Grundthemen der Literaturwissenschaft
Die Reihe bietet substanzielle Einzeldarstellungen zu Grundthemen und zentralen Fragestellungen der Literaturwissenschaft. Dabei erhebt sie den Anspruch, für fortgeschrittene Studierende wissenschaftliche Zugänge zum jeweiligen Thema zu erschließen. Gleichzeitig soll sie Forscherinnen und Forschern mit speziellen Interessen als wichtige Anlaufstelle dienen, die den aktuellen Stand der Forschung auf hohem Niveau kartiert und somit eine solide Basis für weitere Arbeiten im betreffenden Forschungsfeld bereitstellt.
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Im interdisziplinär angelegten zweiten Teil lotet er die Bedeutung von Fiktionalität in nicht-literarischen Zusammenhängen, Praktiken und Theorietraditionen aus und versammelt Artikel aus Ethnologie, Theologie, Geschichtswissenschaft, Rechtswissenschaft, Politikwissenschaft, Soziologie und Psychologie. Insgesamt rücken Aspekte der Medialität und sozialen Praktiken in den Vordergrund, und Begriffe wie 'fiktional' und 'Fiktionalität' werden in ihrer Differenz zu anderen Konzepten wie Authentizität, nicht-fiktional, real etc. verstanden.
Damit verschafft das Handbuch einen Überblick über vielfältige Aspekte von Fiktionalität für ein breites Fachpublikum literaturwissenschaftlicher und anderer Disziplinen von fortgeschrittenen Studierenden bis zu Spezialisten.
Die Zeit, als unter der Bezeichnung 'Adaptionen' vor allem Literaturverfilmungen verstanden und wissenschaftlich untersucht wurden, ist lange vorbei. Andere Medien als Literatur und Film sowie andere Adaptionsprozesse als der klassische Medienwechsel sind insbesondere seit den späten 1990er Jahren immer stärker in den Fokus der sog. Adaptation Studies gerückt. Das vorliegende Handbuch bietet als erstes deutschsprachiges Werk einen umfassenden Überblick über die Formen, Konzepte und Praktiken von Adaption, die in diesem Zusammenhang zum Gegenstand literatur-, kultur- und medienwissenschaftlicher Forschung geworden sind. Es präsentiert die derzeit aktuellen Fragestellungen und Theorien des Faches ebenso wie dessen Beschäftigung mit verwandten Phänomenen wie z.B. Übersetzung und Serialität. Neben der Betrachtung von Adaption als einem textlichen, kulturellen und nicht zuletzt ökonomischen Phänomen lotet der Band außerdem gezielt das Potenzial von Adaptionskonzepten aus anderen geistes- und naturwissenschaftlichen Disziplinen für die Literaturwissenschaft aus. Das Buch ermöglicht Studierenden, Lehrenden und Forschenden somit einen fundierten Einblick in die Themen und Fragestellungen der Adaptation Studies.
Was macht einen Text poetisch? Kann man Eigenschaften und Verfahren benennen, die poetische Texte von anderen unterscheiden? Das Handbuch stellt sich den theoretischen Grundlagen dieser Fragen. Es gibt einen Überblick über die Geschichte der Poetik, über systematische Beiträge zur Poetizität und ausgewählte Autorenpoetiken. Die Frage nach der Poetizität bleibt auch dort erhalten, wo der Band das Paradigma kulturwissenschaftlich erweitert.
Infolge der postkolonialen Kritik an Geschichte und Epistemen der westlichen Welt steht zu Beginn des 21. Jahrhunderts der Begriff von Weltliteratur vor neuen Herausforderungen. Neben der Debatte über qualitative oder quantitative Bestimmungskriterien stellt sich auch die Frage nach der politisch-ethischen Rolle von Weltliteratur in einer globalisierten Welt. Mit der Pluralisierung von „Literaturen“ und ihren Verflechtungen rücken auch die Weltkonstitution, ihre Polyzentrik und die Ökologie von Relationen zunehmend ins Zentrum der Debatte. Der Band bündelt historische und systematische Dimensionen von Weltliteratur unter Berücksichtigung neuerer literatur-, kultur- und medienwissenschaftlicher Fragestellungen. Er diskutiert das Weltwissen, überprüft Bedingungen und Performativität von Weltliteratur in den Dimensionen von Produktion (Textmaterialität, Schriftsysteme, Technik), Rezeption (Ästhetik, Kritik, Kanon) und Diffusion (Markt, Medien, Verlage), beschreibt verschiedene „weltliterarische“ Gattungen und veranschaulicht erstmalig die historisch und kulturell variablen Bestimmungskriterien anhand der Weltregionen. Die interdisziplinäre Rolle von Weltliteratur wird schließlich in Bezug auf Religion, Weltgeschichte, Ethnologie und Musik dargestellt und ihre Zukunft auch im Kontext von Digital Humanities besprochen.
Das Handbuch leistet eine umfassende historische und systematische Darstellung des Phänomens Erzählen und seiner Erforschung unter Berücksichtigung der internationalen Narratologie. Neben der Betrachtung von grundlegenden Begriffen und Fragestellungen des literarischen und intermedialen Erzählens bietet der Band auch eine Einführung in transdisziplinäre Aspekte des Erzählens in Recht, Medizin und Wirtschaft.
Die Publikation bietet eine umfassende historische wie systematische Darstellung aus literatur- und theaterwissenschaftlicher Perspektive. Ein besonderes Augenmerk wird auf die Verbindung zwischen informierendem Überblick und Ausdifferenzierungen wie Transformationen des Dramas gelegt. Berücksichtigt wird die Integration des Dramas in theatrale Institutionen und deren Produktionsprozesse, ebenso ästhetische Distanzierungen bzw. mediale Reflexionen oder Dekonstruktionen. Neben verschiedenen Dramaturgien und Kontexten wie Politik, Wirtschaft, Zensur, Didaktik oder Psychologie werden postdramatische und außereuropäische Formen behandelt, zudem transdisziplinäre Bezüge zu neueren Medien wie Film, TV-Serie, Computerspiel, Musiktheater und Tanz hergestellt.
Dem Band gelingt ein kompakter Überblick, der dem Drama in seiner systematischen wie historischen Komplexität gerecht wird.
Das immense Feld von Institutionen der Produktion und Förderung, der Rezeption und Vermittlung sowie der Distribution und Speicherung von Literatur ist bis heute nicht in seiner komplexen Gänze gesichtet worden.
Der Band bietet erstmals eine solche Sichtung und Systematisierung literarischer Institutionen von den frühen Hochkulturen bis in die Gegenwart, er lotet ihre vielfältige Wechselwirkungen untereinander aus, und er geht ihren Rückwirkungen auf die Literatur in Fallbeispielen nach. Reflektiert werden dabei Orientierungsbegriffe in systematisierender Form sowie unterschiedlichste Forschungsperspektiven.
Ausgehend von diesem Band werden in verschiedensten Literatur-affinen Disziplinen vertiefende Forschungen zu Institutionsbereichen und einzelnen Einrichtungen möglich sein, die die hier aufgemachten Grundlinien weiterziehen oder auch differenzierend betrachten.
Trotz der literaturtheoretischen Aufwertung des Lesens durch die Arbeiten von Barthes, Jauß und Iser seit den 1960er Jahren und der ihnen nachfolgenden sozialgeschichtlichen Orientierung der Philologien, ist das Lesen aus einer dezidiert literaturwissenschaftlichen Perspektive bisher noch nicht umfassend in den Blick genommen worden. Vielmehr dominierten im Feld der Leseforschung seit den 1990er Jahren eher didaktische, buch- und kommunikationswissenschaftliche sowie soziologische Fragestellungen. Nichtsdestotrotz gab und gibt es eine breit gefächerte Forschung zum Lesen aus literaturwissenschaftlicher Perspektive, die jedoch eher verstreut publiziert und bisher nicht an einem zentralen Ort sichtbar ist. Vor diesem Hintergrund bündelt der Band erstmals die neuere literaturwissenschaftliche Leseforschung und bezieht sie in interphilologischer Perspektive konsequent auf theoretische, geschichtliche, soziale und medienkulturwissenschaftliche Grundfragen und -probleme der Literaturwissenschaft. Über bloße Bestandsaufnahmen hinaus, bieten die Beiträge dabei Einblicke in neuere Forschungen und die Entwicklung zukünftiger Fragestellungen.
Form ist die wohl einflussreichste, sicher aber die beständigste Erkennungs- und Konfliktkategorie des literarischen Feldes. Wie kein anderes Konzept verbindet sie die Selbstbegründungen der Dichtung mit Diskursen über sie und stiftet ein Kontinuum, das gegenwärtige Modelle auf vergangene und eigene auf fremde zu beziehen erlaubt. Das Handbuch 'Literarische Form' beschreibt das Phänomen und die mit ihm verbundenen Debatten unter den Rubriken 'Formtheorie', 'Formverfahren' und 'Formkultur' und diskutiert sie in historischer und systematischer Breite – auch mit Blick auf fachdisziplinäre Formdiskurse jenseits der Literaturwissenschaft. Der Formbegriff reicht hierbei von der Mikroebene der literarischen Verfahren über Klassifikationskalküle bei der Gattungsbildung bis zu weltanschaulichen Konzepten und Pragmatiken. Zu diesem Kontext zählt auch die Genese der bedeutendsten Binäroppositionen, die - wie beispielhaft 'Materie vs. Form'- besonders wirkungsmächtig waren oder durch dynamische Konzepte - etwa 'Immersion und Agency' - ergänzt und ersetzt worden sind. Das Ziel des Bandes ist die Erstbeschreibung dieser vielschichtigen literaturwissenschaftlichen Formdebatte, die hier in ihren wesentlichen Facetten vorgestellt wird.
Plagiatsskandale und Debatten um Verwertungsrechte von Publikationen im Internet haben das Bewusstsein für die mit dem Begriff der Autorschaft verbundenen Probleme geschärft. In der Literaturwissenschaft ist schon lange ein Streit darüber entbrannt, ob der Autor als Kategorie verzichtbar ist, ob man sogar den „Tod des Autors" verkünden müsste oder ob sich sogar eine Rückkehr des Autors als Orientierung für den Wertekanon von Literatur vollziehe.