrnehmungsweisen und Strategien, die die Menschen entwickelten, um sich in den gegebenen Bedingungen zurechtzufinden. Für einen bislang einzigartigen Einblick gerade auch in die ländlichen Lebenswelten und den dortigen herrschaftsgeprägten Alltag zieht Idrit Idrizi intensiv und methodisch versiert qualitative Interviews mit Überlebenden heran. Sie ermöglichen grundlegende Einsichten, die aus den überlieferten zeitgenössischen Akten heraus nicht gewonnen werden könnten.

Buch Nur in gedruckter Form 2018
Band 160 in dieser Reihe

Mehr als ein Dutzend Männer des in der Batschka gelegenen Dorfes Tscheb hatten sich verschworen, um an einem Septemberabend des Jahres 1812 ihren Grundherrn Leopold von Márffy gemeinschaftlich zu ermorden. Die Täter konnten die Behörden in dem erst seit kurzem von deutschen Siedlern bewohnten südungarischen Dorf erst nach Überwindung einer Mauer des Schweigens ausforschen. Unterdessen zeigten ihre Akten vor allem eines auf: die vorherige Willkürherrschaft eines Adeligen, der seine Stellung und Vernetzung genutzt hatte, um Ausbeutung, Misshandlungen und sexuellen Missbrauch schlimmster Sorte ungeahndet durchzuführen.

Karl-Peter Krauss wirft von dem mikrogeschichtlichen Geschehen aus die Fragen von Recht und Rechtswirklichkeit in der adeligen Selbstverwaltung im Königreich Ungarn und im neuen Kaisertum Österreich für die Achsenzeit um 1800 ganz neu auf. Wer auf eine einzigartig dichte Weise einige der sonst fast immer gesichtslos bleibenden „einfachen Leute" von damals kennenlernen möchte, sollte ebenso nach diesem Buch greifen wie jeder und jede, die frühmoderne Staatlichkeit und das diffizile Funktionieren des Habsburgerreiches zu verstehen suchen.

Buch Nur in gedruckter Form 2018
Band 159 in dieser Reihe

Das Buch behandelt die gesellschaftliche Wirkung der sozialistischen Volkspolizei, indem es offizielle Bilder derselben in den Jahren vor dem Ceaușescu-Regime und während desselben mit Vorstellungen vergleicht, die in der Bevölkerung von der Polizei bestanden. Damit enthüllt das Buch zugleich das Verhältnis zwischen dem staatlichen Ordnungsdiskurs und einem Gegendiskurs, der ansatzweise sogar vor 1989 stattgefunden hat. Vorrangiges Ziel ist ein klareres Verständnis des (De-)Legitimierungsprozesses des Regimes. Eine Interdependenz der beiden Diskurse, so die Grundaussage des Buches, diente zunächst der Stabilitätsphase des politischen Regimes, bedingte später dann aber zum Teil den schrittweisen Kollaps seiner Herrschaft in Rumänien. In einem weiteren Sinne untermauern die Erkenntnisse über die Entzauberung des sozialistischen "Ordnungshüters" das bessere Verstehen der allgemeinen sozialpolitischen Ernüchterung in Mittelost- und Südosteuropa gegen 1989 hin. Zahlreiche Widersprüche auf der Ebene der Repräsentation untermauern die Hypothese einer De-Legitimation der Volkspolizei als Institution und nicht zuletzt deshalb im Weiteren des politischen Regimes im Allgemeinen.

Buch Nur in gedruckter Form 2017
Band 158 in dieser Reihe

Das 1918 gegründete südslawische Königreich hatte seine Eisenbahnlinien aus verschiedenen Reichen und Nationalstaaten geerbt. Der damals begonnene Ausbau eines „organischen" jugoslawischen Eisenbahnnetzes dauerte fast sechs Jahrzehnte. Er wurde erst im sozialistischen Jugoslawien mit der Fertigstellung der größten, teuersten und spektakulärsten Eisenbahnstrecke in Jugoslawien beendet. Der 25-jährige Ausbau dieser Verbindung zwischen Belgrad und der montenegrinischen Adriaküste steht im Fokus dieses Buches. Außer einer Planungs-, Bau-, Institutionen- und Finanzierungsgeschichte des sozialistischen Großvorhabens bietet es auch den Einblick in die Erfahrungen der am Bau beteiligten Unternehmen. Mit gleichem Gewicht thematisiert der Autor auf der Makroebene die Prozesse der ökonomischen und politischen Dezentralisierung bzw. Desintegration Jugoslawiens während jener Zeit, und wie diese Prozesse den Bau der Strecke beeinflusst haben. Der Prozess der Konföderalisierung Jugoslawiens in den 1960er Jahren wird dabei aus der ökonomischen Perspektive analysiert und anders als in der vorherrschenden Literatur a priori als Folge der gescheiterten Wirtschaftsreformen betrachtet.

Buch Nur in gedruckter Form 2017
Band 157 in dieser Reihe

1821 brach auf der Peloponnes eine Revolution aus, die in einen langen Unabhängigkeitskrieg mündete, der wiederum mit der Gründung eines unabhängigen Staates Griechenland endete. Die genauen Gründe für die Revolution wurden von der Historiographie lange Zeit nicht hinterfragt: Jahrhunderte währende "Unterdrückung" unter das "türkische Joch" ließ die Abwerfung der "Sklaverei" gleichsam als Notwendigkeit erscheinen. In diesem Buch wird nun erstmals der Versuch unternommen, die Gründe für diese Revolution so differenziert als möglich zu betrachten. Mit Hilfe von theoretischen Ansätzen aus der Revolutionsforschung, vor allem aber einer eingehenden Untersuchung der sozioökonomischen und politischen Strukturen der vorrevolutionären Peloponnes soll die Frage beantwortet werden, warum die Revolution ausgerechnet zu diesem Zeitpunkt und an diesem Ort ausgebrochen ist.

Buch Nur in gedruckter Form 2017
Band 156 in dieser Reihe

Während das übrige Europa meist erst durch die Ukraine seit 2014 vor Augen hat, wie russische militärische Präsenz zur direkten Unterstellung oder kaschierten Abhängigkeit von Teilen eines anderen Staates verwendet wird, ist dies in der Republik Moldau schon seit dem Zerfall der Sowjetunion Teil der Realität. Dort sichern russische Truppen die Existenz der im östlichen Landesteil gelegenen, kulturell russisch-sowjetisch geformten und international nicht anerkannten Republik Transnistrien ab. Auch in der größeren übrigen Moldau leben erhebliche russischsprachige, vor allem russische und ukrainische Minderheiten, die durch die neue vorrangig rumänischsprachig geprägte moldauische Staatlichkeit im Alltag und im Selbstverständnis herausgefordert werden. Ihre Bezüge zu Russland und Transnistrien, die Fragilität ihrer Loyalität gegenüber der Moldau und ihre im Wechselspiel mit den moldauischen Akteuren entstandene "Heimatlosigkeit" untersucht Rosanna Dom. Mit historisch-anthropologischen Methoden erhellt sie dabei anhand von individualisierten Fällen Grundfragen der schwierigen staatlichen Neuordnung in der Moldau und insgesamt im früheren sowjetischen Bereich.

Buch Nur in gedruckter Form 2016
Band 155 in dieser Reihe

Kosovo war bis zu diesem Buch ein "weißer Fleck" in der Forschung zum sozialistischen Jugoslawien - erstaunlich genug, da die albanisch geprägte Provinz für dessen Stabilität und schließlichen Zerfall mitentscheidend war. Auf ganz neuer Grundlage wird untersucht, wie sich die jugoslawische Herrschaft trotz der gewaltsamen Inkorporierung von 1945 stabilisieren konnte, aber auch welche dauerhaften Konflikte sie schuf.

Buch Nur in gedruckter Form 2016
Band 154 in dieser Reihe

Seit Jahrhunderten sind weite Teile Südosteuropas durch das Zusammenleben von verschiedenen ethnischen und religiösen Gruppen gekennzeichnet. Historiker bewerteten hierbei die Epoche des Osmanischen Reiches ganz unterschiedlich und beschrieben diese teils als "multikulturelles Paradies", teils als "grausame Türkenherrschaft". Das vorliegende Buch untersucht das muslimisch-christliche Zusammenleben in Kosovo in den letzten Jahren der osmanischen Herrschaft. Die Zeit war durch eine Zunahme von Spannungen zwischen albanischen Muslimen und orthodoxen Serben, aber auch zwischen albanischen Muslimen und albanischen Katholiken gekennzeichnet. Eva Anne Frantz beleuchtet Ursachen, Formen und Dynamiken von Konflikt und Gewalt und zeigt zugleich, in welchen Bereichen des Alltags Koexistenz und Miteinander möglich waren. Der Untersuchungszeitraum stellt die frühe Entstehungsphase des bis heute währenden albanisch-serbischen Konflikts in Kosovo dar und ist aus diesem Grund noch für das Verständnis heutiger Zusammenhänge von grundlegender Bedeutung.

Buch Nur in gedruckter Form 2014
Band 153 in dieser Reihe

Mit dem Ende des Ersten Weltkrieges wurde Siebenbürgen aus der ungarischen Staat herausgelöst und so wie das Banat, das Partium, Bessarabien und die Bukowina ein Teil "Großrumäniens". Der Traum vom "vollständigen" rumänischen Nationalstaat war nun mit einem Schlag in Erfüllung gegangen, der darauf folgende, reale Integrationsprozess schuf jedoch eine Reihe von Konfliktfeldern: ein Großteil der Siebenbürger fühlte sich, unabhängig von der ethnischen Zugehörigkeit, vom zentralistischen System und den Bukarester Politikern vereinnahmt, ausgebeutet und als Bürger zweiter Klasse behandelt. Siebenbürgisch-rumänische Politiker nützten diese Situation, um ihre programmatischen und persönlichen Interessen durchzusetzen. Die Analyse dieser Diskurse legt eine Reihe von Identifikationsangeboten an ihre Wählerklientel frei, die von parteipolitischer Diversifizierung, konfessionellen Revierkämpfen und kulturregionalen Vorurteilen geprägt waren. Der gescheiterte Umgang mit diesem für die alte politische Elite ungewohnten Dynamik, die lediglich Parteiinteressen dienende Politisierung aller Lebensbereiche und die enttäuschten Erwartungen an die Modernisierungskraft des Nationalstaates führten 1928 zu einem fulminante Wahlsieg der maßgeblich von rumänischen Siebenbürgern getragenen Nationalen Bauernpartei. Das endgültige Scheitern dieser - inszenierten - letzten "demokratischen Hoffnung" im Jahr 1933 förderte, so die Grundthese dieses Buches, maßgeblich den Aufstieg autoritärer Gesellschaftskonzepte.

Buch Nur in gedruckter Form 2014
Band 152 in dieser Reihe

Seit Öffnung der Archive nach 1989 ist das ganze Ausmaß der Verfolgungs- und Vernichtungspolitik des Antonescu-Regimes gegenüber den im rumänischen Herrschaftsbereich lebenden Juden zutage getreten. Angesichts dessen ist auch die Rolle des nationalsozialistischen Deutschland neu zu bewerten. Hildrun Glass analysiert die Interaktion zwischen Deutschland und Rumänien von 1937 bis 1944 in diesem Politikfeld. Damit leistet sie einen Beitrag zur Analyse der Beziehungen des NS-Regimes mit seinen südosteuropäischen Verbündeten und schließt endlich eine Forschungslücke zu regionalen Dimensionen des Holocaust.

Buch Nur in gedruckter Form 2013
Band 151 in dieser Reihe
This book takes Southeastern Europe as an ideal place to study the logic – and illogic – of nation-building. Focusing on Bosnian, Macedonian, Moldovan and Montenegrin nation-building after World War Two, the twenty authors of the collection discuss salient aspects of the invention, implementation, and negotiation of nationhood. They look into the role of intellectuals, the use of history, memory and popular culture, and the connections between nationalism and power struggles. A major goal of the case studies is to highlight the ambiguities, antinomies and paradoxes immanent to nation-building. Authors: Hannes Grandits, Ulf Brunnbauer, Holm Sundhausse, Husnija Kamberovic, Admir Mulaosmanovic, Ala Svet, Carna Brkovic, Dženita Sarac Rujanac, Ermis Lafazanovski, Vladimir Dulovic, Irena Stefoska, Gabriela Popa, Ludmila Cojocari, Saša Nedeljkovic, Ivona Tatarcheska-Opetcheska, Rozita Dimova, Lidija Vujacic, Virgiliu Bîrladeanu, Iva Lucic, Žarko Trajanoski
Buch Nur in gedruckter Form 2013
Band 150 in dieser Reihe

Das vorliegende Buch behandelt die Bewegungsphase der rumäneschen "Legion Erzengel Michael", zumeist als "Eiserne Garde" bekannt. Nach ihrer zeitweiligen blutigen Unterdruckung (Ende 1938) wurde sie im weiteren Verlauf vor ihrer endgültigen Zerschlagung im Jahr 1941 kurzfristig auch zur herrschenden Regimepartie. Formal von ihrem Anführer Corneliu Zelea-Codreanu erst 1927 gegründet, reichen die Anfänge bis in die Zeit nach den Ersten Weltkriegs zurück. Als faschistische Bewegung waren die Legionäre auf dem Höhepunkt ihrer Popularität gegen 1937/38 auch parteipolitisch breit verankert. Ausgehend von studentischen Zirkeln und anfänglich regional besonders in der Moldau verbreitet, erreichte die Bewegung auf ihrem Zenit landesweiten Rückhalt und mobilisierte in allen Gesellschaftsschichten von der Aristokratie bis zur Arbeiterschaft. Der Band bringt durch Verwendung zahlreicher neuer Quellen umfassende neue Ergebnisse zu den Gesellscheftlichen Gründen für die Mobilisierungserfolge der Bewegungn und zu einer noch weiter zu schreibenden Sozialgeschichte des rumänischen Faschismus.

Mit Beiträgen von: Mihai Chioveanu, Roland Clark, Radu-Harald Dinu, Andra-Octavia Draghiciu, Rebecca Haynes, Armin Heinen, Constantin Iordachi, Florin Müller, Wolfram Niess, Traian Sandu, Oliver Jens Schmitt

Buch Nur in gedruckter Form 2013
Band 149 in dieser Reihe
Als Staatsgründer und Staatsoberhaupt hat Josip Broz Tito das sozialistische Jugoslawien von dessen Anfängen bis zu seinem Tod im Jahr 1980 entscheidend geprägt. Der um ihn betriebene Personenkult bildete eine zentrale Säule der kommunistischen Alleinherrschaft in Staat und Gesellschaft. Das Buch stellt die Frage nach dem Zusammenhang zwischen Charisma und Personenkult, dessen Inhalten und perfomativ-rituellen Aspekten ebenso wie nach den Grenzen seiner Wirkung und nach den Gründen seiner Erosion in den 1980er Jahren.
Buch Nur in gedruckter Form 2026
Band 148 in dieser Reihe
der Band untersucht die Staatsbildungsprozesse in Kosovo, die Jahrzehnte vor dem vermeintlichen Einschnitt des Krieges von 1998/99 begonnen haben, und stellt die schwierige Demokratisierung von Politik und Nachkriegsgesellschaft seit 1999 dar. Erfolge und Schwierigkeiten von Außenvorgaben für Staatsbildung und Demokratie zeigen sich ebenso wie das Spannungsverhältnis zwischen "europäischer" und "amerikanischer" Orientierung der innergesellschaftlichen Zukunftskonzepte in Kosovo.
Buch Nur in gedruckter Form 2013
Band 147 in dieser Reihe
Am Schnittpunkt von historischer Reiseliteraturforschung und Imagologie werden die Entstehung, die Wandlung und die Funktionen stereotyper Fremd- und Selbstbilder für das historische Kroatien in der späten Aufklärung untersucht. Beleuchtet wird die Praxis des Reisens in ihrer Rolle der Wissensgenerierung und in ihren funktionalen Beziehungen zu den aufkommenden Techniken der Gouvernementalität in der Josephinischen und Franziseischen Epoche. Auto- und Heteroidentifizierungen im Habsburgerreich der vornationalen Zeit treten zutage. Die multiperspektivische Analyse des Nachwirkens in den Texten diverser Armchair Travellers zeigt auf, wie langlebig und gleichzeitig vielfältig instrumentalisierbar kulturelle Stereotype sind.
Buch Nur in gedruckter Form 2013
Band 146 in dieser Reihe
Aus den südlichen Landesteilen Jugoslawiens emigrierten zwischen 1918 und 1966 in großer Zahl Muslime in die Türkei. Im Geschichtsbild der betroffenen ethnischen Gruppen ist jener Auswanderungsprozess das Sinnbild staatlicher Gewalt. Edvin Pezo liefert sachlichere Antworten. Welche Handlungsfelder boten sich dem Staat, welche Einflussfaktoren kamen zusammen? Im staatlichen Agieren zeigen sich erhebliche Differenzen zwischen "beiden Jugoslawien". Der Einfluss des Aufnahmelandes Türkei wird ebenso ins Blickfeld genommen wie die sonstigen Faktoren, welche die Menschen zum Verlassen ihrer Heimat bewegten.
Buch Nur in gedruckter Form 2012
Band 145 in dieser Reihe
1934 widerlegte ein Pogrom in Thrakien die Legende vom Fortbestand einer jahrhundertealten türkisch-jüdischen Symbiose. Einen scharfen Umbruch im wechselseitigen Verhältnis hatte bereits die Gründung der Republik Türkei 1923 markiert. Türkischer Nationalismus und wirtschaftliche Diskriminierungsmaßnahmen setzten die jüdischen Gemeinden unter schweren Druck. Berna Pekesen beschreibt eindrucksvoll, wie in der Türkei im Zeichen von Nationsbildung und Modernisierung eine explosive Mischung aus Frustration und Chauvinismus entstand, die sich gegen alles "Fremde" entlud, auch gegen Juden, und wie dadurch ein uraltes Loyalitätsverhältnis zerstört wurde.
Buch Nur in gedruckter Form 2012
Band 144 in dieser Reihe
Nach der albanischen Unabhängigkeitserklärung November 1912 übernahm der ehemalige sozialistische Reichsratsabgeordnete Leo Freundlich eine bedeutende Rolle bei der mitteleuropäischen „Neuentdeckung“ Albaniens und der Albaner. Tag für Tag sammelte er entsprechende neueste Nachrichten vom Unruheherd Balkan und verteilte sie an einen ausgesuchten Kreis von Empfängern. Die Albanische Korrespondenz diente in einer Zeit politischer Spannung auf dem Balkan vor allem als Orientierungshilfe für die österreichisch-ungarische Außenpolitik. Damals wie heute bietet sie dem Leser eine Vielfalt an Informationen zu den kritischen Ereignissen im und um den albanischen Siedlungsraum in dem bewegten Jahr vor dem Ersten Weltkrieg.
Buch Nur in gedruckter Form 2012
Band 143 in dieser Reihe
Die pogromartigen Ausschreitungen gegen die Christen und Juden der Türkei am 6. und 7. September 1955, mit dem Zentrum in Istanbul, markieren den Beginn der intensiven Auswanderung bzw. Vertreibung der griechischen, armenischen und jüdischen Einwohner aus der Metropole am Bosporus. Anders als lange Zeit in der Türkei behauptet, waren die Ausschreitungen zu einem großen Teil staatlich gesteuert und gewollt. Die vorliegende Arbeit zeigt dies unwiderlegbar auf. Zugleich behandelt sie die Septemberereignisse nicht als ein gleichsam aus dem Rahmen fallendes Phänomen, sondern sieht sie strukturell wie kausal in enger Verbindung mit den vorangegangenen ethnischen und religiösen Homogenisierungsbestrebungen des türkischen Staates seit der Jungtürkenrevolution von 1908. Dabei zeigt sich, dass auch vorangegangene Türkisierungsmaßnahmen vor allem das Ziel hatten, die Dominanz der Nichtmuslime im Wirtschaftsleben der Türkei zu beenden.
Buch Nur in gedruckter Form 2011
Band 142 in dieser Reihe
Obwohl die bosnische Stadt Banja Luka im Bosnienkrieg kein Schauplatz militärischer Auseinandersetzungen war, veränderten die nationalistischen Akteure, aber auch die örtliche bosnisch-serbische Mehrheit, Gesellschaft und Alltag grundlegend. Armina Galijaš betrachtet diese gravierende Transformation aus zwei Perspektiven. Einerseits durchleuchtet sie sozialgeschichtlich den Aufbau einer neuen Führungsschicht in einem neuen politischen System. Andererseits analysiert sie das individuelle Alltagsleben von Minderheiten und Andersdenkenden in einer Stadt, die auf erschütternde Weise von Gewalt und Umverteilungsmechanismen zugunsten der vorherrschenden Ethnie geprägt war.
Buch Nur in gedruckter Form 2009
Band 141 in dieser Reihe
This collection presents new research on migration from the area of the former Yugoslavia. Overseas emigration before World War One, Gastarbeiter-migration after World War Two, post-socialist emigration, and forced migrations profoundly shaped the societies on this territory. The thirteen authors of the volume, eminent specialists from different disciplines, propose a new take on these phenomena and fill gaps in the existing scholarship. They discuss the effects of migrant networks and transnational links, migrant practices and experiences, the development of emigration policies and historical emigration processes. The contributions point to the complexities of migration and show how closely this region became integrated into global networks through emigration.
Buch Nur in gedruckter Form 2010
Band 139 in dieser Reihe
Die deutsch-deutsche Kulturkonkurrenz wurde auch hinter dem Eisernen Vorhang ausgefochten. Doch so problematisch wie in Rumänien war sie für die SED in keinem anderen Ostblockland. Dort nämlich ließ die radikale Westöffnung der KP den Wettbewerb ums attraktivere "Deutschland" frühzeitig zu einem offenen Kampf werden. Parallel dazu konnte sich das Ceauçescu-Regime in der Bundesrepublik so willkommen und frei repräsentieren wie kaum eine andere Diktatur. Eine ungewöhnliche Beziehungsgeschichte über auswärtige Kulturpolitik im Kalten Krieg. Ausgezeichnet mit dem Rave-Forschungspreis 2008 des Instituts für Auslandsbeziehungen.
Buch Nur in gedruckter Form 2010
Band 138 in dieser Reihe
Trotz wachsender weltwirtschaftlicher Verflechtung war um 1900 die Platzierung von Massenprodukten durch erste westliche multinationale Unternehmen auf fernen Märkten nur scheinbar ein Selbstläufer. Mit Blick auf das späte Osmanische Reich gibt Yavuz Köse Aufschluss über die neuen Vertriebsformen und Marketingaktivitäten, die den Unternehmenserfolg mit verursachten, und über die Wechselbeziehung mit den örtlichen soziopolitischen und kulturellen Rahmenbedingungen. In der reziproken Beeinflussung von Unternehmen und urbanen Konsumenten markierten die Neuerungen im Marktgeschehen einen wichtigen Aspekt in einer Gesellschaft im Umbruch.
Buch Nur in gedruckter Form 2009
Band 137 in dieser Reihe
Als Angehöriger der politischen Elite Ungarns übernahm Gustav Gratz an der Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert nicht nur zahlreiche Führungsaufgaben in Politik, Wirtschaft und in der ungarndeutschen Minderheit, sondern zeichnete sich auch durch eine scharfe Beobachtungsgabe aus. Davon profitiert der Spezialist ebenso wie der an der europäischen Geschichte interessierte Leser, wenn er etwa erfährt, wie Leo Trotzkij in den Friedensverhandlungen von Brest-Litowsk 1918 agierte oder Kaiser Karl I. und sein Stab in den letzten Jahren der Donaumonarchie oder die ungarischen Ministerpräsidenten vor und nach 1918. Ein überaus informatives Kapitel seiner Memoiren widmete Gratz auch seiner Verschleppung durch die Gestapo in das KZ Mauthausen und dem Ende des Zweiten Weltkriegs, das er in Wien erlebte.
Buch Nur in gedruckter Form 2011
Band 136 in dieser Reihe
Buch Nur in gedruckter Form 2008
Band 134 in dieser Reihe
Buch Nur in gedruckter Form 2007
Band 133 in dieser Reihe
Buch Nur in gedruckter Form 2007
Band 129 in dieser Reihe
Buch Nur in gedruckter Form 2007
Band 128 in dieser Reihe
Buch Nur in gedruckter Form 2005
Band 127 in dieser Reihe
Buch Nur in gedruckter Form 2006
Band 126 in dieser Reihe
Buch Nur in gedruckter Form 2005
Band 125 in dieser Reihe
Buch Nur in gedruckter Form 2005
Band 124 in dieser Reihe
In einer Zeit intensivierter Reformpolitik in der Mitte des 19. Jahrhunderts begann sich die osmanische Bürokratie von den ethnischen und religiösen Gruppen des Reiches einen neuen Begriff zu machen. Die traditionelle osmanische Auffassung von einem ewigen Kreislauf des Verlustes und der Wiederherstellung von Ordnung verengte und radikalisierte sich: Die osmanischen Untertanen sollten „modernisiert“ und „zivilisiert“ werden. Der Vergleich der osmanischen Politik in Nordalbanien mit derjenigen in einer arabischen Region (Libanongebirge) trägt nicht zuletzt zur Überwindung der durch nationalistische Vorbehalte bedingten regionalen Zersplitterung in der osmanistischen Forschung bei.
Buch Nur in gedruckter Form 2004
Band 121 in dieser Reihe
Buch Nur in gedruckter Form 2004
Band 120 in dieser Reihe
Noyan Dinçkal erzählt in diesem Band umfassend die Geschichte der Wasserversorgung und Abwasserentsorgung in Istanbul und überspannt dabei einen Zeitraum von mehr als hundert Jahren. Der Autor berücksichtigt die jeweiligen Interessen der Akteure, behandelt die politischen und ökonomischen Rahmenbedingungen, skizziert die naturräumlichen Gegebenheiten, die verwendeten Technologien und die kulturellen Spezifika der Wassernutzung und diskutiert den Stellenwert von Modernisierungsmotiven und zeitgenössischen Hygienevorstellungen. Das Buch enthält informatives Bild- und Kartenmaterial sowie anschauliche Grafiken.
Buch Nur in gedruckter Form 2004
Band 119 in dieser Reihe
Die Geschichte der Südostforschung und ihrer Forschungseinrichtungen ist so gut wie unbekannt - ebenso wie die inhaltlichen und methodischen Grundlagen der in diesem Rahmen betriebenen Forschung und der beteiligten Wissenschaftler. Diese Lücke schließt der von Mathias Beer und Gerhard Seewann herausgegebene Tagungsband
Zur Tagung:
"Der frische Wind aus Südost wird nicht nur neue Einsichten in die Wissenschaftsgeschichte bringen. Er könnte auch das Fundament freilegen für einen Neuanfang der Südostforschung jenseits des Freund-Feind-Denkens der Politik." Christian Jostmann in der SZ, 29.10.2002
Aus dem Inhalt:
Mathias Beer: Wege zur Historisierung der Südostforschung. Voraussetzungen, Ansätze, Themenfelder
Michael Fahlbusch: Im Dienste des Deutschtums in Südosteuropa: Ethnopolitische Berater als Tathelfer für Verbrechen gegen die Menschlichkeit
Gerhard Seewann: Das Südost-Institut 1930-1960
Christian Promitzer: Täterwissenschaft: Das Südostdeutsche Institut in Graz
Christoph Morrisey: Das Institut für Heimatforschung in Käsmark (Slowakei), 1941-1944
Harald Roth: Wissenschaft zwischen Nationalsozialismus und Stalinismus: Vom Forschungsinstitut der Deutschen Volksgruppe in Rumänien zum Forschungsinstitut für Gesellschaftswissenschaften der Rumänischen Akademie
Willi Oberkrome: Regionalismus und historische 'Volkstumsforschung' 1890-1960
Isabel Heinemann: Die Rasseexperten der SS und die bevölkerungspolitische Neuordnung Südosteuropas
Christian Töchterle: Wir und die "Dinarier" - Der europäische Südosten in den rassentheoretischen Abhandlungen vor und im Dritten Reich
Norbert Spannenberger: Vom volksdeutschen Nachwuchswissenschaftler zum Protagonisten nationalsozialistischer Südosteuropapolitik. Fritz Valjavec im Spiegel seiner Korrespondenz 1934-1939
Gerhard Grimm: Georg Stadtmüller und Fritz Valjavec. Zwischen Anpassung und Selbstbehauptung
Krista Zach: Friedrich Valjavec nach seinen privaten tagebuchartigen Aufzeichnungen (1934-1946)
Edgar Hösch: Südostforschung vor und nach 1945. Eine historiographische Herausforderung
Buch Nur in gedruckter Form 2003
Band 116 in dieser Reihe
Im Mittelpunkt der Arbeit steht das Verhältnis der seit 1908 regierenden sog. Jungtürken zur Mazedonischen Frage. Das multiethnische Gebiet Mazedonien war zu Beginn des 20. Jahrhunderts das Zentrum eines harten Konkurrenzkampfes zwischen den jungen Balkanstaaten, Griechenland, Bulgarien und Serbien. Die jungtürkische Politik scheiterte mit den Balkankriegen 1912/13, deren Ergebnis jedoch außer den Griechen und Serben keinen der Beteiligten zufrieden stellte.
Buch Nur in gedruckter Form 2003
Band 115 in dieser Reihe
Der zügige Ausbau eines flächendeckenden Schulwesens war ein zentrales Projekt des im Ausgleich mit Österreich 1867 begründeten ungarischen Nationalstaates. In der langen Schultradition autonomer Kirchen konnte auf ein Modell zurückgegriffen werden, das zunächst auch der ethnischen Vielfalt des Landes gerecht zu werden versprach. Der Ausbau schulischer Infrastruktur und die Professionalisierung der Lehrerschaft verbanden sich in der Folge jedoch mit der Vermittlung der ungarischen Staatssprache, die bald zur wichtigsten Chiffre nationalstaatlicher Modernisierung wurde und heftige politische Reaktionen hervorrief. Deutlich werden auch die Freiräume und Strategien von Slowaken, Rumänen und Siebenbürger Sachsen, gegen regierungsamtliche Vorgaben mittels der Schulen ein konkurrierendes nationales Selbstbild zur Geltung zu bringen.
Buch Nur in gedruckter Form 2002
Band 112 in dieser Reihe
Im Zentrum der vorliegenden Studie steht die Gleichschaltung der Organisationen der jüdischen Minderheit in den Jahren der kommunistischen Machtergreifung in Rumänien. Archivmaterialien aus Rumänien, Israel und den USA ermöglichen es erstmals, die einzelnen Phasen dieses Prozesses nachzuzeichnen.
Buch Nur in gedruckter Form 2001
Band 109 in dieser Reihe
Am Beispiel des habsburgischen Dalmatien untersucht Konrad Clewing das Vordringen des modernen Staates in die "vormärzliche" Gesellschaft eines mehrsprachigen Gebietes. Die Modernisierung warf in Dalmatien Fragen nach einer effizienten Sprachpolitik und nach politischer Subsidiarität auf. Clewing thematisiert auch die "nationalen Antworten", die auf diese Fragen vor allem in der Revolution von 1848/49 gefunden wurden.
Buch Nur in gedruckter Form 2000
Band 108 in dieser Reihe
Ulrike Tischler beschäftigt sich in ihrer Dissertation mit einer Phase der habsburgischen Südosteuropapolitik, in der der Balkan in das Spannungsfeld der europäischen Mächte geriet. Unter Hinzuziehung neuer Quellen wird das personelle, administrative und konzeptionelle Umfeld der metternichschen Orientpolitik besonders im Hinblick auf die Emanzipationsbestrebungen in Serbien und Montenegro analysiert.
Buch Nur in gedruckter Form 2000
Band 106 in dieser Reihe
Im Mittelpunkt dieser Arbeit steht die Untersuchung, aus welchem Kontext die deutschen Philhellenen ihre antiken Topoi entnahmen, wie sie verwertet und dabei in ein neues historisches Umfeld und in neue Sachzusammenhänge gestellt wurden.
Buch Nur in gedruckter Form 2000
Band 105 in dieser Reihe
Am Vorabend des Ersten Weltkriegs entpuppt sich der multinationale und sozial vielschichtige Triester Mikrokosmos als ein Habsburgerreich im Kleinformat. Das Buch beschreibt eine Gesellschaft zwischen Tradition und Moderne. Untersucht wird der Kampf um politische Beteiligung und Macht in einem Gebiet an der Schnittstelle zwischen romanisch-südeuropäischem, slawisch-osteuropäischem und germanisch-mitteleuropäischem Kulturkreis.
Buch Nur in gedruckter Form 1999
Band 102 in dieser Reihe
Die Transterritorialität der griechischen Gesellschaft der Zwischenkriegszeit, die sich besonders in ihren Beziehungen zu den Auslandsgriechen in den USA niederschlägt, stellte ein besonderes Problem für die Durchsetzungsfähigkeit der Metaxas-Diktatur dar. Deren faschistoide Politik der nationalen Abgrenzung war so zum Scheitern verurteilt.

Die Autorin vergleicht die Diaspora- und Emigrationspolitik der griechischen Regierung mit derjenigen anderer süd- und osteuropäischer Länder und skizziert die Situation der griechischen Diaspora in den USA.
Buch Nur in gedruckter Form 1997
Band 101 in dieser Reihe
Thema dieses Buches ist die innenpolitische Entwicklung Rumäniens im zweiten Jahrzehnt der Zwischenkriegszeit. Erstmals für den deutschsprachigen Raum wertet ein Historiker eine Vielzahl an unveröffentlichtem wie bereits publiziertem rumänischem Material aus und ergänzt es durch französische, österreichische und deutsche Archivalien. Maner geht von der verbreiteten Darstellung der Ereignisse im Februar 1938 aus, die als Beginn der "autoritären Systeme" und daher als deutlicher Bruch zum vorherigen "parlamentarisch-demokratischen System gelten, und geht der Frage nach, ob dieser Übergang tatsächlich so aprupt war. Gab es nicht bereits in der Zeit davor Hinweise und Tendenzen, die auf diesen Umbruch zu Beginn des Jahres 1938 hindeuteten und somit die in diesem Jahr einsetzende "autoritäre Phase" vorbereiteten? Neben der Betrachtung der Institutionen Monarchie und Regierung beleuchtet der Autor systematisch die Aktivität des Parlaments.
Buch Nur in gedruckter Form 1995
Band 96 in dieser Reihe
Die historische Bildungsforschung hat sich bislang fast ausschließlich auf die westlichen Industrienationen konzentriert. Martin Mayer bietet nun erstmals einen Überblick über das Bildungswesen in Jugoslawien und untersucht dessen modernisierenden Einfluß auf die gesellschaftliche und wirtschaftliche Entwicklung - in einem Land, das vor dem Zweiten Weltkrieg eines der unterentwickeltsten Länder Europas war.
Buch Nur in gedruckter Form 1992
Band 90 in dieser Reihe
Buch Nur in gedruckter Form 1990
Band 89 in dieser Reihe
Buch Nur in gedruckter Form 1990
Band 88 in dieser Reihe
Buch Nur in gedruckter Form 1981
Band 77 in dieser Reihe
Buch Nur in gedruckter Form 1988
Teil des mehrbändigen Werks Historische Bücherkunde Südosteuropa
Band 76/II in dieser Reihe
Buch Nur in gedruckter Form 1980
Teil des mehrbändigen Werks Historische Bücherkunde Südosteuropa
Band 76/I-2 in dieser Reihe
Buch Nur in gedruckter Form 1978
Teil des mehrbändigen Werks Historische Bücherkunde Südosteuropa
Band 76/I-1 in dieser Reihe
Buch Nur in gedruckter Form 1981
Band 75/IV in dieser Reihe
Buch Nur in gedruckter Form 1979
Band 75/I/III in dieser Reihe
Buch Nur in gedruckter Form 1976
Band 75/II in dieser Reihe
Buch Nur in gedruckter Form 1974
Band 75/I in dieser Reihe
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