Die ‚engagierte Literatur‘ und die Religion
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Christian Sieg
Über dieses Buch
Wie kann das Politische der ‚engagierten Literatur‘ der Nachkriegszeit gefasst werden? Weder der Verweis auf den Begriff ‚Engagement‘ noch die Auflistung der Diskurse, in denen sich die Nachkriegsliteratur politisch positioniert hat, beantwortet diese Frage. Die vorliegende Studie entwickelt auf der Grundlage von Pierre Bourdieus Feldtheorie einen literatursoziologischen Autorschaftsbegriff und zeigt auf, wie die Inszenierung von Autorschaft der Literatur eine politische Funktion zuschreibt. Für die Legitimation ihrer Literatur greifen ‚engagierte‘ Autorinnen und Autoren in ihren literarischen Texten auf gesellschaftlich anerkannte Kulturmuster zurück. Von der Kirchenkritik der 1950er- bis zur apokalyptischen Rhetorik der 1980er-Jahre beziehen sie sich in diesem Sinne insbesondere auf religiöse Motive, Narrative und Diskurse. Erst die Analyse der von der literaturwissenschaftlichen Forschung bislang lediglich am Rande thematisierten Funktion der Religion für politische Autorschaft erlaubt es, den politischen Gehalt der Nachkriegsliteratur ganz zu erschließen.
Information zu Autoren / Herausgebern
Christian Sieg, Westfälische Wilhelms-Universität Münster.
Rezensionen
"Die Studie bietet sowohl aus literaturgeschichtlicher Perspektive als auch in literaturtheoretischer Hinsicht viel Neues. Sie erfüllt als eines der wenigen Bücher der letzten Jahre das lange schon formulierte Desiderat eines umfassenden historisch-systematischen Vergleichs von Autorschaftsmodellen. Damit wird zugleich eine Typologie entworfen, die durch ihre Vielfalt und theoretische Avanciertheit überzeugt und damit auch über den Zusammenhang von Engagement und Religion hinaus für die Literaturgeschichtsschreibung Bestand haben wird."
Jeanine Tuschling-Langewand in: Informationsmittel (IFB) : digitales Rezensionsorgan für Bibliothek und Wissenschaft [#5825] http://informationsmittel-fuer-bibliotheken.de/showfile.php?id=9066
"Christian Sieg zeigt gekonnt die Beziehungen politischer Autorschaft zur Religion und nebenbei die Überlegenheit von Pierre Bourdieus Literatursoziologie"
Markus Joch in: literaturkritik.de, 09.04.2018, https://literaturkritik.de/public/rezension.php?rez_id=24357
"Die Studie erweitert bisherige Debatten zum Verhältnis von Politik und Literatur, die sich vor allem den darin behandelten zeitgenössischen Diskursen annehmen, um eine produktive und methodisch anschlussfähige Perspektive."
Anna Hampel in: Germanistik 59/1-2 (2018), 370-371
Fachgebiete
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Frontmatter
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Dank
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Inhalt
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Verzeichnis der Abkürzungen
XI -
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Einleitung
1 -
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I. Autorschaft aus literatursoziologischer Sicht
18 -
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II. Schreiben im Auftrag der ‚jungen Generation‘: Politische Autorschaft im literarischen Feld der unmittelbaren Nachkriegszeit
47 -
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III. Schreiben, um zu mahnen: Heinrich Böll und Paul Schallück als ‚Gewissen der Nation‘ (1953–1963)
99 -
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IV. Schreiben, um zu lästern: Arno Schmidt und Günter Grass als Blasphemiker (1953–1963)
214 -
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V. Schreiben, um sich zu opfern: Authentische Autorschaft und das Leiden an der Gesellschaft (1973–1977)
354 -
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VI. Schreiben, um die Zukunft zu offenbaren: Prophetie und Apokalypse in der Literatur der 1980er-Jahre
491 -
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Schlussfolgerungen
566 -
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Literatur
583 -
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Personenregister
642
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